Toro Rosso und Honda: Erfolge direkt im ersten Jahr?

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Toro Rosso und Honda: Erfolge direkt im ersten Jahr?

Beitrag von Redaktion » Mi Mär 14, 2018 8:17 am

Kann Honda mit Toro Rosso anders als mit McLaren richtig durchstarten? Gedanken von Gerhard Berger, Hans-Joachim Stuck und Monisha Kaltenborn

Toro Rosso gehörte zu den größten Überraschungen der Formel-1-Wintertestfahrten 2018. An den insgesamt acht Testtagen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya legte der neue Bolide aus Faenza in den Händen der beiden Stammfahrer Pierre Gasly und Brendon Hartley stolze 3.826 Kilometer zurück. Lauffreudiger waren nur die neuen Autos von Mercedes, Ferrari und Renault (Formel-1-Tests 2018 in der Daten-Analyse).

Wenn man bedenkt, dass im Heck des Toro Rosso STR13 ein Honda-Antrieb werkelt, war das in Barcelona abgespulte Pensum alles andere als selbstverständlich. Schließlich hatte Honda in der dreijährigen Zusammenarbeit mit McLaren (2015 bis 2017) allen vorn mit Defekten von sich reden gemacht.

Für 2018 wurde auf beiden Seiten umgesattelt. Während sich McLaren mit Renault zusammengetan hat und mit dem neuen Antriebspartner ganz ähnliche Anlaufschwierigkeiten hat wie es mit Honda der Fall war, ist das einzige Team, das vom japanischen Motorenhersteller beliefert wird, nun Toro Rosso.



"Man ist jetzt mal in Wartestellung und sieht sich an, wie das läuft", sagt Gerhard Berger gegenüber 'ServusTV' zur neuen Kombination Toro-Rosso-Honda. Der ehemalige Teilhaber des Toro-Rosso-Teams kennt sowohl den italienischen Rennstall als auch dessen neuen Motorenpartner aus eigener Erfahrung. In seinen drei Jahren als McLaren-Pilot (1990 bis 1992) hatte Berger einen Honda-Motor im Rücken.

In Adelaide 1992 sorgte Berger für den lange Zeit letzten Honda-Sieg in der Formel 1 und den letzten Sieg der Paarung McLaren-Honda. Den bis heute letzten Honda-Sieg ließ Jenson Button 14 Jahre später auf dem Hungaroring folgen (Formel-1-Datenbank: Alle Siege von Honda). Dazwischen wurden unter dem Namen Mugen vier weitere Siege eingefahren, mit denen sich Honda aber nicht im Sinne eines echten eigenen Engagements brüsten kann (Formel-1-Datenbank: Alle Siege von Mugen-Honda).

Doch zurück in die Zukunft. "Dass Honda bei der Standfestigkeit gut war, ist schon mal ein gutes Zeichen", meint Berger, bei dem während des Verfolgen des Barcelona-Tests Erinnerungen wach wurden: "Honda ist eine Firma mit einer riesigen Sportkultur. Ich musste etwas schmunzeln, als ich meinen ehemaligen Ingenieur gesehen habe. Der hat drei Jahre an meinem Auto gearbeitet. Der ist jetzt Technischer Direktor bei Honda und er ist wirklich gut. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass die überhaupt nicht auf die Beine kommen. Zusammen mit Toro Rosso, Franz Tost und der Power von Red Bull dahinter, ist das eine super Entscheidung."



"Dass es der einzige Partner derzeit ist, das ist sicherlich gut", wirft Bergers Kumpel Hans-Joachim Stuck sowohl bezogen auf Toro Rosso als auch bezogen auf Honda ein und ist überzeugt: "Honda wird es auch langsam mal lernen, wie es funktioniert." So glaubt "Strietzel", dass die neue Allianz schon im ersten Jahr zum Erfolg führen kann.

"Der Winter war lang. Aus den Fehlern der letzten Jahre haben sie gelernt. Das kann man den Japanern zutrauen", nimmt Stuck Bezug auf Honda und spannt den Bogen zu Toro Rosso: "Der Zeitpunkt ist nicht schlecht jetzt. Ich wäre das Risiko auch eingegangen." Berger sieht es ähnlich: "Vielleicht wird man schon im ersten Jahr einen Höhenflug erleben." Und wenn nicht? "Auf Dauer wird das schon richtig sein", meint der Österreicher.



Und Sauber? Das Schweizer Team war sich unter Monisha Kaltenborn schon mit Honda für 2018 einig. Dann aber übernahm Frederic Vasseur in Hinwil das Ruder und die erste Amtshandlung des neuen Sauber-Teamchefs war es, den Deal mit Honda wieder zu kippen. Stattdessen fährt Sauber in der neuen Saison mit aktuellen Ferrari-Triebwerken.

Kaltenborn freilich ist nach wie vor überzeugt, dass eine Partnerschaft Sauber-Honda funktioniert hätte und freut sich für Toro Rosso und deren Teamchef. "Ich kann Franz sehr gut verstehen. Das waren auch meine Überlegungen. Wir hatten den Deal ja eigentlich. Es kam dann anders. Es wäre auch eine ganz gute Sache für Sauber gewesen", so die ehemalige Sauber-Teamchefin gegenüber 'ServusTV'.

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