Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine "super Besetzung"

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Redaktion
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Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine "super Besetzung"

Beitrag von Redaktion » Mi Mai 15, 2019 6:20 am

Thema der Woche im Formel-1-Podcast 'Starting Grid': Warum Mercedes-Teamchef Toto Wolff ein guter Nachfolger von Formel-1-Boss Chase Carey wäre

Die Gerüchte, dass Toto Wolff Wunschkandidat von Rechteinhaber Liberty Media für die Nachfolge von Formel-1-Boss Chase Carey sein soll, schlagen hinter den Kulissen des Grand-Prix-Sports weiterhin hohe Wellen. Auch wenn Wolff betont, dass ein solcher Seitenwechsel für ihn "momentan kein Thema" ist, hält ihn Marc Surer "hundertprozentig" für einen geeigneten Kandidaten.

Wolff "wäre ein Guter", sagt der Experte in der aktuellen Ausgabe des Formel-1-Podcasts 'Starting Grid', eine Koproduktion zwischen 'meinsportpodcast.de' und 'Motorsport-Total.com'. Die Gerüchte sind eines der zentralen Themen des Post-Barcelona-Podcasts mit Moderator Kevin Scheuren, Surer und Chefredakteur Christian Nimmervoll.

Nimmervoll sagt zum Thema: "Toto Wolff bringt eine Voraussetzung mit, die sonst fast niemand mitbringen kann, nämlich dass er a) aus dem Motorsport kommt (...) und ihn aus verschiedenen Ecken heraus sehr gut kennt. Und b) ist er auch Finanzinvestor. Er war maßgeblich dran beteiligt, Williams an die Börse zu bringen."

"Diese Kombination, einerseits jemanden zu haben, der kaufmännisch die notwendige Ausstattung hat und gleichzeitig diese Politik in der Formel 1 kennt - da hat er sicher von Bernie Ecclestone einiges gelernt -, das zeichnet ihn für mich aus als einen, der diesen Posten übernehmen könnte."



Wie konkret die Gespräche zwischen Liberty Media und Wolff wirklich sind oder waren, ist derzeit nicht bekannt. Wolff, so heißt es, ist einer von mehreren möglichen Kandidaten, wenn Careys Vertrag Ende 2020 ausläuft. Carey soll, so wünscht es sich angeblich der oberste Liberty-Boss John Malone, Vorsitzender bleiben - aber einen neuen Geschäftsführer zur Seite gestellt bekommen.

Aus Sicht von Surer wäre das eine Rolle, die Wolff auf den Leib geschneidert ist: "Es gibt sicherlich auch andere, aber er wäre einer, der auch vom Geschäftlichen her das ganze Wissen hat, wie man so etwas machen sollte. Er ist ein extrem guter Businessmann. Ich glaube, das bräuchte es dafür. Und er kennt die Formel 1 inzwischen in- und auswendig. Das wäre eine super Besetzung."

Bei den anderen Teams freilich könnte es für Unbehagen sorgen, wenn ausgerechnet der Mercedes-Teamchef im Zuge eines fliegenden Wechsels die Kontrolle über das gesamte Business übernimmt. Dass Ferrari und Co. dabei keine Bauchschmerzen bekommen, wäre wohl am ehesten dann gegeben, wenn Mercedes aus der Formel 1 aussteigt und es keine Befangenheit mehr geben kann.



Das ist jedoch, so hat Wolff am Rande des Grand Prix von Spanien in Barcelona versichert, nicht angedacht. Und sollte er tatsächlich direkt von Mercedes zu Liberty Media wechseln, könnte Ferrari offenbar ein Veto gegen ihn einlegen. Über Details zu diesem Vetorecht hat zuletzt das Wirtschaftsmagazin 'Forbes' ausführlich berichtet.

Bei McLaren sieht man das Thema entspannt, "solange es keine Verbindungen zu einem bestehenden Team gibt und Interessenkonflikte ausgeschlossen werden können", sagt McLaren-Boss Zak Brown. "Wenn es jemand aus der Branche ist, habe ich nicht zwingend ein Problem damit. War bei Bernie ja nicht anders!" Er halte Wolff für "extrem talentiert", sagt Brawn.

Bernie Ecclestone war bis 1988 Eigentümer und Teamchef bei Brabham, verhandelte aber parallel zu dieser Doppelrolle schon seit den 1970er-Jahren die kommerziellen Rechte der Formel 1. Erst 1988, als er Brabham an den Schweizer Geschäftsmann Joachim Lüthi verkaufte, konzentrierte er sich einzig und allein auf seine Position als Chef der Formel 1.

Den Formel-1-Podcast 'Starting Grid' gibt's jetzt in voller Länge zum Nachhören, a) im Radioplayer auf 'Motorsport-Total.com', b) als kostenloses iTunes-Abo, zum Beispiel via CarPlay-Anbindung für die nächste Autofahrt, oder c) direkt bei unserem Kooperationspartner 'meinsportpodcast.de'.

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Joshzi
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Re: Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine

Beitrag von Joshzi » Mi Mai 15, 2019 11:27 am

Ausgerechnet jemand, der wie kein anderer die Langeweile-Formel repräsentiert? Die rasende Werbekolonne mit ihren millionenschweren Werbefahrten? Das erinnert mich an das berühmte Sprichwort vom Bock zum Gärtner.
©joshzi

TH_
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Re: Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine

Beitrag von TH_ » Mi Mai 15, 2019 1:23 pm

Passt doch. Formel Mercedes kriegt den Mercedes Boss als Boss.

2CV
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Re: Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine

Beitrag von 2CV » Mi Mai 15, 2019 1:38 pm

:jupi:
Nimmervoll hat geschrieben:"Er war maßgeblich dran beteiligt, Williams an die Börse zu bringen."
Manchmal wär es angesagt, wenn die mst-Redakteure vor dem Schreiben, wie der dalai Lama immer sagt, ihren gesunden Menschenverstand anwerfen würden: Wo ist Williams heute? Das Allerletzte. Liegt es etwa daran, daß sie an die Börse gingen? Vermutlich, denn Gewinne der Williams-AG werden nicht dazu benutzt, für F1-Autos eingesetzt, sondern an die Aktionäre ausgeschüttet zu werden. Wolff hat Williams also eher an den Rand des Untergangs gebracht als was Gutes getan. Gegenprobe: Hat Wolff sein eigenes Team an die Börse gebracht? :shake: Njet.

Brown (oder Brawn, der Artikel muß sich da mal entscheiden) vergleicht Wolffs Teamverbundenheit mit Ecclestones Teamverbundenheit damals. Das kann man ganz und gar nicht vergleichen. Brabham war nicht an irgendeinen Konzern gebunden. Als er Brabham verkaufte, war Ecclestone geistig völlig frei und unabhängig, nur dem Wohl der gemeinsamen Sache f1 verpflichtet. Daimler dagegen ist einer der größten Konzerne der Erde; nimmer wird Wolff das Wohl der F1 geistig frei und unabhängig von Großkonzernen betrachten. Die Privaten kriegt der schon noch klein.

Der einzige Vorteil, den wir F1-Fans hätten, ist, daß wir mittlerweile seine Mimik und Körpersprache lesen wie die unseres Dackels oder Wellensittichs: Wenn er zuerst die linke Augenbraue hochzieht nachden er auf halb 11 geschaut hat und dann erst einatmet, kommt wieder sowas wie "Bottas ist kein Wingman", während wenn beide Augenbrauen hochgehen und er gleichzeitig einatmet jetzt was wie "Bescheidenheit und Demut und die Gegner nie unterschätzen" kommt.

F1-Chef... tss...; ... :eh: wo ich Toto immer gesehen habe war als intelligenter und gewiefter Bösewicht in'nem James Bond-Film.
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

Formula_One
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Re: Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine

Beitrag von Formula_One » Mi Mai 15, 2019 2:03 pm

2CV hat geschrieben:
Mi Mai 15, 2019 1:38 pm
Der einzige Vorteil, den wir F1-Fans hätten, ist, daß wir mittlerweile seine Mimik und Körpersprache lesen wie die unseres Dackels oder Wellensittichs: Wenn er zuerst die linke Augenbraue hochzieht nachden er auf halb 11 geschaut hat und dann erst einatmet, kommt wieder sowas wie "Bottas ist kein Wingman", während wenn beide Augenbrauen hochgehen und er gleichzeitig einatmet jetzt was wie "Bescheidenheit und Demut und die Gegner nie unterschätzen" kommt.

F1-Chef... tss...; ... :eh: wo ich Toto immer gesehen habe war als intelligenter und gewiefter Bösewicht in'nem James Bond-Film.
Mega! :D Ich bin hier vor Lachen fast vom Stuhl gefallen! :D :lol: :grin:

Sidious Awesome
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Re: Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine

Beitrag von Sidious Awesome » Do Mai 16, 2019 12:11 pm

Joshzi hat geschrieben:
Mi Mai 15, 2019 11:27 am
Ausgerechnet jemand, der wie kein anderer die Langeweile-Formel repräsentiert? Die rasende Werbekolonne mit ihren millionenschweren Werbefahrten? Das erinnert mich an das berühmte Sprichwort vom Bock zum Gärtner.
Diese Langeweile ist wahrscheinlich der beste Beweis, dass Tot Wolff sein Handwerk sehr, sehr gut versteht :jupi:
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Joshzi
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Re: Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine

Beitrag von Joshzi » Sa Jul 13, 2019 1:21 pm

Sidious Awesome hat geschrieben:
Do Mai 16, 2019 12:11 pm
Diese Langeweile ist wahrscheinlich der beste Beweis, dass Tot Wolff sein Handwerk sehr, sehr gut versteht :jupi:
Sein jetziges Handwerk, als loyaler Mitarbeiter der Marke Mercedes. Die Formel 1 braucht aber jemanden der willens und fähig ist in Zukunft interessanten und spannenden Rennsport zu bieten. Dafür ist er einfach nicht unabhängig genug und ob er über das erforderliche Netzwerk verfügt, das sei mal dahingestellt. Ich meine das überhaupt nicht despektierlich wenn ich sage: Den "Bock" sollte man nicht zum Gärtner machen, genausowenig wie Fachkompetenz in einem Bereich zu Fachkompetenz in einem anderen umgedeutet werden sollte.
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Re: Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine

Beitrag von gth12 » Sa Jul 13, 2019 10:48 pm

Warum gab es denn bei Jean Todt diese Bedenken nie?

Sidious Awesome
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Re: Marc Surer: Wolff wäre als F1-Boss eine

Beitrag von Sidious Awesome » Mo Jul 15, 2019 8:40 am

Joshzi hat geschrieben:
Sa Jul 13, 2019 1:21 pm
Sein jetziges Handwerk, als loyaler Mitarbeiter der Marke Mercedes. Die Formel 1 braucht aber jemanden der willens und fähig ist in Zukunft interessanten und spannenden Rennsport zu bieten. Dafür ist er einfach nicht unabhängig genug und ob er über das erforderliche Netzwerk verfügt, das sei mal dahingestellt. Ich meine das überhaupt nicht despektierlich wenn ich sage: Den "Bock" sollte man nicht zum Gärtner machen, genausowenig wie Fachkompetenz in einem Bereich zu Fachkompetenz in einem anderen umgedeutet werden sollte.
Dem stimme ich 100% zu
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