Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

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Redaktion
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Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von Redaktion » Di Jun 18, 2019 10:45 am

Ferrari will den Fall von Sebastian Vettel neu verhandeln lassen: Wir analysieren die Hintergründe dazu und was für und was gegen den Deutschen spricht

Hat Ferrari genügend Beweise, die gegen eine Strafe von Sebastian Vettel sprechen? Diese Frage stellen sich viele, nachdem die Scuderia bei der FIA eine Überprüfung des Sachverhalts aus Kanada beantragt hat.

Vettel hatte dort die Strecke nach einem Fahrfehler in Kurve 3 verlassen und war nach Ansicht der Rennkommissare unsicher wieder auf den Kurs zurückgekommen, wobei er gleichzeitig Konkurrent Lewis Hamilton behindert haben soll. Für das Vergehen bekam der Deutsche eine Zeitstrafe von fünf Sekunden aufgebrummt, die ihn um den Sieg brachte.

Ferrari zog zunächst einen Protest in Erwägung, entschied sich aber am Ende gegen ihn - auch weil gegen Strafen im Rennen kein Protest eingelegt werden kann. Stattdessen hat man am Montag eine erneute Überprüfung der FIA angefragt, was nach Artikel 14.1.1 des International Sporting Code (ISC) möglich ist.

Noch hat das Team in der Öffentlichkeit nicht verraten, was man hinter den Kulissen zusammengetragen hat, doch zu den "signifikanten und relevanten" neuen Beweisen sollen unter anderem GPS-Daten, zusätzliche Telemetrie und eine Zeugenaussage von Vettel selbst gehören. Denn seine Meinung wurde noch nicht angehört, als die Rennkommissare ihre Entscheidung trafen.

Sollten die neuen Elemente als ausreichend eingestuft werden, um den Fall noch einmal neu zu verhandeln, dann könnte es interessant werden. Denn das Hauptargument von Ferrari wird wahrscheinlich das eigene Regelwerk der FIA sein, um zu zeigen, dass Vettel nichts falsch gemacht hat.



Der erste Regelverstoß betrifft das unsichere Zurückkommen auf die Strecke. Die Regeln dafür sind sowohl im ISC als auch im Sportlichen Reglement verankert. Dort steht eindeutig geschrieben, was von den Fahrern erwartet wird, die von der Strecke abkommen.

Artikel 27.3 des Sportlichen Reglements sagt: "Ein Fahrer gilt als außerhalb der Strecke, wenn kein Teil des Autos sie mehr berührt. Jegliche weiße Linien, die die Strecke definieren, gelten als Teil von ihr, Randsteine jedoch nicht. Sollte ein Auto die Strecke verlassen, darf der Fahrer wieder auf sie zurückkommen, jedoch nur, wenn es sicher ist und ohne einen anhaltenden Vorteil davon zu haben."

Laut FIA zeigt die Bewegung in Richtung Hamilton, dass Vettel die Strecke nicht sicher wieder befahren hat.

Die zweite Lenkradbewegung nach dem ursprünglichen Übersteuern war für die FIA-Kommissare einer der Hauptgründe für diesen Schluss. Vettel soll die Kontrolle über sein Auto in diesem Moment gehabt haben - und statt nach links zu fahren, um Hamilton rechts Raum zu geben, fuhr er nach Ansicht der Kommissare absichtlich weiter nach außen, um Hamilton zu blockieren.

Auch hierfür sind die Regeln wieder klar, wenn es darum geht, ob ein Fahrer beim Verteidigen etwas falsch gemacht hat. Ausschlaggebend sind dabei drei Regeln.

In Artikel 27.4 des Sportlichen Reglements heißt es: "Zu keiner Zeit darf ein Auto unnötig langsam, unberechenbar oder auf eine Weise gefahren werden, die für andere Fahrer oder Personen potenziell gefährlich sein könnte."

Appendix L des ISC, Kapitel IV., Artikel 2 a) besagt: "Ein Auto, das alleine auf der Strecke ist, darf die volle Breite von ihr benutzen ..."

Artikel 2 b) fügt an: "Mehr als eine Veränderung der Richtung, um eine Position zu verteidigen, ist nicht erlaubt. Jeder Fahrer, der zurück auf die Rennlinie kommt und zuvor seine Position abseits davon verteidigt hat, sollte vor der Kurve mindestens eine Autobreite zwischen seinem eigenen Auto und der Streckenbegrenzung Platz lassen."

"Manöver, die andere Fahrer behindern, so wie das absichtliche Abdrängen eines Autos über die Streckenbegrenzung hinaus oder eine unnormale Veränderung der Richtung, sind streng verboten."

Vettels Aussagen zusammen mit Videomaterial und GPS- sowie Telemetriedaten könnten ausreichend Informationen bieten, warum Ferrari denkt, dass der Deutsche weder Hamilton "absichtlich abgedrängt" habe noch "unberechenbar" gefahren sei. Besonders da der Mercedes noch ein ganzes Stück hinter ihm war, als er wieder auf die Strecke kam.



Es heißt, dass ein GPS-Datenvergleich von Vettels Linie mit der Runde davor zeigen soll, dass die Positionierung des Autos am Ausgang von Kurve 4 nicht dramatisch anders gewesen war. Eigentlich war Vettel sogar weiter links als in der Runde davor - somit gab es außen mehr Platz.

Vermutlich ist das Argument dahinter, dass Vettel sein Auto nicht an einer Stelle positionierte, die den hinterherfahrenden Hamilton überraschte.

Ein großes Thema war die Regel, dass Fahrer "mindestens eine Autobreite zwischen dem eigenen Auto und der Streckenbegrenzung Platz lassen" müssen. Immer wieder wurden Vergleiche mit einer ähnlichen Szene angestellt, als Hamilton Daniel Ricciardo 2016 in Monaco keinen Platz ließ.

Allerdings greift die Regel in diesem bestimmten Fall nicht, da es nur um Fahrer geht, die ihre Position vorher verteidigt haben, indem sie von der Linie gefahren sind. Ein solches Manöver hat Vettel jedoch nicht gezeigt.

Bezüglich des Argumentes, dass Vettel mehr nach links hätte fahren müssen, nachdem er auf die Strecke zurückkam: Es gibt weder im Sportlichen Reglement noch im ISC eine Regel, die besagt, dass ein Fahrer unter solchen Umständen von der Rennlinie fahren und seine Position hergeben muss.

Das gilt nur für Fahrer, die einen unfairen Vorteil erlangt haben. Das zählt für Vettels Fall aber nicht, da er keinen Vorteil hatte, als er von der Strecke fuhr. Hamilton war nach dem Vorfall rund 1,7 Sekunden näher dran als vorher.



Ein Faktor für die Strafe gegen Vettel war der Umstand, dass Hamilton ausweichen musste, indem er bremste und von der Strecke fuhr. Hamiltons Reaktion überzeugte die Kommissare, dass Vettel den Mercedes gezwungen habe, von der Strecke zu fahren, um eine Kollision zu vermeiden.

Es gibt jedoch zwei Punkte, die wichtig für die Positionierung von Hamiltons Auto während des Vorfalls sein können.

Erstens: Die Ideallinie durch die Kurve ist bereits ziemlich weit rechts. Die Piloten fahren mit der rechten Hälfte ihres Autos bereits über den Randstein.

Als er die Kollision mit Vettel vermieden hat, war Hamilton also im Grunde in der gleichen Position wie auf einer normalen Runde - und mit Sicherheit nicht in einer extremen Position, die in Vettels Spiegel sofort gesehen werden konnte.

Zweitens: Möglicherweise wird noch eine Überprüfung angefragt, ob Hamilton die Strecke während des Vorfalls überhaupt verlassen hat.

Die Regeln der Formel 1 definieren die Streckenbegrenzung genau. Appendix L des ISC, Kapitel IV. Artikel 2 c) besagt: "Fahrer müssen immer die Strecke benutzen. Jegliche weiße Linien, die die Strecke definieren, gelten als Teil von ihr, Randsteine jedoch nicht."

Das wird vom Sportlichen Reglement Artikel 27.3 noch einmal verstärkt: "Ein Fahrer gilt als außerhalb der Strecke, wenn kein Teil des Autos sie mehr berührt. Jegliche weiße Linien, die die Strecke definieren, gelten als Teil von ihr, Randsteine jedoch nicht."

Wichtig ist hierbei die Erklärung der weißen Linie, weil von den Videoaufnahmen und Fotos nicht klar wird, ob er mit allen vier Rädern außerhalb der weißen Linien war, die die Streckenbegrenzung definieren, als Vettel rübergezogen haben soll. Ferrari könnte es daher so sehen, dass Hamilton die Strecke nie offiziell verlassen habe.

Möglicherweise werden nicht alle Argumente und Regelinterpretationen von der FIA zugelassen. Und sollte man die neuen Beweise für nicht gut genug erachten, dann könnte der Fall schnell geschlossen werden. Dennoch wird klar, dass die Angelegenheit rund um Vettel nicht so eindeutig ist, wie sie für viele erscheint.

Der Fall könnte aber eine wichtige Rolle dabei spielen, wie die Formel 1 in Zukunft mit Fahrstandards umgeht.

Und auch wenn die Strafe gegen Vettel einen Sturm der Entrüstung entfacht hat, das zu starke Überwachen der Fahrstandards zu beenden: Sollte man entscheiden, dass der Deutsche nichts falsch gemacht hat, dann zeigt sich zumindest, dass die Regeln einen Sinn hatten.

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tintifax_2
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von tintifax_2 » Di Jun 18, 2019 2:40 pm

Ich frage mich, was das soll. Die Rennkommissare müssen mit den Informationen arbeiten, die ihnen zum Zeitpunkt des Vorfalles zur Verfügung gestanden haben. Jetzt im Nachhinein mit fornsischen Mittel beelgen zu wollen, dass die Strafe nicht gerechtfertig war, ist zwar verständlich, kann aber an der getroffenen Entscheidung nichts ändern.

Apex
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von Apex » Di Jun 18, 2019 2:45 pm

"sturm der Entrüstung"? ich bitte euch. es haben sich nur die leute aufgeregt, die ferrari oder vettel fans sind und diejenigen ex-fahrer die sowieso immer gerne auf der f1 rumhacken, um kamerazeit zu kriegen.
wieso hat sich niemand bei verstappen gegen kimi aufgeregt als er auf gleiche weise in suzuka bestraft wurde? es war die gleiche szene wie bei vettel nur wird jetzt bei vettel ein aufstand gemacht weil es um den sieg ging. viel rauch um nichts. Strafe war bitter aber absolout richtig. verstappen hat in monaco auch das podium verloren wegen unsafe release, keiner hat sich aufgeregt und jetzt plötzlich soll es nicht klar sein? es war deutlich wenn hamilton nicht gebremst hätte, wäre er mit vettel kollidiert und leclerc hätte das rennen wahrscheinlich gewonnen. Dann würde jeder über eine strafe für vettel wegen gefährlichen fahrens reden.

Darkstar
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von Darkstar » Di Jun 18, 2019 3:41 pm

Apex hat geschrieben:
Di Jun 18, 2019 2:45 pm
es war deutlich wenn hamilton nicht gebremst hätte, wäre er mit vettel kollidiert und leclerc hätte das rennen wahrscheinlich gewonnen. Dann würde jeder über eine strafe für vettel wegen gefährlichen fahrens reden.
Die Frage ist doch, wie man in Zukunft dabei verfahren will, denn so eindeutig scheint das alles nicht zu sein.
Dinge entwickeln sich weiter. Manchmal braucht es erst "Tote", damit sich über einen Airbag Gedanken gemacht wird.

Hamilton hat gesehen, dass Vettel von der Strecke abgekommen ist.


Eigentlich gilt in dem Moment Gelb. D.h. Fuß vom Gas und nicht letzte Rille bis in den Diffusor.
Wie im Straßenverkehr, kann man gefährliche Situationen auch auf der Rennstrecke provozieren.

TH_
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von TH_ » Di Jun 18, 2019 4:49 pm

Apex hat geschrieben:
Di Jun 18, 2019 2:45 pm
"sturm der Entrüstung"? ich bitte euch. es haben sich nur die leute aufgeregt, die ferrari oder vettel fans sind und diejenigen ex-fahrer die sowieso immer gerne auf der f1 rumhacken, um kamerazeit zu kriegen.
wieso hat sich niemand bei verstappen gegen kimi aufgeregt als er auf gleiche weise in suzuka bestraft wurde? es war die gleiche szene wie bei vettel nur wird jetzt bei vettel ein aufstand gemacht weil es um den sieg ging. viel rauch um nichts. Strafe war bitter aber absolout richtig. verstappen hat in monaco auch das podium verloren wegen unsafe release, keiner hat sich aufgeregt und jetzt plötzlich soll es nicht klar sein? es war deutlich wenn hamilton nicht gebremst hätte, wäre er mit vettel kollidiert und leclerc hätte das rennen wahrscheinlich gewonnen. Dann würde jeder über eine strafe für vettel wegen gefährlichen fahrens reden.
Es regen sich die Leute auf, die noch wissen, was Racing ist und nicht auf der Hammel Spazierfahr Fazebook Seite vollverblöden. Ganz einfach. Solche saudoofen Argumente wie "keiner hat sich aufgeregt bei...bla bla" sind genauso hohl, da sich in jedem Fall jemand aufgeregt hat. Naja, 44, was will man da erwarten.

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seahawk
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von seahawk » Di Jun 18, 2019 5:22 pm

Das letzte was die F1 braucht ist eine erneute Umentscheidung.

automatix
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von automatix » Di Jun 18, 2019 6:09 pm

wenn sie jetzt die Strafe nachträglich ändern, dann machen sie sich ihr ganzes Strafensystem zunichte - denn dann wird jeder versuchen, eine im Rennen ausgesprochene Strafe nachträglich kassieren zu lassen .....

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Sebastian89
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von Sebastian89 » Mi Jun 19, 2019 12:07 am

Apex hat geschrieben:
Di Jun 18, 2019 2:45 pm
"... wenn hamilton nicht gebremst hätte, wäre er mit vettel kollidiert und leclerc hätte das rennen wahrscheinlich gewonnen. Dann würde jeder über eine strafe für vettel wegen gefährlichen fahrens reden.
Wenn Hamilton nicht gebremst hätte, hätte sich wohl eher jeder gefragt, warum er denn nicht gebremst hat und ihn erst mal zum Reflextest geschickt. Die bremsen sind dazu da, um sie zu benutzen. Das gilt in dieser Situation genauso, wie in anderen, wenn ein langsamerer Fahrer vor einem ist, ihn aber an der Stelle nicht überholen kann. Alles andere wäre dumm. Dieses Ge­schreie nach "wenn Hamilton nicht gebremst hätte..." löst bei mir jedes mal stirnrunzeln aus. Ja sicher hätte es dann geknallt. Und das währe 100% Hamiltons schuld, weil er hat genug Zeit. Wie war das noch mal mit dem auffahren? Was passiert, wenn der Fahrer in der Kurve nicht bremst? Richtig er fährt gerade aus :D
Aber hier steckt doch schon der Fehler im Detail, der dafür verantwortlich ist, das du die Strafe für richtig hällst. Es geht nicht darum, ob Hamilton bremsen musste. Das müssen die andauernd in Zweikämpfen, wie ich schon erwähnt habe und Fahrern mit Superennlizenzen muss man vorraussetzen, dass sie gescheit bremsen können, sonst gehört Ihnen der Wisch entzogen. Es geht hier eher darum, ob Vettel die Kontrolle hatte und Hamilton abdrängen wollte oder nicht

Turrican4D
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von Turrican4D » Mi Jun 19, 2019 2:40 am

Apex hat geschrieben:
Di Jun 18, 2019 2:45 pm
wieso hat sich niemand bei verstappen gegen kimi aufgeregt als er auf gleiche weise in suzuka bestraft wurde? es war die gleiche szene wie bei vettel
:jupi: :shake: Wie oft sollen wir Dir hier das noch erklären, dass das eben nicht vergleichbar ist?! Eher noch hätte Verstappen wegen des Beabsichtigten Unsafe Return und der Beschädigung von Kimis Boliden eine Stop&Go bekommen müssen! Außerdem wurde die Strafe viel zu spät ausgesprochen, so konnte sich Kimi ein Eis davon backen.

vandamm
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von vandamm » Mi Jun 19, 2019 11:31 am

Im Vergleich zu Kanada ist Suzuka ein Parkplatz......

Es war eine der engsten Stellen auf der Strecke und wer glaubt, dass Vettel auf dem Gras genug Geschwindigkeit abbauen kann und dann mit Schulterblick und Blinker sich einzufädeln - sorry der muss ein Piro (Idiot) sein....

:jupi: :jupi: :jupi:
Totto Wolf: "Ist Hamilton innen, diktiert er die Linie - Ist Hamilton außen, diktiert er die Linie..."

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flingomin
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von flingomin » Mi Jun 19, 2019 11:49 am

TH_ hat geschrieben:
Di Jun 18, 2019 4:49 pm
Es regen sich die Leute auf, die noch wissen, was Racing ist und nicht auf der Hammel Spazierfahr Fazebook Seite vollverblöden. Ganz einfach. Solche saudoofen Argumente wie "keiner hat sich aufgeregt bei...bla bla" sind genauso hohl, da sich in jedem Fall jemand aufgeregt hat. Naja, 44, was will man da erwarten.
Ich möchte nicht wissen was im umgekehrten Fall hier los wäre:
HAM führt, verbremst sich unter Druck, reitet aus, kommt zurück und drückt Vettel fast in die Wand.
Heult anschließend wegen seiner Bestrafung herum, schwänzt beleidigt die Interviews und vertauscht dann noch die #1 und #2 Schildchen zwischen seinem und Vettels Auto.
Mercedes würde im Anschluss daran einen Protest gegen Hamiltons Bestrafung anstreben.
Ob dann auch von "Racing" gesprochen werden würde wie jetzt?
Oder doch eher von der Charakterlosigkeit Hamiltons und Wolfs?

Wahlweise auch mit Verstappen, Marko und RedBull anstelle von HAM und Mercedes als Protagonisten.

Vielleicht mal 30s drüber nachdenken. :wink2:

automatix
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von automatix » Mi Jun 19, 2019 1:18 pm

Regel Nr. 1 in deutschen Formel 1 Foren:

Egal was passiert, Hamilton ist schuld.

vampiresclub
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von vampiresclub » Mi Jun 19, 2019 2:46 pm

flingomin hat geschrieben:
Mi Jun 19, 2019 11:49 am
Ich möchte nicht wissen was im umgekehrten Fall hier los wäre:
HAM führt, verbremst sich unter Druck, reitet aus, kommt zurück und drückt Vettel fast in die Wand.
Heult anschließend wegen seiner Bestrafung herum, schwänzt beleidigt die Interviews und vertauscht dann noch die #1 und #2 Schildchen zwischen seinem und Vettels Auto.
Mercedes würde im Anschluss daran einen Protest gegen Hamiltons Bestrafung anstreben.
Ob dann auch von "Racing" gesprochen werden würde wie jetzt?
Oder doch eher von der Charakterlosigkeit Hamiltons und Wolfs?

Wahlweise auch mit Verstappen, Marko und RedBull anstelle von HAM und Mercedes als Protagonisten.

Vielleicht mal 30s drüber nachdenken. :wink2:
:naughty:
"Nicht zu fassen was Hamilton in seinem Spazierbenz da in Kanada wieder abgezogen hat.
Kaum kommt der Schinken mal ein bisschen ins rutschen, knallt der fast in Vettel rein, der mit einem so extrem langsameren Auto mal wieder ein fanatastisches Wochenende geliefert hat und dabei permanent über das Limit musste. Nicht mal das bekommt die Dauerwerbesendung hin, dass die mit angepasstem ultraspezialreifen nicht locker vorne weg fahren. Die Strafe 5 Sekunden sind ein witz, das hätte eine DSQ geben müssen, wie er Vettel da in Lebensgefahr gebracht hat. Jetzt legt der arrogante Haufen mal wieder Protest ein, und droht bestimmt wieder mit Ausstieg.
Der Wolf wird schon seine Kontakte spielen lassen, damit die Dauerwerbesendung nach Vertrag abläuft.

Was hat denn Hamilton schon geleistet bisher? Mit dem Auto wäre Yuji Ide Weltmeister geworden.
Schon immer wurde der nur hofiert, und kaum gewinnt er mal nicht heult er nur rum, und die F1 sthet Kopf.
Regeln sind Regeln und sollten auch für Hamilton gelten."

:betrunken: :betrunken: :betrunken: :betrunken:

Ich hoffe ich habe nichts ausgelassen
it´s a sad day for formula one when privateers really do go.
But I think we are entering a new era where the privateers are the Red Bulls.
They are really well funded. ------Paul Stoddart-----

TH_
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von TH_ » Mi Jun 19, 2019 4:34 pm

flingomin hat geschrieben:
Mi Jun 19, 2019 11:49 am
Ich möchte nicht wissen was im umgekehrten Fall hier los wäre:
HAM führt, verbremst sich unter Druck, reitet aus, kommt zurück und drückt Vettel fast in die Wand.
Heult anschließend wegen seiner Bestrafung herum, schwänzt beleidigt die Interviews und vertauscht dann noch die #1 und #2 Schildchen zwischen seinem und Vettels Auto.
Mercedes würde im Anschluss daran einen Protest gegen Hamiltons Bestrafung anstreben.
Ob dann auch von "Racing" gesprochen werden würde wie jetzt?
Oder doch eher von der Charakterlosigkeit Hamiltons und Wolfs?

Wahlweise auch mit Verstappen, Marko und RedBull anstelle von HAM und Mercedes als Protagonisten.

Vielleicht mal 30s drüber nachdenken. :wink2:
Ich brauch keine 30 Sek um zu wissen, dass es den umgekehrten Fall nicht gegeben hätte. Jedenfalls, was Strafen betrifft.

Was schwänzen und dergleichen angeht, braucht man nur mal Monaco schauen, ob sich da damals so viele ereifert haben, als sich der Hammel total daneben benahm.

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flingomin
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von flingomin » Mi Jun 19, 2019 5:23 pm

TH_ hat geschrieben:
Mi Jun 19, 2019 4:34 pm
Ich brauch keine 30 Sek um zu wissen, dass es den umgekehrten Fall nicht gegeben hätte. Jedenfalls, was Strafen betrifft.
Doch, das sicher.
Aber dennoch hast Du recht, den umgekehrten Fall hätte es nicht gegeben.
Denn diesen Kindergarten: Ich nehm dir jetzt dein Schildchen weg,weil ich bin nämlich erster... bähä hä hähä hätte Lewis sich und dem Rest der Welt wohl erspart.

TH_
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von TH_ » Mi Jun 19, 2019 5:32 pm

flingomin hat geschrieben:
Mi Jun 19, 2019 5:23 pm
Doch, das sicher.
Aber dennoch hast Du recht, den umgekehrten Fall hätte es nicht gegeben.
Denn diesen Kindergarten: Ich nehm dir jetzt dein Schildchen weg,weil ich bin nämlich erster... bähä hä hähä hätte Lewis sich und dem Rest der Welt wohl erspart.
Naja, sein bekloppter Auftritt in Monaco reicht doch. Da braucht kein Hammel Kid irgendwas gegen irgendeinen anderen Fahrer posten. Was auch schade ist, dass man das Dauercoachverbot aufgehoben hat, sonst hätten wir wohl noch einige geniale Auftritte vom Möchtegern- Rapper gesehen/ gehört.

Maik Aefer
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von Maik Aefer » Mi Jun 19, 2019 7:32 pm

Also langsam wird es einfach zäh. Ich hab ja schon mehrfach gesagt das die Strafe sicher unglücklich gewählt ist aber im ganzen gesehen ist sie eben laut Reglement auch so möglich. Wenn Ferrari sich jetzt hinstellt und mit peinlicher Wortklauberei (konnte Vettel Hamilton im Spiegel sehen ? - ja nee ist klar die fuhren ja nur schon seit Ewigkeiten hintereinander also wo sollte Hamilton sonst sein als hinter ihm und auf der einzigen Linie die man durch die Schikane normal fahren kann) versucht die Strafe abzuändern und die FIA dem auch noch nachkommen sollte wäre das für die Serie ein noch größerer Glaubensverlust als sie eh schon hat.

Vettel hat wie ein echter Rennfahrer den Instinkt vor Hamilton zu bleiben daher geht er auch schnell wieder ans Gas und das er nach dem ersten Rutscher klar nach aussen lenkt kann jeder im Video sehen und zum Zeitpunkt wo er auf der Idelalinie ankommt hätte er nun mal auch wieder etwas nach links steuern können um den Gegner Platz zu lassen. Am Ende ist das eigentlich ein Verteidigungsmanöver gegen einen Angriff von Hamilton aber im Reglement kann man unter den Begleitumständen eben dafür bestraft werden. Interessanter Weise waren sowohl ein Deutscher als auch ein Italiener am Renntag als Verantwortliche eingeteilt und vielleicht gab es ja auch deshalb diese Entscheidung weil die zwei sich nicht vorwerfen lassen wollten den deutschen Vettel im italienischen Auto zu bevorzugen.

Flingomin hat da schon recht wenn er sagt das umgedreht mindestens genau so viele Leute meckern würden aber dann wäre eine Strafe natürlich glasklar weil es um den hier im Forum sehr unbeliebten Hamilton geht. Mir persönlich sind beide Fahrer vollkommen egal von daher gehe ich da weniger emotional ran. Man hätte sicherlich auch auf eine Strafe verzichten können aber auch das wäre Auslegungssache gewesen und hätte auch bei einen Lager für Ärger gesorgt.

Am Ende ist es halt schade das Vettel diesen Fehler überhaupt macht denn ohne ihn wäre er der sichere Sieger gewesen. So hat er halt diesen unglücklichen einen Fehler gemacht und die Rennkommissare haben sich nach den ihnen vorliegenden Daten für eine Strafe entschieden. Man muss ja auch bedenken das es hier nicht um eine klare Fehlentscheidung geht sondern eher um die Frage der Regelauslegung und das vor allem in Bezug Strafmaß. Daher bin ich auch der Meinung das es eine Tatsachenentscheidung ähnlich wie im Fußball sein sollte. Da werden nachträglich auch keine Spielausgänge gedreht weil die Strafstoßentscheidung nicht eindeutig war.

Formula_One
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von Formula_One » Do Jun 20, 2019 11:02 am

Maik Aefer hat geschrieben:
Mi Jun 19, 2019 7:32 pm
Flingomin hat da schon recht wenn er sagt das umgedreht mindestens genau so viele Leute meckern würden aber dann wäre eine Strafe natürlich glasklar weil es um den hier im Forum sehr unbeliebten Hamilton geht.
Ich finde deinen Beitrag insgesamt sehr gut, da du es auch korrekt wieder gibst - man kann dafür bestraft werden (was suggeriert, dass man es aber eben auch nicht müsste). Und das ist der Aufreger an dem Ganzen. Eventuell liegt es tatsächlich an der Zusammensetzung der Kommissare an dem Tag, wer weiß.

Aber warum ich genau diesen Passus zitiert habe: Ich finde das stimmt einfach nicht. Man hat in diesem Forum eher als Vettel Sympathisant das Gefühl, dass man sich permanent dafür rechtfertigen müsse, aber auf jeden Fall ist hier vieles der Fall, aber nicht, dass Hamilton unbeliebt wäre. Und ich denke es gibt neben mir einige weitere, die im Falle des Falles ehrlich genug wären und andersherum auch sagen würden, dass das eine unglückliche Entscheidung seitens der Rennleitung war.

Ich bezweifel irgendwie aber auch, dass es umgekehrt so einen Fall gegeben hätte, sämtliche letzten grenzwertigen Aktionen wurden ja eher zu Hamiltons Gunsten entschieden, sowas bleibt eben auch hängen. Mir ist es prinzipiell egal ob es jetzt mehr oder weniger Strafen gibt in Zukunft, nur eine Konstanz wäre schön.

Maik Aefer
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Re: Analyse: Die Beweise und Argumente hinter Ferraris FIA-Anfra

Beitrag von Maik Aefer » Sa Jun 22, 2019 10:06 am

Du hast natürlich recht damit das Hamilton zumindest gefühlt (ich führe da keine Statistik) sehr oft ungestraft bleibt während andere Fahrer für ähnliche Situationen bestraft wurden. Das finde ich natürlich auch nicht konsequent und die Regeln sollten für alle gleich bewertet werden aber einen gewissen Starfahrerbonus gab es in der F1 immer wieder wie man zum Beispiel früher auch bei Schumacher sehen konnte. Wenn dann natürlich ein mehrfacher WM wie Vettel davon nicht profitiert fällt das halt mehr auf. Wäre die gleiche Situation zwischen zwei Hinterbänklern passiert würde wohl auch mittlerweile niemand mehr darüber reden/schreiben weil es schon vergessen wäre egal wie die Entscheidung ausgefallen wäre.

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