Mario Andretti: Warum das dritte Auto eine Riesenchance ist

Hier diskutieren Fans über News und aktuelle Themen rund um die Formel 1
Antworten
Redaktion
Beiträge: 11226
Registriert: Do Nov 08, 2001 1:01 am

Mario Andretti: Warum das dritte Auto eine Riesenchance ist

Beitrag von Redaktion » Mi Sep 12, 2018 4:10 pm

Mario Andretti hält Toto Wolffs Vorschlag, ein drittes Auto einzusetzen, für genial: Wieso er dafür der lebende Beweis sei und welches Marketingpotenzial er erkennt

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat sich im Vorfeld des Italien-Grand-Prix für den Einsatz eines dritten Autos ausgesprochen, weil er derzeit große Schwierigkeiten hat, seine Nachwuchspiloten in der Formel 1 unterzubringen. Mit Formel-1-Legende Mario Andretti hat er nun einen prominenten Fürsprecher bekommen.

"Wäre das nicht ein interessanter Weg, um die Popularität des Sports zu vergrößern?", fragt der Italo-Amerikaner. "Stellen wir uns mal vor, wenn sagen wir mal IndyCar-Champion Josef Newgarden von Mercedes, Ferrari oder Red Bull ein drittes Auto für den US-Grand-Prix kriegen würde. Das wäre eine Riesensache, und dann würden wahrscheinlich 40.000 Leute mehr kommen."

Andretti schlägt vor, dieses Modell auch in anderen Ländern umzusetzen: "Man könnte einen Chinesen oder einen Japaner holen, wenn er Starqualitäten hat und das Team so einen Fahrer für nur ein Rennen einsetzen will."



Dass das Konzept funktioniert, steht für den Weltmeister des Jahres 1978 außer Zweifel. "Ich selbst bin das beste Beispiel", argumentiert er. Der heute 78-Jährige zählte zu den IndyCar-Spitzenpiloten, als er von Lotus eingeladen wurde, beim US-Grand-Prix 1968 in Watkins Glen einen dritten Boliden zu steuern.

"Colin Chapman gab mir damals die Möglichkeit, für ein Topteam in einem konkurrenzfähigen Auto anzutreten, und so habe ich mit dem dritten Auto die Pole geholt", erinnert er sich. Andretti war damals tatsächlich schneller als Stammpilot Graham Hill, kam im Rennen wegen eines Kupplungsproblems aber nicht über die erste Runde hinaus.

Aber das war nicht sein einziges Highlight als Gaststarter. "Ich habe auch mein erstes Rennen in einem dritten Ferrari in Südafrika gewonnen", verweist er auf das Jahr 1971, als er den Stammfahrern Clay Regazzoni und Jacky Ickx die Show stahl. "Was ich damit sagen will ist, dass das meine Karriere erst so richtig ins Rollen gebracht hat."



Abgesehen davon, dass man Quereinsteigern in der Formel 1 eine Chance geben würde, sieht er vor allem den "unbezahlbaren" Marketingwert solcher Aktionen: "Wir suchen doch immer nach neuen Wegen, wie wir die Formel 1 promoten können und so neue Fans erreichen. Und davon könnte die Formel 1 profitieren - nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Ländern."

Die Kritik der kleinen Teams, dass sie dadurch noch mehr zu Statisten degradiert werden würden, kann Andretti zwar nachvollziehen, doch er hält das für einen Nebenschauplatz: "Dann ist es eben so. Wettbewerb ist Wettbewerb, und man muss in größeren Dimensionen denken. Wenn man immer daran denken muss, dass ein Team dadurch einen Vorteil haben könnte, dann wird sich nie etwas verbessern. Man muss einfach jede Chance nutzen, damit sich etwas tut."



Abgesehen davon sieht er auch für die kleineren Rennställe mögliche positive Impulse: "Wenn die Formel 1 populärer wird, dann haben auch die kleinen Teams mehr Chancen, einen größeren Sponsor zu holen."Und für das Problem, dass nur noch ein paar Pünktchen für das Mittelfeld übrigbleiben würden, hat er auch schon eine Lösung: "Dann kriegt eben das Gastauto keine Punkte."

Dass auch die kleinen Teams ein drittes Auto einsetzen könnten, hält Andretti allerdings für unrealistisch: "Was bringt es, wenn ein aktueller Indy-Champion zu Sauber oder Haas geht, wo er vielleicht bestenfalls in die Top 10 kommt?"

Original-News aufrufen

2CV
Beiträge: 508
Registriert: Fr Jan 19, 2018 1:02 pm

Re: Mario Andretti: Warum das dritte Auto eine Riesenchance ist

Beitrag von 2CV » Mi Sep 12, 2018 5:27 pm

Und welche Regelung fällt ihm ein, um das Einsetzen des dritten Fahrzeugs als strategisches Mittel im WM-Kampf zu verhindern, z.B. als Blockadefahrzeug gegen den Titelgegner?
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

Cave
Beiträge: 357
Registriert: Mi Jan 24, 2018 5:11 pm

Re: Mario Andretti: Warum das dritte Auto eine Riesenchance ist

Beitrag von Cave » Fr Sep 14, 2018 8:55 am

2CV hat geschrieben:
Mi Sep 12, 2018 5:27 pm
Und welche Regelung fällt ihm ein, um das Einsetzen des dritten Fahrzeugs als strategisches Mittel im WM-Kampf zu verhindern, z.B. als Blockadefahrzeug gegen den Titelgegner?
also ich sehe da viel größere probleme.

1. jetzt haben sie endlich ein budgetlimit durchgeboxt. was wird wohl passieren wenn die topteams ein drittes auto einsetzen wollen? richtig. sie bekommen mehr kohle.
2. jetzt sind die abstände schon so groß und man will den topteams daten von 3 autos liefern? nichts verhindert, dass das 3. auto zum versuchsträger degradiert wird. man stopft dauernd neue motoren rein und fährt in einer anderen konfiguration. wäre ja egal wenn der gaststarter von hinten startet. und wenn kein bekannter fahren will nimmt man halt nachwuchsfahrer.

für mich wärs da vl interessanter wenn die fim und die fia 2 autos einsetzen. vl das vorjahres wm auto

Antworten