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Red Bull bedauert Mercedes-Veto gegen Qualifying-Rennen

Teamchef Christian Horner ist begeistert von der Idee, in Spielberg ein neues Format auszuprobieren, und kritisiert: "Der Einzige, der das nicht unterstützt hat, war Toto"

(Motorsport-Total.com) - Christian Horner bedauert, dass die Idee eines Qualifying-Rennens am Samstag möglicherweise am Veto zweier Teams scheitern wird. Der Vorschlag von Liberty Media und der FIA, der den Formel-1-Teams vergangene Woche unterbreitet wurde, habe grundsätzlich "überwältigende Unterstützung", verrät Horner im Interview mit 'Sky'. Aber: "Der Einzige, der das nicht unterstützt hat, war Toto. Weil er glaubt, dass das Lewis' Chancen auf eine siebte Weltmeisterschaft zu sehr beeinträchtigt."

Toto Wolff, Christian Horner

Beim Qualifying-Rennen nicht einer Meinung: Toto Wolff und Christian Horner Zoom

Die Idee ist revolutionär: Auf jenen Strecken, auf denen zweimal hintereinander gefahren wird (Stand heute Spielberg und Silverstone), soll das zweite Rennwochenende unter einem neuen Format abgehalten werden. Angedacht ist ein Qualifying-Rennen am Samstag, für das die Startpositionen in gestürzter Reihenfolge des aktuellen WM-Stands eingenommen werden.

Wer dieses Qualifying-Rennen gewinnt, der steht dann am Sonntag auf Pole-Position, wenn es um WM-Punkte geht. Doch die Idee kann nur bei Einstimmigkeit umgesetzt werden, und die ist momentan nicht in Sicht. Horner bedauert das: "Eine bessere Möglichkeit als bei diesen Back-to-Back-Rennen werden wir nicht kriegen", sagt er im Interview mit 'Motorsport-Total.com'.

Interessant: Horner bestätigt zwar, dass das Format-Experiment für Spielberg und Silverstone angedacht ist, spricht aber gleichzeitig von einem möglichen weiteren Event "später im Jahr". Um welchen Austragungsort es sich dabei handeln könnte, ist nicht klar. Als denkbar gilt aber, dass etwa in Bahrain gegen Jahresende auch zwei Grands Prix hintereinander gefahren werden.

Horner befürchtet: Zweimal das gleiche Kräfteverhältnis

"Das Problem ist", sagt Horner, "dass das Ergebnis sehr wahrscheinlich das gleiche sein wird, wenn wir zweimal unter dem gleichen Format auf der gleichen Strecke fahren. Jetzt hätten wir die Chance, mal etwas anderes auszuprobieren. Und solange vor Beginn des ersten Rennens klar ist, was wir machen, und das nicht während der Saison geändert wird, hätten wir damit kein Problem."

"Leider" habe es aber "ein Team" gegeben, "das dagegen war. Schade, dass wir diese Chance deswegen nicht nutzen können." Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' hat auch Racing Point, das Team von Toto Wolffs Freund Lawrence Stroll, Bedenken gegen das angedachte Format geäußert und sich bisher nicht klar dazu bekannt.


#ThinkingForward-Interview mit Christian Horner

Das komplette Gespräch mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Rahmen unserer Interviewreihe #thinkingforward. Weitere Formel-1-Videos

Red Bull, betont Horner, habe keine Angst, dass man sich am Samstag erstmal von hinten nach vorne arbeiten muss, um am Sonntag in einer guten Ausgangslage zu sein. Kein Wunder, hat man doch mit Max Verstappen einen der kompromisslosesten Überholer der Formel 1 im eigenen Stall. Richtig ist aber: Es sind die Topteams, die bei gestürzter Startaufstellung am meisten zu verlieren haben.

"Wir haben den Grand Prix von Österreich die vergangenen beiden Jahre gewonnen. Wir haben potenziell genauso viel zu verlieren, besonders auf der Strecke", wischt Horner die angeblichen Mercedes-Bedenken vom Tisch. "Es wäre so positiv für die Formel 1. Eine bessere Möglichkeit als wenn wir zweimal auf der gleichen Strecke fahren werden wir nicht bekommen."

Entgegengesetzte Fahrtrichtung ist keine Option mehr

"Ich sehe nicht, was einen dazu bringen soll, sich eine Woche später das gleiche Rennen noch einmal anzuschauen. Ändern wir aber das Format, steigen der Reiz und die Neugier. Ich hoffe, dass es sich Mercedes doch noch überlegt und die Idee unterstützt. Letztendlich ist die Herausforderung ja für alle Teams und Fahrer gleich", argumentiert Horner.


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Ansonsten habe die Formel 1 kaum Möglichkeiten, beim jeweils zweiten Spielberg- und Silverstone-Rennen etwas anders zu machen. Die besonders von Fans heiß diskutierte Idee, in entgegengesetzter Fahrtrichtung zu fahren, um das Spektakel anzuheizen, hat FIA-Rennleiter Michael Masi aus Sicherheitsgründen ja bereits ausgeschlossen.

Eine andere Möglichkeit könnte sein, unterschiedliche Streckenvarianten zu fahren. Horner: "Silverstone hat unterschiedliche Layouts. Es wäre trotzdem schade, wenn wir uns die Möglichkeit entgehen lassen, hier maximal zu experimentieren. Das ist die perfekte Gelegenheit, auch im Hinblick auf die Zukunft mal etwas anderes auszuprobieren."

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