Mercedes-Teamchef Wolff: Ändert die Regeln nicht!

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Redaktion
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Mercedes-Teamchef Wolff: Ändert die Regeln nicht!

Beitrag von Redaktion » Do Jun 13, 2019 6:01 pm

Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärt, warum er gegen eine Regeländerung ist - Auch Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer kann dieser Logik etwas abgewinnen

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat einen einfachen Vorschlag dafür, wie die Formel 1 wieder an Spannung und Attraktivität gewinnen könnte. Am Rande des Kanada-Grand-Prix meint er: "Die Regeln beibehalten." Er würde die aktuellen Regularien demnach am liebsten 2021 nicht ändern, so könne sich das Feld langfristig annähern - und der Mercedes-Vorteil verschwinden.

"Es gibt eine ganz einfache Lösung, die das Racing verbessert und das ist ein Feld, das eng beisammenliegt und wo es keine großen Abstände zwischen den kleineren Teams und den Topteams gibt. Um das zu erreichen, müssen die Regeln so beibehalten werden", argumentiert der Wiener.

Seine Ansicht: Jedes Mal wenn Regularien großzügig geändert werden, kann ein Topteam davon profitieren. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass nachdem Ferrari Anfang der 2000er-Jahre mit Michael Schumacher dominant war, die Regeln geändert wurden. Wenig später stieg Red Bull als dominierendes Team auf.

Nachdem 2014 eine gänzlich neue Motorenformel eingeführt wurde, stehen die Silberpfeile unangefochten an der Spitze. "Jedes Mal, wenn die Regeln geändert werden, werden die Topteams mit mehr Ressourcen davonfahren", ist Wolff überzeugt.

Er gesteht zwar, dass es auch Ausreißer geben kann, unter anderem sah das Alfa-Romeo-Team in den Barcelona-Testfahrten stark aus. Jedoch können die drei Topteams dank ihrer überlegenen Ressourcen in der Entwicklung ein deutlich schnelleres Tempo gehen.

"Die Entwicklungsrate von Ferrari, Red Bull und uns ist aufgrund der Ressourcen einfach viel steiler. Deshalb kann man nur wirklich gutes Racing haben, wenn die Regeln nicht geändert werden. 2012 haben wir sechs verschiedene Sieger gesehen", bringt er ein Beispiel. Davor gab es 2009 eine einschneidende Reglementänderung.

"Je länger die Regeln so bleiben, desto mehr wird sich die Performance angleichen. Wenn Mercedes jetzt sechs Siege feiert, dann wollen alle die Regeln ändern, das Gleiche passierte auch vor fünf Jahren mit Red Bull und davor Ferrari", kann Wolff nachvollziehen.

Jedoch müsse der Mensch in diesem Fall gegen seinen natürlichen Instinkt ankämpfen. Während eine Reaktion auf die Dominanz früher immer war, die Spielregeln zu verändern, müsse jetzt "genau das Gegenteil" gemacht werden.

"Wenn man die Regeln lange nicht anfasst, was gegen den Instinkt geht, dann rückt die Leistung immer näher zusammen. Das haben wir bei den Motorenregeln [seit 2014] gesehen, die schon eine ganze Weile unverändert sind. Und ich glaube, wenn wir die Chassisregeln auch so lassen, wie sie [seit 2017] sind, rückt auch da alles enger zusammen."

Allerdings kann er auch Konkurrenten verstehen, die sich für ein verändertes Reglement einsetzen. Schließlich erhoffen sich die Teams dadurch einen Vorteil, "wenn wir einmal ganz neu würfeln". Wolff warnt: "Wir machen diesen Fehler immer und immer wieder."

Hinzukommt, dass viele Fans und Experten Mercedes für diese Einstellung kritisieren. Den Silberpfeilen wird vorgeworfen, die Regeln beibehalten zu wollen, da sie bislang am meisten davon profitiert haben. "Es ist sehr schwierig, unsere Position glaubwürdig zu vertreten", muss der Teamchef zugeben.

Will das Mercedes-Team durch diese Taktik einfach nur dessen Vorteil bewahren? Genau das Gegenteil sei der Fall, betont Wolff mit Nachdruck: "Lasst die Regeln in Ruhe, dann rückt alles zusammen." Die Entwicklungskurven würden sich schließlich immer weiter annähern.

Dieser Logik kann auch Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer etwas abgewinnen: "Am Anfang der neuen Motorenformel war Mercedes total überlegen. So gesehen hat Toto schon recht", kommentiert der Mercedes-Kunde.

"Halten wir die Rahmenbedingungen stabil, dann wird die Entwicklungskurve zwar am Anfang sehr steil sein, aber dann wird sie immer flacher. Und dann rücken alle zusammen, auf ganz natürliche Weise." Zwar würden die "reichen Jungs" weiterhin gewinnen, aber die Abstände würden kleiner werden, prophezeit er.

"Dagegen kann ich nichts sagen. Und der Motor ist ein gutes Beispiel dafür." Tatsächlich hat vor allem Ferrari auf Motorenseite im Vergleich zu Mercedes aufgeholt. 2019 ist das italienische Team auf den Geraden gar deutlich stärker aus die Silberpfeile.

Generell würde der Formel 1 eine Portion Unvorhersehbarkeit und Variabilität nicht schaden, stimmt Wolff zu. Je vorhersehbarer ein Rennergebnis wird, desto uninteressanter ist der Sport für die Fans, sieht er ein. "Dem wirken wir im Moment auch nicht wirklich entgegen, aber das ist nicht unsere Mission."

In der Debatte über die "langweilige" Formel 1 kann Wolff beide Seiten verstehen: die der Fans, und jene des Mercedes-Teams. "Als Fan wünschen wir uns natürlich hartes Racing zwischen allen Teams, aber auf der anderen Seite wollen wir bestmöglich abschneiden." Seine Lösung wäre daher, die Regeln beizubehalten.

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KlausO
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Re: Mercedes-Teamchef Wolff: Ändert die Regeln nicht!

Beitrag von KlausO » Do Jun 13, 2019 11:35 pm

so ein geistiger Dünnpfiff. dann würde ich mal sagen, zurück zu den regulieren zwischen 2009-2013. was würde der Wolf dazu sagen?? dann lassen wir diese regeln. besserer sound, besseres racing usw....wird zwar nicht passieren, aber der Gedanke war es wert....by the way
kommen sie rein, können sie rausguggen

Cave
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Re: Mercedes-Teamchef Wolff: Ändert die Regeln nicht!

Beitrag von Cave » Fr Jun 14, 2019 5:10 am

warum geistiger dünnpfiff? würde man nicht ständig etwas ändern wäre mercedes in dieser saison nicht so überlegen.

die letzten beiden saisonen haben doch gezeigt, dass sich zumindest die top 3 mal unter sich wieder angenähert hätten. aber dann haut die fia wieder ein neues regelwerk raus und pirelli ändert den reifen. schon hat wieder ein team den glückstreffer gelandet und dominiert nach belieben.

es ist aber vl nicht der instinkt der neue regeln diktiert, sondern der pure egoismus. jedes der 3 topteams ist immer der meinung dass einem sepbst der glückstreffer gelingt und man dominiert. man will halt keine 5 jahre warten bis sich das problem von selbst erledigt, sondern die anderen teams wollen sofort besser sein als die anderen und nicht gleich gut, während die fia möglichst schnell eine dominanz brechen will

JR_123456
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Re: Mercedes-Teamchef Wolff: Ändert die Regeln nicht!

Beitrag von JR_123456 » Fr Jun 14, 2019 11:17 am

Kann Cave da nur zustimmen.
Natürlich hat er in gewisser Weise Recht.
Ein Team ist überlegen -> alle anderen Teams wollen die Regeln ändern um 1. die Dominanz eventuell(!) zu beenden und 2. um selbst vielleicht den großen Wurf zu landen und selbst dominant zu werden.
Wenn man die Regeln nicht ändert haben die anderen Teams sukzessive die Chance sich anzunähern. Der Motor von Ferrari dieses Jahr ist anscheinend wirklich ein gutes Beispiel dafür dass sowas klappen kann.

Leider finde ich es gaaaanz unpassend dass so eine Aussage vom aktuellen Dominator kommt.
Da bin ich schon auf die üblichen Kommentare der üblichen Personen hier im Forum gespannt. :dead:
Ich finde Wolf sollte solche Fragen nicht kommentieren und lieber die Frage z.B. an Ferrari weitergeben. Wie sehen sie die Sache? Sie holen langsam auf - also neue Regeln oder mit aktuellen Regeln weiterentwickeln?

vampiresclub
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Re: Mercedes-Teamchef Wolff: Ändert die Regeln nicht!

Beitrag von vampiresclub » Fr Jun 14, 2019 12:24 pm

Ich denke, Wolff hat da absoulut recht, und ein Blick in die Historie der F1 reicht schon aus, um das zu unterstreichen.

Aber an einem Punkt muss man Hand anlegen.
An den Kosten. Budget-Deckelung inklusive aller Angestellen (auch der Fahrer) auf sagen wir mal 150mio.
Personal-Begrenzung auf 150 Leute. Der Effekt dürfte schnell eintreten.

Man muss halt den Werken wie MER und FER die Übermacht der Ressourcen nehmen, damit es wieder Sport wird.
Das Problem ist ja nicht neu.
Ganz Vorwurfsfrei: in den 2000endern haben Schumacher und Ferrari die anderen F1 Teams quasi mit Ihren Ressourcen an die Wand getestet.
it´s a sad day for formula one when privateers really do go.
But I think we are entering a new era where the privateers are the Red Bulls.
They are really well funded. ------Paul Stoddart-----

KlausO
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Re: Mercedes-Teamchef Wolff: Ändert die Regeln nicht!

Beitrag von KlausO » Sa Jun 15, 2019 9:03 am

ganz abgeneigt bin ich ja nicht gegen solche Ideen, sauer stösst mir eben nur auf dass man die Idee jetzt bei der gewaltigen MERC Dominanz hat und nicht etwa 2012 ---von 2010 bis 2013 hat zwar RBR die WM's gewonnen aber bei weitem nicht mit solcher Überlegenheit und grausigen Dominanz.
kommen sie rein, können sie rausguggen

JR_123456
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Re: Mercedes-Teamchef Wolff: Ändert die Regeln nicht!

Beitrag von JR_123456 » Do Jun 20, 2019 1:39 pm

KlausO hat geschrieben:
Sa Jun 15, 2019 9:03 am
... aber bei weitem nicht mit solcher Überlegenheit und grausigen Dominanz.
Nun ja, 2013 wenn man sich die Platzierungen anschaut ... https://de.wikipedia.org/wiki/Formel-1- ... rerwertung
Und auch 2011 war schon recht dominant ... https://de.wikipedia.org/wiki/Formel-1- ... rerwertung

Formula_One
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Re: Mercedes-Teamchef Wolff: Ändert die Regeln nicht!

Beitrag von Formula_One » Do Jun 20, 2019 3:43 pm

Ich denke auch, dass das die falsche Person zum falschen Zeitpunkt gesagt hat. Zudem bin ich mir gar nicht so sicher, ob es überhaupt stimmt. Bisher hat das ganz gut funktioniert um Dominanzen zu beenden, nur bei Mercedes scheint es bislang nicht zu fruchten. Zudem ist gerade der Reifen ja ein schlechtes Beispiel, da war im Vorfeld bekannt, dass der hauptsächlich einem 2018er Auto gut liegt, weil das quasi die einzige Schwachstelle war. Und genau so einen Reifen bringt man dann im nächsten Jahr... Sonst hat man gemerkt, dass die FIA daran interessiert war die Regeln so zu ändern, um den Führenden zu benachteiligen, zur Zeit scheint es anders rum zu sein.
Was gar nicht geht ist eine Deckelung des Budgets im starken Maße und dazu eine Beibehaltung der Regeln, wie sollen die anderen Teams so aufholen? Eine starke Deckelung des Budgets und völlig neue Regeln, das wäre die einzige Chance, da eine gewisse "Gleichheit" reinzukommen. Zudem muss sichergestellt sein, dass alle Teams gleichzeitig davon erfahren, am besten erst recht kurzfristig.

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