Werde jetzt Teil der großen Community von Motorsport-Total.com auf Facebook, diskutiere mit tausenden Fans über den Motorsport und bleibe auf dem Laufenden!
Gen4-Bolide der Formel E: Fast so schnell wie die Formel 1?
Das neue Gen4-Auto markiert den größten Technologiesprung in der Formel E und soll die Serie so nah wie nie zuvor an die Performance der Formel 1 bringen
(Motorsport-Total.com) - Die Formel E geht ab der Saison 2026/27 mit dem neuen Gen4-Boliden an den Start. Laut Serienchef Jeff Dodds wird das Auto die elektrische Weltmeisterschaft so nah wie nie zuvor an die Performance der Formel 1 heranbringen.
© FIA Formula E
So sieht das Gen4-Auto der Formel E aus Zoom
"Der Sprung von Gen3 zu Gen4 ist größer als jede Generation zuvor. Allradantrieb, 71 Prozent mehr Leistung, etwa zehn Sekunden pro Runde schneller als das aktuelle Auto. Es gibt keinen Zweifel daran, dass das die Lücke zur Formel 1 stark schließt", sagte Dodds im Rahmen des Saisonauftakts in Sao Paulo im Gespräch mit der lateinamerikanischen Ausgabe von Motorsport.com.
Das kürzlich präsentierte Gen4-Auto stellt in allen Leistungsbereichen einen deutlichen Technologiesprung dar. Die neue Generation soll bis zu 600 kW leisten, also über 800 PS. Damit legt die Formel E gegenüber dem aktuellen Gen3 Evo massiv zu, der maximal 350 kW beziehungsweise 469 PS erreicht.
Viel Performance für kleines Geld
Neu ist außerdem permanenter Allradantrieb. Beim Gen3 war dieser nur in Qualifying-Duellen, beim Start und im Attack-Mode aktiv. Zusätzlich erhält der Gen4 zwei Aero-Konfigurationen: eine Variante mit viel Abtrieb für das Qualifying und ein mit wenig Abtrieb für das Rennen. Das Auto selbst wächst in Länge und Breite und wirkt damit deutlich imposanter.
Dodds geht sogar davon aus, dass das Verhältnis sich weiter zugunsten der Formel E entwickeln könnte. Die neuen Formel-1-Regeln für 2026 werden nach aktuellem Stand zunächst langsamere Autos hervorbringen. "Der Abstand wird sehr klein sein", so Dodds.
Ein weiterer Punkt ist der Kostenfaktor. "Die Investitionen für ein Team und die Entwicklung des Autos liegen weit unter denen der Formel 1. Man bekommt am Ende 95 bis 98 Prozent der Performance für einen Bruchteil der Kosten. Gen4 bringt uns direkt an die Fersen der Formel 1. Und Gen5 wird vermutlich schneller", sagt der Serienchef. Die Entwicklung für Gen5 läuft bereits an.
Besonders bemerkenswert findet Dodds, wie stark die Formel E trotz vergleichsweise einfacher Mittel performt. "Wir fahren nicht einmal Slicks. Wir nutzen Straßenreifen. Wir haben wenig aerodynamischen Abtrieb. Wir stehen nicht im Windkanal und die Teams entwickeln keine eigenen Aero-Pakete. Diese Geschwindigkeit holen wir aus Batterie, Antrieb und Software. Gen5 wird von besseren Batterien profitieren und dort gibt es derzeit enorme Fortschritte."
Gen4 soll Spitzenfahrer anziehen
Die Formel E hat zuletzt verstärkt Talente direkt aus der Formel 2 gewonnen, darunter Taylor Barnard und Zane Maloney. In Saison 12 kamen Pepe Marti und Felipe Drugovich hinzu. Der Brasilianer hatte nach seinem Formel-2-Titel jahrelang als Aston-Martin-Reservist auf ein Formel-1-Cockpit gehofft, kam jedoch nicht zum Zuge.
Mit Einführung des Gen4 rechnet Dodds damit, dass Fahrer die Formel E gezielt als Karriereziel betrachten. "Taylor Barnard ist ein spannendes Beispiel. Er kam direkt aus der Formel 2 und hat gar nicht erst auf die Formel 1 geschielt. Felipe Drugovich ist ein weiteres. Beide tun das in Erwartung des neuen Autos", erklärt Dodds. "Wenn die Leute das Auto sehen und fahren können, werden viele F1-Piloten die Formel E als mögliche Zukunft betrachten. Die besten Fahrer der Welt werden dieses Projekt im Blick haben."
Dasselbe gelte aus seiner Sicht auch für die Fans. "Am Ende wollen Motorsportfans Geschwindigkeit sehen. Wenn wir einen klaren Sprung bei Speed und Leistung zeigen können, macht das die Serie für alle attraktiver."

Neueste Kommentare