Marc Surer: Vettels Verstappen-Manöver "konnte nicht gut geh

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Redaktion
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Marc Surer: Vettels Verstappen-Manöver "konnte nicht gut geh

Beitrag von Redaktion » Mi Okt 10, 2018 7:59 am

Note vier für Sebastian Vettel in Suzuka und Kritik nicht nur an der Kollision mit Max Verstappen: Experte Marc Surer findet Vettels Verhalten "ein bisschen unüberlegt"

Die Rennleitung in Suzuka hat Sebastian Vettels (gescheiterten) Überholversuch gegen Max Verstappen in der Spoon-Kurve zwar als Rennunfall eingestuft und nicht bestraft, die einhellige Meinung der Experten ist aber, dass sich der Ferrari-Pilot die Aktion besser hätte schenken sollen. Vorerst fiel er dadurch auf den letzten Platz zurück - und verlor alle realistischen Chancen auf einen Podestplatz.

"Für jemanden, der um die Weltmeisterschaft fährt, war das eine sehr mutige Aktion. Zumal wir alle - und er besonders - den Verstappen kennen. Der gibt ja nie nach. Sich dann in einer so superschnellen Kurve danebenzusetzen, das konnte eigentlich von Anfang an nicht gut gehen", analysiert Experte Marc Surer, der Vettel für seine Leistung am Suzuka-Wochenende mit einer Vier benotet hat.

Das Manöver sei zwar "sehr mutig" gewesen, "aber auch vielleicht ein bisschen unüberlegt", sagt Surer in der aktuellen Ausgabe des Formel-1-Podcasts 'Starting Grid'. "Er hätte später mit dem schnelleren Ferrari und DRS auf der Geraden eh die Chance gehabt, zu überholen." Und Verstappen musste beim nächsten Boxenstopp sowieso eine Fünf-Sekunden-Strafe absitzen. Also: "Das war eine unnötige Aktion."

Vettel sei in der Situation einfach "im Fluss" gewesen und habe sich wahrscheinlich gar nicht groß Gedanken darüber gemacht: "Das Rennen fing fantastisch an für ihn. Er kam sofort nach vorne, und dann hat er ganz vorne die Mercedes gesehen und sich gesagt: 'Okay, da muss ich hin, ich habe noch eine Chance.' Ich glaube, er wollte einfach keine Zeit verlieren. Aus dieser Sicht verstehe ich ja, dass er da angegriffen hat. Aber das Risiko war einfach zu groß."

Surers Analyse des Grand Prix von Japan kann im Radioplayer auf unserer Desktop-Seite in voller Länge nachgehört werden. 'Starting Grid' ist eine diesmal fast eineinhalbstündige, regelmäßige Formel-1-Talkshow mit den Moderatoren von unserem Kooperationspartner 'meinsportradio.de' und unserem Chefredakteur Christian Nimmervoll. Perfekt zum Beispiel für die nächste längere Autofahrt, auch im kostenlosen iTunes-Abo.

Surer erklärt darin auch, dass Vettel seiner Meinung nach nicht nur das Rennen verwachst hat. Auch die Leistung im Qualifying, in dem Teamkollege Kimi Räikkönen trotz gleicher Strategie Vierter wurde (Vettel Neunter), sei zu kritisieren. Was der ehemalige Formel-1-Pilot dem Ferrari-Star aber nicht anlastet, ist, dass er sich nicht entschlossener gegen Ferraris Entscheidung gewehrt hat, in Q3 zunächst auf Intermediates auf die Strecke zu gehen.

"Das ist schwierig abzuschätzen", findet Surer. "Du sitzt da in deiner Box drin und weiß nicht, wie es auf der Strecke aussieht. Du musst dich eigentlich auf die verlassen, die am Radar sitzen und ihre Hand in den Regen halten. Ich finde, dass das in so einem Moment nicht dem Fahrer überlassen werden kann, welche Reifen er nehmen möchte."

"Auf der anderen Seite: Wenn er dann unterwegs ist, dann trifft schlussendlich der Fahrer die letzte Entscheidung, ob er die Reifen wechseln will. Aber in diesem Fall einfach auf Gutdünken zu sagen, ich gehe auf Slicks raus, das wäre zu risikoreich. Da muss man Vertrauen in die Mannschaft haben. Und das ging halt schief", sagt Surer.

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Finster
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Re: Marc Surer: Vettels Verstappen-Manöver "konnte nicht gut geh

Beitrag von Finster » Mi Okt 10, 2018 9:34 am

Leider fährt er nicht wirklich um die WM, nur weil Mercedes sie für ein paar Rennen hat um die WM fahren lassen. Verkauft den Mist ruhig weiter als Weltmeisterschaft, in der Praxis fahren leider nur 2 Autos um die WM, bzw. seit es den Blockas gibt nur noch eins. Tolle Leistung, so weit hat es die F1 also gebracht. Ren und Honda strampeln sich ab um überhaupt etwas auf Tempo zu kommen, Fer ist gezwungen zu Tricksereien zu greifen, die dann natürlich sofort eingedämmt werden. Und die Benzer durften Jahrelang mit Ölverbrennung zu den Titeln cruisen. Nächstes Jahr fährt Benz wieder mit enormen Problemen los, augenscheinlich sogar von Honda gefährdet, ich kann mir die Schlagzeilen schon vorstellen. Um dann ab der Sommerpause wieder mit ner halben Sekunde vorn spazieren zu fahren.

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flingomin
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Re: Marc Surer: Vettels Verstappen-Manöver "konnte nicht gut geh

Beitrag von flingomin » Mi Okt 10, 2018 10:22 am

Finster hat geschrieben:
Mi Okt 10, 2018 9:34 am
Leider fährt er nicht wirklich um die WM, nur weil Mercedes sie für ein paar Rennen hat um die WM fahren lassen. Verkauft den Mist ruhig weiter als Weltmeisterschaft, in der Praxis fahren leider nur 2 Autos um die WM, bzw. seit es den Blockas gibt nur noch eins.
Ja aber woran liegts?
Ist Mercedes schuld, weil sie Autos bauen die zu schnell sind für die Konkurrenz?
Weil sie über Jahre funktionierende Strukturen aufgebaut haben, Werksunterstützung bieten, die Messlatte bei Motor und Chassis liefern? Den besten Fahrer beschäftigen?
Aus welchem Grund sollte so ein Team NICHT alles in Grund und Boden Fahren können, vor allem bei der sich selbst schwächenden Konkurrenz?

Oder ist es die Schuld der Konkurrenz, die lieber ihre (Zitat Vettel) "Eier in den Pool hängen" anstatt sich auf ihren Hintern zu setzen um ihre Hausaufgaben zu machen?

Schau dir Ferrari an: Das ganze Team ist - bei allem Geld und bei allen Ressourcen die sie haben - derzeit ein Trümmerhaufen.
Interne Machtkämpfe, Strategiefehler, nervöse und fehleranfällige Fahrer, intern zerfressen von politischen Grabengefechten wohin man schaut.
Wie man ein Problem lösen kann ist zweitrangig, wichtig ist wen man als Verursacher festnageln kann.
Viele Punkte und Siege wurden dieses Jahr alleine deswegen am Mercedes verschenkt obwohl man zeitweise das bessere Paket hatte.
Ferraris grösste Probleme heissen Veltel und Arrivabene.
Der eine scheint nicht viel von Führung in seinem Job zu verstehen, der andere läuft z.Zt. meterweit neben der Spur.
Erwartest Du etwa, dass so ein Sauhaufen die WM gewinnt? Doch eher nicht, oder?

Oder RedBull: Keine Werksunterstützung sondern nur ein zahlendes Kundenteam wie Williams, McLaren, Sauber. Schnelle Fahrer, gutes Budget, schnelles Auto, funktionierende Strukturen.
Aber ein Motor "von der Stange" der erstens der mittlerweile wohl schwächste im Feld ist, zum anderen nur halbherzig weiterentwickelt wird. Dazu ist das Klima zwischen Chassis und Motor seit Jahren völlig vergiftet.
RedBulls Hauptproblem kommt aus Frankreich und heisst Renault. Dass dort nicht viel zusammenläuft sieht man alleine daran, wie das Werksteam nach hinten durchgereicht wird.
Sind das die richtigen Voraussetzungen für den Gewinn einer WM gegen Mercedes?
Vermutlich eher auch nicht, oder?


Vom Rest reden wir gar nicht. Kein anderes Team hat wie die Top 3 die Strukturen, Resourcen, Prozesse, die Manpower zum Gewinn einer Meisterschaft oder auch nur eines Rennens.



Dem Anschein nach ist Mercedes derzeit das einzige Team das - im Hinblick auf die Performance - alles richtig gemacht hat. Keine interne Politik, riesige Ressourcen, optimale Strukturen, funktionierende Prozesse, motovierte Fahrer.
Gar nicht mal weil sie unantastbar weit weg sind, sondern weil sich die einzig vorhandene Konkurrenz selbst Knüppel zwischen die Beine wirft, und scheinbar alles tut um nicht zu gewinnen. Sie machen kaum Fehler und sind technisch up to date.



Mehrjährige Phasen der Dominanz gabs schon immer.
McLaren in den 80ern, Williams in den 90ern, Ferrari zu Beginn der 00er, RedBull und Mercedes in den 10ern.
Irgendwann zieht ein Gegner vorbei und ist dann seinerseits für ein paar Jare vorne.

Micha_r1
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Re: Marc Surer: Vettels Verstappen-Manöver "konnte nicht gut geh

Beitrag von Micha_r1 » Mi Okt 10, 2018 11:58 am

Ja da muss man nur zustimmen zu beidem was ihr sagt. Allerdings wurde bei der Vettel Dominaz jedes Jahr versucht durch irgendwelche Regeländerungen die Dominanz zu durchbrechen. Leider ist das in der aktuellen Phase nicht der Fall. Und bis 2021 vergehen nochmal 2 Jahre von daher ist mal abzuwarten was in den nächsten Jahren kommt.
Hoffentlich für den Sport ein ausgeglicheneres Feld.
Wenn die Autos auf einem ähnlichen Level sind dann kann man auch mal die Leistungen der Fahrer vergleichen.
So ist das alles immer ein hinkender Vergleich.

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flingomin
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Re: Marc Surer: Vettels Verstappen-Manöver "konnte nicht gut geh

Beitrag von flingomin » Mi Okt 10, 2018 12:23 pm

Ja da hast Du recht. Das wäre schön.
Man muss dazu aber sagen, dass die Autos in der Formel 1 NOCH NIE auf dem gleichen oder auch nur auf einem ähnlichen Level waren.
Es gab entweder ein Team das weit vor allen anderen war und damit eben dominierte (z.B. Williams, Ferrari, Mercedes, McLaren) oder es gab einen Zweikampf an der Spitze mit zwei annähernd gleichstarken Teams.

Dass drei oder gar mehr Teams aus eigener Kraft siegfähig waren, war sehr sehr selten.
Ich denke daher, ein ausgeglichenes Feld wird ein Wunschtraum bleiben.
Zumindest in der Formel 1.

All_Star_86
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Re: Marc Surer: Vettels Verstappen-Manöver "konnte nicht gut geh

Beitrag von All_Star_86 » Mi Okt 10, 2018 1:00 pm

Als erstes "Hut ab" für meine Vorposter. Endlich mal sachliche und kompetente Postings, welche mich zum Anmelden hier im Forum bewegt haben. Bis jetzt ist/war das Niveau ja sehr überschaubar.

Nichtsdestotrotz kann ich mich dem hier nur voll und ganz anschließen obwohl ich zum Thema Regeländerungen eine andere Meinung habe. Klar, bei der Vetteldominanz wurde tatsächlich versucht das Reglement anzupassen. Aber auch zu diesem Zeitpunkt wurde das Motorenkonzept nicht jede Saison verändert sondern nur alle 4 - 5 Jahre...
Ich sehe daher keinen Unterschied zu jetzt. Es kommt eine große Änderung wieder ~2021 aber dazwischen gab es auch immer wieder mal Anpassungen... zB.: die komplette Aerodynamik.

Es hat meines Erachtens einfach Mercedes auch hier besser Arbeit geleistet.

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