Konstrukteurs-WM - überflüssig oder gar schädlich für die F1?

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Maglion
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Konstrukteurs-WM - überflüssig oder gar schädlich für die F1?

Beitrag von Maglion » Di Okt 23, 2018 2:17 pm

Ich bin der Meinung, dass eine Konstrukteurs-WM, so wie sie aktuell praktiziert wird, in der heutigen Zeit überholt ist und der Formel 1 mehr schadet als nutzt!

Das Reglement ist inzwischen so eng formuliert, dass es nahezu keinen Spielraum für neue Innovationen gibt und die entscheidenden Lösungen, sind so komplex und unscheinbar, dass sich die F1-Fans dafür nicht interessieren - es ist kein Mehrwert mehr, der irgendeinen Einfluss auf den Erfolg der Formel 1 hat - im Gegenteil, denn der Kampf der Konstrukteure gegen das Reglement, führt oft zu hässliche Autos und Kleinklein Firlefanz am Auto, der nur viel Geld kostet und die Autos extrem empfindlich machen. Inzwischen sind die Fans von dem ganzen Technikkram, den sie nicht verstehen, genervt - wieso also jedes Jahr Milliarden dafür ausgeben?

Jeder sollte sich mal fragen, wieso er Formel 1 schaut und wie groß der Anteil der Technik und die Unterschiede der Technik der Teams an der Faszination F1 ist, sofern man überhaupt noch von der F1 fasziniert ist?!

Wenn man die Fans fragt, was sich für die F1 wünschen, dann kommen ein enger WM-Kampf, eine hohe Leistungsdichte inkl. möglich abwechslungsreichen Rennergebnissen und aufregende Zweikämpfe ganz oben auf der Wunschliste. Technische Dinge kommen viel viel später und dann eher reduziert auf z.B. Optik und Sound.
Aber diese Wünsche sind kaum zu realisieren, so lange das Reglement genügend Spielraum lässt, damit ein einzelnes Team sich einen so großen Vorteil erarbeiten kann, der eine mehrjährige Dominanz zur Folge hat. Selbst wenn man jetzt die Dominanz von Mercedes bricht, wird sich ein Team finden, das diese Position einnimmt und das Klagen geht von vorne los.

Bis auf Ferrari gibt es doch kein einziges Team mehr, das eine wirklich relevante Fan Basis hat. Fans sind in erster Linie Fans von Fahrern oder vom Motorspoprt im allgemeinen und nicht von Teams. Da muss man schon mal die Frage stellen, wieso man eine Konstrukteurs WM benötigt und finanziert ?!

Wäre es nicht mal an der Zeit, dass man alle alten Zöpfe abschneidet, die inzwischen zu einer Last geworden sind und kaum noch einen Mehrwehrt bieten?
Da die F1 es geschafft hat, nahezu alle Traditionsteams zu zerstören, um dann Retortenteams zu etablieren, die nur den schönen Schein wahren, könnte man doch gleich den nächsten Schritt wagen und Einheitsautos einführen, die auf einem extrem hohen Niveau sind und genau das bieten, was sich die Fans wünschen? Es wäre dann noch immer die Königsklasse, aber eben deutlich billiger, mit deutlich mehr Wettkampf und einer Fokussierung auf die Fahrer, die schon lange die einzigen Stars der F1 sind. Es würde dann keinen Kampf zwischen Reglement und Konstrukteuren geben, der Milliarden vernichtet, sondern die Leistung der Teams beschränkt sich alleine noch darauf, das Auto so zuverlässig wie möglich zu bauen und die vorhandene Technik so effektiv wie möglich zu nutzen.

Liberty finanziert die Entwicklung des ultimativen F1-Autos, das im Auftrag der FIA von den besten Köpfen der F1 entwickelt wird - da gäbe es genügend Spielraum für echtes Hightech und Innovationen, nur mit dem Unterschied, dass davon ALLE profitieren - Teams, Fahrer, Zuschauer und die Vermarkter. Dieses ultimative F1-Auto kann zu einem Bruchteil der Kosten, in allen Bereich neue Maßstäbe setzen - egal ob Speed, Optik, Sound oder Rennaktion. Man könnte sogar die Fans bei der Entwicklung des F1 Autos mit einbinden und deren Wünsche viel mehr berücksichtigen, was die Bindung zur F1 deutlich stärken sollte.

Die FIA könnte so viel einfacher eingreifen, wenn das Auto nicht das liefert, was man sich wünscht.

So könnte man die F1 zu einer Hightech-Rennserie entwickeln, die auch wieder technisch begeistern kann und die den Fahrer in den Mittelpunkt rückt, indem man die Anforderungen an den Fahrer deutlich erhöht und diese Anforderungen in Bereichen liegen, von denen der Fan etwas hat - also mehr Fahrzeugbeherrschung im absoluten Grenzbereich über das gesamte Rennen, anstatt Reifenschonen, Materialschonen oder irgendwelchen Taktikspielereien.
Dadurch wertet man auch die Fahrer WM-Titel enorm auf.

Die Teams finanzieren sich dann zum Teil über die Vermarktungserlösen, von denen jedes Team den gleichen Betrag bekommt, der Rest wird über Erfolgsprämien eingefahren. Das würde auch dazu führen, dass die Teams nur noch die besten Fahrer in ihr Team holen und keine Paydriver mehr benötigen, was automatisch dazu führen wird, dass auch bei den Fahrern die Leistungsdichte maximiert wird, was dann automatisch auch die Qualität der Rennen weiter steigert.

So wäre dann in der F1 auch wieder genügend Geld übrig, damit die F1 wieder ein Geschäftsmodell wird, mit dem man ein Business aufbauen kann, anstatt dort das Geld aus einem gut laufendem Business zu verbrennen. Eine Folge wären dann wieder neue und eigenständige Teams, die eine Tradition aufbauen können, wie Williams, McLaren oder Ferrari.
SimSeat-Racer

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