Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

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Redaktion
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Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Redaktion » Mi Feb 20, 2019 7:27 am

Woher kommt der Hype um Ferrari-Shooting-Star Charles Leclerc, wie reagiert Sebastian Vettel darauf und wie hat Mattia Binotto seine Stallorder-Ansage gemeint?

Er sei der Erste, der ihn ein bisschen an Ayrton Senna erinnert, sagt einer, der es eigentlich wissen muss, über Charles Leclerc. Und er wäre nicht überrascht, wenn der Ferrari-Neuzugang, gerade einmal zarte 21 Jahre jung, gleich das erste Rennen der Formel-1-Saison 2019 in Melbourne gewinnen würde.

Es sind solche und ähnliche Vorschusslorbeeren, die man aktuell hört, wenn im Fahrerlager über Leclerc gesprochen wird. Und es sind keine Journalisten oder Fans, die diese Dinge erzählen, sondern echte Insider. Die keine Freude damit haben, zitiert zu werden, sondern lieber anonym bleiben. Verständlich.

Aber die Erwartungen schürt Leclerc schon selbst, auch ohne Zutun von aktuellen oder ehemaligen Wegbegleitern. Nach je einem Testtag im neuen SF90 liegt er nur 0,086 Sekunden hinter der Montags-Benchmark von Sebastian Vettel. Und der hatte von einem "nahezu perfekten" ersten Testtag gesprochen.

Die Frage sei nicht, so wurde daraufhin im TV-Kommentar der Testfahrten besprochen, ob Leclerc dazu in der Lage sei, schon 2019 mit Vettel mitzuhalten. Sondern wann er den viermaligen Weltmeister überholen wird. Eher früher als später, deutete die Diskussion an. Das zeigt, wie viel vom jungen Monegassen erwartet wird.



Dabei versucht Ferrari (genau wie 2006, als Felipe Massa Teamkollege von Michael Schumacher wurde), das junge Talent aus dem Fokus zu nehmen. Und gleichzeitig Vettel den Rücken zu stärken, für dessen Psychologie nach der Saison 2018 enorm wichtig. Vettel, so hört man von Menschen, die ihn gut kennen, habe vergangenes Jahr die Rückendeckung vermisst, die für ihn bei Red Bull immer selbstverständlich war.

Der neue Teamchef Mattia Binotto jedenfalls soll sich festgelegt haben: Vettel wird als Nummer 1 in die Saison 2019 starten, Leclerc als Nummer 2. Doch wenn man sich etwas genauer mit der vielzitierten Aussage des Italieners beim Ferrari-Launch in Maranello auseinandersetzt, klingt sie weit weniger eindeutig als in so mancher Schlagzeile der vergangenen Tage.

"Wenn es zu Situationen kommen sollte, die eine Entscheidung erfordern, werden wir Sebastian Priorität einräumen", soll Binotto gesagt haben. Hat er auch. Was aber in der Berichterstattung weggelassen wurde, ist der größere Kontext drumherum. Dann klingt der Teamchef nicht mehr so, als werde man Vettel so bedingungslos pushen, wie man es einst mit dessen Vorbild Schumacher getan hat.

Es sei "ganz normal", besonders vor Saisonbeginn, dass sich ein Team überlege, welcher Fahrer (zunächst) Priorität genießen soll, erklärt Binotto. Und meint damit Situationen wie: Wer darf sich im Qualifying das Timing aussuchen? Wer genießt Vorrang bei der Wahl der Rennstrategie? Solche Dinge. Was er eher nicht meint: Leclerc muss Vettel überholen lassen, wenn er den Teamkollegen im Rückspiegel sieht.

Es sei denn, und das leuchtet ein, Vettel ist wirklich schneller. Aber ist er das? "Die absolute Priorität ist, dass Ferrari gewinnt", entkräftet Binotto das Nummer-1-Gerede. Und er lächelt: "Ich hoffe, dass wir solche Probleme bekommen! Dass wir zwei Fahrer managen müssen, die sich um die vordersten Plätze streiten."

"Ich glaube nicht", ergänzt er, "dass es ein Problem ist, zwei so konkurrenzfähige Fahrer an Bord zu haben. Ich sehe das eher als Chance für uns. Sebastian muss niemandem mehr etwas beweisen. Er bleibt unser Orientierungspunkt. Charles muss noch viel lernen. Das sagt er ja auch selbst. Aber wir wissen genau, wie talentiert er ist."



"Charles", sagt Vettel selbst, "wird sehr schnell sein. Da habe ich nicht den geringsten Zweifel. Und ich rechne damit, dass er sehr schnell dazulernt." Anders als Schumacher über Massa sagt er über den Nachwuchs an seiner Seite: "Er ist ein Rivale, natürlich! Es hat einen Grund, dass er in diesem Cockpit setzt. Also nehme ich ihn sehr ernst."

"Das Duell mit dem Teamkollegen ist immer wichtig, aber oberste Priorität hat, das Team nach vorne zu bringen", ergänzt der 31-Jährige. "Ich bin schon ein bisschen länger dabei als er. Er hat wahrscheinlich gerade andere Dinge als ich auf dem Zettel, aber er ist ein netter Junge. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er schnell genug ist, um mich unter Druck zu setzen. Wir werden sehen."

Wenn der erfahrene Vettel wörtlich vom "nice Kid" spricht und die Journalisten fast väterlich bittet, Leclerc nicht zu sehr unter Druck zu setzen, kann das zweierlei bedeuten: Erstens, dass er tatsächlich eine Rolle als Mentor einnimmt. Oder zweitens, dass er sich positioniert: Da kommt einer, dem gehört die Zukunft. Aber jetzt bin ich noch da!

Psychospielchen bei Ferrari? "Ich kenne ihn noch nicht. Jeder ist anders", meint Vettel. "Ich will diese Dinge aber nicht unnötig kompliziert machen. Ich bin sicher nicht der, der damit anfängt, Probleme zu schüren. Und ich schätze auch nicht, dass Charles das will." Und wieder betont er, selbst schon viel länger dabei zu sein als Leclerc und wie aufregend es sein muss, zum ersten Mal im Ferrari zu sitzen. Nice Kid.

Vettel weiß genau, wie es ist, als Nummer 1 im Team etabliert zu sein, aber trotzdem vom "nice Kid" geschlagen zu werden. 2014 hat er das, im ersten Jahr nach vier WM-Titeln en suite, bei Red Bull erlebt, als Daniel Ricciardo drei Rennen gewann und er kein einziges. Ende des Jahres warf Vettel das Handtuch und wechselte zu Ferrari.

"Ich bin wirklich gespannt", sagt Ricciardo (der mit Max Verstappen selbst etwas Ähnliches erlebt hat), "wie Leclerc Seb herausfordern wird. Wir waren 2014 ja in einer ähnlichen Situation, und ich bin neugierig, wie Seb diesmal damit umgeht. Ich frage mich, ob Leclerc dem Hype gerecht wird. Aber Seb ist ein ehrgeiziger Mann, voller Leidenschaft. Wenn er morgens aufsteht, denkt er an die Formel 1, und abends im Bett immer noch. Es wird ein interessanter Kampf."



Dass sich Ferrari zumindest für die ersten Rennen positioniert und Vettel priorisiert, kann man von zwei Seiten sehen. Erstens gut für Vettel, weil ihm das jenes Gefühl von Rückendeckung vermittelt, das ihm das Team 2018 nicht gegeben hat. Zweitens schlecht für Vettel, weil er eigentlich aus eigener Stärke heraus gut genug sein sollte, von Anfang an für klare Verhältnisse zu sorgen.

"Wenn du schon zu Saisonbeginn damit um die Ecke kommst, dann ist das ein Statement", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff über die von oben angeordnete Fahrer-Hierarchie bei Ferrari. "Stallregie", fährt er fort, sei "immer ein kontroverses Thema". Und Binotto habe jetzt "eine ungeheuer große Aufgabe vor sich. Ich glaube, er will es auf seine Art machen."

Und Leclerc? Den lässt der Hype komplett kalt. Wie er mit Druck umgeht, weiß die Welt seit dem GP2-Wochenende in Baku 2017. Kurz zuvor war sein Vater gestorben, und das Prema-Team hatte ihm freigestellt, die beiden Rennen nicht zu fahren. Aber Leclerc kam, sah und siegte: Pole-Position, Sieg im ersten Rennen, Sieg im zweiten Rennen.

Dass ihm der Sieg im Sprint nach einer phänomenalen Aufholjagd vom achten auf den ersten Platz wegen Ignorierens einer gelben Flagge aberkannt und er nur als Zweiter gewertet wurde, ändert nichts an seiner Leistung. Baku 2017 hat gezeigt, aus welchem Holz Leclerc geschnitzt ist.

Und man erkennt die Handschrift der Familie Todt, von der er unterstützt wird, wenn man Leclerc so zuhört. Selbst als Ferrari-Fahrer ist da kein Funke Überheblichkeit in seinen Worten. Es sei schon etwas Besonderes, erstmals Ferrari zu fahren, sagte er nach dem Test-Dienstag in Barcelona. Aber für solche Emotionen habe er jetzt keine Zeit. Es gehe schließlich darum, möglichst rasch möglichst viel zu lernen.

"Einen Teamkollegen wie Seb zu haben, ist sicher ein Vorteil für mich. Von ihm kann ich viel lernen", glaubt der 21-Jährige. "Für mich ist das alles der Anfang eines neuen Abenteuers. Aber ich habe noch viel Arbeit vor mir und muss noch viel lernen."



"Zum Glück", sagt er, "spüre ich den Druck nicht. Ich bin jung, muss noch lernen - aber ich weiß auch, dass es wichtig ist, dass ich nur auf mich selbst schaue und auf die Arbeit, die ich mit dem Team erledigen muss. Dann kommen die Ergebnisse ganz von selbst."

Welche Ergebnisse er sich als Ziel setzt, das würden die Journalisten natürlich gerne wissen. Ein Spiel, auf das er sich aber nicht einlässt. Beim Ferrari-Launch in Maranello weicht er der Frage nach dem WM-Titel gekonnt aus: "Darauf antworte ich nicht. Das kommt schon alles, wenn es kommen muss." Und das habe letztendlich nur er selbst in der Hand.

"Eines steht fest: Ich habe mich über den Winter so gut vorbereitet, wie es mir möglich war. Körperlich und mental ist das eine Riesenherausforderung für mich. Ich muss so viel lernen. Ich war viel in der Fabrik, um das Team kennenzulernen. Ferrari ist ein großes Team, und im Vergleich zum Vorjahr und den Nachwuchsformeln ist das für mich schon eine Umstellung. Daran muss ich mich erst gewöhnen."

"An den WM-Titel", sagt er demütig, "denke ich nicht. Möchte ich nicht denken. Es liegt noch so viel vor mir. Ich habe dank Sebastian eine gute Referenz. Ich setze mir lieber keine Ziele, sondern gehe an die Arbeit. Dann sehen wir, was draus wird."

Ganz so cool, wie er sich gibt, ist Leclerc dann aber doch nicht. Wie für jeden 21-Jährigen ist es auch für ihn etwas Besonderes, seinen Namen auf einem Ferrari zu sehen: "Ich hatte schon immer eine besondere Bindung zu Italien", erzählt er. "Als kleiner Junge bin ich in Italien Kart gefahren, und schon damals habe ich davon geträumt, eines Tages eines dieser roten Autos zu fahren."

"Ich kann daher sagen: Ein Traum wird wahr!"

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Finster
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Finster » Mi Feb 20, 2019 8:04 am

Mattia Binotto hätte sich vor seiner Aussage erstmal mit Doni unterhalten sollen. Dann wüsste er, dass Lec nur Durchschnittsware ist.

Snip
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Snip » Mi Feb 20, 2019 8:27 am

Hoffentlich lässt Ferrari wie Mercedes die Fahrer zu Beginn der Saison frei fahren.

__98
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von __98 » Mi Feb 20, 2019 9:48 am

Binotto hat Leclerc gerade deshalb geholt. Besser sein als Räikkönen, schlechter sein als Vettel.

Ein wirkliches Jahrtausend-Talent holen, der dann den etablierten Fahrer challengt, auf den alles ausgerichtet ist?

Pleeeease, die Eier von Dennis hat Binotto nicht. Das wäre Vettel auch überhaupt nicht zuzumuten. Der Typ quiekt doch schon, wenn EIN EINZIGES MAL der zeitgenössisch nicht überzeugende Räikkönen den Vettel nicht sofort vorbei winkt (Monza).

Also kann Leclerc nur ein hoffnungsfroher Jungspund sein, der letztlich nichts wirklich Großes hinkriegen wird (halt wie Fisichella 1997-2004). Der ist so froh, überhaupt in so einem großen Team zu sein, dass der überhaupt nicht aufmucken wird, wenn mit ihm strategisch, ob nun offen oder verklausuliert alles mögliche veranstaltet werden wird.

__98

Finster
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Finster » Mi Feb 20, 2019 9:59 am

Das meinte ich ja. Zu behaupten, Lec erinnere ihn an Senna, da hat er die Rechnung ohne den Überexperten _98 aka Doni gemacht. Was wieder zeigt, was für Pfeifen bei den Rennställen arbeiten. Die führen eben ein F1 Team nicht so clever wie Dennis, der am Ende der Saison zwar dicke Eier, aber einen vergeigten Titel hatte. Daran sollte man sich ein Beispiel nehmen, wer braucht schon Titel, wenn die F1 nur die paar Millionen kostet.

Und was Vet betrifft, immer dieses Gemeckere. Hört man vom Überwunderspazierfahrer Ham nie.

Danke Doni, dass Du diese ganzen Nichtskönner in der F1 immer so schön outest. Wird Zeit, dass Dir auch mal jemand ein Milliönchen abgibt, von den Vet jedes Jahr einige einsackt, und Dich endlich ein Team führen lässt.

__98
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von __98 » Mi Feb 20, 2019 10:55 am

Das meinte ich ja. Zu behaupten, Lec erinnere ihn an Senna,
:jupi:
Er sei der Erste, der ihn ein bisschen an Ayrton Senna erinnert, sagt einer, der es eigentlich wissen muss, über Charles Leclerc. Und er wäre nicht überrascht, wenn der Ferrari-Neuzugang, gerade einmal zarte 21 Jahre jung, gleich das erste Rennen der Formel-1-Saison 2019 in Melbourne gewinnen würde.

Es sind solche und ähnliche Vorschusslorbeeren, die man aktuell hört, wenn im Fahrerlager über Leclerc gesprochen wird. Und es sind keine Journalisten oder Fans, die diese Dinge erzählen, sondern echte Insider. Die keine Freude damit haben, zitiert zu werden, sondern lieber anonym bleiben. Verständlich.
Hat also irgend jemand gesagt.

Mit Senna verglichen werden... Geht's noch? Das war einmal mit Hamilton und einmal mit M.Verstappen, der Vergleich.

Aber doch nicht mit Leclerc.

__98

HollaDieWaldfee
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von HollaDieWaldfee » Mi Feb 20, 2019 10:55 am

Ich bin mir sicher, dass Lec besser sein wird, als Vettel und ebenso sicher, dass Lec bereits im ersten Jahr Vettel deutlich schlagen wird.

Leclerc wird vielleicht kein Senna werden, aber ein neuer Ricciardo wird er auf jeden Fall werden - und der hat bekanntlich einen Vettel ebenso in seiner ersten Saison zerlegt.

Lec ist Neuling im Team, hat keine Erfahrung im Ferrari zu fahren und ist bis auf ein paar Zehntel an Vettel, nach wenigen Runden, am ersten Tag dran gewesen.

Das gab es schon einmal, das war 2014 und der Fahrer, der Vettel damals so nahe kam und dann in der Saison deutlich unter Kontrolle hatte, hieß Riccardo. (Und nein liebe Vettel-Fans, das lag nicht einzig an einem Vettel-Pech, sondern auch in den Rennen ohne Probleme war Ric meistens besser als Vettel.)

Es ist sehr sicher annzunehmen, dass Leclerc den Vettel 2019 nicht nur unter Druck setzen kann (mit Druck kann Vettel sowieso nicht umgehen, siehe u.a. 2017 und 2018), sondern er wird ihn auch durchgehend schlagen können.
Damit ist Vettel Ende 2019 am Ende bei Ferrari und wird den Alonso machen, nur dass Vettel kein Auffangbecken in der F1 mehr finden, bzw. sich wie ein Räikkönen antun wird.

Was auch für Leclerc spricht, ist es, dass sich dieser besser ins Team einpasst. Leclerc spricht fließend italienisch, Vettel nur ein paar eher peinliche Brocken.

Formula_One
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Formula_One » Mi Feb 20, 2019 11:21 am

Aha, also ist der erste Trainingstag auf einmal doch relevant bezüglich der Zeiten? Nach Vettels schnellster Zeit hieß es ja überall, dass diese nichts zu bedeuten habe... ;) (was sicherlich auch richtig ist)
Ich denke die Leute bei Ferrari wissen dieses Jahr was sie tun, sie scheinen die Fehler vom letzten Jahr nicht wieder zu machen. Was ich immer amüsant finde ist, dass Vettel unterstellt wird, er könne nicht mit Druck umgehen. Unter hohem Druck wird man fehleranfälliger, das ist völlig natürlich und ist bei anderen genauso zu beobachten - also versucht das Team den Druck zu reduzieren, macht zum Beispiel Mercedes noch viel extremer (mit Recht).
Ich denke Ferrari fährt da einen guten Plan, sollte es so kommen, wie die sich das vorstellen, ist es vor allem auch für Leclerc fair, weil es im Vorfeld so kommuniziert wurde. Und sollte sich wiederum wider Erwarten herausstellen, dass Leclerc direkt deutlich schneller ist, dann würde man wohl die Rollen tauschen - und keiner hätte ein Problem damit.
Aber im Vorfeld auf den Neuen zu setzen wäre total blöd, und beide gleich fahren zu lassen und keinen richtig zu supporten wäre der gleiche Fehler wie letztes Jahr. Also ist das, was kommuniziert wird, auch das logischte.

@HolladieWaldfee:
Woher nimmst du eigentlich die Behauptung, Vettel spreche kein Italienisch? Habe ich vor deinen mehrfachen Aussagen hier noch nie gehört... Im Gegenteil, es gab schon 2015 Berichte, dass Vettel bereits italienisch spricht...

__98
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von __98 » Mi Feb 20, 2019 11:27 am

Ich bin mir sicher, dass Lec besser sein wird, als Vettel und ebenso sicher, dass Lec bereits im ersten Jahr Vettel deutlich schlagen wird.

Leclerc wird vielleicht kein Senna werden, aber ein neuer Ricciardo wird er auf jeden Fall werden - und der hat bekanntlich einen Vettel ebenso in seiner ersten Saison zerlegt.
Das mit Ricciardo lag nur daran, dass das Material nicht gut war. Das ist jetzt keine Entschuldigung für Vettel (eher im Gegenteil, nämlich dass er als immer noch im Saft stehender Mehrfacher gegen nicht supertolle Fahrer abschmiert, sobald das Material nicht super gut ist... das wäre ja so, wie wenn Prost nach vielen Jahren WM-Material gegen so jemand wie Johansson im schlechten Material 1987 verliert oder Hamilton 2009 im schlechten Material gegen nur so jemanden wie Kovalainen verliert (und zwar in allen Disziplinen: Siege, Punkte, Qualifying-Duell). So was sollte nie passieren.

Deshalb, folgende Annahme:

- Sollte der Ferrari super spitze und eindeutig bestes Team 2019 sein, müsste Vettel leichtes Spiel haben, da Leclerc solide aber nichts besonderes ist.

- Sollte der Ferrari nicht wm-fähig sein (wovon derzeit ÜBERHAUPT NICHT von auszugehen ist), wird es ein weiteres "2014" geben.

Edit: nur eine Sache wäre interessant bei Vettel, nämlich was wäre, wenn das Auto dominierend ist, aber der Teamkollege gleichzeitig mega wäre (also Hamilton, Alonso oder M.Verstappen)...

__98
Zuletzt geändert von __98 am Mi Feb 20, 2019 11:44 am, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von vandamm » Mi Feb 20, 2019 11:40 am

Wow da haut der Chef seinen journalistischen Offenbarungseid schon nach dem zweiten Testtag raus.....


Er sei der Erste, der ihn ein bisschen an Ayrton Senna erinnert, sagt einer, der es eigentlich wissen muss, über Charles Leclerc. Und er wäre nicht überrascht, wenn der Ferrari-Neuzugang, gerade einmal zarte 21 Jahre jung, gleich das erste Rennen der Formel-1-Saison 2019 in Melbourne gewinnen würde.

Es sind solche und ähnliche Vorschusslorbeeren, die man aktuell hört, wenn im Fahrerlager über Leclerc gesprochen wird. Und es sind keine Journalisten oder Fans, die diese Dinge erzählen, sondern echte Insider.


Wer sind denn diese echten Insider? Surer oder Sie Selbst? Ein Journalist, der mit solchen Ansagen ohne Quellenangaben schreibt, sollte sich nicht als seriös bezeichnen. Manchmal frage ich mich, ob Doni hier nicht eine Kunstfigur ist, um etwas an Bewegung hier reinzubringen.

Zum Glück entwickelt sich eine extreme Trolldichte und man hat hier schön was zu lachen. Über die Waldfee braucht man ja eigentlich nichts zu sagen. Ein Glück, dass VER von RIC 2016 und 2017 vernichtet wurde und umgekehrt RIC von VER 2018. Schaut ihr überhaupt Rennen oder seid ihr dabei Immervoll?
Totto Wolf: "Ist Hamilton innen, diktiert er die Linie - Ist Hamilton außen, diktiert er die Linie..."

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von vampiresclub » Mi Feb 20, 2019 12:01 pm

Ich erinnere mich da an Gerhard Bergers Buch "Zielgerade"
Ich denke, es wird darauf ankommen, wer das Team mehr auf seine Seite bekommt,
ebenso wie Berger dies aus Seiner Ferrari Zeit beschreibt.
Mansell und Prost haben das ja auch erleben dürfen.
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von HollaDieWaldfee » Mi Feb 20, 2019 12:08 pm

Formula_One hat geschrieben:
Mi Feb 20, 2019 11:21 am
@HolladieWaldfee:
Woher nimmst du eigentlich die Behauptung, Vettel spreche kein Italienisch? Habe ich vor deinen mehrfachen Aussagen hier noch nie gehört... Im Gegenteil, es gab schon 2015 Berichte, dass Vettel bereits italienisch spricht...
Weil man es weiß, wenn man italienisch kann und Vettel sprechen hört und weil das für dich wenig bedeuten wird, nehme ich einmal MST selbst als Quelle. Hier https://www.motorsport-total.com/formel ... l-19021502 schreibt Herr Nimmervoll:
"Übrigens: Im Verlauf der PK parliert der Monegasse in fließendem Italienisch. Das hat er Sebastian Vettel, der ja nur ein paar Brocken kann, schon voraus ..."

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Maceo » Mi Feb 20, 2019 12:22 pm

Sobald Mercedes die Hosen runterlässt, redet keiner mehr vom WMfähigen Ferrari. Das Leclerc besser ist als Vettel spielt dann auch keine Rolle mehr. Ich erwarte den Mercedes als dominantes Auto 2019. Und so wird es auch kommen. Alles andere wäre eine Überraschung.

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Sidious Awesome » Mi Feb 20, 2019 12:51 pm

Das Ferrari-Duell wird mit Sicherheit das spannendste Duell 2019 und wird dementsprechend im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, egal ob es um den Titel geht, oder nicht.
Aufgrund der Vermeidung von Dilettantismus werden gewisse User ignoriert.
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Sidious Awesome » Mi Feb 20, 2019 1:24 pm

__98 hat geschrieben:
Mi Feb 20, 2019 9:48 am
Binotto hat Leclerc gerade deshalb geholt. Besser sein als Räikkönen, schlechter sein als Vettel.
Arrivabene hat Leclerc geholt...
Aufgrund der Vermeidung von Dilettantismus werden gewisse User ignoriert.
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von FL9SchumiWM2011 » Mi Feb 20, 2019 1:31 pm

Maceo hat geschrieben:
Mi Feb 20, 2019 12:22 pm
Sobald Mercedes die Hosen runterlässt, redet keiner mehr vom WMfähigen Ferrari. Das Leclerc besser ist als Vettel spielt dann auch keine Rolle mehr. Ich erwarte den Mercedes als dominantes Auto 2019. Und so wird es auch kommen. Alles andere wäre eine Überraschung.
Dazu müssen sie aber auch ihr Handling in den Griff bekommen. Beim Test fällt auf, dass der Mercedes deutlich unruhiger liegt. In fast jeder 5. Runde steht das Ding quer, der Ferrari fährt aber wie auf Schienen da gibts selten bis gar keine Verbremser oder Übersteuern.
,,was danach kam darf natürlich in der heutigen zeit auch nicht passieren. emotionen, ja. schimpfen, ja. aber den konkurrenten herum schubsen? nein" - User Cave :schumi:

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Maceo » Mi Feb 20, 2019 3:08 pm

Falls es bei Mercedes Handlingprobleme beim Basis-Setup geben sollte (was ich nicht glaube, ich denke die spielen die Extreme durch, weil sie wissen, dass sie eine Rakete haben) dann ist das am dritten Tag der Tests keine Katastrophe. Das werden sie in den Griff bekommen. Als Ferraristi seit 30 Jahren wünsche ich mir nichts sehnlicher, als Probleme für Mercedes, aber es sieht alles so aus wie in den Tests der letzten Jahre. Die ziehen ihr Ding durch.

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von flingomin » Mi Feb 20, 2019 3:10 pm

Sidious Awesome hat geschrieben:
Mi Feb 20, 2019 12:51 pm
Das Ferrari-Duell wird mit Sicherheit das spannendste Duell 2019 und wird dementsprechend im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, egal ob es um den Titel geht, oder nicht.
Duell?
Binotto hat sich doch bereits öffentlich auf Vettel als Nr. 1 festgelegt.
Es gibt eine Nr. 1 und der hat nun einen Wasserträger.
Ich sehe da jetzt eigentlich nicht wie in so einer Konstellation "Spannung" entstehen könnte.
Dieses "Duell" wird in etwa so spannend werden wie anno dazumal bei MSC vs. Massa, Barichello oder Irvine.
Zuletzt geändert von flingomin am Mi Feb 20, 2019 3:13 pm, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von flingomin » Mi Feb 20, 2019 3:11 pm

Sidious Awesome hat geschrieben:
Mi Feb 20, 2019 1:24 pm
Arrivabene hat Leclerc geholt...
Marchionne hat Leclerc geholt.
Arrivabene stellte dann lediglich die Executive dar.

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von flingomin » Mi Feb 20, 2019 3:16 pm

FL9SchumiWM2011 hat geschrieben:
Mi Feb 20, 2019 1:31 pm
Dazu müssen sie aber auch ihr Handling in den Griff bekommen. Beim Test fällt auf, dass der Mercedes deutlich unruhiger liegt. In fast jeder 5. Runde steht das Ding quer, der Ferrari fährt aber wie auf Schienen da gibts selten bis gar keine Verbremser oder Übersteuern.
Wärest Du so nett, noch die dabei vorliegenden Gewichte der beiden Fahrzeuge zu posten?
Oder weisst Du die am Ende gar nicht?

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von FL9SchumiWM2011 » Mi Feb 20, 2019 3:22 pm

flingomin hat geschrieben:
Mi Feb 20, 2019 3:16 pm
Wärest Du so nett, noch die dabei vorliegenden Gewichte der beiden Fahrzeuge zu posten?
Oder weisst Du die am Ende gar nicht?
Wäre das so schlimm? Bei F1 TV bekommt die Gewichte nicht mitgeteilt.
,,was danach kam darf natürlich in der heutigen zeit auch nicht passieren. emotionen, ja. schimpfen, ja. aber den konkurrenten herum schubsen? nein" - User Cave :schumi:

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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Sidious Awesome » Mi Feb 20, 2019 3:27 pm

flingomin hat geschrieben:
Mi Feb 20, 2019 3:11 pm
Marchionne hat Leclerc geholt.
Arrivabene stellte dann lediglich die Executive dar.
Marchionne war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung leider schon verstorben.

Wie dem auch sei, die Aussage "Binotto hat Leclerc gerade deshalb geholt." ist schlicht und einfach falsch...
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von vampiresclub » Mi Feb 20, 2019 3:59 pm

flingomin hat geschrieben:
Mi Feb 20, 2019 3:10 pm
Duell?
Binotto hat sich doch bereits öffentlich auf Vettel als Nr. 1 festgelegt.
Es gibt eine Nr. 1 und der hat nun einen Wasserträger.
Ich sehe da jetzt eigentlich nicht wie in so einer Konstellation "Spannung" entstehen könnte.
Dieses "Duell" wird in etwa so spannend werden wie anno dazumal bei MSC vs. Massa, Barichello oder Irvine.
mal angenommen LEC ist in den ersten drei Rennen schneller.
Was passiert dann? Stellt Ferrari um?
Ich würde es tun, aus rein pragmatischen gründen,

- LEC ist besser zu vermarkten (Stichwort soc.media und Vettel)
- LEC ist bedeutend jünger
- LEC ist deutlich günstiger

Die Frage ist nur, ob Ferrari es so weit kommen lassen würde.
Ich vermute, das werden wir nie erfahren.
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Re: Vettel #1 bei Ferrari, aber: Wie gut ist Charles Leclerc?

Beitrag von Zed » Do Feb 21, 2019 1:46 am

Solange der Charles nicht auch so eine erbärmliche Heulsuse wie Sebatian ist, ist es mir realiv egal wer bei Rot den Nicht-Weltmeister macht.

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