Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

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Redaktion
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Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

Beitrag von Redaktion » Mi Mai 16, 2018 3:55 pm

Der FIA-Präsident sieht Piloten im Gegensatz zu Hamilton und Vettel ausreichend in die Regelfindung involviert - Sie würden mit Desinteresse und Schmähkritik danken

FIA-Präsident Jean Todt ist überzeugt, dass die Formel-1-Piloten genügend Einfluss auf die Gestaltung des Sportlichen und Technischen Reglements hätten. Auf die jüngste Kritik von Lewis Hamilton und Sebastian Vettel angesprochen erwidert der Franzose, dass er sich in seiner Karriere immer um die Meinung der Fahrer bemüht hätte. "Es liegt vielmehr ihnen", spielt Todt den Ball zurück.

Er versichert: "Jeder, der mit mir sprechen möchte, ob es ein Hinterbänkler oder ein Spitzenfahrer ist, kann es binnen 48 Stunden tun." Jedoch würden die Aktiven von der Möglichkeit zu selten Gebrauch machen, findet Todt. Alle Piloten besäßen Zutritt zu den Sitzungen der wichtigsten Gremien, blicken ließen sie sich selten - wenn überhaupt. Auch die Fahrervertreter geizten mit Anwesenheit.

Als Beleg für seine Bemühungen führt Todt die Berufung des kürzlich aus der Formel 1 zurückgetretenen Felipe Massa zum Kartsport-Beauftragten der FIA an. Er scheint aber Bauschmerzen bei der Zusammenarbeit mit Piloten zu haben - weil ein anderes Thema zum Bumerang geworden ist.

Es geht um den Kopfschutzbügel Halo, den Todt nach Ansicht vieler Experten vor der Saison 2018 trotz viel Gegenwehr durchdrückte und die Teams vor eine unerwartete Hürde stellte. Er sieht die Sache anders: "Halo habe ich nicht erfunden", wehrt er sich gegen den Vorwurf, Politik gemacht zu haben. "Fahrer haben mich gedrängt, etwas zu unternehmen, da sie sich unsicher gefühlt haben."

Dass die eigentlichen Initiatoren nachher auf die Barrikaden gingen und sich über das Halo bitterlich beschwerten, ärgert Todt: "Und am Ende musste ich mir anhören: 'Das ist doch alles scheiße.'"

Todt scheint es auch persönlich zu nehmen, dass Hamilton und Vettel die Kritik in einer Pressekonferenz und nicht in einem Gespräch mit ihm äußerten - weil er nun genötigt ist, auf die Aussagen ebenfalls in den Medien zu reagieren, was den Eindruck einer Schlammschlacht und nicht einer vertrauensvollen Zusammenarbeit erweckt. "Ich will nicht die Schlagzeile lesen: 'Todt widerspricht Vettel'. Aber das ist es, was Sie tun werden", ruft er Journalisten während seiner Presserunde zu.

Er wolle nicht auf die Statements anderer reagieren, weil sie oft nicht so gemeint wären wie sie verstanden würden. Den Tenor dessen, was die beiden Superstars wünschen, kennt Todt ohnehin. "Ich lese doch auch die Abschriften der Pressekonferenzen", sagt er und spielt auf die Schwierigkeit, in der Formel 1 zu überholen, an. "Hamilton, Vettel und Räikkönen - sie alle beschweren sich. Und das sind noch die Spitzenfahrer. Man kann sich vorstellen, wie es im Hinterfeld aussieht."

Umso größer sein Unverständnis dafür, dass es Hamilton und Vettel bei ihrer Schelte auch um neue Aero-Regeln für die Saison 2019 ging, die dieses Problem beheben sollen. Den Vorschlag der beiden, alles so zu belassen wie es ist, nachdem sie sich über zu wenig Überholmanöver beklagt haben, kann er daher nicht nachvollziehen. Auf die geplante große Novelle in drei Jahren zu warten, sei undenkbar: "Dann würden wir 2018, 2019 und 2020 dem Sport sehenden Auges Schaden zufügen", so Todt.

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Gscheidhaferl
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Re: Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

Beitrag von Gscheidhaferl » Mi Mai 16, 2018 4:31 pm

Herr Todt wachen Sie mal auf, es ist vieles einfach scheiße, da hilft auch schönreden nichts. Der Fan ist nicht dumm auch wenn das wohl alle glauben.

Es bedarf einer Revolution bei den Regeln, Optik, Sound, Konkurrenzfähigkeit der Teams, Renngeschehen und Preisen, im Ernst wer will sich diese häßlichen Autos ohne Sound mit langweiliger Prozession für übertriebene Preise ansehen. Vielleicht ist der Fan doch doof........

2CV
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Re: Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

Beitrag von 2CV » Mi Mai 16, 2018 11:02 pm

Redaktion hat geschrieben:
Mi Mai 16, 2018 3:55 pm
'Das ist doch alles scheiße.'
Ob das nun reiner Zufall war, oder chronologisch logisch, also Hybrid zuerst und dann Halo, oder ob's umgekehrt genau so scheiße gewesen wär oder überhaupt beides hätt zusammen sich manifestieren müssen und nicht eins von denen allein, seit Hybrid jedenfalls war's absolute Scheiße. Der Ökoreifen damals mit dem grünen Ring, der war noch sinnvoll, relativ zumindest, indirekt, und ökologisch hergestellter Wasserstoff als Petroleumsbenzinersatz hätte für den ökologischen Anstrich völlig gereicht. Dem Hybrid wie dem reinen Stromer gebühren aus vielerlei Gründen eigene Serien, die F1 sollte sich jedoch am IST-Zustand orientieren, nicht am "hätt ich am Liebsten" irgendwelcher Visionisten. Realität und Realitätserzeugung sind zwei paar Schuhe, das haben schon ganz andere Kaliber lernen müssen.
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

RD-White
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Re: Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

Beitrag von RD-White » Do Mai 17, 2018 9:32 am

2CV hat geschrieben:
Mi Mai 16, 2018 11:02 pm
...die F1 sollte sich jedoch am IST-Zustand orientieren, nicht am "hätt ich am Liebsten" irgendwelcher Visionisten. Realität und Realitätserzeugung sind zwei paar Schuhe, das haben schon ganz andere Kaliber lernen müssen.
Mir gefällt auch nicht wo die Formel 1 seit einigen Jahren hingeht und von der Hoffnung auf spannende Rennen und spektakuläre Aktionen die nicht künstlich durch Boxenstrategie, Safety Car, Gridstrafen und DRS erzeugt werden habe ich mich so gut wie verabschiedet. Halo hätte auch nicht sein müssen. Aber hier zu sagen die F1 sollte sich am "Ist-Zustand" orientieren, ist doch Quatsch. Die F1 war schon immer Technologieträger und Vorreiter neuer Entwicklungen im Automobilbau, seien es Werkstoffe, Aerodynamik, Fahrwerk, Bremsen, Steuerelektronik, usw., und besonders die Antriebstechnologie. Die Technologie ist nicht das Problem, es ist einzig und allein das Reglement. Hier haben FIA, Liberty, Hersteller und Fans einfach inkompatible Ansichten und das sollte sich schnell ändern.

Gscheidhaferl
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Re: Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

Beitrag von Gscheidhaferl » Do Mai 17, 2018 10:00 am

Die Formel 1 ist seit Jahren kein technologieträger mehr. Im Moment wird eher umgekehrt befruchtet, aus der normalen Fahrzeugforschung in Richtung Rennsport.

Machen wir uns nichts vor, die aktuelle F1 Technik ist von gestern. Der Ottomotor ist ziemlich am Ende seiner Entwicklung und Zukunft.

Die Zukunft wird autonomes und emmisionsfreies Fahren sein. Beides ist nicht die DNA der F1.

Die F1 ist im Wandel vom zukunftsorientierten Rennsport zu einem Überbleibsel vergangener Tage, wie Fechten oder Reitsport.
Deshalb ist es notwendig auf den Fan zu hören und nicht die Wünsche der Hersteller, profitgier eines Vermarkters oder sicherheitswahn eines kleines Napoleon zu berücksichtigen.

Das Problem ist momentan das keine Emotion mehr geliefert wird, langweilige vorhersehbare Rennen ohne jeglicher Gefahr, sonder nur Kreisfahren im wohlfphlbereich ohne fahrerischer Herausforderung mit häßlichen und scheußlich anzuhörenden Rennwagen.......

Dazu noch eine verarsche seitens der Protagonisten wie spannend doch alles sei, ist es aber nicht, künstliche politische Show auf Seifenoperniveau.

cryptoman
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Re: Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

Beitrag von cryptoman » Do Mai 17, 2018 10:21 am

"Auf die jüngste Kritik von Lewis Hamilton und Sebastian Vettel angesprochen erwidert der Franzose, dass er sich in seiner Karriere immer um die Meinung der Fahrer bemüht hätte."

Genau, und weil er das immer gemacht hat, wurde auch der Halo eingeführt, obwohl nahezu alle Fahrer dagegen waren... :roll:

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MSC-Fan
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Re: Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

Beitrag von MSC-Fan » Do Mai 17, 2018 10:29 am

Die F1 war auch in der Vergangenheit noch nie Technologieträger für Serien-PKW. Die aktuellen F1 Antriebseinheiten sind für die Serie komplett uninteressant. Daher sollte die F1 wieder "Back to the Roots" gehen. Saugmotoren mit 3000ccm Hubraum, Anzahl Zylinder steht frei (V8,V10,V12), kein Hybrid. Für Elektroantriebe gibt's schon die Formel E, da muss die Formel 1 nicht auch noch auf die gleiche Schiene aufspringen.

Beim Thema HALO kann ich Todt schon irgendwie verstehen. Erst wird von den Fahrern ein besserer Kopfschutz gefordert und anschließend gejammert wenn die FIA diesen dann vorschreibt.

2CV
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Re: Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

Beitrag von 2CV » Do Mai 17, 2018 12:51 pm

@RD-White: Was ich damit meinte, das war daß der Hybrid von außen aufoktroyiert wurde und so viele Alternativen ignoriert wurden; ökologisch gesehen (und das war ja der offizielle Einführungsgrund) nicht gerade intelligent.

Klar, da waren Herstellerinteressen dahinter, "öko" wurde mal wieder mißbraucht. Generell: Zu sagen, die F1 hat ab jetzt Hybrid (oder Brennstoffzelle) zu fahren, weil das DIE Ökolösung ist, das war und ist Unsinn (an der Realität vorbei). Wenn, dann muß man alle potentiell sinnvollen Alternativantriebe erlauben. Aber dann doch besser denen einzelne Serien zuweisen, à la Formel E noch eine Formel H(ybrid) und eine Formel B(rennstoffzelle), und die F1 weiter mit Ottos betreiben, die man zwecks Ökoanstrich mit ökologisch hergestelltem Wasserstoff betreibt (am Fahrzeug null Emissionen). Und wir hätten unseren in jeder Hinsicht zugegebenermaßen atavistischen F1-Spaß. Und wenn wir dann eines Tages wissen, was nun tatsächlich der ökologischste Antrieb ist, DANN kann man den der F1 vorschreiben, aber nicht früher.

Wäre hingegen alles gewachsen, also irgendein Team Colin Chapmanmäßig hingegangen und hätte von sich aus irgendetwas von den aktuell verfügbaren Alternativtechnologien dort integriert und weiterentwickelt, was auch immer, könnte man sagen, daß hier unter Umständen etwas Sinnvolles für die Zukunft dabei herauskommt. Colin hat ja z.B. in wenigen Wochenenden bewiesen, daß der Gasturbinenantrieb so nix ist. Hatte fertig.

Und was ebenjene Zukunft anbetrifft: Wenn wir weiter so machen mit unserem (noch viel atavistischerem) Vollgaskonsumismus - egal ob im 200PS-Braunkohle-Stromer oder 200PS-Hybrid oder 200PS-Brennstoffzeller), dann ist hier bald Sintflut und dann fährt hier in 50Jahren wohl überhaupt nix mehr. Vorwärts ins Präkambrium... Ob das die 200PS wert waren? (fragt mein Döschöwo)
Zuletzt geändert von 2CV am Do Mai 17, 2018 2:20 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Todt nach Vettel-Vorwürfen verärgert: "Dann ist alles scheiß

Beitrag von 2CV » Do Mai 17, 2018 2:16 pm

MSC-Fan hat geschrieben:
Do Mai 17, 2018 10:29 am
Beim Thema HALO kann ich Todt schon irgendwie verstehen. Erst wird von den Fahrern ein besserer Kopfschutz gefordert und anschließend gejammert wenn die FIA diesen dann vorschreibt.
Erstmal: Nicht von allen Fahrern !!!!

Wie gesagt:
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

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