Frage zur Ideallinie

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aju
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Frage zur Ideallinie

Beitrag von aju » So Mär 18, 2007 7:30 am

@BN

Du verrennst Dich da m.E. ein wenig

"Mazze" (sorry, der Username ist mir einfach zu lang...wer hat den eigentlich durchgewunken...tststs Bild ) hat doch geschrieben, dass er von Doppelkurven ausgeht, die eben NICHT in einem Zug zu durchfahren ist und auch die beiden Lesmos gehören da dazu.

Ist doch grundsätzlich egal, wie kurz oder lang die kurze Zwischengerade ist...

Also ich sehe da keine Probleme in seiner Schilderung

MadMarx
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Frage zur Ideallinie

Beitrag von MadMarx » Mo Mär 26, 2007 1:41 pm

es gibt 2 faktoren für das nach innen lenken auf kurzen oder langen zwischengeraden:

1. man fährt nicht gerne mit viel speed
am fahrbahnrand

noch wichtiger

2. airodynamische rennwagen erzeugen unter dem auto einen unterdruck. fährt man dicht am gras, wird gras und sand auf die strecke gewirbelt. um die reifen sauber zu halten lenkt man nach verlassen der kurve 1-2m vom rand weg. dadurch wird der weg nur unwesentlich länger.

gruß
chris

MB GT Racing
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Re: Frage zur Ideallinie

Beitrag von MB GT Racing » Di Dez 11, 2018 8:02 am

Gute Morgen,

es gibt noch eine Begründung dafür, den Effekt sieht man bei den Indy Cars auf Ovalen besser.

Wenn der Pilot nach der Kurve das Lenkrad aufmacht und so lenkt das er direkt gerade aus fahren will, also am Rand, dann bewirkt dieser Widerstand dass man 2-3 km/h verliert. Und da der Speed am Kurvenausgang immer wichtiger ist als beim Anbremsen oder Einlenken lässt man das Auto laufen am Kurvenausgang. Jetzt könnte man das Auto ja früher auslaufen lassen so das man den Schlenker nicht macht. Der Punkt ist schwieriger zu treffen und wenn man zu früh aufmacht verliert man halt auch Geschwindigkeit über dem Streckenrand, sei es durch Curbs oder Gras oder sonstiges.

Voyager1
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Re: Frage zur Ideallinie

Beitrag von Voyager1 » Di Dez 18, 2018 5:49 pm

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Die hier auch aufgeführten "psychologischen" Erklärungsversuche sind lieb gemeint, treffen jedoch nicht zu.

(Z.B. "... fährt nicht gern(!) am Fahrbahnrand, weil ... ." "... Tunnelblick ... ." "... Belohnungshormone ... ." etc.) All das spielt überhaupt keine Rolle und darf auch keine Rolle spielen. Sondern man fährt so, wie es unter den gegebenen Bedingungen die kürzeste Rundenzeit ermöglicht. Es ist ein Job, eine Aufgabe die bestmöglich zu erledigen ist.

In einem "echten" Rennfahrzeug, für einen richtigen Rennfahrer spielt Geschwindigkeit überhaupt keine Rolle. - Und die Geschwindigkeit auf der Geraden gleich dreimal nicht!

Ab dem Kurvenausgang liegt der Focus auf dem Bremspunkt / dem Kurveneingang der nächsten Kurve.

Die Gerade bis dorthin ist einfach nur lästig. Es dauert einem immer zu lange. Das Auto ist einem nie schnell genug.

Gefahren wird dort, wo es am sinnvollsten ist. Ob in der Fahrbahnmitte oder 20 Zentimeter neben der Mauer entlang. Für den Fahrer darf das jedenfalls kein Problem sein.

Voyager
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Voyager1
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Re: Frage zur Ideallinie

Beitrag von Voyager1 » Di Dez 18, 2018 11:11 pm

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Zu den "langweiligen" Geraden sei noch ein Aspekt zu deren Ehrenrettung nachgeschoben.

Das Befahren einer Geraden kann (konnte) fahrerisch durchaus sehr anspruchsvoll und nicht ungefährlich sein.

Nämlich als manche Rennstrecken (und Rennfahrzeuge) noch so gestaltet waren, dass richtige Windschatten-Schlachten stattfinden konnten. Als es möglich war, dass sich ein Pulk von vier, fünf oder mehr Fahrzeugen nebeneinander auffächerte um sich auf einer einzigen Geraden, häufig mehrmals, komplett neu zu sortieren. Und dies oftmals Runde für Runde bis Rennende. Als man manchmal 500 Meter vor dem Ziel noch nicht wissen konnte, in welcher Reihenfolge die Fahrzeuge die Linie überqueren werden. ...

... Da hatte man als Fahrer auch auf den Geraden Herausforderung und Unterhaltung. Denn es war Übersicht und zentimetergenaue Präzisionsarbeit bei Höchstgeschwindigkeit gefordert. Und alle Beteiligten mussten das auch können.

Voyager

(Bevor der Hinweis auf die Ovalrennen in USA kommt: Ist ähnlich - und doch anders).
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