Der unglückliche Karriereverlauf von Nick Heidfeld (2)

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Denny Crane
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Der unglückliche Karriereverlauf von Nick Heidfeld (2)

Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 5:45 pm

Ich hatte über Nick Heidfeld für ein anderes Forum etwas geschrieben. Sein Karriereverlauf war wirklich mehr als unglücklich.


Es war in der Formel 1 Saison 1999, als Nick Heidfeld die Formel 3000 Europameisterschaft aufgemischt hat. Im Jahr zuvor hat er den Titel ganz knapp an Juan Pablo Montoya verloren, doch das letzte Jahr des alten Jahrtausends sollte seine Saison werden. Mit 59 Punkten wurde er souverän Meister, der zweiplatzierte Jason Watt konnte nur 30 Zähler nach Hause bringen. Mit 27 Punkten landete Gonzalo Rodriguez auf Platz 3, der parallel zur Formel 3000 Meisterschaft einzelne Champ-Rennen bei Penske-Mercedes fuhr in in Laguna Seca starb.

Während der Saison war Jordan-Honda die unumstrittene dritte Kraft in der Formel 1. Mit Heinz-Harald Frentzen hatte man einen Siegfahrer, aber mit Damon Hill hatte dieser einen Teamkollegen mit großen Motivationsproblemen, der seine Karriere eigentlich nach dem Silverstone-GP beenden wollte. Eddie Jordan hätte gerne Nick Heidfeld ins Team geholt, seine Kalkulation war offensichtlich: Der Shooting-Star der Formel 3000 würde in den verbleibenden acht Saisonrennen so gut einschlagen, daß McLaren-Mercedes nichts anderes übrig bleiben würde, als ihn schon zur Saison 2000 ins eigene Team zurückholen. David Coulthard wäre dann für die schwarz-gelben Hornissen frei gewesen. Es galt aus so gut wie ausgemacht, daß er eines Tages Mika Häkkinens Nachfolger beim damals von Mercedes-Benz unterstützen Team werden würde. Aber es klappte nicht mit dem Einstieg nach Silverstone. Erst hat Motorenlieferant Honda Eddie Jordan den eigenen Testfahrer Jos Verstappen aufs Auge gedrückt und nachdem Damon Hill den Silverstone-GP auf Platz 5 beendete, hat er sich das mit dem Karriereende kurzfristig anders überlegt. Er fuhr die Saison zu ende und die Tür zu Jordan-Honda war geschlossen.

Es blieb nur die Saison 2000, der von Mercedes-Benz unterstützte potentielle neue Michael Schumacher kam bei Prost-Peugeot unter. Das Team schnitt desolat ab, ein achter Platz in Monaco, für den es damals keine Punkte gab, war das beste Ergebnis. Noch hinter Minardi landete das Team des vierfachen Formel 1 Weltmeisters auf dem letzten Platz der Konstrukteursweltmeisterschaft. Dabei sah er gegen seinen ersten Teamkollegen Jean Alesi alles andere als schlecht aus. Er war keiner fürs Mittelfeld, wenn er doch nur endlich irgendwie zu McLaren stoßen könnte. 2001, das war klar, war ein Verbleib bei Prost absolut keine Alternative. Er mußte da weg, und zwar schnell!

Peter Sauber bot ihm ein Auto an. Zwar kamen die Motoren ausgerechnet von Erzrivale Ferrari, aber eine bessere Alternative bot sich dem Mann aus Mönchengladbach nicht. Er errang zwölf WM-Punkte, drei mehr als sein Teamkollege, ein Rookie namens Kimi Räikkönen. Bereits bei seinem dritten Rennen für Sauber, in Interlagos, gelang ihm sein erster Podestplatz. Es war der erste für das Team aus der Schweiz seit Jean Alesis drittem Platz beim legendären Spa 98. Und nachdem Mika Häkkinen seine Karriere mit der Saison 2001 beendete, hätte die Möglichkeit bestanden. Bei McLaren-Mercedes war ein Platz für Nick Heidfeld frei. Es gab aber ein Problem: Das einzige, was Mercedes-Benz bei McLaren zu entscheiden hatte, war die Farbe der Schubkarren, mit denen sie das Geld nach Woking gekarrt haben. Ron Dennis wollte lieber Kimi Räikkönen. Der hatte aber bei Peter Sauber einen langfristigen Vertrag, Heidfeld hätte man einfach so haben können. Das erste Gespräch zwischen Ron dem Don und Peter Sauber endete nach wenigen Minuten: Es gab absolut keine Basis für Verhandlungen. Nick Heidfeld stand bereit, aber Jürgen Hubbert, seinerzeit Vorstandsmitglied der damaligen Daimler-Chrylser AG und CEO der Mercedes-Benz Car Group, übernahm die Verhandlungen. Für viel Geld hat Mercedes-Benz Kimi Räikkönen zu McLaren-Mercedes geholt, Heidfeld blieb außen vor. Viele sagen, dies sei der entscheidende Punkt in seiner Karriere gewesen, hier sei der zukünftige McLaren-Mercedes Star zu einem dauerhaften Mittelfeldfahrer geworden. Heidfeld blieb bei Sauber und sein neuer Teamkollege wurde Felipe Massa. Das Auto war nicht gut, nur sieben Punkte konnte er erreichen - Massa hatte vier. Und während Massa als Testfahrer zu Ferrari ging, blieb Heidfeld abermals bei Peter Sauber.

2003 kehrte Heinz-Harald Frentzen zu dem Team zurück, das ihm einst, damals noch mit Werksunterstützung von Mercedes-Benz, den Einstieg in die Formel 1 ermöglich hatte. 17 zu 6 Punkte für Frentzen sahen den jüngeren im "Team Mönchengladbach" nicht gut aussehen. Trotzdem, bei Peter Sauber war für beide kein Platz mehr. Motorenlieferant Ferrari beanspruchte einen Platz für Felipe Massa und den Zuschlag fürs zweite Auto erhielt Giancarlo Fisichella.

Diesmal aber tat sich die Tür bei Eddie Jordan auf. Bloß daß die einstige dritte Kraft in der Formel 1, nachdem man die Honda-Werksunterstützung an BAR verloren hat und die Sponsoren Benson & Hedges sowie Deutsche Post AG das Team verlassen haben, nur noch ein notorischer Hinterherfahrer waren. Mit Minardi ring man um die vorletzten Plätze und noch während der Saison wurde das Team an Midland verkauft, das im Folgejahr noch einmal unter dem Namen Jordan fahren würde. Aber ohne Nick Heidfeld.

BMW wurde stattdessen auf den immer noch alles andere als talentfreien Fahrer aufmerksam und holte ihn zu Williams. Gerhard Berger, damals Motorsportdirektor der Bayern, machte sich für Heidfeld stark. Sir Frank Williams bestand darauf, daß es ein Shootout zwischen Heidfeld und dem damaligen Testfahrer Antonio Pizzonia geben solle. Heidfeld gewann es klar um im Januar 2005 wurden Mark Webber und Nick Heidfeld als die neuen Piloten für Williams-BMW bestätigt.

Dabei kam er in eine bereits kaputte Ehe. Williams und BMW war eine Partnerschaft, die noch weniger zueinander paßte als McLaren und Mercedes. Die Erfolge blieben aus - anders als in Woking, wo Daimler-Benz den Geldhahn niemals zudrehte. Im Sommer wurde die Trennung verkündet. BMW würde 80% des Sauber-Teams übernehmen und Williams würde mit Motoren aus dem Hause Cosworth antreten. Williams hat sich schon in den 80er Jahren von Honda keine Vorschriften machen lassen und im neuen Jahrtausend von BMW noch viel weniger. Heidfeld verließ das Team gemeinsam mit BMW und kehrte an alte Wirkungsstätte zurück - auch wenn ein neuer Name an der Tür des Hauses Sauber stand. 23 Punkte holte Quick Nick in seiner ersten Saison bei BMW. Weit mehr als seine Teamkollegen Jacques Villeneuve (7) und Robert Kubica (6). Trotzdem war es Robert Kubica, der 2008 in Montreal den einzigen Sieg für BMW geholt hat. Nick Heidfeld hält einen Rekord: Die meisten Podestplätze (12) ohne Sieg. Überhaupt sah er ausgesprochen gut aus neben Robert Kubica, trotz Montreal 2008. 2007 hatte er 61 zu 39 Punkte gegen Kubica, 2008 waren es 75 zu 60 für Kubica.

Aber nach dem Sieg in Montreal entschied man sich bei BMW, man würde nun den Fokus auf die Saison 2009 legen. Es war ein offenes Geheimnis wieso, niemand in Hinwil wußte den Grund, warum das Auto in der ersten Saisonhälfte so schnell war. Es war einfach gut aber wie sollte man es weiterentwickeln ohne einen Rückschritt zu riskieren? Man hoffte einfach, daß es 2009 wieder besser aussehen würde. Aber das tat es nicht, im Gegenteil. Der neue BMW war kein gutes Auto und während man es bei McLaren (Geld- und Technologietransfer aus Stuttgart sei dank) geschafft hat, ein schlechtes Auto zu verbessern, trat BMW auf der Stelle. Niemand verstand das Auto. 2008 war es gut, 2009 war es schlecht, aber jedesmal standen die Verantwortlichen dumm davor. Im August entschied sich BMW, der Formel 1 den Rücken zu kehren. Und während Robert Kubica relativ schnell bei Renault unterschrieb, war für Nick Heidfeld ein Verbleib in Hinwil immer eine Alternative. BMW ließ sich von dubiosen Investoren namens "Qadbak" blenden - Peter Sauber kaufte das Team zurück.

Doch am 16. November passierte das, was sich alle immer gewünscht haben. Mercedes-Benz hat endgültig genug von McLaren, nachdem in dieser Saison regelmäßig Rechnungen über Stuhlbenutzungsgebühren von Woking nach Stuttgart geschickt worden sind und 2010 gibt es Mercedes Grand Prix. Echte Silberpfeile gehen an den Start, als Fahrer wird Nico Rosberg bestätigt. Zweiter dürfte doch wohl Nick Heidfeld sein, der verlorene Sohn kann zurück zu Mercedes. Die Vertragsunterschrift bei Sauber ließ er sein, die Aussicht mit Mercedes um die Weltmeisterschaft zu fahren, war zu verlockend. Jeder hätte es ihm wohl gleichgetan, aber Mercedes-Benz hat ja noch einen verlorenen Sohn: Michael Schumacher. Nick Heidfeld geht leer aus. Bei Sauber fahren Kamui Kobayashi und Pedro dela Rosa, bei Mercedes GP hat es nur zum Test- und Ersatzfahrer gereicht und schlimmstenfalls ist seine aktive Formel 1 Karriere für immer beendet.

Was für ein Pechvogel! Aus ihm hätte richtig was werden können!

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Jan
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Beitrag von Jan » Sa Feb 06, 2010 6:11 pm

Toller Beitrag DC Bild

Wie ich drüben schon schrieb, mit WW als Manager wäre er sicher 2001 zu MCL gekommen....

Juan_Pablo
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Beitrag von Juan_Pablo » Sa Feb 06, 2010 6:26 pm

Hallo Moderatoren!!!!

Brauchen wir wirklich 2 Threads für eine gescheiterte F1 Karriere Bild bzw. für einen Testfahrer? Bild

Donnie Brasco
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Beitrag von Donnie Brasco » Sa Feb 06, 2010 6:26 pm

Jammer-Runde für Heidfeld-Fans 2.0 Bild
Seht es doch endlich ein: Heidfeld ist nur guter Durchschnitt und nicht der nächste Schumi!
Hätte Heidfeld das kapiert, dann wäre er sicher bei Virgin oder Lotus landen können, siehe bodenständige Piloten --> Kova, Trulli und Glock

"...während man es bei McLaren (Geld- und Technologietransfer aus Stuttgart sei dank) geschafft hat, ein schlechtes Auto zu verbessern..."

Das ist wirklich lächerlich...
Schlechtes Auto --> McLaren schuld
Gutes Auto --> Mercedes sei dank
... Soll ich dich daran erinnern, welcher Motor 2005 reihenweise hochgegangen ist und Kimi die WM vermasselt hat?

Denny Crane
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Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 6:42 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von *jan72:

Wie ich drüben schon schrieb, mit WW als Manager wäre er sicher 2001 zu MCL gekommen.... </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Und wie ich drüben schon schrieb, glaub ich das leider nicht. Das einzige, was Mercedes bei McLaren zu entscheiden hatte, war die Farbe der Schubkarren, in denen sie das Geld gebracht haben.

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Fairnando:
Das ist wirklich lächerlich...
Schlechtes Auto --> McLaren schuld
Gutes Auto --> Mercedes sei dank
... Soll ich dich daran erinnern, welcher Motor 2005 reihenweise hochgegangen ist und Kimi die WM vermasselt hat? </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Diese Interpretation meiner Aussage ist manipulativ, aber das weißt Du auch.

MattMurdog
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Beitrag von MattMurdog » Sa Feb 06, 2010 7:00 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Juan_Pablo:
<strong> Brauchen wir wirklich 2 Threads für eine gescheiterte F1 Karriere Bild bzw. für einen Testfahrer? Bild </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">da der andere geschlossen wurde und gesagt wurde das ruhig ein weiterer geöffnet werden darf, erübrigt sich deine Frage....

zwingt dich irgendjemand den Kram zu lesen? ach ne, kann ja nicht sein, ansonsten hättest du ja nicht gefragt...

bb
Matt

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Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 7:14 pm

Ich wage zu behaupten, Nick Heidfeld war das größte Opfer der Verbindung McLaren-Mercedes. Wäre Mercedes GP zehn Jahre eher auf die Beine gestellt worden, die Sache hätte ganz anders aussehen können.

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Beitrag von 1502 » Sa Feb 06, 2010 7:19 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Denny Crane:
<strong> Ich wage zu behaupten, Nick Heidfeld war das größte Opfer der Verbindung McLaren-Mercedes. Wäre Mercedes GP zehn Jahre eher auf die Beine gestellt worden, die Sache hätte ganz anders aussehen können. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Warum haben sie ihm dann jetzt einen Fahrer vorgezogen, der vor drei Jahren zurückgetreten ist? Heidfeld ist eher ein Opfer von Mercedes als von McLaren. Ron Dennis hat ihm meines Wissens nie etwas versprochen.

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Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 7:21 pm

Weil Michael Schumacher der größere verlorene Sohn ist.

Aber es stimmt, Ron der Don hat ihm nie was versprochen. Nur die, die seine Machenschaften über Jahre ausgebadet haben.

Naja, auf der anderen Seite dürfte BMW sich bedankt haben. Bei Sauber und mit Heidfeld haben sie doch gut profitiert von Mercedes.

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Beitrag von Jan » Sa Feb 06, 2010 8:47 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Denny Crane:
<strong> Ich wage zu behaupten, Nick Heidfeld war das größte Opfer der Verbindung McLaren-Mercedes. Wäre Mercedes GP zehn Jahre eher auf die Beine gestellt worden, die Sache hätte ganz anders aussehen können. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Naja, dann hätte

1. MSC Garantiert auch bei MGP angedockt
2. Heidi sicher alâ Nico wie nu als 2ter Pilot angedockt
3. MSC hätte keinen einzigen Titel bei den Roten geholt, und Fer. würde weiter im Mittelfeld alâ 80/90 er rumdümpeln
4. MCL nie so Groß geworden, wie sie es nun sind, denn RD hat in den letzten 14 Jahren gut an Benz verdient, gelle.

Aber wäre, hätte wenn aber, die Zeit kann eh keiner zurückdrehen.....

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Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 8:54 pm

Sehe ich genauso. McLaren war 1994 auf dem Weg, den damals schon Lotus und Tyrrell gegangen sind, auf den Williams ihnen später gefolgt ist.

Das war ja überhaupt nie eine Liebesehe, sondern immer nur eine Zweckgemeinschaft. McLaren war nur noch Schatten seiner selbst und Mercedes merkte (was BMW später bestätigte), daß man mit Sauber aus dem Mittelfeld nicht an die Spitze aufrücken konnte.

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Beitrag von Jan » Sa Feb 06, 2010 9:14 pm

Das mit BMW und Sauber möcht ich nicht unterschreiben, die Dussels haben sich soooo auf Ihr doofes KERS Konzentriert, sollte unbedingt 09 an Bord, auch gegen wiederspruch aller anderer Teams, wer weis, wie gut BMW ohne Kers gewesen wäre, also komplett anderes Auto ohne Kers gebaut hätten.
Nachher, als die Kers einfach ausgebaut haben, war die Karre noch schlechter, aber man mußte ja den Schwanz einziehen, und PS wieder aus der wohl verdienten Rente holen, und Heidi damit auf die Strasse setzen, anstatt noch 1 bis 2 Jahre weiter fahren.

Denny Crane
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Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 10:30 pm

Schon 2008 hat ja gezeigt, daß der BMW zwar gut war, aber daß ihnen das letzte bißchen für die Spitze gefehlt hat. Die haben, weil ihnen das Verständnis für ihr Auto gefehlt hat, nichts großartig verändern können, ohne einen Rückschritt zu riskieren.

2009 war ihr Auto zufällig viel schlechter als 2008 - und wieder konnten sie nichts verändern, weil sie nicht wußten, wo sie anfangen sollten. Ihnen fehlte schlicht das Verständnis für ihr Auto. Und ich befürchte, daß eine langfristige Partnerschaft Sauber-Mercedes einen ähnlichen Verlauf genommen hätte wie das Projekt BMW-Sauber: Mehr als sporadische Einzelsiege wären halt nicht drin gewesen.

Das war Norbert Haug 1994 klar! Also ergriff er die Chance, bei McLaren einzusteigen, die sich damals auf den Lotus-Tyrrell-Weg gemacht haben und einen starken Partner brauchten. Und so begann eine Partnerschaft, die von beiden Seiten nie mehr als zweckmäßig war - ein Modell, das für Mercedes-Benz nicht zukunftsfähig war. Zu teuer, zu ineffizient, zu wenig Mitspracherecht, zu viele Häßlichkeiten, die man selbst wieder ausbügeln mußte (hätte Norbert Haug 2007 keine Daimler-Diplomaten nach Paris geschickt, würde McLaren heute wahrscheinlich nicht mehr existieren) etc.

Hätte man sich jetzt aber wirklich schon nach ein paar Jahren getrennt, hätte man Mercedes GP um die Jahrtausendwende auf die Beine gestellt, dann wäre das Duo wahrscheinlich Schumacher/Heidfeld gewesen (wahrscheinlich auch damals schon mit Ross Brawn) und Nicks Karriere wäre zumindest sehr viel erfolgreicher gelaufen.

Donnie Brasco
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Beitrag von Donnie Brasco » Sa Feb 06, 2010 10:34 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von *jan72:
<strong> </font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Denny Crane:
<strong> Ich wage zu behaupten, Nick Heidfeld war das größte Opfer der Verbindung McLaren-Mercedes. Wäre Mercedes GP zehn Jahre eher auf die Beine gestellt worden, die Sache hätte ganz anders aussehen können. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Naja, dann hätte

1. MSC Garantiert auch bei MGP angedockt
2. Heidi sicher alâ Nico wie nu als 2ter Pilot angedockt
3. MSC hätte keinen einzigen Titel bei den Roten geholt, und Fer. würde weiter im Mittelfeld alâ 80/90 er rumdümpeln
4. MCL nie so Groß geworden, wie sie es nun sind, denn RD hat in den letzten 14 Jahren gut an Benz verdient, gelle.

Aber wäre, hätte wenn aber, die Zeit kann eh keiner zurückdrehen..... </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Punkt 3 sehe ich anders. Ferrari hätte dann immernoch Ross Brawn, Rory Byrne und Jean Todt. Die Titel hätte dann ein anderer Pilot eingefahren, den Ferrari verpflichtet hätte.

Denny Crane
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Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 10:36 pm

Ross Brawn und Rory Byrne wollten ja mit Michael Schumacher zusammenarbeiten. Dem Mann, der ihnen das technische Feedback gab, das sie brauchten.

Wie ich gerade schrieb: Wäre Mercedes GP zehn Jahre eher gemacht worden, wäre Michael Schumacher damals schon dort gefahren und vermutlich auch schon mit Ross Brawn.

Wobei Jean Todt sicher eine Schlüsselrolle bei diesem Erfolg hat. Für die anderen Teams sicher ein Glücksfall, daß der Mann sich heute höheren Aufgaben widmet. Aber es wurde auch Zeit, bei Ferrari hat er gezeigt, daß er einen Chaos-Laden auf Vordermann bringen kann. Ich wage allerdings zu behaupten, daß die FIA in einem viel desolateren Zustand ist als Ferrari es jemals war.

Rogue
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Beitrag von Rogue » Sa Feb 06, 2010 10:46 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Denny Crane:
Ich wage allerdings zu behaupten, daß die FIA in einem viel desolateren Zustand ist als Ferrari es jemals war. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Nee-ee-ee! Denny, da biste ausnahmsweise schief gewickelt!
Desolat buchstabierte man damals Fer
und Chaos+Unfähigkeit+Intrigantentum+Mafia buchstabierte man rari

Das war ein heilloses Durcheinander damals, jeder kochte sein Süppchen, vom Arbeiten haben sie nichts gehalten, die Entwicklungsabteilung saß in England und gab die Masse in Zoll und Yard vor und in Italien wurde nach Zentimetern und Metern gearbeitet.
Das ist nur wenig übertrieben, kannste glauben!

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Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 10:50 pm

Ich weiß daß es nicht übertrieben ist. Nicht zu vergessen daß Jean Todt den Alkoholkonsum in der Boxengasse während des Rennens untersagt hat.

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Beitrag von Jan » Sa Feb 06, 2010 10:54 pm

Recht hat DC trotzdem..... Brawn und alle anderen Spitzenleute wären schon zur Jahrtausendwende mit zu MGP gegangen.

Todt allein hätte vermutlich auch bei Fer. nix bewirken können, Fer. war nur wegen der Troika so Erfolgreich.

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Beitrag von Rogue » Sa Feb 06, 2010 10:55 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Denny Crane:
Ich weiß daß es nicht übertrieben ist. Nicht zu vergessen daß Jean Todt den Alkoholkonsum in der Boxengasse während des Rennens untersagt hat. </font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Jepp, genau!

Und egal, was die Kids hier von Mosley halten, er hat seinen Laden mit Sicherheit sauberer hinterlassen als damals Ferrari von Todt vorgefunden wurde.

Du hast mit deiner Einschätzung von Todt hundertpro recht: es wird sich noch als Segen für den Motorsport allgemein herausstellen, dass Todt der FIA-Chef ist.

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RWE
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Beitrag von RWE » Sa Feb 06, 2010 11:07 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Denny Crane:
<strong> Weil Michael Schumacher der größere verlorene Sohn ist.

Aber es stimmt, Ron der Don hat ihm nie was versprochen. Nur die, die seine Machenschaften über Jahre ausgebadet haben.

Naja, auf der anderen Seite dürfte BMW sich bedankt haben. Bei Sauber und mit Heidfeld haben sie doch gut profitiert von Mercedes. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Bild

Tja wäre Mercedes mal bei Sauber geblieben wäre das alles nicht passiert Bild
Aber vermutlich hat sie der böse Don wie eine Spinne ins Netz gelockt und ausgesaugt bis zum letzten.

Überhaupt kommt mir der Fall Frentzen und der Stern viel zu kurz in Deinem Beitrag, der ja wohl das viel größere und talentiertere Opfer von Mercedes war.

Nichts gegen Heidfeld, aber was Du Dir da zurechtstrickst geht auf keine Kuhhaut. Bild
Und was Schumacher betrifft:
Er ist vor allem, der neben seiner einmaligen Vita, viel besser zu vermarktendere verlorene Sohn. Bild
Wobei: Physisch isser auch größer, stimmt.

<small>[ 06.02.2010, 23:18: Beitrag editiert von: RWE ]</small>

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Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 11:09 pm

großartig argumentiert Bild
absolut sachlich Bild
dem ist nichts hinzuzfügen Bild
jeder Widerspruch zwecklos Bild

Meinen Glückwunsch! Mit diesem Beitrag wurde der Begriff Argumentationstalent neu definiert. Hochachtung!

Donnie Brasco
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Beitrag von Donnie Brasco » Sa Feb 06, 2010 11:13 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Denny Crane:
<strong> Ross Brawn und Rory Byrne wollten ja mit Michael Schumacher zusammenarbeiten. Dem Mann, der ihnen das technische Feedback gab, das sie brauchten.

Wie ich gerade schrieb: Wäre Mercedes GP zehn Jahre eher gemacht worden, wäre Michael Schumacher damals schon dort gefahren und vermutlich auch schon mit Ross Brawn.

Wobei Jean Todt sicher eine Schlüsselrolle bei diesem Erfolg hat. Für die anderen Teams sicher ein Glücksfall, daß der Mann sich heute höheren Aufgaben widmet. Aber es wurde auch Zeit, bei Ferrari hat er gezeigt, daß er einen Chaos-Laden auf Vordermann bringen kann. Ich wage allerdings zu behaupten, daß die FIA in einem viel desolateren Zustand ist als Ferrari es jemals war. </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Glaubst du ernsthaft das Ross und Rory ihren Arbeitgeber nur wegen Schumacher gewechselt haben? Der ausschlaggebende Grund waren wohl die ganz vielen Dollars die zur dieser Zeit nur Ferrari bieten konnte.
Genauso war es bei Schumacher...

Hier schwimmen zu viele Silberfische im Becken, da habe ich mit meinem springenden Pferd keine Chance...
Wir Ferrari-Fans sind so einsam in Deutschland, seitdem dieser Kerl und verlassen hat Bild

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Beitrag von Denny Crane » Sa Feb 06, 2010 11:17 pm

Also zunächst mal war ich immer schon Mercedes-Fan und das war die letzten 15 Jahre wahrlich nicht einfach. Weder war man in der Mehrheit noch war man auf der Seite der fairen Sportsmänner.

Aber ist Michael Schumacher mit "seinen Leuten" nur des Geldes wegen zu Ferrari gegangen? Wäre er bei einem ähnlichen Angebot zu McLaren-Mercedes gewechselt?

Oder war ihnen vielleicht klar, daß sie besser zu Ferrari als zu McLaren gepaßt haben?

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Beitrag von Jan » Sa Feb 06, 2010 11:17 pm

</font><blockquote><font size="1" face="Arial,sans-seriv">Zitat:</font><hr /><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Original erstellt von Rogue:
<strong> Jepp, genau!

Und egal, was die Kids hier von Mosley halten, er hat seinen Laden mit Sicherheit sauberer hinterlassen als damals Ferrari von Todt vorgefunden wurde.

Du hast mit deiner Einschätzung von Todt hundertpro recht: es wird sich noch als Segen für den Motorsport allgemein herausstellen, dass Todt der FIA-Chef ist.

Rogue </strong></font><hr /></blockquote><font size="2" face="Arial,sans-seriv">Der Meinung bin ich Grundsätzlich auch, man hat allerdings, die letzten fast 5 Monate nix von Todt gehört, oder er mistet den Fia Laden erstmal Intern aus, so das man noch gar nix mitbekommen hat.

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