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Teams vor Mammutaufgabe: Der Triple-Header in der Formel 1

Zum ersten Mal wird in der Formel 1 an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden gefahren - Die Teams reisen von Frankreich über Österreich nach Großbritannien

(Motorsport-Total.com) - Auf die Formel-1-Teams kommt in den kommenden Wochen eine Menge Arbeit zu, denn erstmals werden in der Königsklasse an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden in Europa Rennen ausgetragen. Nach dem Grand Prix von Frankreich geht es weiter nach Österreich. Den Abschluss der Tour bildet der Grand Prix von Großbritannien in Silverstone. Während sich die Fans auf spannende Rennen freuen dürfen, kommt auf die Teams ein riesiger logistischer Aufwand zu.

Romain Grosjean

Auf die Haas-Mannschaft kommt in den kommenden Wochen viel Arbeit zu Zoom

Gegenüber 'Motorsport-Total.com' sagt Haas-Teammanager Peter Crolla: "Bisher läuft alles nach Plan. Wir kennen unsere Stärken und schaffen es, unsere Zeit gut zu managen." Jedoch sei "das Unbekannte" ein Faktor, den das Team nicht berechnen könne. Deshalb erwarte der Rennstall in den nächsten Wochen noch unerwartete Probleme. Vor dem Grand Prix von Frankreich steht das amerikanische Team in der Gesamtwertung vor Sauber und Williams auf Rang acht.

Toro-Rosso-Teammanager Graham Watson erklärt gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Der Mensch ist der Faktor, der mir an meisten Sorgen macht. Wir haben zwar schon Doppelevents mit anschließenden Tests durchgeführt, aber es ist für uns das erste Mal, dass drei Grands Prix an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden stattfinden." Die Belastung sei sowohl psychisch als auch physisch sehr hoch für die Mannschaft.

Keine Rotation möglich

In der Formel 1 haben die Teams noch nicht so viel Personal zur Verfügung, um zu rotieren. Deshalb muss die ein und dieselbe Mannschaft alle drei Rennen bestreiten. Die Rennställe haben aber zusätzliche Mitarbeiter angestellt, um die Belastung für die Mannschaft zu reduzieren - wie beispielsweise Fahrer. Immerhin beträgt die Distanz zwischen Paul Ricard und Spielberg 1.000 Kilometer und zwischen Spielberg und Silverstone 1.500 Kilometer.


Grand Prix von Kanada

Damit die Mitarbeiter etwas Zeit zum Ausruhen haben, hat Toro Rosso seine Werksmitarbeiter bis zu einem bestimmten Grad mit der Rennvorbereitung beauftragt. Dass das Rennen in Frankreich relativ spät stattfinden wird, ist dem Toro-Rosso-Teammanger ein Dorn im Auge, da das Team nur wenig Zeit habe, alle Sachen zusammenzupacken und sich auf den Weg nach Österreich zu machen. Watson erklärt: "In diesem Fall müssen wir bestens organisiert sein. Deshalb stellen wir sicher, dass wir nichts unbewegt lassen."

Der Verschleiß ist laut Watson ebenfalls eine große Herausforderung für die Teams, da einige Teile keine drei Grands Prix am Stück verkraften könnten. Er sagt: "Einige Teile müssen revidiert oder ausgetauscht werden. Dabei müsse wir sicherstellen, dass das Auto nicht zurück nach Faenza muss." Der Super-Gau sei es, wenn einer der Boliden in einen Crash verwickelt wird, meint der Toro-Rosso-Funktionär. "Das beste Szenario wäre, wenn alle Teams mit nur kleinen Problemen alle drei Rennen überstehen würden. Dieser Fall ist aber sehr unwahrscheinlich."

Vorteil für bestimmte Teams?

Deshalb sei es extrem wichtig, das Risiko von Unfällen und technischen Ausfällen zu minimieren, sagt Watson. "Wir müssen auf unerwartete Schwierigkeiten vorbereitet sein", erklärt er. Einige Teams haben jedoch einen Vorteil, da das letzte Rennen des Triple-Headers in Großbritannien stattfindet - das Heimatland vieler Werke. Crolla sagt: "Im dritten Rennen können die Teile knapp werden. Außerdem könnte die Mannschaft müde sein. Da haben die Teams, die in Großbritannien angesiedelt sind, einen Vorteil."


Fotostrecke: Formel 1 in den Trikots der Fußball-WM 2018

"Es wird ein operationaler Vorteil sein, der gerade bei der Vorbereitung hilfreich ist", so Crolla. "Einige Mitarbeiter werden ihre Familien sehen und in ihren eigenen Betten schlafen können. Das könnte helfen, das Maximum aus ihnen herauszuholen." Der Haas-Teammanger ist aber guter Dinge, dass die Formel-1-Teams auch mit dieser schwierigen Situation umgehen werden.

"Es dreht sich hier um eine ganz spezielle Art von Mensch", so Crolla. "Sie sind daran gewöhnt, jede Woche Rennen zu bestreiten. Sie sind es gewohnt, mit sich ändernden Bedingungen umzugehen." Die Mannschaft würde rund 300 Tage im Jahr arbeiten und wisse deshalb, wie sie sowohl mental als auch körperlich damit umzugehen hat. Crolla stellt klar: "Ich denke, dass wir das schaffen werden."

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