Einigung bei Budgetlimit: So sieht der Stufenplan ab 2021 au

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Redaktion
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Einigung bei Budgetlimit: So sieht der Stufenplan ab 2021 au

Beitrag von Redaktion » Sa Sep 08, 2018 10:59 am

Wieso sich die reichen Teams im Tauziehen um das Budgetlimit durchgesetzt haben, auf welche Zahlen man sich ab 2021 einigte und welche Bereiche enthalten sind

Die Formel 1 hat sich auf einen Plan für die Einführung des Budgetlimits geeinigt. Wie 'Motorsport-Total.com' von einer hochrangigen Quelle erfahren hat, wird die Obergrenze von 150 Millionen US-Dollar (umgerechnet 130 Millionen Euro) nicht wie ursprünglich geplant im Jahr 2021 eingeführt, sondern stufenweise, um den großen Teams die Möglichkeit zu geben, sich auf die Änderung einzustellen. 2021 dürfen die Teams noch 200 Millionen US-Dollar ausgeben, im Jahr darauf wird das Limit auf 175 Millionen heruntergesetzt.

Auch in diesem Punkt haben sich die reicheren Teams durchgesetzt, denn als Alternativvorschlag stand zur Debatte, 2021 bereits auf 170 Millionen zu gehen, um diesen Wert 2022 noch einmal um zehn Millionen zu senken. Zum Vergleich: das Budget des Mercedes-Rennstalls wird derzeit auf 325 Millionen Euro (umgerechnet 376 Millionen US-Dollar) geschätzt. Die Richtzahlen sollen an die Inflation angepasst werden.

Ein heißer Diskussionspunkt war bis zuletzt, welche Bereiche eines Teams vom Budgetlimit betroffen sein sollen. Man hat sich nun darauf geeinigt, dass unter anderem die Fahrergehälter sowie das Gehalt für den bestbezahlten Mitarbeiter ausgenommen sein werden - das gilt auch für Marketing- und Hospitality-Ausgaben. Noch nicht klar ist, wie man gegen Sünder vorgehen will.

Dass nun aber grundsätzlich Einigkeit herrscht, sorgt vor allem bei den kleinen Teams für Erleichterung. "Es ist unglaublich hart für Teams wie uns", sagt die stellvertretende Williams-Teamchefin Claire Williams. "Man darf nicht unterschätzen, wie wichtige diese Reglement-Einführung im Jahr 2021 ist, wenn es um das Überleben des Teams geht. Es handelt sich um etwas Grundlegendes."

Laut McLaren-Boss Zak Brown gilt dies nicht nur für den Überlebenskampf, sondern auch, wenn es darum geht, näher an die Topteams heranzukommen. "Sie geben so viel mehr Geld aus als alle anderen", sagt der US-Amerikaner. Wenn wir so viel Geld hätten wie sie, dann würden wir das auch machen. Und dann kommt dazu, dass Ferrari und Mercedes auch noch Partnerteams haben, von denen sie profitieren."

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gosac
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Re: Einigung bei Budgetlimit: So sieht der Stufenplan ab 2021 au

Beitrag von gosac » So Sep 09, 2018 2:00 pm

Hmmm...was haltet Ihr davon ? Eine Online-Abstimmung würde mich interessieren.

Ich meine, dass dies die Bedeutsamkeit des Sports beschränken muss.
Neben der schieren Geschwindigkeit war es der enorme, einzigartige Aufwand, den die Teams betrieben haben, was mich als erstes an dem Sport faszinierte, als Kind.

Eine Angleichung der Einnahmenverteilung hätte meines Erachtens genügt.
Das wäre spannend zu sehen, wie sich die Kräfteverhältnisse dann angenähert hätten.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man einen Konzern wie Renault-Nissan-Mitsubishi diesbezüglich überwachen will; müsste man dann nicht jede interne & externe Kommunikation überwachen, um festzustellen, wie viele Menschen / Gehälter und Anlagen / Ressourcen bzw. Lieferanten verwendet werden ?

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann stehen die involvierten Autohersteller für 25% des weltweiten PKW-Produktionsvolumens (https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_m ... production ) Das würde bedeuten, dass das Know-how, welches sie durch den Sport erlangen, schon ziemlich relevant ist, was die weltweite Reduktion an Abgas-Emissionen betrifft (von Sicherheit und Materialforschung mal ganz zu schweigen).

Sagt mal, irre ich mich, oder ist es nicht so, dass wenn man in der Motorenentwicklung die "Peak Performance" in die Höhe treibt, das automatisch dazu führt, dass man diese Maschine bei einer geringeren Belastung / Auslastung (wie im öffentlichen Straßenverkehr) effizienter, verbrauchsärmer fahren kann ?

Es macht doch nur dann Sinn, mit 20 LKW pro Team (also mit 200 pro F1-Grand Prix, also ca. 300-400 wenn man alle Veranstaltungslieferanten einrechnet) bzw. mit 6 Jumbo-Jets anreist, wenn dadurch eine Evolution in Technologie stattfindet, oder ?
Und zwar eine größtmögliche Evolution.
Sonst wäre es ja eine Verschwendung von Ressourcen, was in Zukunft immer weniger "cool" sein wird...

Auch dachte ich, dass die einzige Rechtfertigung solch enormer Ressourcen-Investitionen wie in der F1 jene sein kann, dass die hellsten Köpfe möglichst frei erfinden dürfen.
Schon die Standard-Motorelektronik ist da ja völlig kontra-produktiv, von der Einschränkung des Antriebskonzeptes mal ganz zu schweigen.

Wenn man immer mehr Teile standardisiert, dann endet das wie bei allen anderen Motorsportarten (außer WEC): ein signifikanter Rückgang an Überraschung / Varietät / Thrill-Faktor => Attraktivität => Einschaltquoten / Followership (MotoGP scheint eine Ausnahme, ist aber auch zu sehr standardisiert, und immer mehr Pay-to-follow-lastig).

Exklusive Pay-TV-Deals bzw. die Beschränkung auf OTT / Online (bei äußerst durchwachsener stabiler DSL-Verbreitung auf der Welt) kann doch eigentlich nicht dazu führen, einen Sport größer zu machen, oder ?

Oder bin ich blöd ? :)

Gruß an alle Fans
Sacha

PS: Links:
https://www.forbes.com/sites/csylt/2015 ... 2d25042952
https://chemical-materials.elsevier.com ... al-impact/

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flingomin
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Re: Einigung bei Budgetlimit: So sieht der Stufenplan ab 2021 au

Beitrag von flingomin » So Sep 09, 2018 4:42 pm

Ein erster wichtiger Schritt wäre die gerechte Verteilung der Einnahmen gewesen.
Keine Ferrari „Weil wir es sind“ Extrawürste, keine McLaren-Williams „Wir sind doch schon so lange dabei“ Traditionsboni, keine Mercedes, RedBull, Ferrari „Wir sind ja so wahnsinnig wichtig für euch“ Keyplayer Extraboni.
Keine Gleichmacherei, sondern einen Sockelbetrag für jeden sowie eine zusätzliche gerechte Verteilung nach Punkten.
Wenn Teams in diesem Milliardenbusiness ums überleben kämpfen oder in die Insolvenz laufen, läuft was falsch.
Würde Ferrari WM Letzter bekämen sie dennoch doppelt so viel Geld wie Haas oder RPFI als WM vierter.
Geld gibts mehr als genug, aber es kommt nicht bei allen an die es erwirtschaften.
Wollte man also nicht, stattdessen soll nun ein nicht kontrollierbarer Budgetdeckel retten was schon lange nicht mehr zu retten ist.
Soweit wie man jetzt ist war man schon mal 2009. Passiert ist seitdem - lass mich kurz überlegen- ach ja, gar nichts.
Ich lass mich überraschen, glaube aber nicht, dass ein verpflichtender Deckel jemals kommen wird.

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