Kindesmißhandlung oder nicht?

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VC
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Kindesmißhandlung oder nicht?

Beitrag von VC » Di Sep 20, 2005 11:36 am

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von The Pharao:
<strong> </font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von VC:
<strong> </font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv"> BTW: Gegen das Abschneiden der Vorhaut mit dem Hygieneargument, sei Dir nur mal gesagt: Waschen hilft! </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Du kannst schrubben soviel du willst, an die Hygiene die ein beschnittener Mann geniesst, der sich täglich wäscht, kommst du nicht ran.

Erst einmal Hirn einschalten und informieren, bevor du so einen Blödsinn schreibst. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Vielleicht solltest öfter das Wasser wechseln und nicht nur 1 mal im Jahr. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Vielleicht solltest du dein Badewasser besser nicht trinken. Bild

TT
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Beitrag von TT » Di Sep 20, 2005 11:37 am

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von flint:
<strong> die frage ist, was willst du erreichen, arno? den eltern zeigen, dass du damit nicht einverstanden bist und auch der deutsche staat und sie anzeigen? dann wird der kontakt wahrscheinlich abbrechen und die eltern führen die beschneidung doch irgendwie im geheimen, vielleicht im ausland, durch.
</strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">sorry, aber das wäre so, als ob du beim von mir erwähnten vergewaltiger sagst: "******* drauf, der kommt so oder so in 3 jahren wieder raus und macht dann weiter....also kann ich gleich weiter gehen."

nur weil in andere ländern andere sitten (und gesetze) herrschen, heißt das nicht, dass sie auch hier ok bzw legal sind...

Wenn es so sein soll wie Arno geschildert hat und er damit ein moralisches problem hat (und evtl das gesetz auch!?), sollte er das ding durchziehen.

Einen freund verlieren...hm, er schrieb, dass der typ im erweiterten bekanntenkreis ist...

Abgesehen davon würde ich auf den freund schei.ßen der so handelt.


Wer nichts tut macht mit!

PS: ob das ganze hygienischer ist oder nicht, tut IMHO überhaupt nichts zur sache. Es geht um die gefahr und die schmerzen denen das kind unfreiwillig ausgesetzt ist. Wenn das kind in zig jahren selbst eine beschneidung will, kann es das immer noch tun!


PSS: Don't feed the troll!

<small>[ 20.09.2005, 11:39: Beitrag editiert von: TT ]</small>

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HaPe
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Beitrag von HaPe » Di Sep 20, 2005 11:46 am

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von VC:
<strong>Viel schlimmer finde ich es Sauerkraut an die Kinder in Deutschland zu verfüttern, das jegliche Geschmacksnerven tötet und den Bewegungsapparat schädigt. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Bild Bild Bild Bild

flint
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Beitrag von flint » Di Sep 20, 2005 11:49 am

hier gehts nicht um andere länder, das sind (schätz ich mal) deutsche bürger. hier gehts auch nicht um vergewaltiger, sondern um leute, die ihre tradition befolgen. diese tradition war vor 200 jahren noch kein grund zur aufregung, mit unseren heutigen moralischen vorstellungen ist sie es schon.


und was soll die anzeige bringen? dem kind im speziellen? soll es der familie weggenommen werden? sollen alle religiös motivierten verwandten eingesperrt werden? solange das nicht passiert, ist die gefahr, dass das kind im geheimen beschnitten wird, immer noch da.


meine hoffnung wäre, dass ein nicht allzu verstockter rabbiner die familie vielleicht davon überzeugen kann, die beschneidung im krankenhaus durchzuführen. damit hätte man echt was fürs kind getan, anstatt alle mühlen des rechtsstaats in gang zu setzen, die in einigen jahren dann feststellen dürfen, was alles in dem fall schief gelaufen ist.

VC
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Beitrag von VC » Di Sep 20, 2005 11:54 am

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Die Beschneidung wird von einem dafür zuständigen Kultusbeamten, dem Mohel, vorgenommen oder von einem Arzt. Wie von dem Mohel medizinische Kompetenz gefordert ist, so muß ein Arzt sich der Tatsache bewußt sein, eine kultische Handlung auszuführen. Während in früheren Zeiten das Kind in der Synagoge beschnitten wurde, findet die Zeremonie heutzutage entweder zu Hause statt oder in einer Klinik, sofern ein kompetenter jüdischer Arzt zur Verfügung steht. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Beschneidung

TT
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Beitrag von TT » Di Sep 20, 2005 11:56 am

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von flint:
<strong> hier gehts nicht um andere länder, das sind (schätz ich mal) deutsche bürger. hier gehts auch nicht um vergewaltiger, sondern um leute, die ihre tradition befolgen. diese tradition war vor 200 jahren noch kein grund zur aufregung, mit unseren heutigen moralischen vorstellungen ist sie es schon.

</strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">sorry, aber dann kann man gleich noch 200-300 jahre weiter zurück gehen und hexen verbrennen o.ä.

die beschneidung von mädchen ist in den entsprechenden ländern auch tradition und frag mal die leute die das ausüben, ob das ganze gefährlich für das kind ist.....

Graf Zahl
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Beitrag von Graf Zahl » Di Sep 20, 2005 2:01 pm

Also weiter im Text *bbrrröööppsss* ... 'tschuldigung! Bild

Wo waren wir ... ach ja:
</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">... die körperliche Unversehrtheit ... Des weiteren handelt es sich hierbei um ein disponibles Rechtsgut, d.h. der Inhaber kann nach freiem Willen darüber verfügen.</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Fakt ist also: Wer (im erwachsenen Alter) aus freien, überzeugten Stücken sich an seinem besten Stück ein Stück entfernen lässt, der darf das! Aber der Säugling im Alter von 8 Tagen hat noch keinen freien Willen. Hier wäre also die Vornahme der Tat Körperverletzung falls nicht das Rechtsgut der freien Religionsausübung (inklusive der Vornahme entsprechender Riten) dem vorgehen würde.

Gehen wir also mal auf die Suche:
</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Strafrechtlicher Schutz
Die Beschneidung erfüllt den Straftatbestand der gefährlichen Körperverletzung nach § 223 a StGB, da sie mittels eines Messers durchgeführt wird. Strafbar machen sich hier die die Beschneidung Vornehmenden selbst, aber auch die Eltern, die sie zulassen. Sofern ein Arzt die Beschneidung vornimmt, kommt auch ein Berufsverbot nach § 70 StGB in Betracht.
Schließlich können sich diejenigen, die zu einer Beschneidung auffordern, wegen Anstiftung nach § 26 StGB oder die dabei behilflich sind wegen Beihilfe nach § 27 StGB strafbar machen.

Eine Beschneidung in Deutschland ist strafbar. Soweit sie durch zugelassene Ärzte vorgenommen wird, kann dies zum Verlust der Approbation führen. Nehmen Ausländerinnen oder Ausländer die Beschneidung vor, so können sie nach rechtskräftiger strafrechtlicher Verurteilung nach den in Betracht kommenden ausländerrechtlichen Vorschriften aus Deutschland ausgewiesen und ggf. abgeschoben werden.

Der Tatbestand der besonders schweren Körperverletzung nach §§ 224, 225 StGB, der mit einer Freiheitsstrafe von zwei bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird, wird durch die Beschneidung nicht erfüllt, da der Körper der Mädchen oder Frauen zwar auf Dauer entstellt wird, die Entstellung aber nicht für jedermann sichtbar ist. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Also, obwohl die Textpassage aus einem Artikel über die weibliche Genitalverstümmelung entnommen ist, müsste die männliche Beschneidung vor dem Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes ... natürlich gleich behandelt werden.

Allerdings ist die gefundene Quelle für mich nicht als sicher bzw. aktuell zu beurteilen.

Suchen wir also mal bei dejure.org: Seltsam ist für mich nur, das ein solcher 'Präzedenzfall' nicht unter den Entscheidungen zu §224 auftaucht.

Also hab' ich mal weitergesucht: Diskussionsthema im Forum deutsches Recht. Hier sollten eigentlich kompetente Personen aktiv sein. Ist aber auch sehr uneinheitlich ...

Fassen wir zusammen: Ich konnte noch keinen eindeutigen Hinweis darauf finden, das die Beschneidung (egal ob bei minderjährigen Mädchen oder Jungen) ein Straftatbestand nach §224 StGB darstellt.

Also muss ich meine subjektive Einschätzung heranziehen: Da ich keinen Beweis FÜR einen Straftatbestand mit meinen begrenzten Mitteln gefunden habe muss ich davon ausgehen, das bei einem solchen bekannten Standardfall KEIN Straftatbestand vorliegt. Ich könnte das allerdings mit meinem Rechtsempfinden nicht nachvollziehen, wenn bereits Eltern dazu per Gesetz zur Schule zu schicken obwohl Sexualkundeunterricht ihrem religiöses Empfinden widerspricht, dann muss das doch erst Recht für massive körperliche Eingriffe bei Säuglingen gelten. Bild

Aber noch habe ich keine abschließend gefestigte rechtliche Meinung zu dem Thema, auch wenn das unbefriedigend ist! Bild

Alone in the dark Grüsse von Graf Zahl

siggie
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Beitrag von siggie » Di Sep 20, 2005 2:41 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von Graf Zahl:
Also, obwohl die Textpassage aus einem Artikel über die weibliche Genitalverstümmelung entnommen ist, müsste die männliche Beschneidung vor dem Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes ... natürlich gleich behandelt werden.
</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Ich glaube das ist ein Fehlschluss. Beschneidung bei einem Jungen oder einem Maedchen bzw einer Frau sind nicht das gleiche, da es sich um total unterschiedliche "Operationen" mit total unterschiedlichen Konsequenzen handelt, mit uebrigens auch sehr unterschiedlichen Formen weiblicher Beschneidung von relativ "milden" Formen bis zur voelligen Verstuemmelung. Ich empfehle google mit einschlaegigen Begriffen. Hoffentlich schaegt es dir nicht auf das Mittagessen ...

ciao
siggie

<small>[ 20.09.2005, 14:42: Beitrag editiert von: siggie ]</small>

Graf Zahl
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Beitrag von Graf Zahl » Di Sep 20, 2005 4:34 pm

@Arno
Ich hab auch -nachdem ich mit meinem Latein am Ende war- nach dem Mittagessen mal unseren Justiziar gefragt ... der hat auch nur mit den Schultern gezuckt und war buffy. Allerdings interessiert ihn das Thema jetzt auch und ich soll ihn auf dem Laufenden halten wenn ich was herausfinde.

An der Wurzel gepackte Grüsse von Graf Zahl

Graf Zahl
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Beitrag von Graf Zahl » Di Sep 20, 2005 5:05 pm

Also ich glaube langsam ich stell mich mal dumm (das kann ich sicherlich) und frage mal beim Zentralrat der Juden in Deutschland per email an. Die werden doch sicherlich ein 'Standardstatement' in petto haben, das sie mal rausjagen können.

Wer nicht fragt bleibt dumm Grüsse von Graf Zahl

Graf Zahl
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Beitrag von Graf Zahl » Di Sep 20, 2005 5:24 pm

So Mail ist raus ... mal abwarten, was zuerst kommt: Eine Antwort oder eine Frage vom Verfassungsschutz! Bild

Scherz beiseite ... ich hab eine seriös formulierte Anfrage an den Zentralrat gestellt und da das zwar nicht unter den FAQs auf der HP stand aber doch ein Standardthema ist, sollte eine Antwort nicht lange auf sich warten lassen.

Ratzifatzi Grüsse von Graf Zahl

Graf Zahl
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Beitrag von Graf Zahl » Di Sep 20, 2005 5:31 pm

@Arno
Für wie bekloppt hälst du mich denn ... ich hab natürlich nicht meine private email benutzt Bild sondern meine Tarn-Addy Bild
youbloodybastardgotohell@ewigeverdammnis.de Bild
Klingt das etwa verdächtig? ... ich meine NEIN! Bild

War ich das etwa Grüsse von Graf Zahl

Tricky
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Beitrag von Tricky » Di Sep 20, 2005 7:09 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von Arno:
... offensichtlich ist das kein strafrechtlich relavanter Vorgang, ob schon mir das auch mehr als merkwürdig vorkommt.

Klingt komisch, ist aber wohl so.
Gruß
Arno

BTW: verstehen muß ich das auch nicht..... </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Das kommt mir auch seltsam vor. Ich las heute in der Zeitung, dass ein Tätowierer vom Amtsgericht Düsseldorf wegen Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde, weil er einer 13-Jährigen ohne schriftliche Genehmigung der Eltern ein Piercing verpasst hatte. Dass es auf Wunsch der 13-Jährigen geschah, spielte keine Rolle. Rechtslage: Tätowierungen, Ohrlochstechen und Piercing sind ein Eingriff in die körperliche Unversertheit eines Menschen.

Wenn so ein winziger Pieks schon als Körperverletzung angesehen wird, dann müsste das doch für Beschneidung erst recht gelten. Darüber hinaus würde ich von meinem Laienrechtsverständnis her behaupten, dass die körperliche Unversertheit des Schutzbefohlenen höher anzusiedeln ist, als das Recht auf Religionsfreiheit der Eltern. Ob es stimmt???

Zumindest bei den Zeugen Jehovas gilt das Argument "Religionsfreiheit" nicht, wenn sie bei Operationen sich selbst oder ihren Kindern Bluttransfusionen verweigern wollen, weil das nicht mit ihrem Glauben vereinbar ist. Ich weiß, dass sich die Krankenhäuser bei geplanten OPs vorher bei den Amtsgerichten die entsprechenden Verfügungen einholen, dass sie im Notfall eben doch Transfusionen verabreichen dürfen.

Daher mein Rat, wenn dir dieser Fall so am Herzen liegt, dann mach doch einfach eine Anzeige. Dann siehst du wie die Polizei reagiert und du musst dir zumindest nicht vorwerfen, nichts unternommen zu haben.

P.S. Der Vorwurf des Antisemitismus ist in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platz. Sollte tatsächlich versuchen auf dieser Basis zu argumentieren, so wäre das eher beschämend für den Betreffenden, aber nicht für dich.

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Beitrag von Lichtgestalt » Di Sep 20, 2005 8:02 pm

Die Beschneidung an sich muss hier gar nicht in Frage gestellt werden (eben wegen der schwierigen Sachlage zur Religionsfreiheit), sondern eher die Art und Weise wie sie durchgeführt werden soll. Die Argumente keine adäquate ärztliche Versorgung bei Problemen, Schmerzzufügung (ohne Betäubung), keine sterile Umgebung... das könnte das Gesundheitsamt interessieren. Evtl. haben die auch Tipps welches die richtige Stelle für derartige Sorgen ist.
In diesem Fall könnte Arno keine antisemitische Sichtweise unterstellt werden und er müsste nicht gleich mit Polizei, Körperverletzung und Gedöns anfangen.
Also, Gesundheitsamt wäre meine erste Anlaufstelle.
So wie es aussieht wird man die Beschneidung nicht verhindern können, aber die Eltern sollten wenigstens dazu gebracht werden die Sache ordentlich, den heutigen medizinischen Möglichkeiten angemessen, durchzuführen

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Beitrag von Feldo » Di Sep 20, 2005 10:16 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von Tricky:
<strong>

Zumindest bei den Zeugen Jehovas gilt das Argument "Religionsfreiheit" nicht, </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Sind die denn als Religionsgemeinschaft anerkannt? Ich denke nicht hier in Deutschland, da gelten die als Sekte wie auch Scientology...

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Beitrag von Tricky » Di Sep 20, 2005 10:44 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von Feldo:
Sind die denn als Religionsgemeinschaft anerkannt? Ich denke nicht hier in Deutschland, da gelten die als Sekte wie auch Scientology... </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Gute Frage. Aber ich meine, dass sie seit kurzem (2004 o. 2005) als Religionsgemeinschaft anerkannt werden.

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Beitrag von Feldo » Di Sep 20, 2005 10:58 pm

Stimmt, www.wachturm.de gibt auskunft.

all along the Watchtower Grüße von Feldo

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Beitrag von Graf Zahl » Mi Sep 21, 2005 12:08 am

@VC
Für einen Newbie mit 5 Beiträgen kommst du aber auch sehr nassforsch daher Bild ... also bitte die Ausdrucksweise 'etwas' zügeln, sonst gibt das Ärger! Bild

Zurück zum Thema:
Das Ganze ist natürlich nicht so einfach über einen moralischen Balken zu biegen, wie das hier und in der Öffentlichkeit manche gerne schnell tun! Es gibt auch Gegenargumente zu beachten:

Nr.1 Religionsfreiheit
</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Die ... Religionsfreiheit ist ein elementares Grundrecht und Menschenrecht, das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO aufgeführt ist.

Der genaue Text lautet:
"Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen in der Öffentlichkeit oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung eines Ritus zu bekunden." </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv"> </font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Das Deutsche Grundgesetz sichert die Religionsfreiheit in Art. 4 GG:
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Der zweite Absatz des Artikels 4 hat lediglich klarstellenden Charakter bezüglich der Religionsausübung.

Der Schutzbereich des Artikel 4 reicht von der positiven Religions- und Gewissensfreiheit über die entsprechende negative Freiheit zur kollektiven Freiheit (z.B. von Religionsgemeinschaften). Die positive Religionsfreiheit wird in das "forum internum" (die persönliche innere Überzeugung) und das "forum externum" (das nach außen wirkende Bekenntnis) unterteilt.

Dem Wortlaut nach ist die Religionsfreiheit schrankenlos. Dennoch kann die Religionsfreiheit eingeschränkt werden, allerdings nur durch kollidierendes Verfassungsrecht (Grundrechte anderer Personen oder Verfassungsprinzipien). So müssen Eltern ihr Kind auch dann zur Schule schicken, wenn sie aufgrund ihres Glaubens mit den Unterrichtsinhalten ihrer Kinder, wie beispielsweise der Evolutionstheorie oder der Sexualkunde, nicht einverstanden sind.</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">So und hier kommt nun die Beschneidung ins Spiel, die wohl unbestritten (siehe weiter oben) unter "Vollziehung eines Ritus" subsummiert werden kann ...

Aber wenn schon eine Beschränkung bei einem Unterrichtsfach erfolgen darf, so muss im Falle der Beschneidung erst recht Artikel 2 des GG greifen:
</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Das Grundrecht schützt sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit eines Menschen, nicht jedoch das soziale Wohlbefinden. Folter, Körperstrafen, Menschenversuche, Zwangskastration, Zwangssterilisation und ähnliche schmerzverursachende Maßnahmen werden durch diese rechtsstaatlichen Garantien verboten.

Kraft Gesetz kann die körperliche Unversehrtheit jedoch eingeschränkt werden, wodurch beispielsweise ermöglicht wird, potentiellen Straftätern zur Tatsachenfeststellung Blutproben zu entnehmen (§ 81a StPO) oder im Seuchenfall einen angeordneten Impfzwang (§ 20 Abs. 6 IfSG) durchzusetzen. Des weiteren handelt es sich hierbei um ein disponibles Rechtsgut, d.h. der Inhaber kann nach freiem Willen darüber verfügen.

Seinen strafrechtlichen Ausdruck findet es in den §§ 223-233 StGB. Die dort enthaltenen Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit umfassen die Körperverletzung mit ihren verschiedenen Qualifikationsdelikten, die Misshandlung von Schutzbefohlenen ...</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Also ziehen wir ein Zwischenergebnis: Gibt es ein Gesetz, welches EXPLIZIT die Körperliche Unversehrtheit im Falle des religiös motivierten Ritus der Beschneidung einschränkt oder handelt es sich um einen Straftatbestand nach §§223-233 StGB?

Die Verhandlung wird für die Mittagspause unterbrochen Grüsse von Graf Zahl

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Beitrag von VC » Mi Sep 21, 2005 12:10 am

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">sorry, aber dann kann man gleich noch 200-300 jahre weiter zurück gehen und hexen verbrennen o.ä. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Ach, lass uns doch noch ein bisschen weiter zurück gehen und die Römer aus Deutschland rausschmeissen, oder die Mauren aus Spanien oder ein paar Leichen ins Moor werfen, odda ?

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Beitrag von VC » Mi Sep 21, 2005 12:15 am

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv"> @VC
Für einen Newbie mit 5 Beiträgen kommst du aber auch sehr nassforsch daher [Shake] ... also bitte die Ausdrucksweise 'etwas' zügeln, sonst gibt das Ärger! [Grünes Smilie] </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Iss ja schon gut, Bild

aber darüber das in Deutschland beim Angeln den Fischen eins über den Kopf gehauen wird, nachdem man sie aus dem Wasser zieht, darüber regt sich keiner auf. Bild

flint
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Beitrag von flint » Mi Sep 21, 2005 12:21 am

@TT: mit dem rückblick in die vergangenheit wollte ich nur von dem "vergewaltigen"-vergleich wegkommen, der meiner meinung nach nicht angebracht ist.


nach dem posting von gz stellt sich mir die frage, womit man zufrieden ist. im von VC verlinkten artikel findet man auch die möglichkeit, die beschneidung in einer klinik durch einen kompetenten jüdischen arzt durchführen zu lassen. dabei gibt es keine schmerzen und keine hygienischen probleme.


die beschneidung bei den mädchen ist, soweit ich weiß, um einiges grausamer, weil ihnen die klitoris entfernt wird. die können dann spaß am sex vergessen. so schlimm ist es bei beschnittenen männern ja nciht.

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Beitrag von Graf Zahl » Mi Sep 21, 2005 12:22 am

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von VC:
aber darüber das in Deutschland beim Angeln den Fischen eins über den Kopf gehauen wird, nachdem man sie aus dem Wasser zieht, darüber regt sich keiner auf.</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">1. Wir sind hier auch kein Anglerforum
2. Kebabbuden ohne Genehmigung fallen auch nicht unter Freiheit der Religionsausübung.
3. So lange du deine Füsse unter den Tisch von F1total.com stellst ... Bild

Jetzt aber Mahlzeit Grüsse von Graf Zahl

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Beitrag von VC » Mi Sep 21, 2005 12:29 am

@Arno

Tut mir leid, das ich so "nassforsch" auf dein "Problem" das du mit uns hier teilst geantwortet habe.

Ich bin jemand, der stets seinem Gewissen folgt und deshalb, gebe ich dir den Tipp, zeig deinen Bekannten bei der Polizei an und du wirst dich besser fühlen.

Du wirst das Gefühl, das wohl tausende Leute in diesem Land mit dir teilen und geniessen dürfen, ein Verbrechen verhindert zu haben.

Damit dürftest du dich dann wieder besser fühlen, denn es gibt wohl kaum etwas schlimmeres, als wenn man etwas nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

Arno Bild

Renegade
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Kindesmißhandlung oder nicht?

Beitrag von Renegade » Mi Sep 21, 2005 12:55 am

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von Feldo:
<strong> </font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von Tricky:
<strong>

Zumindest bei den Zeugen Jehovas gilt das Argument "Religionsfreiheit" nicht, </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Sind die denn als Religionsgemeinschaft anerkannt? Ich denke nicht hier in Deutschland, da gelten die als Sekte wie auch Scientology... </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Wer hier mit Religionsfreiheit argumentiert hat nach meiner meinung ein anne wurst.
Was für eine Religion hat ein 8 tage alter Säugling den schon?


Gruß von Renegade: Vater von drei Kindern deren Unversehrtheit ihm sehr am Herzen liegt!

Graf Zahl
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Kindesmißhandlung oder nicht?

Beitrag von Graf Zahl » Mi Sep 21, 2005 5:10 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Original erstellt von Renegade:
Wer hier mit Religionsfreiheit argumentiert hat nach meiner meinung ein anne wurst.</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Nanana ... Bild

Also da bisher noch Funkstille herrscht, bin ich nochmal auf die Suche im Netz gegangen:

</font><blockquote><font size="1" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Rechtliche Aspekte
Die Beschneidung von männlichen Kindern und Jugendlichen in Deutschland wird juristisch nicht verfolgt, da zwar der Tatbestand der Körperverletzung erfüllt ist, die Tat aber aus den oben genannten Gründen (Religionsfreiheit d.R.) nicht als rechtswidrig gilt.

Die Beschneidung von weiblichen Kindern und Jugendlichen wird in Deutschland und vielen anderen westlichen Industrieländern als (schwere bzw. gefährliche) Körperverletzung verfolgt und bestraft." [&#8230;]
Quelle: Medicine Worldwide, 2002</font><hr /></blockquote><font size="2" face="Verdana,Helvetica,Arial,sans-seriv">Einen Link dazu setze ich lieber nicht rein, denn da gibt es auch Videodateien zum Download, die zu Abendessen nicht grade lecker sind Bild

Ein definitive rechtliche Stellungnahme aus einer Erstquelle habe ich aber immer noch nicht vorliegen.

Die Hand an der Wiege Grüsse von Graf Zahl

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