Williams: Sportliche Krise wird durch medialen Druck verstär

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Redaktion
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Williams: Sportliche Krise wird durch medialen Druck verstär

Beitrag von Redaktion » Do Aug 09, 2018 3:54 pm

Es ist kein Ende der Williams-Talfahrt in Sicht: Paddy Lowe hofft auf einen Aufwärtstrend durch Regeländerungen 2019, spricht aber auch von fünf Jahren

Williams-Technikchef Paddy Lowe glaubt nicht, dass sich seine Mannschaft zügig aus den sportlichen Schwierigkeiten der Formel-1-Saison 2018 befreien könnte. "Diese Probleme sind sehr, sehr kompliziert zu lösen", sagt er und spielt darauf an, dass es in Grove nicht nur beim Auto klemmen würde - sondern auch bei der Organisationsstruktur. Der hohe öffentliche Druck täte sein Übriges.

Lowe meint: "Die Formel ist sehr ungeduldig und gläsern. Wenn es nicht läuft, dann sieht es jeder im Fernsehen." Von Fans und Journalisten über die Mitarbeiter in der Fabrik bis zu den Sponsoren.

Beispiel Silverstone, als beide Williams beim Heimspiel nach dem Strömungsabriss-Debakel im Qualifying aus der Boxenstraße losfahren mussten. "Ironischerweise nachdem wir versucht haben, unser Limit zu verschieben", meint Lowe und bekennt, dass man einen zu Entwicklungszwecken getesteten Frontflügel zu früh in den Renneinsatz gebracht hätte. Auch eine Folge des Drucks?

Lowe scheint in Zukunft gelassener agieren zu wollen und erinnert daran, dass ein Autokonzern wie Renault sich einen Fünfjahresplan gesetzt hätte - und mit anderen Mitteln operiert als Williams: "Es ist schon schwierig, einen Wagen zu bauen, der Letzter wird", so Lowe. "Wenn wir uns binnen einer Saison rehabilitieren, wäre es toll." Die Regeländerungen 2019 seien da eine willkommene Chance.

Der frühere Mercedes-Co-Teamchef gibt sich nicht der Illusion hin, dass ihm ein profilierter (und entsprechend kostenintensiver) Fahrer das Leben leichter machen würde - weil Williams ihn a) nicht bezahlen kann und b) kein Topmann in ein so schlechtes Auto steigen würde. "Wir sind mit unseren zwei jungen Piloten glücklich", sagt Lowe. "Sie sind im Moment nicht unser Problem."

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2CV
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Sportliche Krise liegt (vor Allem) an den Fahrern

Beitrag von 2CV » So Aug 12, 2018 3:21 am

Redaktion hat geschrieben:
Do Aug 09, 2018 3:54 pm
Der frühere Mercedes-Co-Teamchef gibt sich nicht der Illusion hin, dass ihm ein profilierter (und entsprechend kostenintensiver) Fahrer das Leben leichter machen würde - weil Williams ihn a) nicht bezahlen kann und b) kein Topmann in ein so schlechtes Auto steigen würde. "Wir sind mit unseren zwei jungen Piloten glücklich", sagt Lowe. "Sie sind im Moment nicht unser Problem."
Erstmal muß man voranstellen, daß Lowes diese Fahrer nicht verschuldet hat, sie waren vor ihm da. Da ist der Grund wohl in der von ihm nebenbei erwähnten "Organisationsstruktur" zu suchen - also der Chefetage (Claire Williams letztlich) -, in die Lowe bei seiner Ankunft nicht einbrechen konnte. Er ist weder Eigentümer und noch nichtmal Teamchef geworden wie z.B. Vasseur, und kann daher über die Fahrerfrage nicht verfügen.

Daß die (im F1-Fachpublikum schon lange existierende) Infragestellung der Williamsfahrer seit dem Abgang von Bottas und Massa aber ihre Berechtigung hat, zeigt ein aktuelles Interview mit Williamsfahrer Sirotkin in speedweek:
speedweek hat geschrieben: "Für uns geht es derzeit darum, wenigstens zu versuchen, wieder auf den Weg der Besserung zurück zu finden. Es geht zunächst also nicht unbedingt um konkrete Ergebnisse. [...] Wir wollen unser Auto zunächst einmal besser verstehen und herausfinden, was wir in unterschiedlichen Situationen tun müssen, damit sich die Performance verbessert. Das würde uns in den Rennen schon einige Möglichkeiten eröffnen und auch bei der Entwicklung des 2019er-Renners weiterhelfen." (~Sergey Sirotkin) Original-News aufrufen
Anders gesagt: "Die Fahrer müssen jetzt mit ihrer Erfahrung den Input bringen, wo man das Auto wie weiterentwickeln muß." Das können sie aber - ganz offensichtlich - nicht, weder Sirotkin noch Stroll. Die Frage ist wirklich, ob es keine Alternative zu den beiden gibt. Falls Stroll tatsächlich zu Force India umzieht, was ja ziemlich wahrscheinlich ist, jetzt da sein Papa dieses Team gekauft hat, wird wohl bald Platz für einen neuen Fahrer bei Williams frei. Ich an Williams würde einen erfahrenen Fahrer aussuchen und im Notfall eher ein gutes Schmerzgeld aus der Privatschatulle der Chefetagenmitglieder hinblättern als nochmals einen unfähigen, aber bezahlenden Fahrer zu nehmen. Denn das Rezept hat NICHT geklappt.
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

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