GP Ungarn

Ungarn in der Analyse: Drohte Ferrari die Disqualifikation?

F1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Drohte Ferrari die Disqualifikation? +++ Red Bull hofft: Ungarn nur ein "Einzelfall" +++ Mercedes zurück auf dem Podium +++

Schon in China disqualifiziert

Zur Erinnerung: Bereits in China wurde in diesem Jahr mit Lewis Hamilton ein Ferrari-Pilot aus genau diesem Grund disqualifiziert. Es ist also durchaus möglich, dass die Scuderia im Hinblick auf dieses Thema jetzt sensibilisiert ist.

Und es klingt auch glaubwürdiger als die Geschichte vom Chassis, das plötzlich mitten im Rennen ein Problem entwickelt, zumal auch der Funk von Leclerc eher für die Mercedes-Theorie spricht.

Aber wie Russell schon sagt: Offiziell wird die Scuderia das vermutlich nicht bestätigen.


Drohte Ferrari die Disqualifikation?

Spannende Theorie von George Russell: Er vermutet, dass Charles Leclerc am Ende langsamer fahren musste, um nicht disqualifiziert zu werden. "Ich sah, wie langsam er war, also nahm ich an, dass etwas nicht stimmte", verrät Russell gegenüber Sky.

"Das Einzige, was uns einfällt, ist, dass sie das Auto zu tief eingestellt hatten und den Reifendruck für den letzten Stint erhöhen mussten", so Russell, der vermutet, dass Leclercs Unterbodenplatte ansonsten zu stark verschlissen wäre.

Zudem habe der Monegasse einen Motormodus verwendet, "der den Motor am Ende der Geraden langsamer machte, wo der Verschleiß am größten ist", erklärt er. Leclerc selbst behauptet ja, dass es ein Problem mit dem Chassis gab.

Russell kauft ihm das wohl nicht ab. "Er wird euch nicht sagen, dass sie fast illegal waren", grinst er.


McLaren historisch

McLaren feierte heute seinen 200. Grand-Prix-Sieg. Das schaffte man nach Ferrari (248 Siege) erst als zweites Team in der Formel-1-Geschichte. Zum Vergleich: Mercedes und Red Bull stehen "nur" bei 130 beziehungsweise 124 Siegen.

Zudem holte man heute bereits den vierten Doppelsieg in Serie. Das schaffte McLaren erst zum zweiten Mal in der Teamgeschichte. Zum ersten und zuvor einziges Mal gelang das 1988 mit Alain Prost und Ayrton Senna.

In Zandvoort könnte McLaren nach der Sommerpause mit dem fünften Doppelsieg in Serie sogar den absoluten Formel-1-Rekord einstellen.


Hülkenberg versteht Fehlstart nicht

Für den Deutschen begann das Rennen mit seinem Fehlstart direkt katastrophal. Bei Sky grübelt er: "Ich muss mir das angucken. Ich habe aus meiner Wahrnehmung nichts gemacht, keinen Fehlstart."

"Ich war heute ein bisschen spät mit dem ersten Gang einlegen, und wenn man den ersten Gang einlegt, macht das Auto so einen kleinen Sprung. [...] Vielleicht war ich recht weit vorne und dass das was getriggert hat."

Das sei "das Einzige, was ich mir vorstellen kann", wundert er sich. Er betont aber auch: "Ich glaube, es war nicht weltverändernd." Denn Punkte hätte es am Ende wohl auch ohne die Fünf-Sekunden-Strafe nicht gegeben.

"Aber natürlich passt es so ein bisschen zu dem Wochenende", so Hülkenberg nach P13.


Strafe ist Leclerc egal

Auch über seine Fünf-Sekunden-Strafe, die auf sein Ergebnis keine Auswirkung hatte, hat Leclerc gesprochen und erklärt: "Ich wusste, dass ich am Limit war". Davon abgesehen habe er nicht viel dazu zu sagen.

"Ich hatte das Gefühl, dass ich mich vor dem Bremsen bewegt habe, und dann habe ich gebremst und mein Auto natürlich in Richtung Scheitelpunkt gelenkt, was ich normalerweise auch tue", erklärt er.

Er könne sich aber "vorstellen, dass George am Funk ziemlich laut war", sagt er und betont im Hinblick auf die Strafe: "Das macht mir nichts aus, besonders bei einem Rennen wie diesem."

Denn nach hinten war sein Vorsprung groß genug, so dass die fünf Extrasekunden am Ende egal waren.


Leclerc rudert zurück: Hätten nichts anders machen können

Der Monegasse war am Funk stinksauer, rudert nach dem Rennen aber zurück und erklärt: "Zunächst einmal muss ich meine Äußerungen am Funk zurücknehmen, denn ich dachte, es käme von einer bestimmten Sache."

Inzwischen habe er aber "viel mehr Details" vom Team bekommen, und es sei alles ganz anders gewesen. "Es handelte sich tatsächlich um ein Problem, das vom Chassis herrührte, und wir hätten nichts anders machen können", so Leclerc.

"Ich habe das Problem etwa in Runde 40 bemerkt, und dann wurde es Runde für Runde schlimmer, und gegen Ende lagen wir zwei Sekunden hinter der Pace zurück", berichtet der Ferrari-Pilot.

Das Auto sei dann "unfahrbar" gewesen. So oder so sei er "sehr enttäuscht", denn: "Wir hatten dieses Jahr eine Chance, ein Rennen zu gewinnen, und ich glaube, das war dieses Wochenende."

Er verrät aber leider weder, was das tatsächliche Problem genau war, und auch nicht, was er eigentlich gedacht hatte.


Mercedes zurück auf dem Podium

Apropos Russell: Bei Mercedes hat sich der Rückbau auf die alte Hinterradaufhängung offenbar gelohnt. "Das war ein solides Ergebnis", sagt Toto Wolff bei Sky, betont aber auch: "Es sollte eigentlich nicht passieren, dass es ein Upgrade drauf gibt, das dann alles in den Eimer haut."

Trotzdem sei das heutige Ergebnis natürlich gut. "Wir haben ein Podium und es ist gut, in die Sommerpause zu gehen", so Wolff, und auch Russell selbst erklärt, dass er "wirklich glücklich" mit dem heutigen Rennen sei.

"Es war auf jeden Fall besser als die Rennen, die wir zuletzt hatten", so der Brite, der zu seinem Überholmanöver gegen Charles Leclerc sagt: "Ich glaube, wir haben beim zweiten Mal Kontakt gehabt. Ich bin einfach froh, dass wir es geschafft haben, und es ist eine schöne Art, in die Pause zu gehen."


Die Szene zwischen Norris und Piastri ...

... könnt ihr euch jetzt zusätzlich auch noch einmal im Video anschauen. George Russell witzelte nach dem Rennen übrigens in Richtung Piastri: "Warum bist du nicht in ihn gefahren?" Denn dann hätte er gewonnen ...


Verstappen: Falsche Strategie, kein Speed

Nur P9 für Max Verstappen heute und Helmut Marko gesteht bei Sky: "Unser Speed war einfach nicht da. Trotzdem glaube ich, wären wir mit einem Stopp etwas besser gewesen. Aber wir müssen eigentlich froh sein, dass wir nicht überrundet wurden."

Denn die Fahrer unmittelbar vor Verstappen fuhren alle mit einem Stopp durch, was heute vermutlich die bessere Strategie war. Für die zweite Saisonhälfte erhofft sich Marko nun "mehr Konstanz, und wir bringen noch kleinere Updates", verrät er.

"Und dass wir dann halt wieder zu unserer Form zurückfinden, dass wir den Platz hinter dem McLaren wieder einnehmen", so Marko. Denn heute war Red Bull nicht einmal die zweite oder dritte Kraft.


Die Szene aus der vorletzten Runde ...

... gibt es hier noch einmal im Bild. Erinnerte ein bisschen an Österreich, als es ja auch schon einmal fast zwischen den beiden McLaren-Jungs gekracht hätte.


Piastri: Hätte Fehler von Norris gebraucht

Der Australier attackierte seinen Teamkollegen in der vorletzten Runde in Kurve 1. Das klappte allerdings nicht, und so hatte er auch in der letzten Runde keine Chance mehr. Hätte er also lieber noch einen Umlauf warten sollen?

"Ich glaube, ich hätte [für ein Überholmanöver] mindestens ein paar Zehntel näher dran sein müssen, was einen Fehler von Lando erfordert hätte", so Piastri, der seinen Angriff daher nicht bereut.

"Ich hatte das Gefühl, dass das meine beste Chance sein würde. Man sollte es niemals auf die nächste Runde aufschieben, denn dann kommt [die Chance] vielleicht nie, also dachte ich, ich würde es zumindest versuchen", so Piastri.


Untersuchung gegen Verstappen

Gegen Max Verstappen läuft noch eine Untersuchung für das Überholmanöver gegen Lewis Hamilton. Behalten wir natürlich im Auge, aber am Ergebnis wird sich nichts mehr ändern, denn Verstappen war auf P9 der letzte Fahrer, der nicht überrundet wurde.

Eine Strafe hätte also keine Auswirkung.


Jetzt Fahrer bewerten!

Wir atmen einmal ganz kurz durch, denn auch an diesem Wochenende habt ihr bei uns natürlich wieder die Möglichkeit, die Piloten für ihre Leistung zu bewerten. Wer waren eurer Meinung nach die besten Fahrer in Ungarn? Jetzt abstimmen!


Übersicht

Rennbericht

Ergebnis

WM-Stand


Fotos: F1: Grand Prix von Ungarn (Budapest) 2025



Jetzt Session-Ticker öffnen!

In zehn Minuten beginnt das letzte Rennen vor der Sommerpause und wir verlagern das Geschehen damit erst einmal in unseren Session-Ticker. Hier ist also kurz Pause, nach der Zieldurchfahrt geht es an dieser Stelle weiter mit den Stimmen zum Rennen.

Und wenn ihr wissen wollt, wie ihr die Formel 1 am Ungarn-Wochenende im Livestream sehen könnt, dann erfahrt ihr das hier.


Alle im Grid

Vor ein paar Jahren ist Max Verstappen in Ungarn auf dem Weg in die Startaufstellung mal gecrasht. Dieses Mal hat aber alles geklappt, alle 19 Autos sind im Grid. Yuki Tsunoda muss ja bekanntlich aus der Boxengasse starten. In einer halben Stunde geht es los.