Toto Wolff: Warum 2026 "nicht vergleichbar" mit 2014 ist

Wiederholt sich die Mercedes-Erfolgsgeschichte mit dem neuen Reglement ab 2026? Toto Wolff erklärt, warum man keinen Durchmarsch wie 2014 erwarten sollte

(Motorsport-Total.com) - Ist Mercedes der große Favorit für die Formel-1-Saison 2026? Bei einem Blick in die Vergangenheit erscheint das zumindest nicht komplett unwahrscheinlich, denn als die Königsklasse 2014 zum bislang letzten Mal ein komplett neues Motorenreglement bekam, waren die Silberpfeile anschließend das Maß aller Dinge.

Titel-Bild zur News: George Russell und Lando Norris beim Formel-1-Rennen in Katar 2026

Laut Toto Wolff muss Mercedes 2026 zunächst einmal die eigenen Kunden schlagen Zoom

In der damals neuen Hybridära gewann Mercedes zwischen 2014 und 2020 siebenmal in Folge die Fahrer-Weltmeisterschaft, bei den Konstrukteuren stellte man mit acht Titeln in Serie zwischen 2014 und 2021 einen neuen Rekord auf.

2026 kommen nun erneut neue Antriebe in der Formel 1 zum Einsatz, weshalb einige Beobachter an eine Wiederholung der Situation glauben. Doch Mercedes-Teamchef Toto Wolff betont, dass das Szenario dieses Mal "nicht vergleichbar" mit 2014 sei.

"Es beginnt mit dem Feind im eigenen Haus", erklärt Wolff im Podcast Beyond The Grid und erinnert: "McLaren war dieses Jahr mit einem Mercedes-Antrieb das bessere Team." Der beste Motor alleine wird 2026 also nicht reichen, um Weltmeister zu werden.


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Über die drei Mercedes-Kundenteams im kommenden Jahr sagt Wolff: "Wenn also der Antrieb überlegen sein sollte, was wir niemals behaupten würden, dann muss man Williams schlagen, man muss McLaren schlagen und man muss auch Alpine schlagen."

Und die vergangenen beiden Saisons, in denen McLaren jeweils die Konstrukteurswertung gewann, haben gezeigt, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Auch Williams und Alpine muss man laut Wolff auf der Rechnung haben, obwohl sie 2025 in der WM deutlich hinter dem Werksteam gelandet sind - oder gerade deshalb.

Warum Gerüchte laut Wolff "gefährlich" sind

Denn Wolff erinnert daran, dass Williams auf WM-Rang fünf und vor allem Alpine als Zehnter und Letzter "mehr Entwicklungszeit im Windkanal gehabt haben". Durch das Handicap-System stand beiden Kunden deutlich mehr Zeit zur Verfügung als dem Werksteam.

Und weil auch das Chassis-Reglement 2026 komplett neu ist, könne es außerdem sein, dass andere Teams Lösungen gefunden haben, die man selbst übersehen hat. "Man kann also nichts als selbstverständlich ansehen, selbst wenn der Mercedes-Antrieb der stärkste wäre", warnt Wolff.

Zudem sei es überhaupt noch nicht bewiesen, dass der Mercedes-Motor 2026 tatsächlich wieder der beste sein wird. Solche Gerüchte seien "gefährlich", betont Wolff, weil andere Hersteller teilweise ganz bewusst versuchen würden, andere in die Favoritenrolle zu drängen.

Die Realität sei, dass Vorhersagen für 2026 "super schwierig" seien, weil niemand wisse, wo die anderen mit ihren neuen Autos stehen. Bei Mercedes selbst werde man die Ziele, die man sich für das kommende Jahr gesteckt habe, wohl erreichen, verrät Wolff optimistisch.

"Aber ob diese Ziele ehrgeizig genug waren und ob sie hinsichtlich der Prioritäten richtig gesetzt wurden, wird erst die Zukunft zeigen", betont der Teamchef und erklärt, dass er selbst "nie zuversichtlich" sei und das Glas immer halb leer sehe.

Läuft es am Ende doch wie 2014, kann er also nur positiv überrascht werden.