Ross Brawn: Ferrari-Schwäche hängt mit Marchionnes Tod zusam

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Redaktion
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Ross Brawn: Ferrari-Schwäche hängt mit Marchionnes Tod zusam

Beitrag von Redaktion » Mi Okt 10, 2018 12:47 pm

Ross Brawn führt den Ferrari-Einbruch auf den Tod von Boss Sergio Marchionne zurück, während Surer kritisiert: Wie soll das mit zwei Marlboro-Leuten gutgehen?

Seit Sergio Marchionnes Tod hat Ferrari in sieben Rennen nur noch einen Sieg gefeiert. Ex-Ferrari-Technikchef Ross Brawn, der heute als Liberty-Media-Technikchef fungiert, sieht einen Zusammenhang zwischen dem Ableben des mit harter Hand regierenden Italieners und dem Einbruch Sebastian Vettels im Titelkampf gegen Lewis Hamilton.

"Es besteht kein Zweifel, dass das Team durch den plötzlichen Tod von Anführer Marchionne unter Schock stand, denn er war so eine starke Bezugsperson", sagt der Brite. "Und das ist auch absolut verständlich."

In solchen Zeiten müsse man "zusammenstehen und nach vorne schauen, ohne in Schuldzuweisungen verfallen." Eine mögliche Anspielung Brawns auf die offene Kritik von Teamchef Maurizio Arrivabene an seiner Mannschaft nach dem Qualifying-Debakel in Suzuka.



An der Technik liege die aktuelle Chancenlosigkeit der Scuderia gegen Mercedes nicht: "Wenn man sich anschaut, wie sich das Auto verhält, dann merkt man, dass Ferrari dank der Bemühungen der vergangenen Jahre ein sehr starkes Paket hat. Und im Vergleich zum Vorjahr hat sich auch die Zuverlässigkeit verbessert."

Also kann es nur an der aktuellen Führung liegen. Das ist auch für 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer völlig klar. "Man muss da etwas ausholen", sagt er in der aktuellen Ausgabe des Formel-1-Talks 'Starting Grid' (in Kooperation mit 'meinsportradio.de'), nachzuhören jetzt in unserem Radioplayer oder - bequem zum Beispiel für die nächste Autofahrt - als kostenloses iTunes-Abo.

"Arrivabene war ja nur der Befehlsempfänger von Sergio Marchionne. Jetzt ist der nicht mehr da - jetzt hat er keinen richtigen Chef mehr. Nun haben sie ihm noch Louis Camilleri oben drüber gesetzt. Und jetzt haben wir zwei Marlboro-Marketingleute, die Ferrari führen. Wie soll das gut gehen?", stellt er die aktuelle Ferrari-Spitze in Frage.



"Sorry, die Fahren gegen Racer! Die fahren gegen Toto Wolff, der selber Rennen gefahren ist. Die fahren gegen Christian Horner, der auch selber gefahren ist. Das sind alles Racer, und dann kommen zwei Philip-Morris-Leute und glauben, dass sie das Formel-1-Team lenken könnten", bringt er seine Kritik auf den Punkt. "Das kann eigentlich nur schiefgehen."

Für den Schweizer Ex-Formel-1-Pilot ist das auch eine Erklärung für Sebastian Vettels zahlreichen Fehler, die unter anderem auf strategische Patzer des Teams zurückzuführen waren. Dem viermaligen Weltmeister, dem bei Red Bull von Motorsportkonsulent Helmut Marko auch intern im Stallduell mit Mark Webber der Rücken freigehalten wurde, fehle nun der Rückhalt: "Wenn du vorher mit Leuten wie Christian Horner und Marko zusammengearbeitet hast, und dann hast du einen Arrivabene? Sorry! Das sind schon andere Kaliber", vergleicht Surer Vettels aktuelle Lage mit den Red-Bull-Erfolgsjahren.



"Ich glaube schon, dass es da etwas an Rückhalt fehlt und dass es auch sehr politisch dort zugeht", gibt er seine Einschätzung der Verhältnisse in Maranello ab. Politik habe es bei Ferrari zwar schon immer gegeben, aber Michael Schumacher habe es einfacher gehabt: "Früher war eben ein starker Jean Todt da, der das einfach alles weggedrückt und den Laden unter Kontrolle gehabt hat. Und das ist jetzt alles nicht mehr da."

Ohne Marchionnes tragischen und unerwarteten Tod Ende Juli "könnte Vettel vielleicht auch mit ihm sprechen, und er würde sie wieder zurechtweisen. Ich komme wieder zu dem Schluss, dass einfach die starke Führung fehlt."



Doch wer könnte Arrivabene, der in Suzuka angezählt wirkte und laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' inzwischen seine Perspektivenlosigkeit erkennt und selbst zu Juventus Turin will, nachfolgen? "Der einzig gute Mann in der Führung ist sicherlich Mattia Binotto", nennt Surer den Technikchef, der den Teamchefposten selbst im Visier hat und deswegen in einen Machtkampf mit Arrivabene verstrickt ist. "Den halte ich für äußerst fähig. Der hat auch ein schnelles Auto hingestellt."

Doch möglicherweise benötigt Ferrari Binotto in der Technikabteilung, die der Italiener mit Schweizer Wurzeln in den vergangenen Jahren auf beeindruckende Art und Weise auf Vordermann gebracht hat. "Wer die obere Führung machen kann, da sehe ich jetzt niemanden", sieht Surer auf Anhieb keinen logischen Nachfolger für Arrivabene.

"Das ist auch eine ganz schwierige Aufgabe. Wir wissen: Wenn du als Ausländer da hingehst, dann hast du es schwierig mit der italienischen Mentalität. Und wenn du Italiener bist, wird es auch schwierig, sich durchzusetzen. Hoffnungslos sei die Nachfolgedebatte aber nicht. "Es gibt ihn sicherlich, wenn man ein bisschen nachdenkt."

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deldine
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Re: Ross Brawn: Ferrari-Schwäche hängt mit Marchionnes Tod zusam

Beitrag von deldine » Do Okt 11, 2018 2:40 pm

Hallo Zusammen,

Teilweise Übel, in was für einer chaotischen Situation sich Ferrari nun wieder befindet.
Zu Marchionnne; höchsten Respekt was seine berufliche Laufbahn und Leistungen angeht. Das jedoch (sorry) dem Halbgott den letzten Wille erfüllt wurde und Kimi geschasst wurde. Grenzt bei mir auf höchstes Unverständnis. Den gerade jetzt (meine Ansicht) wäre so ein Kaliber wie Kimi in näherer Zukunft genau der Richtige, um im Team Ruhe einzubringen und um letztendlich auf die Erfolgsspur zurück zu kommen. Habe da meine Bedenken wie sich das mit der Fahrerpaarung Vettel/Leclerc künftig in Erfolg ummünzen soll. Vermute das dem auf wackligen Beine stehenden Teamchef Arrivabene die aktuelle Teampaarung künftig am liebsten gewesen wäre. Geschweige Vettel.

Bei Vettel frage ich mich sowieso, ob er noch berechtigt in diesem Team als Nr.1 und um den lang ersehnten Weltmeistertitel einfahren wird. Nach so viel Schützenhilfe durch Kimi und demzufolge verschenkte Siege an Vettel, wirft für mich ein grosses ? auf!
Vettel mag wohl ein Zack mehr Speed zu haben als Kimi. Aber was zum Teil Talent und Feinfühligkeit bei Zweikämpfen angeht, fährt Kimi in einer anderen Liga. Bestes und jüngstes Bsp. Monza, die Überholungsduelle zwischen Hamilton und Kimi. Einfach nur WOW! was die beiden an Feinfühligkeit, Talent und gegenseitigen Respekt an den Tag brachten, ist Racing auf höchstem Niveau. Bezweifle einwenig, dass sich Vettel diese Eigenschaft aneignen wird. Stimmt mich immer Mal wieder nachdenklich, wenn Vettel ungeduldig wird und die Brechstange beim Überholen auspackt und an Schumi1 erinnert.
Viel Glück Scuderia Ferrari und auch Kimi bei der neu/alten Herausforderung bei Sauber, wo ich mir durchaus auf die einte oder andere positive Überraschung vorstellen kann :)

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