Die Formel 1 verabschiedet sich in die Sommerpause, aber wir sind morgen noch ein letztes Mal mit einem neuen Ticker für euch am Start. Und auch heute geht es ja noch weiter mit unserer großen Liveanalyse auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.
Hier an dieser Stelle ist für heute aber erst einmal Schluss. In vier Wochen meldet sich die Königsklasse dann in Zandvoort zurück. Habt noch einen schönen Abend, viel Spaß mit unserer Analyse und bis dann!
GP Ungarn
Ungarn in der Analyse: Drohte Ferrari die Disqualifikation?
F1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Drohte Ferrari die Disqualifikation? +++ Red Bull hofft: Ungarn nur ein "Einzelfall" +++ Mercedes zurück auf dem Podium +++
Feierabend
Alpine ganz unten: Mehr geht einfach nicht
Noch schlechter lief es mit P18 und P19 für Alpine. Die Franzosen belegten damit die beiden letzten Plätze. "Das ist einfach das, wo wir mit dem Auto sind", zuckt Pierre Gasly die Schultern.
Letzter wurde er am Ende, weil er für eine Kollision mit Carlos Sainz eine Zehn-Sekunden-Strafe bekam. "Ich werde meine Position nicht einfach so aufgeben. Ich habe versucht, mich außen zu verteidigen", erklärt er.
"Ich habe mich verteidigt, wir haben uns berührt. So ist es nun mal. Ich habe dazu nicht wirklich viel zu sagen", winkt er ab. Auch Teamkollege Franco Colapinto erklärt: "Ich denke, es war insgesamt einfach kein gutes Rennen."
"Wir haben Fehler gemacht. Überall, beim Start und bei den Stopps. Es war kein guter Tag. Wir haben viele Plätze verloren und konnten uns dann nicht mehr wirklich erholen", so der Argentinier.
"Wir hatten nicht viel Tempo im Auto", sagt auch er, "aber ich glaube, wir hatten mehr, als wir am Ende erreicht haben. Es war ein bisschen schade, das letzte Rennen vor der Pause so zu beenden."
Haas: Hätten Punkte holen sollen
Ohne Highlight hat sich auch Haas in die Sommerpause verabschiedet. "Wir haben heute nicht gezeigt, was wir hätten zeigen sollen", ärgert sich Ayao Komatsu nach P16 von Esteban Ocon und dem Ausfall von Oliver Bearman.
"Angesichts der Schnelligkeit des Autos, unserer Qualifikationsposition und der Renngeschwindigkeit von Bortoleto gibt es keinen Grund, warum wir das nicht schaffen sollten", betont er Teamchef.
Ocon habe man "zu früh" an die Box geholt, erklärt er, und über Bearman sagt er: "Wir haben Ollie aus dem Rennen genommen, da er erneut den Unterboden in Kurve 4 beschädigt hat."
"Das ist bereits das dritte Mal an diesem Wochenende, daher müssen wir uns auch darum kümmern", so Komatsu, der betont, dass man die Sommerpause jetzt brauche, um sich neu zu sortieren.
In der WM ist Haas Vorletzter und in den vergangenen drei Rennen holte man (abgesehen vom Sprint in Spa) keinen einzigen Zähler.
Williams: Warum läuft es in Ungarn einfach nicht?
Das Team geht als "Best of the Rest" auf P5 in der WM in die Sommerpause, blieb heute aber ohne Zähler. "Ein schwieriges Wochenende", gesteht Teamchef James Vowles nach P14 und P15 in Budapest.
"Wir müssen herausfinden und verstehen, warum wir auf einer Rennstrecke stark sind, auf anderen hingegen schlecht abschneiden. Dieses Muster besteht schon seit Jahren", erklärt Vowles.
Und dieses müsse man "durchbrechen, um in der Startaufstellung weiter nach vorne zu kommen." Das bestätigt auch Carlos Sainz, der mit seinem Wochenende an sich grundsätzlich zufrieden ist.
"Es ist nur schade, dass es nicht an einem Wochenende ist, an dem das Auto stark ist. P13 schien das Maximum zu sein, wo wir ohne den Zwischenfall mit Gasly auch gelandet wären", glaubt er.
Heißt: Eigentlich hat man das Maximum herausgeholt, nur war dieses Maximum eben zu wenig für Punkte. Teamkollege Alexander Albon ergänzt: "Wir hatten in dem Rennen mehr zu kämpfen, als ich gedacht hatte."
Das Überholmanöver ...
... von Russell gegen Leclerc gibt es hier noch einmal im Video. Für die Aktion bekam der Monegasse eine Fünf-Sekunden-Strafe und einen Strafpunkt. Die Rennkommissare begründen das so:
"Auto 63 setzte zum Überholen von Auto 16 auf der Innenseite in Kurve 1 an. Auto 16 bewegte sich zunächst auf der Geraden vor dem Bremsen in Richtung Auto 63 und anschließend ein zweites Mal, nun während des Bremsvorgangs, was beinahe zu einer Kollision mit Auto 63 geführt hätte. Die Sportkommissare bewerten beide Bewegungen in ihrer Gesamtheit als unberechenbares Fahrverhalten."
"Die Sportkommissare berücksichtigten, dass Auto 63 das Überholmanöver erfolgreich abschließen konnte und es zu keinem Kontakt kam. Unter diesen Umständen wird eine mildere Strafe verhängt, als sie unter anderen Bedingungen erfolgt wäre."
Heißt: Hätte es gekracht, dann hätte Leclerc eine noch größere Strafe bekommen.
Antonelli: Mit Vertrauen zurück in die Punkte
P10 klingt nicht spektakulär, aber tatsächlich fuhr der Rookie damit nach drei punktlosen Rennen in Serie endlich wieder in die Top 10. "Ich bin wirklich froh, dass ich dieses Wochenende mein Vertrauen in das Auto zurückgewonnen habe", berichtet er.
"Mit der alten Hinterradaufhängung verlasse ich Budapest mit einem viel besseren Gefühl", verrät er und erklärt: "Das gestrige Qualifying war einfach nur schade, denn die Pace war eindeutig da."
Heißt: Bei einer besseren Ausgangslage als P15 wäre noch mehr möglich gewesen. "Der letzte Stint war sehr lang. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich bin fast 50 Runden mit den harten Reifen gefahren", erklärt er.
"Am Ende habe ich auf jeder Runde in der letzten Kurve alles gegeben und mich in Kurve 1 verteidigt. Die Autos hinter mir hatten einen besseren Grip, aber ich konnte sie hinter mir halten", atmet er durch.
"Wenn ich nach der Sommerpause weiter vorne starten kann, weiß ich, dass wir jedes Wochenende um gute Platzierungen kämpfen können", zeigt er sich optimistisch.
Bestes Ergebnis für Bortoleto
Nicht nur sein Manager Fernando Alonso holte heute sein bestes Saisonergebnis, für Gabriel Bortoleto war P6 sogar sein bislang bestes Formel-1-Resultat überhaupt. "Ich bin so glücklich über dieses Ergebnis", strahlt er.
"Es ist unser bisher bestes und zeigt, wie großartig wir als Team arbeiten. Wir haben die richtigen Schritte in die richtige Richtung unternommen", so Bortoleto, der jetzt in drei der vergangenen vier Rennen punktete.
In den ersten zehn Rennen zuvor hatte er keinen einzigen Zäher geholt, doch dann platzte der Knoten. "Das ist erst der Anfang dessen, was wir gemeinsam erreichen können", kündigt der Rookie an.
"Das Rennen selbst war sehr intensiv und mental anspruchsvoll, mit 70 Runden, in denen man sich keinen einzigen Fehler leisten darf. Aber ich habe alles gegeben und keinen einzigen Fehler gemacht", sagt er stolz.
Am Ende habe man das Maximum herausgeholt.
Warum war Aston Martin so schnell?
Fernando Alonso holte mit P5 heute sein bestes Saisonergebnis. "Ich denke, wir haben die Leistung des Autos gestern im Qualifying und heute im Rennen maximal ausgeschöpft", sagt er zufrieden.
"Es ist definitiv eine Überraschung", sagt er, denn in Spa hatte Aston Martin überhaupt keine Zähler geholt. Dieses Mal schaffte es auch Teamkollege Lance Stroll als Siebter in die Top 10.
"Das Gute ist, dass wir wettbewerbsfähig und schnell waren. Das Besorgniserregende ist, dass wir nicht wissen, warum", betont Alonso und erklärt, das müsse man jetzt herausfinden.
"Ich will ehrlich sein: Ich war [nach Spa] besorgt, ich machte mir Sorgen um die zweite Jahreshälfte", so Alonso. Nach dem heutigen Ergebnis wird er nun wohl etwas ruhiger schlafen können.
Finales Ergebnis
Eine kleine Randnotiz: Die FIA hat vor einigen Minuten das offizielle Endergebnis veröffentlicht. Das bedeutet, dass alle Untersuchungen abgeschlossen sind und keine weiteren Strafen oder Disqualifikationen mehr drohen.
Damit verabschiedet sich die Formel 1 sozusagen auch ganz offiziell in die Sommerpause.
Norris: Einstoppstrategie nicht geplant
"Eigentlich hatten wir Einstopp gar nicht geplant, aber nach der ersten Runde war das eigentlich unsere einzige Option, um wieder ins Geschäft zu kommen", verrät Sieger Lando Norris nach dem Rennen.
"So etwas ist immer eine Wette", betont er und erklärt: "Man darf keine Fehler machen und braucht neben einer guten Strategie gute Rundenzeiten. Das hatten wir heute. Der letzte Stint, als Oscar näherkam, war komplett Vollgas."
Seine kompletten Aussagen findet ihr hier.
Mekies hofft: Ungarn nur ein "Einzelfall"
Der neue Red-Bull-Teamchefs glaubt nicht, dass sich die Leistung des Wochenendes nach der Sommerpause wiederholen wird. Er sei "ziemlich zuversichtlich, dass es sich um einen Einzelfall handelt", so Mekies.
"Das ändert nichts an der Tatsache, dass wir nur ein kleines Fenster haben [in dem das Auto funktioniert]", betont er. Aber so "dramatisch" werde man im Normalfall nicht mehr danebenliegen, erklärt er.
Letztendlich sei es "ein hartes Wochenende" gewesen, gesteht er, erinnert aber auch daran, dass man vor einer Woche in Spa noch viel näher an McLaren dran gewesen sei. Dort gewann Max Verstappen den Sprint ja sogar.
"Die Saison ist noch sehr lang", erinnert er. Anders als der Niederländer möchte er sich daher noch nicht darauf festlegen, dass Red Bull in diesem Jahr kein Rennen mehr gewinnen wird.
Gemischte Gefühle bei den Racing Bulls
"Ich bin sehr happy mit dem heutigen Ergebnis", sagt Liam Lawson nach P8. Er fuhr in den vergangenen vier Rennen bereits zum dritten Mal in die Punkte. Highlight war, dass er in der Schlussphase Max Verstappen hinter sich halten konnte.
"Es ist nie einfach, einen Fahrer wie Max hinter sich zu halten, aber dank unserer Strategie konnten wir unsere Position bis zum Schluss halten", so der Neuseeländer nach seinem Einstopper.
"Einfach nur frustrierend" ist die Situation dagegen für seinen Teamkollegen, der die Punkte als Elfter ganz knapp verpasste. "Das Tempo war das ganze Wochenende über stark", ärgert sich Isack Hadjar.
"Leider hatten wir keinen guten Start. Ich habe in der ersten Runde alles gegeben, wurde aber überholt und blieb hinter anderen Autos hängen", so der Rookie, der danach nicht mehr zurück in die Top 10 kam.
"Wir hatten in den letzten Rennen etwas Pech", so Hadjar, der nach einem starken Saisonstart jetzt in den vergangenen fünf Rennen keine Punkte mehr holte. Lediglich beim Sprint in Spa gab es einen Zähler.
Ferrari bleibt bei Chassis-Variante
Bei Ferrari bleibt man derweil bei der Version, dass es ein Problem mit Leclercs Chassis gegeben habe. Teamchef Frederic Vasseur erklärt, dass man im letzten Stint "zwei Sekunden pro Runde" verloren habe.
"Jetzt müssen wir verstehen, was am Chassis passiert ist, das das Auto für Charles so schwer zu fahren machte. Zumindest haben wir die Punkte für den vierten Platz geholt, denn es gab sogar Zweifel, ob Charles das Rennen überhaupt beenden kann", so Vasseur.
"Ich kann seine Frustration vollkommen nachvollziehen", so der Teamchef, der ergänzt: "Positiv zu vermerken ist natürlich, dass wir gestern unsere erste Poleposition der Saison geholt haben und in der ersten Rennhälfte mit McLaren mithalten konnten."
"Aber dann haben wir alles verloren und hatten kein Tempo mehr, sodass wir nun untersuchen müssen, warum das so war", so Vasseur.
Keine Strafe für Verstappen
Und wie auf Bestellung kommt hier auch das Urteil: Verstappen bekommt keine Strafe für den Hamilton-Vorfall. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen. Hier die Begründung der Rennkommissare im Wortlaut:
"Der Fahrer von Auto 1 erklärte während der Anhörung, dass er mit frischeren Reifen aus Kurve 3 etwas Schwung auf Auto 44 gewonnen habe und diesen Schwung genutzt habe, um auf der Innenseite in Kurve 4 einen Überholversuch zu starten."
"Er führte weiter aus, dass er die volle Kontrolle über sein Auto gehabt habe und weiter innen hätte bleiben können, um Auto 44 am Kurvenausgang Platz zu lassen."
"Da Auto 44 jedoch von der Strecke abgekommen sei, habe er sich entschieden, die gesamte Streckenbreite am Kurvenausgang zu nutzen."
"Der Teamvertreter von Auto 44 bestätigte, dass es keinen Kontakt zwischen den beiden Fahrzeugen gegeben habe und erklärte zudem, dass der Fahrer von Auto 44 sich entschieden habe, keinen Versuch zu unternehmen, auf der Strecke zu bleiben."
"Unter Berücksichtigung all dieser Umstände kommen die Sportkommissare zu dem Schluss, dass kein Kontakt stattgefunden hat und der Vorfall trotz der ambitionierten Natur des Überholmanövers nicht als Abdrängen eines anderen Fahrzeugs von der Strecke zu werten ist. Es werden daher keine weiteren Maßnahmen ergriffen."
Verstappen: Strategie nicht das Hauptproblem
Der Weltmeister setzte heute mit dem Zweistopper auf das falsche Pferd. "Ich denke, das ist nicht unser größtes Problem. Das ganze Wochenende über waren wir einfach sehr langsam", betont er.
Er macht dem Team daher wegen der Strategie keinen Vorwurf. Zu der Szene mit Lewis Hamilton, die aktuell noch untersucht wird, sagt er derweil: "Die Sache ist, dass nichts passiert ist. Wir haben uns nicht einmal berührt."
"Für mich ist es daher etwas schwer zu verstehen, warum es nach dem Rennen eine Untersuchung gibt", zuckt er die Schultern und verrät, dass Hamilton bei der Anhörung nicht einmal anwesend gewesen sei.
Das zeige seiner Meinung nach, dass auch ihm die Szene egal sei. Und eine Strafe würde an seinem Ergebnis bekanntlich sowieso nichts ändern.
Hamilton: Liebe es noch immer
Der Rekordweltmeister wurde heute Zwölfter und nach dem Rennen von Sky noch einmal auf seine gestrigen Aussagen angesprochen, die hohe Wellen geschlagen haben.
"Wenn man ein Gefühl hat, hat man ein Gefühl. Im Hintergrund passiert eine Menge, was nicht gerade toll ist", so Hamilton, der allerdings keine Details verrät.
Er stellt auf Nachfrage, ob er den Rennsport noch liebe, aber immerhin klar: "Ich liebe es immer noch. Ich liebe das Rennfahren immer noch."
Klingt jetzt zumindest nicht nach einem spontanen Rücktritt. Aber ein glücklicher Hamilton hört sich auch anders an ...
