Pepe Marti erklärt: So kam es zum wilden Überschlag in Sao Paulo
Beim Sao-Paulo-E-Prix verlor Rookie Pepe Marti kurz vor dem Ziel die Kontrolle und überschlug sich: Jetzt spricht er offen über die entscheidenden Fehler
(Motorsport-Total.com) - Pepe Marti sorgte bei seinem Formel-E-Debüt in Sao Paulo am Samstag für einen der spektakulärsten Momente des Rennens. Zwei Runden vor dem Ziel hob der Cupra-Kiro-Pilot nach einer Kollision mit Antonio Felix da Costa und Nico Müller ab und überschlug sich. Marti blieb unverletzt, gestand jedoch unmittelbar nach dem Rennen einen klaren Fahrfehler ein.
© Alastair Staley / LAT Images via Getty Images
Pepe Martis erstes Formel-E-Rennen endete mit einer Schrecksekunde Zoom
"Ich fahre seit fünf Jahren Formelautos. Es ist sehr anders, aber solche Fehler dürfen nicht passieren", so der Spanier, der zuletzt noch in der Saison 2025 in der Formel 2 aktiv war. "Und nicht in dieser Größenordnung und mit dieser Wucht."
Die Situation entstand während einer Full-Course-Yellow-Phase, die ausgelöst wurde, nachdem Mitch Evans die Mauer getroffen hatte. Marti reagierte zu spät auf die Geschwindigkeitsbegrenzung und fuhr in das Heck der beiden vor ihm fahrenden Fahrzeuge. Der Aufprall ließ das Auto des Spaniers abheben und überschlagen, doch er konnte schnell aussteigen.
Er begründete den Unfall damit, dass er aus den Formelklassen im Rahmenprogramm der Formel 1 andere Abläufe bei neutralisierten Rennphasen gewohnt sei. "Es war eine Kombination aus vielen Dingen. Ich bin Formel 2, Formel 3 gewohnt, wo man das virtuelle Safety-Car bis zum Limit ausreizt. Man versucht immer, ans Limit zu gehen, den Boxeneingang auszunutzen, alles, um Tausendstel zu finden."
"Ich sah das Full Course Yellow, das ich im Simulator geübt hatte und in Valencia während der Vorsaisontests", so Marti weiter. "Und natürlich haben die Fahrer hier, vor allem wenn noch zweieinhalb Runden übrig sind wie in diesem Fall, sowohl Antonio als auch Nico diese fünf Sekunden nicht bis zum Limit ausgereizt."
Marti fügte an, dass er die rechtzeitige Reduzierung auf die vorgeschriebene Geschwindigkeit bereits eingeleitet hatte, die Autos vor ihm jedoch nicht schnell genug aus dem Weg waren: "Ich wäre rechtzeitig auf die erlaubte Geschwindigkeit gekommen, aber leider verschwinden Autos nicht einfach. Also bin ich in sie hineingefahren und abgehoben. Es ist schade."
Der Rookie meinte außerdem, dass der Unfall auf einer permanenten Rennstrecke womöglich verhindert worden wäre: "Wenn es Mexiko oder Jarama oder irgendein anderer Ort gewesen wäre, der Platz hat und kein Stadtkurs ist, dann wäre ich vielleicht ins Gras gefahren und hätte den Unfall vermieden und das Rennen fortgesetzt. Aber hier trifft man entweder die Mauer oder ein Auto oder versucht, durch die Mitte zu fahren und hofft, dass sie einen sehen und Platz machen. Aber beim Bremsen wusste ich bereits, dass es schlecht aussah. Alles ging sehr schnell, man hatte kaum Zeit."
Besonders bitter für Marti war, dass er sich zuvor in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht hatte. "Wir waren auf Kurs für einen Platz zwischen vier und sechs. Das wäre im ersten Rennen ausgehend von Platz 14 ein großartiges Ergebnis. Wir hatten aus strategischer Sicht ein sehr gutes Rennen, das Team hatte sich sehr gut vorbereitet. Das Set-up, die Systeme, alles war optimal. Ich denke, wir hatten heute ein sehr starkes Auto."

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