GP Imola

Imola in der Analyse: Warum tauschte McLaren die Plätze nicht?

F1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Mercedes: Bei Hitze chancenlos? +++ Albon: Hätte vielleicht geduldiger sein sollen +++ Warum einmal VSC und einmal Safety-Car? +++

Feierabend

Der erste Teil des Triple-Headers ist überstanden und wir verabschieden uns hier im Ticker für heute. Für euch geht es um 22:00 Uhr aber wie versprochen noch weiter mit der großen Videoanalyse zum Imola-Rennen auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de. Folgende Themen haben Kevin Scheuren und Christian Nimmervoll geplant:

-Verstappens Mega-Move
-Ergebnis & WM-Stand
-Wende in der WM?
-Norris vs. Piastri
-Hamilton lächelt wieder
-Williams schnuppert am Podium
-Alonso & Hülkenberg
-Fragen der Kanalmitglieder

Hier melden wir uns dann auch schon morgen früh wieder mit einer neuen Tickerausgabe zurück, denn wir ziehen diesen Triple-Header wie gewohnt ohne Pause durch. Viel Spaß nachher noch mit unserer Liveanalyse und bis dann!


100. Schnellste Runde

Noch eine Kleinigkeit aus der Statistikecke: Passend zum 400. Grand Prix hat Max Verstappen Red Bull heute nicht nur einen Sieg beschert, sondern auch die 100. Schnellste Runde der Bullen in der Formel 1.

Ein elitärer Klub, denn die 100er-Marke knackten in der Königsklasse zuvor lediglich Mercedes (110), Williams (133), McLaren (177) und natürlich Ferrari (263).


Warum war McLaren langsamer?

In Suzuka gewann Red Bull zwar auch, aber damals schien der McLaren im Rennen eigentlich das schnellere Auto zu sein. Heute dagegen war Verstappen als Sieger wohl auch der schnellste Mann.

Warum also hatte McLaren vielleicht zum ersten Mal in dieser Saison nicht das beste Auto? "Ich weiß es nicht", grübelt Lando Norris und erklärt: "Um ehrlich zu sein, fühlte es sich nirgendwo wirklich toll an."

Manchmal fühle sich das Auto nicht gut an, man sei aber trotzdem "schnell", erklärt er. Doch das war heute nicht der Fall. "Es ist einfach eine sehr holprige Strecke", grübelt der McLaren-Pilot.

"Es gibt viele Hochgeschwindigkeitskurven, in denen wir im Vergleich zu den Red Bulls vielleicht ein wenig zu kämpfen haben", ergänzt er und erklärt, daran müsse man also offensichtlich arbeiten.

Die Strecke in Monaco hat in der nächsten Woche dann aber ohnehin erst einmal ganz andere Anforderungen.


Hadjar zurück in den Punkten

Nach dem undankbaren elften Platz in Miami punktete der Rookie heute als Neunter wieder. "Es war ein gutes Wochenende hier in Imola und ich bin zufrieden mit meiner Leistung", sagt Hadjar selbst.

"Es gab einen Punkt im Rennen, an dem wir auf P7 lagen und ich dachte, wir würden es nach Hause bringen, aber leider war es einfach schade für uns, als das Safety Car herauskam", ärgert er sich.

Während er aber trotzdem noch punktete, blieb Teamkollege Liam Lawson auch im siebten Rennen des Jahres wieder ohne Punkte. Er gehörte ebenfalls zu den Fahrern, die durch die Safety-Cars einen Nachteil hatten.

"Wir hatten gutes Potenzial und waren das ganze Wochenende über schnell, aber leider konnten wir es nicht zeigen", ärgert sich Lawson, für den es wieder ein "schwieriges Wochenende" war.

In der Konstrukteurs-WM setzen sich die Racing Bulls durch die zwei Hadjar-Punkte wieder etwas von Alpine ab und rücken zudem bis auf vier Zähler an Aston Martin auf P7 heran.


Das Überholmanöver ...

... von Norris gegen Piastri gibt es hier übrigens noch einmal im Video. In der WM rückte der Brite dadurch wieder bis auf 13 Punkte an seinen Teamkollegen heran.


Stella: Hinterher ist man immer schlauer

Rückblickend war es vermutlich die falsche Entscheidung von McLaren, Oscar Piastri so früh an die Box zu holen. Doch Andrea Stella betont: "Zu diesem Zeitpunkt waren Oscars Reifen um ein gutes Stück abgefahren."

Und auch Piastri selbst habe dieses Feedback gegeben. "Es war zu Beginn des Events unklar, ob es ein oder zwei Stopps sein würde", betont Stella und erklärt, man habe Piastri zum ganz normalen Zeitpunkt für einen Zweistopper an die Box geholt.

"Und wenn sich die harten Reifen nur ein bisschen besser verhalten hätten, dann wären die zwei Stopps eine sehr starke Strategie gewesen, obwohl man einige andere Autos überholen musste", erklärt er.

Faktisch sei Piastri auf den harten Reifen dann aber kaum schneller als Norris und Verstappen auf den alten Mediums gewesen. Trotzdem betont Stella, man habe irgendetwas versuchen müssen, um Verstappen heute zu schlagen.

So wäre es "im Nachhinein" vielleicht cleverer gewesen, etwas anderes zu versuchen. Trotzdem bereue er die Entscheidung nicht, stellt der Teamchef klar, denn mit P2 und P3 habe das Team auch so das Maximum herausgeholt.

Und manchmal müsse man eben etwas riskieren.


Ferrari: Qualifying bleibt das große Problem

Gestern mit beiden Autos in Q2 raus, heute P4 und P6. Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur erklärt bei Sky: "In den vergangenen drei oder vier Events hatten wir immer dieses Delta zwischen Quali- und Rennpace."

"In Dschidda waren wir im Rennen wahrscheinlich die Schnellsten auf der Strecke, im Quali fehlten uns drei Zehntel. In Miami war es das gleiche Delta", nennt der Teamchef zwei Beispiele.

Und auch in Imola sei es "wahrscheinlich" wieder ähnlich gewesen. "Ich denke, dass wir nicht das beste Auto haben, und Max war heute eindeutig schneller als wir", räumt Vasseur zwar ein.

"Aber wir sind bei diesen Bedingungen wirklich nah dran", betont er auch und erklärt: "Das bedeutet, dass wir einen Schritt im Quali-Modus machen müssen."

Denn ansonsten verliert die Scuderia die Rennen bereits am Samstag.


Tsunoda punktet mit alten Teilen

Der Japaner musste heute mit alten Teilen fahren, weil er die neuen gestern bei seinem Unfall kaputtgemacht hat. Doch auch ohne beispielsweise den neuen Unterboden fuhr er von der Boxengasse aus noch in die Punkte.

"Er ist heute ein sehr gutes Rennen gefahren", lobt Teamchef Christian Horner nach P10 bei Sky und erklärt: "Die Strategie hat für ihn gut funktioniert, er ist ein intelligentes Rennen gefahren, er war entschlossen in seinen Manövern."

Tsunoda selbst ist mit dem einen Punkt aber natürlich nur bedingt zufrieden. Er sei immer noch "sehr frustriert", weil er sich mit seinem Crash im Qualifying bereits um alle Chancen auf ein besseres Resultat brachte.

"Zumindest habe ich dem Team [mit P10] etwas zurückgegeben, was gut ist. Die Menge an Arbeit, die wir über Nacht zu erledigen hatten, war enorm. Das ist auf jeden Fall besser als nichts", so der Japaner.


Finales Ergebnis

Kleine Randinfo: Die FIA hat inzwischen das finale Rennergebnis veröffentlicht. Das bedeutet, dass alle Untersuchungen abgeschlossen sind und es ab jetzt keine nachträglichen Strafen mehr geben kann.

Das Ergebnis ist also (wie der Name schon sagt) final.


Gasly: Habe es nicht clever gemacht

Der Franzose startete in den Top 10, fiel allerdings früh aus den Punkten, nachdem er im Zweikampf mit Charles Leclerc ins Kiesbett kam. "Ich bin nicht zufrieden damit, wie ich das gehandhabt habe. Es war einfach nicht gut", gesteht er.

"Wir kämpften bereits in Kurve 7. In Kurve 8 lag ich leicht vorne. Ich habe versucht, ihm etwas Platz zu lassen", schildert er die Situation, "aber als ich einbog, verlor ich einfach das Heck. Ich bin sofort abgeflogen."

Er versuchte dann, mit einem Zweistopper noch etwas zu retten, doch mit dem Safety-Car waren dann alle Hoffnungen dahin. Er wurde am Ende 13., Teamkollege Franco Colapinto blieb als 16. ebenfalls ohne Punkte.

Der Rückkehrer spricht zwar von einem "positiven Tag", erklärt aber ebenfalls, dass das VSC sein Rennen dann quasi beendet habe. "Ich denke, das Wichtigste ist, dass wir das Tempo hatten", so der Argentinier.

Von Punkten beim Comeback war er am Ende aber trotzdem weit weg.


Hülkenberg: Eines der besseren Rennen

Der Deutsche lag zwischenzeitlich in den Top 10, verpasste die Punkte als Zwölfter aber am Ende. Trotzdem betont er: "Das war eines der besseren Rennen für mich in diesem Jahr."

"Wir waren im Vergleich zu anderen Wochenenden konkurrenzfähiger, und ich hatte heute ein besseres Gefühl im Auto als am Freitag und Samstag", so Hülkenberg.

Er habe dann zudem Glück mit dem VSC gehabt und sei so im Kampf um Punkte dabei gewesen. "Leider war das Safety-Car gegen Ende des Rennens dann keine Hilfe für uns", erklärt er.

"Beim Neustart war ich von schnelleren Autos umgeben, und ich konnte weder Yuki [Tsunoda] noch Fernando [Alonso] - auf frischeren Reifen - hinter mir halten", berichtet der Sauber-Pilot.

Teamkollege Gabriel Bortoleto gehörte derweil zu den Piloten, für die das VSC zum falschen Zeitpunkt kam. Davon erholte er sich dann nicht mehr. Am Ende also keine Punkte für Sauber beim 600. Grand Prix.


Sainz: Verschenken zu viele Punkte

Der Spanier ist ebenfalls nicht glücklich, denn er zählte auch zu den Piloten, die heute zu früh zum Boxenstopp kamen. Er wurde am Ende zwar noch Achter, ist damit aber "natürlich" nicht glücklich, betont er.

Man habe nach einem guten Qualifying wieder einmal keinen "guten Sonntag" hinbekommen, ärgert er sich. Man habe nach Miami so schon wieder "viele Punkte" liegenlassen, so der Spanier.

Der Fehler sei wohl gewesen, auf den frühen Stopp von Charles Leclerc zu reagieren. Denn eigentlich sei es nicht der Plan gewesen, so früh selbst schon an die Box zu kommen, erklärt er.

"Aber gleichzeitig habe ich dem Team immer gesagt, dass dies das Jahr ist, in dem wir diese Fehler machen und versuchen sollten, aus ihnen zu lernen", betont Sainz auch.

Denn der Fokus bei Williams liegt auf der Zukunft. Trotzdem könne man es sich natürlich auf Dauer nicht leisten, immer wieder Punkte zu verschenken, stellt der Spanier auch klar.


Antonelli: Mein schlechtestes Wochenende

Wir bleiben eben bei Mercedes, wo Lokalmatador Kimi Antonelli die Zielflagge gar nicht sah. Er berichtet: "Ich fing an, Probleme mit dem Gaspedal zu haben, und hatte dann auf den Geraden weniger Leistung."

Teilweise sei es okay gewesen, in der nächsten Runde dann aber wieder nicht mehr. "Es war nicht einfach, und dann war [die Leistung] leider komplett weg", so der Italiener, der auch davon abgesehen nicht zufrieden ist.

"Ich denke, das Wochenende war, was meine Leistung angeht, wahrscheinlich das schlechteste", gesteht der Rookie, der nach Bahrain erst zum zweiten Mal in seiner noch jungen Karriere ohne Punkte blieb.

Zudem war es sein erster Ausfall in der Formel 1 - und das ausgerechnet beim Heimspiel.


Russell: Bei Hitze plötzlich wieder chancenlos

Kommen bei Mercedes plötzlich die alten Probleme aus dem Vorjahr zurück? George Russell verpasste heute erstmals in diesem Jahr die Top 5 und berichtet: "Wir hatten absolut keine Pace."

"Es gibt eindeutig einen Trend: [...] Wenn es heiß ist, sind wir nirgendwo, und wenn es kalt ist, sind wir schnell. Vielleicht ist der Trend vom letzten Jahr derselbe Trend wie in diesem Jahr", grübelt Russell.

Denn auch schon 2024 war der Mercedes nur dann wirklich schnell, wenn es kalt war. Gleichzeitig betont Russell aber auch: "Jedes Team hat irgendwann einmal ein katastrophales Rennwochenende."

Und für Mercedes sei Imola das erste wirklich schlechte Wochenende 2025 gewesen. "Natürlich bin ich nicht sehr glücklich, aber mit deinem Auto wirst du nicht Woche für Woche auf dem Podium stehen", weiß er.

Trotzdem sei Imola für sich genommen natürlich "sehr enttäuschend" gewesen.


Warum einmal VSC und einmal Safety-Car?

Viele Fans fragten sich, warum es beim Ocon-Aus ein VSC gab, später bei Antonelli dann aber ein echtes Safety-Car. Unseren Informationen nach liegt das daran, dass neben der Strecke dort lediglich Platz für ein Auto war.

Bevor man den Antonelli-Mercedes entfernen konnte, musste vorher also erst einmal das Ocon-Auto weggeschafft werden. Deswegen dauerte die Safety-Car-Phase wohl auch so lange.


Albon: Hätte vielleicht geduldiger sein sollen

Der Williams-Pilot selbst bezeichnete die Aktion von Leclerc am Funk als unfair, gibt sich nach dem Rennen bei Sky aber auch selbstkritisch und erklärt, er hätte vielleicht "etwas geduldiger mit meinem Überholmanöver" sein sollen.

"Ich habe mir ehrlich gesagt die Lippen geleckt, denn ich dachte, ich könnte Oscar [Piastri] vorne auch noch schnappen", verrät er. Dadurch war dann seine Aktion gegen Leclerc vielleicht etwas übereilt.

Letztendlich sei es "seltsam", dass er von einem fünften Platz fast schon "etwas enttäuscht" sei. Denn man darf dabei nicht vergessen, dass Williams im vergangenen Jahr nie besser als Siebter war.

Und 2025 wurde Albon jetzt bereits zum dritten Mal Fünfter und konnte erneut einen Ferrari und dieses Mal sogar beide Mercedes schlagen.


Leclerc: Safety-Car gleich zweimal als Nachteil

Wir bleiben bei Ferrari, denn bei Charles Leclerc war genau das Gegenteil der Fall. Während Lewis Hamilton vom Safety-Car profitierte, verlor sein Teamkollege in beiden Situationen etwas.

"Es gab ein [virtuelles] Safety-Car, das uns viele, viele Positionen gekostet hat. Dann gab es ein zweites Safety-Car, das uns eine weitere Positionen gekostet hat", winkt Leclerc ab.

Denn beim Safety-Car am Ende wollte er eigentlich noch einmal frische Reifen haben, aber: "Wir konnten die Reifen nicht wechseln, weil wir keine mehr zur Verfügung hatten, was sehr schade war."

So biss er sich dann auf den alten Pneus durch und wurde Sechster. Zu der Aktion mit Albon sagt er übrigens, er müsse sich die Szene noch einmal anschauen. Im Auto fühlte sich für ihn aber alles sauber an.


Hamilton lobt Ferrari: "Fantastische Arbeit"

Der Rekordweltmeister selbst ist nach P4 natürlich happy und erklärt bei Sky: "Ich habe definitiv nicht damit gerechnet, dass wir heute Vierter werden würden. [...] Aber das Auto hat sich wirklich toll angefühlt."

"Das Team hat mit seiner Strategie fantastische Arbeit geleistet. Sie waren tadellos", freut sich Hamilton und erklärt, auch die Kommunikation mit seinem Renningenieur habe dieses Mal toll funktioniert.

"Ich war ruhig, und ich glaube, auch er war ruhig, und das Team hat die Strategie ruhig umgesetzt, und die Boxenstopps waren großartig. Insgesamt also mega", jubelt Hamilton, der gerne noch ein paar Runden mehr gefahren wäre.

Denn dann hätte es vielleicht sogar noch zu einem Podium gereicht.


Warum Leclerc keine Strafe bekam

Der Monegasse entging am Ende einer Strafe, weil er Alexander Albon P5 freiwillig überließ, nachdem bereits eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden war. Die Rennleitung teilt dazu offiziell mit:

"Bevor wir unsere Untersuchungen abschließen konnten, gab Auto 16 die Position freiwillig zurück, um den angeblichen Verstoß zu entschärfen. Unter diesen Umständen haben wir keine weiteren Maßnahmen ergriffen."

Trotzdem hat die Sache einen kleinen Beigeschmack, denn bei der Aktion verlor Albon eine weitere Position an Lewis Hamilton, der dadurch am Ende noch Vierter wurde.

Obwohl Leclerc seine eigene Position also an Albon abgab, holte Ferrari mit P4 und P6 am Ende als Team trotzdem noch ein besseres Endergebnis.


Norris: Team hat richtig gehandelt

Der Brite selbst hat übrigens auch kein Problem damit, dass das Team keine Stallorder ausgesprochen hat. "Ich hatte die besseren Reifen, aber ich habe nichts erwartet", stellt er bei Sky klar.

"Natürlich verliere ich dadurch Zeit und er verliert Zeit", so Norris. Aber das sei normal, wenn man "um eine Meisterschaft" kämpfe. "Ich denke, wir haben das gut gemeistert, und das Team hat gute Arbeit geleistet", sagt er daher.

Zudem räumt auch er ein, dass er wohl sowieso nicht gewonnen hätte. "Ich denke, der zweite Platz war das Beste, was wir heute erreichen konnten", betont er und erklärt noch einmal, Verstappen sei heute einfach "zu schnell" gewesen.


Warum tauschte McLaren die Plätze nicht?

Vor dem letzten Restart lag Oscar Piastri vor Lando Norris auf P2, hatte aber die deutlich älteren Reifen. Als der Brite dann endlich an seinem Teamkollegen vorbei kam, war Max Verstappen vorne längst enteilt.

Warum tauschte McLaren also nicht die Plätze, um Norris auf den deutlich besseren Reifen eine Chance auf den Sieg zu ermöglichen? "Wir haben definitiv darüber nachgedacht", betont Andrea Stella bei Sky.

Man habe "alle Optionen" geprüft, "wie wir die Situation managen sollen", so der Teamchef. Letztendlich habe man sich dann dafür entschieden, Piastri seine eigenen "Chancen" nicht zu nehmen.

"Wir wollte, dass er beim Restart seine eigenen Chancen bekommt", erklärt Stella, "und wir gehen auch davon aus, dass Lando, wenn er Max überholen könnte, auch in der Lage gewesen wäre, Oscar mit Leichtigkeit zu überholen."

"Wenn das Geschwindigkeitsdelta ausreichend gewesen wäre, hätten sich die Dinge in Wirklichkeit von selbst erledigt", so Stella. Oder anders gesagt: Norris hätte Verstappen wohl so oder so nicht mehr überholt.


Gebrauchter Tag für Haas

Neben Alonso zählte auch Haas zu den Verlierern heute. Während Esteban Ocon mit einem Problem am Antrieb ausschied, hätte Teamkollege Oliver Bearman fast von dem daraus resultierenden VSC profitiert.

Der Brite stoppte und "kam hinter Russell heraus, und er war auf P7, also hatten wir ein gutes Rennen vor uns", so Bearman, "aber mein Rad war beim Boxenstopp nicht richtig befestigt", berichtet er.

Er musste also noch einmal stoppen, und damit war sein Rennen natürlich gelaufen. "Die Pace war gut, das Auto fühlte sich das ganze Wochenende über gut an", ärgert auch er sich.

Denn zeigen konnte man das an diesem Wochenende nicht, nachdem bereits das Qualifying gestern unglücklich verlaufen war.


Alonso: Wäre ohne Pech ein Topergebnis gewesen

Der Spanier bezeichnete sich am Funk heute selbst als den unglücklichsten Fahrer im Feld, weil er auch im siebten Saisonrennen wieder ohne Punkte blieb - obwohl er sogar von P5 gestartet war.

"Das Auto war heute sehr stark", ärgert er sich und erklärt, er sei zu Beginn sogar etwas schneller als Russell im Mercedes gewesen. Doch dann stoppte man vor dem VSC und verlor den ganzen Vorsprung wieder.

Danach sei das Rennen "vorbei" gewesen, weil alle anderen einen freien Stopp und frische Reifen bekommen hätten. "Ich denke, von 100 Szenarien des Rennens waren 99 für uns in Ordnung", so Alonso.

Doch dann sei genau das eine eingetroffen, was eben alles ruiniert habe. Und die ganze Saison sei bereits so oder so ähnlich gelaufen.


Marko: "Wir waren einfach heute schneller"

Helmut Marko jubelt währenddessen im ORF: "Wir waren einfach heute schneller. Wir waren im Reifenverschleiß zumindest gleich gut [wie McLaren]." Das "Beeindruckendste" seien aber die letzten Runden nach dem Safety-Car gewesen.

"Dann ist [Max] ja eine Sekunde und mehr pro Runde weggefahren. Also es funktioniert und es ist das erste Mal, dass er ein Auto hatte, mehr oder weniger seit einem Jahr, das in der Balance ist, dass es tut, was er will", so Marko.

"Und dann sieht man Gott sei Dank so ein Resultat", freut sich der Österreicher. In der WM liegt Verstappen damit jetzt nur noch 22 Punkte hinter Piastri - also weniger als einen Rennsieg.


Verstappen: "Sehr wichtige Woche" für Red Bull

Der Niederländer atmet nach seinem zweiten Saisonsieg durch und erklärt: "Ich bin unglaublich stolz auf alle. Es war eine sehr wichtige Woche für uns. Das Auto hat gut performt."

Letztendlich sei alles heute "sehr gut" gewesen, von der Pace des Autos bis hin zu den Boxenstopps und der gesamten Ausführung des Rennens. Trotzdem darf man sich jetzt nicht ausruhen.

Denn Monaco sei nächste Woche eine "komplett andere Strecke", erinnert Verstappen und betont: "Das wird auch eine große Herausforderung werden. Aber gerade will ich es einfach genießen."

Zur Erinnerung: Red Bull absolvierte heute sein 400. Formel-1-Rennen. Ein Sieg zum Jubiläum also.


Piastri: Zu viele Fehler gemacht

Der Australier verlor gleich den Start und erklärt: "Es war ein gutes Manöver von Max." Das Ergebnis sei "enttäuschend", aber auch nach dem Start habe man "einige falsche Entscheidungen" getroffen.

"Es war ohne Frage nicht unser bester Sonntag", so der Australier, der dann auch noch zu früh an die Box kam und beim Safety-Car am Ende keine frischen Reifen mehr übrig hatte.

"Es gibt also definitiv eine Menge Dinge, die man sich ansehen und überprüfen muss", so Piastri, der die WM weiterhin anführt. Sein Vorsprung auf Norris und Verstappen ist allerdings etwas geschmolzen.


Norris: Red Bull war "zu gut"

Der Brite erklärt, dass der Sieg heute nicht möglich gewesen sei. "Max fuhr ein gutes Rennen und wir konnten nicht mithalten", so Norris, der betont: "Wir haben getan, was wir konnten."

Insgesamt sei es mit P2 daher "ein gutes Rennen" gewesen, und auch das Team könne mit dem Doppelpodium zufrieden sein. "Natürlich würden wir gerne gegen Max kämpfen, aber sie waren heute zu gut für uns", gesteht Norris.


Jetzt Fahrer bewerten!

Auch in diesem Jahr habt ihr bei uns wieder die Möglichkeit, die 20 Piloten für ihre Leistung am Wochenende zu bewerten. Wer waren eurer Meinung nach die besten Fahrer in Imola? Jetzt abstimmen!


Übersicht

Rennbericht

Ergebnis

WM-Stand


Fotos: F1: Grand Prix der Emilia-Romagna (Imola) 2025



Jetzt Session-Ticker öffnen!

In wenigen Minuten beginnt der siebte Grand Prix des Jahres und wir verlagern das Geschehen damit erst einmal in unseren Session-Ticker. Hier ist also kurz Pause, nach der Zieldurchfahrt geht es an dieser Stelle weiter mit den Stimmen aus Imola.

Und wenn ihr wissen wollt, wie ihr die Formel 1 an diesem Wochenende im Livestream sehen könnt, dann erfahrt ihr das hier.


Albon unsicher

Der Williams-Pilot hat F1 TV gerade noch ein kurzes Interview gegeben und bestätigt, dass das Problem an seinem Auto wohl gelöst sei. Allerdings wirkt er nicht ganz sicher und erklärt, man müsse jetzt abwarten.

Zudem habe er deswegen vorhin nur eine Runde drehen können, bevor er in die Startaufstellung gefahren ist. Er habe also die Zeit nicht optimal nutzen können, um ein Gefühl für das Auto zu bekommen.

Könnte ein kleiner Nachteil sein. Aber das Wichtigste ist natürlich, dass das Auto hält.


ANZEIGE: Der kleine Ferrari für Zuhause

Die Scuderia steht heute vor einer ziemlichen Herausforderung, nachdem das Qualifying gestern zum Debakel wurde. Trotzdem kann Ferrari aktuell auch Spaß machen, zum Beispiel mit diesem LEGO®-Set!

Aus 275 Teilen besteht der SF-24 aus der LEGO-Reihe "Speed Champions". Einerseits ist hier Fingerspitzengefühl gefragt, aber die Spielfreude kommt dank einer Minifigur im Cockpit und markanter Designelemente natürlich nicht zu kurz.

Wer es aktuell etwas "erfolgreicher" mag, der kann übrigens auch zum McLaren MCL38 aus der gleichen Serie greifen - oder zu einem ganz anderen Team wie Mercedes, Red Bull, Williams und Co.

Hier könnt ihr den Ferrari SF-24 direkt bestellen!

 ~~