Formel-1-Tests 2018 analysiert: Erst Mercedes und lange nich

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Redaktion
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Formel-1-Tests 2018 analysiert: Erst Mercedes und lange nich

Beitrag von Redaktion » Sa Mär 10, 2018 1:31 pm

Alle Statistiken, wichtige Fakten: Warum Mercedes alles überstrahlt ohne zu glänzen und Ferrari mehr strauchelt als Red Bull - Im Mittelfeld blühen zwei Überraschungen

Selten hat sich in der Vergangenheit bei Formel-1-Wintertestfahrten ein so klarer Favorit herauskristallisiert wie im Vorfeld der Saison 2018: Nach den Eindrücken der achttägigen Probefahrten auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona steht für Experten fest, dass an Mercedes beim Auftakt in Melbourne wohl kein Weg vorbeiführt. Wir beleuchten in unserer großen Analyse, wieso die Silberpfeile so hoch im Kurs stehen und checken die vorläufige Hackordnung im Rest des Starterfeldes.

Vorweg: Die Ergebnisse der jüngsten Tests sind lediglich begrenzt belastbar. Noch weniger als sonst. Kälte, Schnee und Regen in der ersten Woche bescherten Bedingungen, die an Grand-Prix-Wochenenden im gesamten Saisonverlauf nicht mehr zu erwarten sind. Die Wetterkapriolen ließen die Teams ihr Programm für die zweite Woche umstellen, sodass es in vielen Fällen nicht um schnelle Rundenzeiten gegangen sein dürfte.

Hinzu kommt wie immer das sogenannte "Sandbagging", also das bewusste Verschleiern von Leistung, um die Konkurrenz in die Irre zu führen. Wenn schnelle Rundenzeiten gesetzt wurden, könnte der neue Asphalt in Barcelona in Kombination mit den überarbeiteten Pirelli-Mischungen (weicher und auf kurze Distanz schneller) dafür gesorgt haben, dass sie drastisch unter Vorjahresniveau lagen. Von dem üblichen Rätselraten um die eingefüllte Spritmenge ganz zu schweigen.

Ein sichererer Indikator - und erster Gegenstand unserer Analyse - ist daher die Zuverlässigkeit. Bei den abgespulten Kilometern pro Fahrer zeigt sich, dass Sebastian Vettel der fleißigste Tester war. Der Ferrari-Pilot spulte bei seinen vier Einsätzen 2.993 Kilometer ab, also circa 748 Kilometer pro Tag - das entspricht mehr als zwei Renndistanzen und dürfte ordentlich geschlaucht haben.

Testfahrten Barcelona 2018: Abgespulte Kilometer pro Fahrer1. Sebastian Vettel (Ferrari) - 2.993 Kilometer2. Valtteri Bottas (Mercedes) - 2.7193. Lewis Hamilton (Mercedes) - 2.1234. Pierre Gasly (Toro Rosso) - 2.1045. Carlos Sainz (Renault) - 2.0536. Max Verstappen (Red Bull) - 1.9507. Marcus Ericsson (Sauber) - 1.9138. Kevin Magnussen (Haas) - 1.7749. Charles Leclerc (Sauber) - 1.74610. Esteban Ocon (Force India) - 1.73211. Brendon Hartley (Toro Rosso) - 1.72212. Daniel Ricciardo (Red Bull) - 1.69413. Sergei Sirotkin (Williams) - 1.64814. Nico Hülkenberg (Renault) - 1.63415. Lance Stroll (Williams) - 1.59716. Stoffel Vandoorne (McLaren) - 1.56417. Sergio Perez (Force India) - 1.47618. Romain Grosjean (Haas) - 1.46219. Kimi Räikkönen (Ferrari) - 1.33120. Fernando Alonso (McLaren) - 1.22421. Robert Kubica (Williams) - 56822. Nikita Masepin (Force India) - 102

Neben dem Arbeitstier der Tests war Vettel auch größter Glückspilz. Dass Teamkollege Kimi Räikkönen (19.) weniger als die Hälfte der Kilometer zurücklegte, die der Heppenheimer auf die Uhr brachte, lag am Einsatzplan der Scuderia. Räikkönen erwischte in der ersten Woche den verregneten Montag und den verschneiten Mittwoch, als die Teams auf Ausfahrten weitgehend verzichteten. Defekte bremsten den Finnen - genau wie Vettel - aber nicht. Ferrari hatte keine einzige Panne.

Das ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Auch Mercedes kam trotz neuer Extreme beim Packaging (führt oft zu Überhitzungsproblemen und mechanischen Defekten) wie ein Uhrwerk durch die zwei Wochen und konnte es sic leisten, sporadisch früher Feierabend zu machen. Dazu setzte man vermehrt auf Longruns. Es dürfte Set-up-Sorgenkind Valtteri Bottas gutgetan haben, mehr gefahren zu sein als der testfaule Lewis Hamilton. Nach Teams aufgeschlüsselt geht das Fleißkärtchen klar an die Silberpfeile.

Testfahrten Barcelona 2018: Abgespulte Kilometer pro Team1. Mercedes - 4.841 Kilometer2. Ferrari - 4.3243. Renault - 4.1154. Toro Rosso - 3.8265. Williams - 3.8126. Sauber - 3.6597. Force India - 3.3108. Haas - 3.2359. Red Bull - 3.21710. McLaren - 2.788

Erstaunlich, dass auch Renault (3.) viel unterwegs war, denn die Franzosen hatten sich bei den Ersatzteilen verkalkuliert und büßten infolge eines Getriebeschadens mit langwieriger Reparatur sowie Software-Problemen einen halben Testtag ein. Dazu probierten sie viele radikale Lösungen (etwa beim Auspuff). Die größere Überraschung waren Toro Rosso und Honda - trotz der Gerüchte, dass jeden Tag ein frischer Antrieb eingebaut worden wäre, um Defekten vorzubeugen.

Vielmehr schien man in der ersten Woche verschiedene Varianten getestet und sich in der zweiten auf eine Version (und einen Motor) festgelegt zu haben. Zu den Sorgenkinder in Sachen Zuverlässigkeit gehört dagegen Schwesterteam Red Bull. Ein Benzinleck und ein Ausrutscher Max Verstappens waren in Barcelona die prominentesten Partycrasher, mehrmals blieben die Österreicher aus ungeklärten Gründen an der Box. Eher unwahrscheinlich, dass Partner Renault der Buhmann wäre.

Bei McLaren war das Debakel sichtbarer: Sechs Defekte in acht Tagen unterstrichen, dass mit dem Wechsel von Honda zu Renault nicht alle Probleme gelöst sind. Von Brandschäden am Chassis über undichte Ölleitungen bis hin zu einem kaputten Turbolader war alles dabei. Es wird gemunkelt, dass die Aerodynamiker beim MCL33 zu aggressiv ans Werk gegangen wären und einige der Pannen mit komplizierten Designs heraufbeschworen hätten - nicht zuletzt auch lange Reparaturzeiten.

Damit zum zweiten und kniffligeren Block der Analyse: der Performance. Die ingesamt schnellste Zeit durch Sebastian Vettel (inoffizieller Streckenrekord in 1:17.182 Minuten und 1,977 Sekunden schneller als Hamilton bei seiner Pole-Runde im Grand-Prix-Qualifying 2017) und der Blick auf die Anzahl der Tagesbestzeiten lässt den Schluss zu, dass Ferrari den Ton angegeben hätte. Vier von acht ersten Plätzen gingen an die Scuderia, drei an Vettel. Ein Trugschluss, der mit der Reifenwahl zu tun hat. Während Ferrari Hypersoft auspackte, bestellte Mercedes ihn gar nicht bei Pirelli und beschränkte sich auf die härteren Mischungen. Sogar der Ultrasoft steckte nur kurz auf dem W09.

Testfahrten Barcelona 2018: Anzahl Tagesbestzeiten pro Fahrer1. Sebastian Vettel (Ferrari) - 3 Bestzeiten2. Daniel Ricciardo (Red Bull) - 23. Lewis Hamilton (Mercedes) - 1= Kimi Räikkönen (Ferrari) - 1= Fernando Alonso (McLaren) - 1

Trotzdem gibt es Indizien, dass Mercedes wieder schnell ist. Hamilton gelang seine Tagesbestzeit (auch die beste der ersten Woche) auf Medium. Trotz weicherer Softs war Vettel zu dem Zeitpunkt 0,340 Sekunden langsamer. Daniel Ricciardo und Red Bull profitierten bei den zwei Spitzenwerten ebenfalls von den Hypersofts und der Tatsache, dass es am ersten Tag der ersten Woche niemand darauf anlegte, schnell um den Kurs zu kommen. Der größere Treppenwitz war Fernando Alonsos Bestzeit: Sie kam zustande, als der Spanier am Schnee-Mittwoch als einziger Pilot eine gezeitete Runde setzte.

Testfahrten Barcelona 2018: Durchschnittliche Platzierung pro Fahrer1. Daniel Ricciardo (Red Bull) - 2,002. Sebastian Vettel (Ferrari) - 2,003. Fernando Alonso (McLaren) - 3,804. Kimi Räikkönen (Ferrari) - 4,335. Valtteri Bottas (Mercedes) - 5,146. Lewis Hamilton (Mercedes) - 5,507. Stoffel Vandoorne (McLaren) - 5,758. Kevin Magnussen (Haas) - 5,759. Pierre Gasly (Toro Rosso) - 6,0010. Carlos Sainz (Renault) - 6,1411. Brendon Hartley (Toro Rosso) - 6,6712. Max Verstappen (Red Bull) - 7,0013. Nico Hülkenberg (Renault) - 7,4014. Romain Grosjean (Haas) - 7,6715. Robert Kubica (Williams) - 8,5016. Sergio Perez (Force India) - 9,3317. Esteban Ocon (Force India) - 9,6718. Marcus Ericsson (Sauber) - 10,5019. Lance Stroll (Williams) - 10,6720. Charles Leclerc (Sauber) - 11,2521. Sergei Sirotkin (Williams) - 11,3322. Nikita Masepin (Force India) - 12,00

Aus den genannten Gründen sind sämtliche Platzierungen mit Vorsicht zu genießen. Klar ist aber, dass Mercedes auf den Longruns eine Macht war. Die Rede ist von bis zu einer halben Sekunde pro Runde, die Hamilton und Bottas der Konkurrenz abgenommen hätten. Eine Disziplin, in der Ferrari mehr schwächelte als Red Bull. Vettel und Räikkönen sollen in Kurven mit einem unruhigen Auto gekämpft haben, was Reifenverschleiß und Tempo bei längeren Stints nicht gutgetan haben kann. Noch mehr Sorgenfalten dürfte der relativ kleine Vorteil gegenüber Kunde Haas hervorgerufen haben - nur rund zwei Zehntelsekunden pro Umlauf. Am Antrieb kann es bei Ferrari also nicht liegen.

Ergo könnte die zweite Kraft im Formel-1-Feld Red Bull sein. Wie 'auto motor und sport' erfahren haben will, hätten GPS-Messungen gezeigt, dass Ricciardo und Verstappen in den Kurven schneller waren als Ferrari und als Mercedes. Stimmt das, dürften erneut der Renault-Antrieb und die eingeschränkte Freigabe von Leistung (als Kompensation der Zuverlässigkeit) das Problem des Teams sein - oder der viel diskutierte Trick mit der Ölverbrennung, der Red Bull weiter beschäftigt. Hinzu kommt hoher Benzinverbrauch, der wohl verhinderte, dass die Longruns waren als die von Ferrari.

Sollte Mercedes in Barcelona doch eine Achillesferse offenbart haben, handelt es sich um Blasenbildung und Körnen auf weicheren Reifenmischungen, insbesondere auf der Hinterachse. Das Phänomen betraf aber möglicherweise noch mehr Teams und lässt sich wegen der ungewöhnlichen Bedingungen in Spanien kaum verallgemeinern. Es könnte mit besseren Set-ups rasch gelöst sein.

Testfahrten Barcelona 2018: Durchschnittliche Platzierung pro Team1. Ferrari - 2,882. McLaren - 4,673. Red Bull - 5,004. Mercedes - 5,315. Toro Rosso - 6,296. Renault - 6,467. Haas - 6,578. Force India - 9,869. Williams - 10,6410. Sauber - 10,88

Noch weniger klar sind die Machtverhältnisse im Mittelfeld - also im Kampf um Rang vier hinter den drei Topteams. In Sachen Tempo scheint McLaren stärker zu sein als beim Thema Zuverlässigkeit. Dass Alonso (auf Hypersoft) mit der drittbesten Zeit der Tests aufhorchen ließ, dürfte nicht die reale Hackordnung widerspiegeln und einem fast leeren Tank des MCL33 geschuldet gewesen sein.

Renault muckte mit der fünften Zeit durch Carlos Sainz auf Hypersoft ebenfalls auf, sollte sich jedoch ernsthaft Gedanken um Konkurrenz durch Überraschungsteam Haas machen. Kevin Magnussen (6.) war auf Supersoft (also zwei Stufen härter) nur 0,268 Sekunden langsamer als der Spanier. Kinderkrankheiten mit dem DRS wurden genauso aussortiert wie das leidige Dauerthema Bremsen.

Testfahrten Barcelona 2018: Durchschnittlicher Abstand pro Team(Durchschnittswert der Rückstande auf die jeweilige Tagesbestzeit)1. Ferrari - +0,615 Sekunden2. Red Bull - +1,0483. McLaren - +1,0584. Mercedes - +1,2205. Renault - +1,6036. Haas - +1,7007. Toro Rosso - +1,7008. Force India - +2,6379. Sauber - +2,79810. Williams - +4,660

Dank erstaunlich viel Leistung des Honda-Triebwerks könnte auch Toro Rosso in Australien im Kampf um Platz vier mitmischen. Insbesondere Youngster Pierre Gasly (7.) schlug sich bei den Tests wacker. Weniger gute Karten im Kampf um WM-Punkte dürften dagegen Force India, Williams und Sauber besitzen. Während bei den Pinken ein halbfertiges Auto keine Anhaltspunkte für die wahre Performance lieferte, steckt Williams offenbar im Schlamassel: Der FW41 macht Probleme beim Einlenken und lässt überall Grip vermissen.

Die unerfahrenen Paydriver Lance Stroll (21.) und Sergei Sirotkin (16.) scheinen langsamer als Feuerwehrmann und Rettungsanker Robert Kubica (17.). Gut möglich, dass Williams derzeit hinter Sauber zurück ist, schließlich scheinen sich die Schweizer von ihrem Dauertief zu erholen. Abgesehen davon, dass Charles Leclerc (15.) und Marcus Ericsson (17.) ihr Auto zu oft in den Kies warfen, schien es in Barcelona mit dem aktuellem Ferrari-Antrieb und Alfa-Romeo-Know-how aufwärts zu gehen.

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foskolo
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Mercedes Weltmeister 2018: ohne Rennen.

Beitrag von foskolo » So Mär 11, 2018 9:50 am

Sehr objektiver Bericht.

Immer wenn Ferrari oder Red Bull oder wer auch immer gute Leistungen zeigen, ist es ein Trugschluss, ein Trick oder gibt es irgendeine andere Erklärung weil es einfach nicht sein kann, dass diese Teams eine Chance haben. Sie sind alle unfähig.

Und egal was Mercedes tut, ist es immer perfekt, die verstecken sich, sind mehrere Sekunde/Runde schneller, werden allen um die Ohren fahren, sie können sich sonstwas leisten...

Eigentlich sollte man schon heute den Titel Mercedes vergeben, ganz ohne WM.

Man hätte viel Geld gespart und den Zuschauern die Langweile erspart.

:jupi:

Vaught
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Re: Formel-1-Tests 2018 analysiert: Erst Mercedes und lange nich

Beitrag von Vaught » So Mär 11, 2018 12:07 pm

Alle Berechnungen und Mutmaßungen kann man sich doch bei den Zeiten der Testfahrten sparen. In Kanada wissen wir dann tatsächlich, wo die Teams stehen und können evtl. auch was in Richtung Entwicklung für den Rest der Saison sagen. Solche Analysen vorab waren in der Vergangenheit auch kaum aussagekräftig.

2CV
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Infomercial

Beitrag von 2CV » Mo Mär 12, 2018 12:03 am

:confused: Kanada? Das letzt Mal hab ich Kanada 2014 Berechnungen gemacht, nach eingehender Analyse des neuen Reglements, der Machtstrukturen - Stichwort Strategiegruppe - und der ersten Rennen.

Sie gingen bis 2021 und ergaben: Benzwerbesendung.

:eh: Deswegen wurde auch das F1-Logo zu FI geändert, "um es der Realität anzupassen" (~Libertymedia):
Formula Infomercial :kotz:
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

Vaught
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Re: Formel-1-Tests 2018 analysiert: Erst Mercedes und lange nich

Beitrag von Vaught » Mo Mär 12, 2018 9:02 am

2CV hat geschrieben::confused: Kanada? Das letzt Mal hab ich Kanada 2014 Berechnungen gemacht, nach eingehender Analyse des neuen Reglements, der Machtstrukturen - Stichwort Strategiegruppe - und der ersten Rennen.

Sie gingen bis 2021 und ergaben: Benzwerbesendung.
Ist die Situation von (1999) 2000 - 2004 deiner Meinung nach mit der jetzigen vergleichbar? Ob eine Hersteller-bezogenene Dauerwerbesendung tatsächlich im Sinne von Liberty ist, mag ich bezweifeln, egal ob das Ferrari, Benz oder Renault ist. Bis 2021 wird es auch noch andere WM-Teams geben, nicht nur Benz. Wie das bei dem aktuellen Reglement umgesetzt wird, ist allerdings interessant.
2CV hat geschrieben::eh: Deswegen wurde auch das F1-Logo zu FI geändert, "um es der Realität anzupassen" (~Libertymedia):
Formula Infomercial :kotz:
Sehe ich ebenfalls kritisch.

2CV
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Re: Formel-1-Tests 2018 analysiert: Erst Mercedes und lange nich

Beitrag von 2CV » Mo Mär 12, 2018 3:40 pm

Vaught hat geschrieben:
Mo Mär 12, 2018 9:02 am
Ist die Situation von (1999) 2000 - 2004 deiner Meinung nach mit der jetzigen vergleichbar?
So unspezifisch wie du die Frage stellst kann ich sie dir nicht mir einem klaren Ja oder Nein beantworten. Was die Organisation der ganzen Veranstaltung anbetrifft, ist das seit dem Sturz von Mosley eine ganz neue Dimension der Wirtschaftspolitik und in dem Punkt sind die Situationen überhaupt nicht vergleichbar. Ich kann mich nicht erinnern, daß 1999 (oder 2000 oder 2001) irgendjemand von Ferrariwerbeshow bis 2004 gesprochen hat oder Witze drüber gemacht wurden, daß Ferrari den Titel gewinnt egal welchen Fahrer sie da reinsetzen.
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

Cave
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Re: Formel-1-Tests 2018 analysiert: Erst Mercedes und lange nich

Beitrag von Cave » Di Mär 13, 2018 11:35 am

2CV hat geschrieben:
Mo Mär 12, 2018 3:40 pm
So unspezifisch wie du die Frage stellst kann ich sie dir nicht mir einem klaren Ja oder Nein beantworten. Was die Organisation der ganzen Veranstaltung anbetrifft, ist das seit dem Sturz von Mosley eine ganz neue Dimension der Wirtschaftspolitik und in dem Punkt sind die Situationen überhaupt nicht vergleichbar. Ich kann mich nicht erinnern, daß 1999 (oder 2000 oder 2001) irgendjemand von Ferrariwerbeshow bis 2004 gesprochen hat oder Witze drüber gemacht wurden, daß Ferrari den Titel gewinnt egal welchen Fahrer sie da reinsetzen.
Um das genauer zu sagen müsste man sich wohl ansehen was damals und heute weltweit die leute am stammtisch/in den foren gemeint haben.

Des weiteren ist jetzt die formel 1 welt eigentlich gesättigt. Seit 2000, also die letzten 17 jahre gab es vl 5 oder 6 jahre in denen es den anschein hatte dass mehrere teams auf augenhöhe gekämpft haben. Heißt im umkehrschluss... Mindestens 10 jahre dominanz. Mercedes hat jetzt das pech, dass die regeln so bescheiden formuliert sind dass die anderen nur sehr langsam aufholen können, sie am anfang so viel besser waren und sie die letzten in einer reihe von dominanten teams sind.

Sollte mercedes diese saison wirklich wieder annähernd um eine sekunde schneller sein als alle anderen haben die anderen aber auch wirklich wieder schlechtere arbeit abgeliefert diese saison

2CV
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Re: Formel-1-Tests 2018 analysiert: Erst Mercedes und lange nich

Beitrag von 2CV » Di Mär 13, 2018 1:09 pm

Cave hat geschrieben:
Di Mär 13, 2018 11:35 am
Mercedes hat jetzt das pech, dass die regeln so bescheiden formuliert sind dass die anderen nur sehr langsam aufholen können, sie am anfang so viel besser waren und sie die letzten in einer reihe von dominanten teams sind.


Das hast du aber lieb gesagt; es gibt Leute, die sagen, Mercedes habe die Regeln formuliert:

Brawn hat - eine Ecclestoneaussage - als Benz-Teamchef exklusiv für die FIA das techn. Regelwerk des 2014er Reglements ausgearbeitet und da Benz schon - wie man wiederum von Lauda weiß - 2 Jahre vorher den Basismotor laufen hatte, hat er die Regeln so formuliert, daß sie dieser PU samt den Entwicklungsspezialitäten des Hauses entsprachen. Daher der Vorsprung dann.

Welcher zudem mittels durch Mercedesmehrheit von Anbeginn an gelenkten "demokratischen" (hust hust) Strategiegruppe erhalten wurde: Nichts ging durch, was den Vorsprung hätte gefährden können, nur ging durch, was ihn erhielt.

Das 'Pech' zu nennen ist da schon zynisch - ich nenne es hervorragende Organisation auf politischer Ebene. Und das war jetzt nur ein Ausschnitt, die Sache ist viel größer und endet nicht vor Todts Schreibtisch, der ein ausgesprochen autokonzernaffiner FIA-Präsi ist (ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger). Nur: Sport ist das halt nicht mehr.
Honda tritt von vorneherein im gemütlichsten Schongang erst ein Jahr später an und trödelt seitdem offenbar durch die Zeit bis 2021, und Renault sagt schon seit Jahr und Tag, vor 2021 gibt man nicht richtig Gas (haben sowohl Prost als auch Abiteboul beide mehrfach gesagt) - das stinkt nach Nichtangriffspakt.

Und DAS ist das was ich an der Benzära anders sehe als damals in der Ferrariära (um auf deine Frage in deinem vorletzten Beitrag nochmal einzugehen). So gnadenlos auf politischer Ebene vororganisiert war die Ferrari-WM-Serie damals (IMHO) nicht, die war schon sportlich erkämpft.

Da wurde 2014 die Tür zu einer neuen Dimension aufgestoßen und wenn Liberty es nicht schafft (falls sie es überhaupt tatsächlich vorhaben), mit dem Stahlbesen vom Paddock bis zur FIA-Zentrale in Paris radikal durchzukehren und "großreinezumachen", wird die F1 nie wieder ein Sport, sondern bleibt, was sie jetzt geworden ist, ein Infomercial der Autoindustrie. Zur Zeit für den Hybridantrieb. Niemand braucht ihn, er ist unökologisch, aber wenn er sich durchsetzt, haben alle Beteiligten gewonnen, auch FIAT, Renault und Honda. Da liegt der Hase im Pfeffer. Da werden sie mehr dran verdienen als sie in der F1, äääh, FI verloren haben. Von daher verliert da zur Zeit keiner - es muß nur klappen, daß der Hybrid sich durchsetzt, respektive durchgesetzt wird -. Das ist feinste Psychomanipulation des Marktes (der Konsumenten).

Of course: IMHO.
Halo ist nicht Sicherheits- od.Schönheits-,sondern Prinzipfrage: F1 sind offene Monoposti, der einzigartige Mix v.Mopped&Auto: Ungefährlicher als Mopped, gefährlicher als Auto; wem's zu gefährlich ist, ab zu Sport-&Tourenwagen. Nein zu Halo i.d.F1

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