Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Hier diskutieren Fans über News und aktuelle Themen rund um die Formel 1
Antworten
Redaktion
Beiträge: 18005
Registriert: Do Nov 08, 2001 1:01 am

Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Redaktion » Mo Apr 15, 2019 6:19 am

Ferrari hat Charles Leclerc mit der Strategie in Schanghai nicht nur ein Bein gestellt, laut Mattia Binotto steckte aber keine verschwörerische Absicht dahinter

Der späte zweite Boxenstopp von Charles Leclerc war offenbar doch kein Zeichen dafür, dass Ferrari die vermeintliche Nummer 2 im Team nur noch als Taktik-Werkzeug für Nummer-1-Fahrer Sebastian Vettel einsetzt. Das hatte Leclerc unmittelbar nach dem Grand Prix von China in Schanghai angedeutet, korrigierte er aber wenig später bei der Ferrari-Pressekonferenz.

Im ersten TV-Interview hatte Leclerc noch eine mögliche Verschwörung in den Raum gestellt: "Wenn ich nur auf mein eigenes Rennen schaue, dann hätten wir früher Reifen wechseln sollen. Wenn ich es aus der Sicht des Teams sehe, dann war es wahrscheinlich richtig, zumindest den Versuch zu starten, den Mercedes einzubremsen, damit Seb nochmal rankommt. Ich glaube, das war das Ziel. Es hat nicht geklappt, aber das war das Ziel."

Leclerc kam in der 42. Runde zu seinem zweiten Boxenstopp und wechselte von Hard auf Medium. Wie seine unmittelbaren Konkurrenten auch. Die waren aber früher beim Service: Vettel in der 35., Hamilton und Bottas in der 36. Runde.

Die Logik, Leclerc nach seinem späten ersten Stopp in der 22. Runde überhaupt noch einmal zum Boxenstopp zu beordern, erschließt sich einigen Experten bis heute nicht. Nach dem Doppelstopp von Mercedes lag er an zweiter Stelle, 4,0 Sekunden vor Bottas, 8,6 vor Vettel und 17,8 vor Verstappen. Da waren noch 20 Runden zu fahren.



In Runde 39 verwickelte Leclerc Bottas in einen harten Zweikampf, der den Finnen zweieinhalb Sekunden kostete. Ferraris Topspeed war dabei trotz der unterlegenen Reifen hilfreich. Vettel schlüpfte in der 42. Runde ohne Gegenwehr durch. Es waren noch 14 Runden zu fahren. Vorsprung auf Verstappen: 11,0 Sekunden.

Trotz der älteren Reifen hätte Leclerc ohne zweiten Boxenstopp gute Chancen gehabt, vor Verstappen zu bleiben, weil auch die zu dem Zeitpunkt noch frischen Reifen am Red Bull früher oder später abgebaut hätten. Zumal hinter Verstappen über eine halbe Minute Luft zu Pierre Gasly war.

Sprich: Ferrari konnte mit einer Einstoppstrategie den vierten Platz gewinnen, den fünften aber kaum verlieren. Trotzdem wurde die Entscheidung getroffen, den vierten Platz freiwillig aufzugeben.

Und das noch dazu besonders ungeschickt, denn anstatt mit dem Boxenstopp so lange wie möglich zu warten, im Finish noch einmal Soft aufzuziehen und damit auf den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde loszugehen, wechselte man bereits in Runde 42 von Hard auf Medium. Gasly wechselte in Runde 53 von Medium auf Soft - und staubte den Bonuspunkt ab.

Wurde Leclerc wirklich nur als Taktik-Werkzeug eingesetzt, um Bottas aufzuhalten und Vettel näher an den Mercedes heranzubringen? Teamchef Mattia Binotto dementiert das: "Wir blieben draußen, weil wir sehen wollten, ob er das Rennen mit einem Stopp durchfahren kann. Ein Stopp hätte eine bessere Chance bedeutet, Positionen zu gewinnen. Aber je länger wir draußen blieben, desto deutlicher wurde uns bewusst, dass es sicherer wäre, nochmal an die Box zu kommen."



Eine Argumentation, die einen Haken hat. Leclerc hätte mit dem Hard 34 Runden schaffen müssen, um damit ins Ziel durchzufahren. Sicher nicht unmöglich, denn: Daniel Ricciardo absolvierte mit dem gleichen Reifentyp 37, Alexander Albon 36, Sergio Perez und Carlos Sainz 35 Runden.

Die Entscheidung, in Runde 42 nicht gleich den Soft aufzuziehen, um im letzten Stint noch einmal richtig Tempo zu machen, kann Leclerc aber nachvollziehen: "Den Medium kannten wir aus dem ersten Run. Da funktionierte er sehr gut, wohingegen der Soft auf dieser Strecke ziemlich fragil ist."

"Beim Soft konnten wir schon während einer schnellen Quali-Runde spüren, wie er abbaute, also wollten wir da kein Risiko eingehen. Es gab ja nicht viel zu gewinnen", analysiert Leclerc. "Das war zumindest das Gefühl, das ich im Auto hatte. Was am Kommandostand überlegt wurde, weiß ich nicht. Aber ich fand es richtig, mich nochmal auf dem Medium rauszuschicken."

Und so sind es letztendlich doch versöhnliche Töne, die der 21-jährige Monegasse anschlägt. Ferrari hat die hauseigene Medienrunde am Sonntag in trauter Dreisamkeit abgehalten: Binotto, Vettel und Leclerc traten demonstrativ gemeinsam vor die Presse. Das soll wohl zeigen: Auch wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt - wir ziehen als Team an einem Strang!

Original-News aufrufen

automatix23
Beiträge: 138
Registriert: So Sep 09, 2018 3:29 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von automatix23 » Mo Apr 15, 2019 7:20 am

Verschwörung wars keine, nur halt Unfähigkeit, die beste Strategie zu finden - was man mit Leclerc gemacht hat war Chaos pur - was sich Ferrari mit dem 2. Stop gedacht hat wird wohl keiner kapieren. Ohne Stop wäre er auch nicht schlechter als 5. geworden, wäre aber auf der Strecke erstmal vor Verstappen gewesen - und ob der 11 Sekunden plus überholen in 15 Runden geholt hätte.....

Hr. Gesheimer
Beiträge: 180
Registriert: Sa Okt 17, 2015 1:01 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Hr. Gesheimer » Mo Apr 15, 2019 7:42 am

automatix23 hat geschrieben:
Mo Apr 15, 2019 7:20 am
Verschwörung wars keine, nur halt Unfähigkeit, die beste Strategie zu finden - was man mit Leclerc gemacht hat war Chaos pur - was sich Ferrari mit dem 2. Stop gedacht hat wird wohl keiner kapieren. Ohne Stop wäre er auch nicht schlechter als 5. geworden, wäre aber auf der Strecke erstmal vor Verstappen gewesen - und ob der 11 Sekunden plus überholen in 15 Runden geholt hätte.....
Das war sicher nicht ideal, aber nachdem man der Punkt verpasst hatte, analog der direkten Kontrahenten auf Medium zu wechseln, wäre eine Durchfahrt auch mit einem Risiko behaftet gewesen: Im Falle eines SC-Phase hätte Leclerc einen Schwung von Autos mit frischeren Reifen direkt hinter sich gehabt. Ich verstehe allerdings nicht, warum Ferrari hier nicht auf die schnellste Runde gegangen ist. Die hätte man wahrscheinlich recht locker geholt.

Snip
Beiträge: 148
Registriert: Fr Nov 16, 2018 8:53 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Snip » Mo Apr 15, 2019 8:07 am

Wenn man sieht, wie Vettel nach seinem Stopp Verstappen davon gefahren ist, kann man auch annehmen, dass Leclerc wieder an Verstappen vorbei gekommen wäre mit der gleichen Strategie. Vermutlich wollte Ferrari das interne Duell einfach nur vermeiden und ließ Leclerc verhungern :flop:

Die Teamorder ist ein Witz gewesen. Schon die dritte im dritten Rennen :shake: Die hätten dann auch gleich Kimi behalten können. Wenn Vettel schneller ist, soll er überholen. Kein Wunder, wollte er sich nach dem Rennen nicht zu der Teamorder äußern.

ej1959
Beiträge: 11
Registriert: Di Mär 05, 2019 4:26 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von ej1959 » Mo Apr 15, 2019 8:41 am

ferrari muss aufpassen, so kann man eine karriere zerstören.
sie nehmen leclerc das selbstvertrauen und da ist man dann plötzlich um 2-3 zehntel langsamer.
die findet man dann auch ganz schwer wieder. da gibt es viele beispiele.

meineinerseiner
Beiträge: 152
Registriert: Mo Feb 05, 2018 6:57 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von meineinerseiner » Mo Apr 15, 2019 9:24 am

Es ist im Prinzip vollkommen egal ob es eine Verschwörung darstellt oder nicht... es war Dreck.

Man kann vielleicht in einen der letzten Rennen eine Stallregie ausgeben... das sehe ich vielleicht noch ein.
Aber in der 10-ten Runde bei einen der ersten Rennen... niemals.

Ich kenne auch keine Rennserie in der das so praktiziert wird... doch halt die DTM.

Ein Mituser hat sinngemäss geschrieben.. "wenn der Rotzlöffel Lec einen "Befehl" erhält sollte er es gefälligst auch tun"
Na gute Nacht F1

Zed
Beiträge: 144
Registriert: Di Jun 12, 2018 4:35 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Zed » Mo Apr 15, 2019 9:28 am

Und bei Mercedes muss man sich nicht solche Gedanken machen, weil dort nicht solche Dinge passieren. Das macht eben den Unterschied aus.
Während Ferrari sich nach den Rennen mit stallregie und strategie rechtfertigen muss, kann Mercedes sich um die WM kümmern.

Sidious Awesome
Beiträge: 221
Registriert: Fr Mai 25, 2018 9:00 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Sidious Awesome » Mo Apr 15, 2019 9:32 am

Ferrari ordnet Vettel alles unter. Er ist die klare Nr.1 und daran lässt Ferrari auch keinen Zweifel aufkommen.
Allerdings steht Vettel nach 3 Rennen jetzt schon unter Druck, 2x war der Teamkollege schneller und beim 3. Mal tendenziell gleich schnell und nicht unbedingt langsamer; 2x gab es schon Teamorder zu seinen Gunsten;

Und troztdem steht er erst bei einem Podestplatz. Es muss Vettel klar sein, dass Ferrari nicht ewig Geduld haben wird. Der Druck auf ihn steigt und leider ist Druck genau das, womit er eben nicht umgehen kann..
Aufgrund der Vermeidung von Dilettantismus werden gewisse User ignoriert.
Erdbeermilch für alle!

F1-Waldmeister
Beiträge: 15
Registriert: Di Apr 17, 2018 4:05 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von F1-Waldmeister » Mo Apr 15, 2019 10:26 am

Ferrari ordnet Vettel alles unter. Er ist die klare Nr.1 und daran lässt Ferrari auch keinen Zweifel aufkommen.
Allerdings steht Vettel nach 3 Rennen jetzt schon unter Druck, 2x war der Teamkollege schneller und beim 3. Mal tendenziell gleich schnell und nicht unbedingt langsamer; 2x gab es schon Teamorder zu seinen Gunsten;
1. Wenn Ferrari Vettel alles unterordnen würde, hätten sie ihn nicht 10 Runden lang die Reifen ruinieren lassen, während er hinter dem langsameren Leclerc festhing, sondern hätten ihn gleich vorbeigewunken.
2. Leclerc war 1x schneller. In Australien war Vettel das gesamte WE und auch im Rennen durchweg deutlich schneller. Nur hat Ferrari ihm da die Strategie versaut mit dem viel zu frühen Boxenstop. Sonst wäre Leclerc niemals auch nur in die Nähe Vettels gekommen. Und auch in China war Vettel in allen Sessions (etwas) schneller als Leclerc. Ohne Bottas' versauten Start wäre Leclerc nicht an Vettel vorbeigekommen.

Im Übrigen glaube ich, dass die viel zu langsame Reaktion Ferraris, Vettel vorbeizulotsen, am ehesten Leclercs als Vettels Rennen negativ beeinflusst hat. Mit noch nicht ruinierten Reifen hätte sich Vettel höchstwahrscheinlich etwas von Leclerc absetzen können, sodass er bei Verstappens Undercut nicht mehr in Gefahr gewesen wäre. Dann hätte Ferrari Leclerc als erstes reinholen können, und er hätte eine Chance gehabt, vor Verstappen zu bleiben.

Was ich aber tatsächlich auch nicht verstehe war Leclercs 2. Stop. Hier war Ferrari einfach wieder inkonsequent. Entweder man holt ihn gleich rein, so wie alle anderen, und setzt darauf, dass er Verstappen auf der Strecke überholt, oder man holt ihn gar nicht rein und setzt darauf, dass Verstappen nicht vorbeikommt. Oder man holt ihn wenigstens erst ganz zum Schluss rein und holt wenigstens noch die schnellste Runde. Gasleys Zeit hätte Leclerc doch locker schlagen können. Ferraris Mittelding war definitiv die schlechteste aller Optionen.

vampiresclub
Beiträge: 155
Registriert: Do Okt 18, 2018 6:09 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von vampiresclub » Mo Apr 15, 2019 10:29 am

So langsam wird es auch an den Theorien zu viel.
- Ja, es ist zu früh für Stallorder,
- ja ich halte Vettel für Überbewertet

aber Dinge wie am Wochenende sind doch normal.
Dass Ferrari bei dem Platztausch versucht, ob Vettel den Mercedes besser folgen kann, ist eine relativ normale Taktik
Das man Lec zu lange draußen lässt, in der Hoffnung der Reifen hält länger ist auch nichts ungewöhnliches.

Manchmal glaube ich, viele wollen nur Ihre Theorien bestätigt sehen.

Ich persönlich sehe das wie Ralf Schumacher.
Ferrari muss sich dringend hinsetzen und klare Vorgehensweisen definieren, und das intern.
it´s a sad day for formula one when privateers really do go.
But I think we are entering a new era where the privateers are the Red Bulls.
They are really well funded. ------Paul Stoddart-----

Formula_One
Beiträge: 466
Registriert: Mo Jul 30, 2018 8:04 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Formula_One » Mo Apr 15, 2019 11:59 am

Ich sehe da auch Parallen zu Hockenheim letztes Jahr... Man hat mit der Order viel zu lange gewartet und dadurch letztlich beiden das Rennen versaut... Warum sie Leclerc nicht mit Rot rausgeschickt haben: Hätte er denn überhaupt noch einen frischen gehabt?

Benutzeravatar
Maceo
Beiträge: 122
Registriert: Mi Okt 10, 2001 1:01 am
Wohnort: Hamburg/Los Angeles/Manchester

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Maceo » Mo Apr 15, 2019 1:03 pm

Was man mitnimmt aus dem Rennen, und eigentich aus den ersten drei Rennen, ist, das Charles sofort auf Vettels Niveau fahren kann. Und der wird bestimmt nicht langsamer sondern schneller, wenn er erstmal so richtig angekommen ist. Seb steht maßlos unter Druck. Die italienischen Medien werden den Druck noch weiter erhöhen, wenn er sich nicht freischaubt. Und daran glaube ich nicht. Seb ist an seinem Zenit angekommen. Er ist nicht Hamilton. Nicht Alonso. Nicht Schumacher. Für einen Champion macht er zu viele Fehler und ist nicht dominant genug. Er wird nicht mehr besser und der junge Leclerc klopft an und wird ihn hinter sich lassen. Wenn der Junge den Kopf behält und weiter Druck macht, wird er dieses Jahr noch zur Nummer 1.

Von mir aus kann man aufhören über Vettel zu reden und den Fokus auf Charles legen.
Ich schreibe hier kurze Kommentare und werde nur sehr selten darüber diskutieren.

Sidious Awesome
Beiträge: 221
Registriert: Fr Mai 25, 2018 9:00 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Sidious Awesome » Mo Apr 15, 2019 1:18 pm

F1-Waldmeister hat geschrieben:
Mo Apr 15, 2019 10:26 am
1. Wenn Ferrari Vettel alles unterordnen würde, hätten sie ihn nicht 10 Runden lang die Reifen ruinieren lassen, während er hinter dem langsameren Leclerc festhing, sondern hätten ihn gleich vorbeigewunken.
2. Leclerc war 1x schneller. In Australien war Vettel das gesamte WE und auch im Rennen durchweg deutlich schneller. Nur hat Ferrari ihm da die Strategie versaut mit dem viel zu frühen Boxenstop. Sonst wäre Leclerc niemals auch nur in die Nähe Vettels gekommen. Und auch in China war Vettel in allen Sessions (etwas) schneller als Leclerc. Ohne Bottas' versauten Start wäre Leclerc nicht an Vettel vorbeigekommen.
wie gesagt: 3 Rennen, 2x Teamorder zu Gunsten von Vettel... Ausbeute: 1 Podestplatz...
Aufgrund der Vermeidung von Dilettantismus werden gewisse User ignoriert.
Erdbeermilch für alle!

formula1express
Beiträge: 8
Registriert: So Apr 14, 2019 1:18 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von formula1express » Mo Apr 15, 2019 3:00 pm

Die ganze Sache wird künstlich von den Medien, speziell in Italien viel zu sehr aufgeblasen. Wenn die Presse jemanden kritisieren sollte, dann die Teamführung bzw. die Strategen von Ferrari. Na klar ist Leclerc ein Ausnahmetalent, pusht anständig und Vettel steht gehörig unter Druck, aber ich würde im Falle von Ferrari mal bis nach Monaco warten bevor ich an irgendeinem Status zu rütteln beginne. Ist LEC bis dahin vor VET, was mich auf Strecken wie Azerbaijan und Monaco wundern würde, dann soll er von mir aus die neue Nummer 1 sein.
Man darf aber nicht vergessen, dass LEC erst in seiner 2. F1 Saison fährt und auch noch mitten in einem Lernprozess steckt. Als Ferrari Nummer 1 Pilot sollte er nämlich nicht nur schnell sein (was er uns schon bewiesen hat), sondern auch auf allen Strecken konstant abliefern und etwas an Erfahrung im Zweikampf mit den Spitzenleuten wie HAM oder VER gewinnen. Denn das wird er brauchen um künftiger WM zu werden...

Finster
Beiträge: 299
Registriert: Di Mär 27, 2018 10:33 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Finster » Mo Apr 15, 2019 4:26 pm

Maceo hat geschrieben:
Mo Apr 15, 2019 1:03 pm
Was man mitnimmt aus dem Rennen, und eigentich aus den ersten drei Rennen, ist, das Charles sofort auf Vettels Niveau fahren kann. Und der wird bestimmt nicht langsamer sondern schneller, wenn er erstmal so richtig angekommen ist. Seb steht maßlos unter Druck. Die italienischen Medien werden den Druck noch weiter erhöhen, wenn er sich nicht freischaubt. Und daran glaube ich nicht. Seb ist an seinem Zenit angekommen. Er ist nicht Hamilton. Nicht Alonso. Nicht Schumacher. Für einen Champion macht er zu viele Fehler und ist nicht dominant genug. Er wird nicht mehr besser und der junge Leclerc klopft an und wird ihn hinter sich lassen. Wenn der Junge den Kopf behält und weiter Druck macht, wird er dieses Jahr noch zur Nummer 1.

Von mir aus kann man aufhören über Vettel zu reden und den Fokus auf Charles legen.
Ham wäre er, wenn er die Jahre im Spazierfahrbenz verbracht hätte. Alo ist er nicht, den wollte kein Spitzenteam mehr haben. Und Fehler, da hat er doch dieses Jahr noch gar nicht so sehr von anderen unterschieden. Selbst Ham im Schienenspazierfahrbenz hatte seine Fehler.

Prime
Beiträge: 59
Registriert: Sa Apr 13, 2019 10:48 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Prime » Mo Apr 15, 2019 6:36 pm

Wisst ihr, was ich witzig finde? Wenn man nach Wochenenden wie diesem den Blick in die Vergangenheit wirft und sich an zurückliegende Rennen erinnert...

Wir schreiben das Jahr 2017. Eine bereits lange und strapaziöse Saison geht in ihr drittes Rennen auf dem Bahrain International Circuit. Ein gewisser Valtteri Bottas, neuer Teamkollege des dreifachen Weltmeisters Lewis Hamilton, holt die erste Pole Position seiner Formel 1-Karriere.

Nach dem Start bleibt er zunächst in Führung und kann sich trotz zu hoch eingestelltem Reifendruck an der Spitze behaupten. Nach der ersten Runde Boxenstopps verliert er diese jedoch an Sebastian Vettel im Ferrari. Hinter ihm liegt sein Stallgefährte mit der Startnummer 44, der nach kurzer Zeit im zweiten Stint per Funk meldet: "Ich kann Vettel vielleicht einholen. Falls es nicht klappt, lasse ich Valtteri wieder vorbei."

Bereits kurz darauf bekommt Vettel einen neuen Verfolger, allerdings kann auch dieser den Ferrari nicht überwinden. Nach der zweiten Runde Boxenstopps, bei der Lewis Hamilton eine vom ersten Reifenwechsel stammende 5-Sekunden-Strafe absitzt, fällt er erneut auf Platz 3 hinter seinen finnischen Teamkollegen zurück.

Sechs Runden später erschallt es in dessen Ohr per Funk: "Halte Lewis nicht auf!" Brav befolgt der neue Mercedes Werksteamfahrer den Befehl der Teamorder und fährt ein zweites Mal zur Seite. Am Endergebnis ändert dies jedoch nichts mehr, Vettel gewinnt vor Hamilton und Bottas. Auch das zuvor gegebene Versprechen Bottas wieder vorbeizulassen, falls es nicht klappt, wird nicht mehr umgesetzt.

https://www.motorsport-total.com/formel ... l-17041613
https://www.motorsport-total.com/formel ... n-17041617

Hach ja, lang lang ist's her...
Frage mich, ob die Karriere dieses Bottas eigentlich durch so frühe, doppelte Teamorder nicht zerstört wurde? Hmmm...

MotoGPFan1977
Beiträge: 177
Registriert: Di Jan 30, 2018 5:40 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von MotoGPFan1977 » Mo Apr 15, 2019 8:16 pm

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Albert Einstein

Kaffeesatz lesen
Glaskugel
Prophezeiung

Viel gelaber hier und nix gesagt

Sport hat sich noch nie an Wunschdenken gehalten.

Benutzeravatar
ICH biNs
Beiträge: 335
Registriert: Di Jan 16, 2018 9:25 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von ICH biNs » Mo Apr 15, 2019 9:19 pm

Prime hat geschrieben:
Mo Apr 15, 2019 6:36 pm
Wisst ihr, was ich witzig finde? Wenn man nach Wochenenden wie diesem den Blick in die Vergangenheit wirft und sich an zurückliegende Rennen erinnert...

Wir schreiben das Jahr 2017. Eine bereits lange und strapaziöse Saison geht in ihr drittes Rennen auf dem Bahrain International Circuit. Ein gewisser Valtteri Bottas, neuer Teamkollege des dreifachen Weltmeisters Lewis Hamilton, holt die erste Pole Position seiner Formel 1-Karriere.

Nach dem Start bleibt er zunächst in Führung und kann sich trotz zu hoch eingestelltem Reifendruck an der Spitze behaupten. Nach der ersten Runde Boxenstopps verliert er diese jedoch an Sebastian Vettel im Ferrari. Hinter ihm liegt sein Stallgefährte mit der Startnummer 44, der nach kurzer Zeit im zweiten Stint per Funk meldet: "Ich kann Vettel vielleicht einholen. Falls es nicht klappt, lasse ich Valtteri wieder vorbei."

Bereits kurz darauf bekommt Vettel einen neuen Verfolger, allerdings kann auch dieser den Ferrari nicht überwinden. Nach der zweiten Runde Boxenstopps, bei der Lewis Hamilton eine vom ersten Reifenwechsel stammende 5-Sekunden-Strafe absitzt, fällt er erneut auf Platz 3 hinter seinen finnischen Teamkollegen zurück.

Sechs Runden später erschallt es in dessen Ohr per Funk: "Halte Lewis nicht auf!" Brav befolgt der neue Mercedes Werksteamfahrer den Befehl der Teamorder und fährt ein zweites Mal zur Seite. Am Endergebnis ändert dies jedoch nichts mehr, Vettel gewinnt vor Hamilton und Bottas. Auch das zuvor gegebene Versprechen Bottas wieder vorbeizulassen, falls es nicht klappt, wird nicht mehr umgesetzt.

https://www.motorsport-total.com/formel ... l-17041613
https://www.motorsport-total.com/formel ... n-17041617

Hach ja, lang lang ist's her...
Frage mich, ob die Karriere dieses Bottas eigentlich durch so frühe, doppelte Teamorder nicht zerstört wurde? Hmmm...
Prime"time" weiter so, es besteht also doch noch Hoffnung für "Pisa deutsch".
Mit sachlichen Argumenten umzugehen, bzw. einfach mal die ideologische "Anti-deutsch-VET" Brille abzulegen, bevor man - wieder und wieder - völlig unqualifiziert unsachliche Anti-VET-Kommentare absondert, das hat ein Großteil der Autoren hier, wahrscheinlich niemals in der Schule lernen dürfen?!?

automatix23
Beiträge: 138
Registriert: So Sep 09, 2018 3:29 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von automatix23 » Mo Apr 15, 2019 9:45 pm

Hr. Gesheimer hat geschrieben:
Mo Apr 15, 2019 7:42 am
Das war sicher nicht ideal, aber nachdem man der Punkt verpasst hatte, analog der direkten Kontrahenten auf Medium zu wechseln, wäre eine Durchfahrt auch mit einem Risiko behaftet gewesen: Im Falle eines SC-Phase hätte Leclerc einen Schwung von Autos mit frischeren Reifen direkt hinter sich gehabt. Ich verstehe allerdings nicht, warum Ferrari hier nicht auf die schnellste Runde gegangen ist. Die hätte man wahrscheinlich recht locker geholt.
so oft kommt ja ein SAftycar in China nicht vor - wärs Baku gewesen.... und man hatte ja auf Gasley ewig Vorsprung, da hätte man im Falle eines Saftycars wohl locker stoppen können und wäre vor dem geblieben. Einstopp wäre ja möglich gewesen, haben ja andere gezeigt....

automatix23
Beiträge: 138
Registriert: So Sep 09, 2018 3:29 pm

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von automatix23 » Mo Apr 15, 2019 9:50 pm

Prime hat geschrieben:
Mo Apr 15, 2019 6:36 pm
Wisst ihr, was ich witzig finde? Wenn man nach Wochenenden wie diesem den Blick in die Vergangenheit wirft und sich an zurückliegende Rennen erinnert...

Wir schreiben das Jahr 2017. Eine bereits lange und strapaziöse Saison geht in ihr drittes Rennen auf dem Bahrain International Circuit. Ein gewisser Valtteri Bottas, neuer Teamkollege des dreifachen Weltmeisters Lewis Hamilton, holt die erste Pole Position seiner Formel 1-Karriere.

Nach dem Start bleibt er zunächst in Führung und kann sich trotz zu hoch eingestelltem Reifendruck an der Spitze behaupten. Nach der ersten Runde Boxenstopps verliert er diese jedoch an Sebastian Vettel im Ferrari. Hinter ihm liegt sein Stallgefährte mit der Startnummer 44, der nach kurzer Zeit im zweiten Stint per Funk meldet: "Ich kann Vettel vielleicht einholen. Falls es nicht klappt, lasse ich Valtteri wieder vorbei."

Bereits kurz darauf bekommt Vettel einen neuen Verfolger, allerdings kann auch dieser den Ferrari nicht überwinden. Nach der zweiten Runde Boxenstopps, bei der Lewis Hamilton eine vom ersten Reifenwechsel stammende 5-Sekunden-Strafe absitzt, fällt er erneut auf Platz 3 hinter seinen finnischen Teamkollegen zurück.

Sechs Runden später erschallt es in dessen Ohr per Funk: "Halte Lewis nicht auf!" Brav befolgt der neue Mercedes Werksteamfahrer den Befehl der Teamorder und fährt ein zweites Mal zur Seite. Am Endergebnis ändert dies jedoch nichts mehr, Vettel gewinnt vor Hamilton und Bottas. Auch das zuvor gegebene Versprechen Bottas wieder vorbeizulassen, falls es nicht klappt, wird nicht mehr umgesetzt.

https://www.motorsport-total.com/formel ... l-17041613
https://www.motorsport-total.com/formel ... n-17041617

Hach ja, lang lang ist's her...
Frage mich, ob die Karriere dieses Bottas eigentlich durch so frühe, doppelte Teamorder nicht zerstört wurde? Hmmm...
er hatte doch Bottas nach der ersten Teamorder wieder vorbeigelassen (wegen der Strafe). Beim 2. mal fiel Bottas dann so dermaßen ab, daß Lewis da ja am Zielstrich warten hätte müssen. 14 Sekunden hatte Bottas Rückstand und direkt dahinter lauerte der Kimi - wenns nicht geht, dann gehts halt nicht. Allerdings ist halt Bottas fast immer langsamer als Lewis, von daher ist die Situation nicht vergleichbar....

Prime
Beiträge: 59
Registriert: Sa Apr 13, 2019 10:48 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Prime » Mo Apr 15, 2019 11:50 pm

automatix23 hat geschrieben:
Mo Apr 15, 2019 9:50 pm
er hatte doch Bottas nach der ersten Teamorder wieder vorbeigelassen (wegen der Strafe). Beim 2. mal fiel Bottas dann so dermaßen ab, daß Lewis da ja am Zielstrich warten hätte müssen. 14 Sekunden hatte Bottas Rückstand und direkt dahinter lauerte der Kimi - wenns nicht geht, dann gehts halt nicht. Allerdings ist halt Bottas fast immer langsamer als Lewis, von daher ist die Situation nicht vergleichbar....
Interessant und genau die Reaktion, die ich erwartet habe. Sind die Protagonisten Mercedes GP und Lewis Hamilton, war das alles korrekt und völlig nachvollziehbar, geht es aber um Ferrari und Vettel, ist die Karriere von Leclerc zerstört. Beides war das jeweils dritte Saisonrennen...

Nicht nur, dass Bottas damals vom Team durch den Reifendruck benachteiligt wurde, er durfte sogar gleich zweimal zur Seite fahren. Und zwar aus dem absolut gleichen Motiv wie am Sonntag bei Vettel: um den davor liegenden Fahrer angreifen zu können.

Und nein, er hat Bottas nicht wieder vorbeigelassen. Bottas wurde beim ersten Stopp auf den kaum haltbaren weichsten Reifen geschickt und musste viel früher wieder an die Box, während Hamilton härtere bekam und als letzter der vorderen Piloten wieder ein zweites Mal stoppte. Steht alles in den verlinkten Artikeln. Und ein späterer Boxenstopp ist wohl kaum mit einem Vorbeilassen auf der Strecke zu vergleichen. Naja, außer es geht um MGP und HAM...

Snip
Beiträge: 148
Registriert: Fr Nov 16, 2018 8:53 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Snip » Di Apr 16, 2019 7:44 am

Zwischen 2017 und 2019 besteht ein klitzekleiner Unterschied: Es war die dritte Teamorder im dritten Rennen. So etwas gab es noch nie glaube ich :D

Prime
Beiträge: 59
Registriert: Sa Apr 13, 2019 10:48 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Prime » Di Apr 16, 2019 12:17 pm

Snip hat geschrieben:
Di Apr 16, 2019 7:44 am
Zwischen 2017 und 2019 besteht ein klitzekleiner Unterschied: Es war die dritte Teamorder im dritten Rennen. So etwas gab es noch nie glaube ich :D
Und auch das ist wieder nicht korrekt. Wie schon in aller, aller Ausführlichkeit dargelegt, kann man in Australien und Bahrain wohl kaum von Teamorder sprechen.

In Melbourne war Vettel deutlich schneller als Leclerc und durch die unglaublich schlechte Boxenstrategie (sowie mutmaßlich weniger Motorleistung etc.) vom Team wieder mal im Stich gelassen worden. Ferner hätte Leclerc vor Vettel niemanden mehr einholen können. Die Fahrer hätten also einfach nur die Plätze getauscht, ohne das sich etwas für das Team geändert hätte von der Punkteausbeute. Ganz unter den Teppich gekehrt wird gleich, dass Ferrari hier Vettels Rennen geopfert hat, auch zugunsten von Leclercs Strategie, aber das ist natürlich in Ordnung, umgedreht eine Frechheit...

In Bahrain wird auch wieder mit zweierlei Maß gemessen. Während sich beim China-Rennen echauffiert wird, dass LEC nur 10 Runden Zeit bekommt und dann den schnelleren Vettel vorbeilassen muss, vergisst man, dass er ein Rennen zuvor trotz der Bitte des Teams noch kurz zu warten, direkt überholte und sich da erst gar nicht drum scherte. Und auch hier wieder: ist gegen Vettel, also isses schon richtig und korrekt...

Mitnichten gab es also 3mal reale Teamorder, das ist nur was sich oberflächlich zusammengeschustert wird um ja Ferrari und Vettel in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken unter Ignorierung der Umstände, eben bspw., dass Vettel und Leclerc sich bei normaler Strategie für ersteren in Australien niemals getroffen hätten, weil Vettel deutlich schneller war.

Snip
Beiträge: 148
Registriert: Fr Nov 16, 2018 8:53 am

Re: Taktik-Analyse Leclerc: War es doch keine Verschwörung?

Beitrag von Snip » Mi Apr 17, 2019 7:51 am

In Australien hat Ferrari eine alternative Strategie ausprobiert und die ging in die Hose, weil Vettel seine Reifen ruiniert hat. Leclerc war schneller in dem Moment, als er direkt hinter ihm lag, nur durfte er nicht überholen. Das hat Leclerc doch über Funk mitgeteilt bekommen. Da braucht man nicht drumherum zu reden, eine klare Teamorder. Soll jetzt jedes Team dem Fahrer ein Überholverbot erteilen, dem man die bessere Strategie gegeben hat?

In Bahrain war die Teamorder ein Witz. Leclerc war DEUTLICH schneller. Deswegen konnte er auch so einfach an Vettel vorbeigehen. Und Vettel kam in China nicht mal in die Nähe einer Attacke. Das ist für mich ein großer Unterschied. Wenn er so viel schneller gewesen wäre, hätte er es wie Leclerc in Bahrain machen können, einen kurzen Prozess. Wer sagt denn, dass Ferrari nach den 2 Runden, die Leclerc hätte warten sollen, eine Überholerlaubnis gegeben hätte?

Antworten