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Silly Season: Perez statt Räikkönen, Button zu Williams?

Force India will Sergio Perez halten, doch Ferrari und McLaren locken - Rote Rückendeckung für Kimi Räikkönen - Williams flirtet mit Jenson Button

(Motorsport-Total.com) - Das Überholmanöver Sergio Perez' gegen Kimi Räikkönen in Baku könnte eines mit Signalwirkung gewesen sein: Sind die Tage des Finnen bei Ferrari gezählt und erhält der Mann aus Mexiko schon in der kommenden Saison seine Chance bei den Roten? Auch wenn es unwahrscheinlich klingt, sind einige im Paddock davon überzeugt. Während man sich bei der Scuderia schmallippig zeigt und vage zu Räikkönen steht, will Force India Perez unbedingt halten. Er selbst spricht von McLaren.

Sergio Perez, Jenson Button

Sergio Perez und Jenson Button waren einmal Teamkollegen bei McLaren Zoom

Nur so viel stellt er klar: "Nein, ich habe für 2017 noch nicht alles geregelt. Ich hoffe, dass bis zum Ende der Saison alles klar sein wird", sagt Perez. Er besitzt also keinen wasserdichten Kontrakt für das kommende Jahr, womöglich aber eine einseitige oder zweiseitige Option, die Force India ziehen könnte. Denn nur so lassen sich die Aussagen der Verantwortlichen in Silverstone erklären: "Er wird in naher Zukunft bei uns bleiben", zeigt sich Sportdirektor Otmar Szafnauer gewiss.

Er legt nach: "Unser Deal mit Sergio ist sicher. Wenn ihn jemand haben möchte, müssen sie mit uns verhandeln." Das heißt: Perez kostet Ablöse. Doch angesichts seiner aktuellen Leistungen mit zwei Podien in drei Rennen könnte ein Topteam in der Tat in die Tasche greifen. Offenbar würde der 26-Jährige nicht ablehnen. "Ich glaube, dass ich bereit bin", meint er. "Ich fahre auf meinem Topniveau, befinde mich am Zenit meiner Karriere. Ich bin nicht mehr der gleiche Kerl wie vor drei, vier oder fünf Jahren - persönlich und als Rennfahrer", so Perez weiter.

Ferrari steht zu Räikkönen und schweigt zu Perez

Er spielt auf die verkorkste Saison und die vergebene Chance bei McLaren an. Perez betont zwar, zu Force India zu stehen und lobt die chronisch klamme Truppe dafür, ihm vor gut zwei Jahren eine Formel-1-Zukunft ermöglicht zu haben. Doch er greift auch nach den Sternen: "Ich möchte ein Champion sein. Ich möchte im Sport Erfolg haben, und dafür muss man Weltmeister werden. Ich will zeigen, was ich in einem guten Auto erreichen kann." Doch das wird mit der Vijay-Mallya-Mannschaft nicht funktionieren. Derzeit scheint es - mit Abstrichen - zwei Alternativen zu geben.


Sergio Perez besucht McLaren

Erstens: Eine Rückkehr zu McLaren. Er blickt versöhnlich auf 2013, als er nach wenigen Monaten vor die Tür gesetzt wurde: "Ich mag das Team, aber es war einfach die Zeit, in der Martin und Ron (Whitmarsh und Dennis; Anm. d. Red.) miteinander gestritten haben. Die Atmosphäre war nicht gut. Das trifft dich als Rennfahrer", resümiert Perez, ohne seinen Wechsel nach Woking zu bereuen. Jetzt würde er auf Eric Boullier und Jost Capito treffen. Neue Gesichter ohne jede Vorgeschichte.

"Und wenn man ein Auto geboten bekommt, mit dem man um den Titel kämpfen kann, dann hätte ich kein Problem, für sie zu fahren", unterstreicht Perez, um gleich darauf zu betonen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keinen Kontakt gäbe, was Force Indias Szafnauer für den Arbeitgeber bestätigt.

Williams spricht mit "mehreren Fahrern aus dem Paddock"

Die zweite Möglichkeit ist Ferrari: Dort steht Kimi Räikkönen, der ohnehin immer wieder mit dem Karriereende kokettiert, zunehmend unter Druck. Doch Konzernboss Sergio Marchionne stärkt dem Finnen den Rücken: "Ich würde Kimi liebend gerne halten", sagt der FIAT-Sanierer, erwähnt aber auch, dass es letztlich auf die Leistungen des Routiniers ankommen würde. Perez wäre deshalb als möglicher Ersatz denkbar, weil er dem Ferrari-Förderprogramm entstammt und schon Ende 2012 ein Angebot aus Maranello vorliegen hatte, es aber zugunsten der McLaren-Offerte ausschlug.

Felipe Massa, Valtteri Bottas

Felipe Massa und Valtteri Bottas haben bei Williams Konkurrenz bekommen Zoom

Auch ist Perez-Förderer Carlos Slim mit seinem mittelamerikanischen Mobilfunkimperium als Sponsor bei den Roten an Bord. Marchionne bleibt zurückhaltend: "Es gibt eine Reihe talentierter Fahrer." Auch Teamchef Maurizio Arrivabene will die Personalie nicht kommentieren: "Es ist zu früh, über die kommende Saison zu sprechen, weil wir noch keinen einzigen Sieg geholt haben", sagt er. "Kimi ist zurück und voll auf seinen Job konzentriert. Wir haben keine Eile und ich muss sagen, dass er sie auch nicht hat." Entscheidung vertagt, alle Türen stehen offen.

Möglicher Dominostein im Cockpitpoker könnte auch Jenson Button sein, dem - mal wieder - ein Karriereende nachgesagt wird. Oder auch ein Wechsel von McLaren zu Williams, was den Platz neben Fernando Alonso für Teamhoffnung Stoffel Vandoorne - oder eben für Perez - frei machen könnte. Co-Teamchefin Claire Williams bestätigt zwar Gespräche mit den aktuellen Piloten Felipe Massa und Valtteri Bottas, räumt aber auch ein: "Wir reden mit anderen Fahrern im Paddock und loten die Möglichkeiten aus und wird konkret: "'Button zurück bei Williams', das wäre eine tolle Schlagzeile. Er wäre eine attraktive Option, wenn er verfügbar ist. Er mag auf der Liste sein oder auch nicht."

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