Martin Brundle: Bei Ferrari "lief es einfach nicht rund"

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Redaktion
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Martin Brundle: Bei Ferrari "lief es einfach nicht rund"

Beitrag von Redaktion » Do Jan 10, 2019 6:36 pm

Martin Brundle kritisiert Ferrari nach der Formel-1-Saison 2018 - Obwohl er keinen Einblick in das Team habe, könne er sehen, dass etwas schiefläuft

Ferrari hat im Jahr 2018 den Meisterschaftskampf gegen Mercedes verloren. Lewis Hamilton sicherte sich seinen fünften Titel und besiegte Sebastian Vettel, der in der zweiten Saisonhälfte mit einigen Fehlern Negativschlagzeilen machte. Laut Martin Brundle liegt der Fehler im Team von Ferrari, wo es "einfach nicht rund lief". Die Italiener haben im neuen Jahr reagiert und Teamchef Maurizio Arrivabene durch Mattia Binotto ersetzt.

Im Rahmen der Autosport International Show 2019 sagt Brundle: "Man weiß nicht alles, wenn man nicht in der Organisation arbeitet. Ich habe das aber genau beobachtet und gesehen, dass etwas schiefläuft." In Hockenheim habe Vettel unter Druck Fehler gemacht, weil vorher im Rennen die falschen Entscheidungen getroffen worden seien. Der Crash im Motodrom habe den Traum auf den Titel letztendlich platzen lassen.

"In Monza gab es ein weiteres Problem mit dem Windschatten", so Brundle weiter. Damals habe Vettel keinen Windschatten von Kimi Räikkönen nutzen können, weil das Team stur an seinem Plan festgehalten habe. Brundle fügt hinzu: "Verschiedene Dinge wurden einfach nicht umgesetzt." Nach dem Tod von Ferrari-Präsident Sergio Marchionne wurde außerdem Kritik an Arrivabene laut, da dieser sich in den Medien nicht richtig verhalten habe. Marchionne war vor seinem Tod der Sprecher des Teams gewesen.

Laut Brundle muss sich Binotto in seiner neuen Rolle als Teamchef erst einmal an die neuen Bedingungen mit Präsident John Elkann und Geschäftsführer Louis Camilleri gewöhnen. "Mattia Binotto hat eine gute Reputation, wenn es darum geht, ein Team auf der technischen Ebene weiterzuentwickeln", so Brundle. "Er ist eine gute Führungspersönlichkeit." Jedoch müsse sich der Italiener künftig der Presse stellen und das sei eine Herausforderung.

"Er wird erklären müssen, warum Dinge geklappt haben und warum nicht", sagt Brundle. "Es ist ein völlig anderer Job und eine völlig neue Herausforderung für ihn." Eine weitere Hürde würde es sein, Charles Leclerc auf Tempo zu bekommen. Der Youngster wechselte nach nur einem Jahr bei Sauber zu Ferrari. Sollte Leclerc sofort mit Vettel mithalten können, habe Binotto es deutlich einfacher, bei Ferrari einen guten Job zu machen. Dafür müssten der Monegasse und Vettel aber "ihre Jobs richtig machen".

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Formula_One
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Re: Martin Brundle: Bei Ferrari

Beitrag von Formula_One » Do Jan 10, 2019 7:11 pm

Das ist ja genau meine Meinung... Sicherlich war insbesondere Hockenheim letztendlich Vettels Fehler. Aber als Team hätte man diese Situation, den enorm hohen Druck bei Regen, von Anfang an vermeiden können. Monza war auch gleich doppelt unglücklich, zum einen das Vettel eher Räikönnen Windschatten gegeben hat statt andersrum (das finde ich aber noch nicht so gravierend) und zum anderen dann natürlich der Unfall, den man zu 90 % durch eine vernünftige Absprache hätte vermeiden können. Ob die nun an Vettel gelautet hätte: "Kimi war im Qualy vor dir, also gehört ihm P1 fürs erste" oder "an geeigneter Stelle lässt Kimi dich passieren, macht dieses und jenes um Hamilton aufzuhalten zu Anfang" oder wie auch immer...
Aber es hätte eine klare Absprache geben müssen. Das Vettel dabei wieder einmal der leidtragende ist, ist dann natürlich noch extremes Pech, was im Vorfeld auch keiner ahnen konnte. Als vierfacher WM war es aber sicherlich keine Option, den direkten Gegner in der WM einfach passieren zu lassen, auch wenn das hier viele immer wieder zum Besten geben.

Ich habe allerdings in Erinnerung, dass gerade dieser Brundle letztes Jahr noch gesagt hätte, dass solche Geschichten sehr wohl Vettels Fehler und nicht die des Teams gewesen wären? Vielleicht mag ich mich da aber auch täuschen, seitdem die Saison vorbei ist, geben hier ja quasi täglich sogenannte Experten ihre einzig und allein richtige Sichtweise ab (mit Absicht überspitzt geschrieben, will damit nur klar machen, dass es auch unter "Experten" genauso mehrere Meinungen geben kann, wie unter uns "Normalos" ;) ). Ist aber immer wieder interessant zu lesen! :)

Cave
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Re: Martin Brundle: Bei Ferrari

Beitrag von Cave » Fr Jan 11, 2019 10:27 pm

na ja. im endeffekt hat es im laufe der saison an jeder ecke mal gehapert. strategie, entwicklung, fahrfehler, stallregie etc. glaub da kann man mit ruhigem gewissen sagen: bei ferrari ists nicht rund gelaufen.
nach einem guten start bei dem man anfangs rennen gewonnen hat bei denen andere besser aussahen und dann auch noch die konkurrenz auf technischer ebene überflügelt hatte kam dann genau in dem moment in dem man es entscheiden konnte der wurm rein. man verlor rennen die man gewinnen hätte müssen durch minifehler, wetter oder eine kombination aus beidem und wenn dann der teufel mal junge bekommt dann bekommt er gleich nen haufen. man war eigentlich immer noch auf einem guten wege. schlussendlich wurde man dann meines erachtens nicht von mercedes überflügelt sondern hat einfach selbst auf technischer ebene fehler gemacht.

mir stellt sich nach dieser saison die frage was mehr weh tut. 2014 - 2016 wo halt ein anderer den absolut besseren job gemacht hat oder 2017 - 2018 wo der andere nicht wirklich besser war sondern man selbst fehler gemacht hat.

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