Mit dem WM-Titel wird es für Lando Norris in diesem Jahr mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nichts mehr werden. Doch Experte Martin Brundle glaubt zumindest, dass der Brite eine Menge aus dieser Saison lernen kann.
Gegenüber Sky erklärt der ehemalige Formel-1-Pilot, dass Norris "auf dem Level", auf dem er sich befinde, "alles" verbessern müsse. "Er hat einige erstaunliche Siege errungen", erinnert Brundle.
"Aber ihm fehlt die Erfahrung, um eine Weltmeisterschaft zu kämpfen", so der Experte, der erklärt, dass das für Norris "ganz neue Herausforderungen" gewesen seien, aus denen er nun "eine Menge lernen" werde.
"Manchmal fragt man sich, ob ihm gegen Max [Verstappen], von dem wir wissen, dass er im Kampf ziemlich brutal sein kann, der Killerinstinkt fehlt", so Brundle weiter. Drei Rennen vor Schluss liegt Norris in der WM 62 Punkte hinter Verstappen.
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Formel-1-Liveticker: Lando Norris muss "alles" verbessern
F1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Brundle: Lando Norris muss "alles" verbessern +++ Wertvolle Erfahrungen für die Zukunft? +++ Sergio Perez auf Abschiedstour? +++
Brundle: Lando Norris muss "alles" verbessern
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Zu viele Fehler?
Am Sonntag in Brasilien verlor Lando Norris wieder einmal den Start. Doch das war nicht der einzige Fehler, den er im Verlauf des Rennens machte.
Folglich landet der McLaren-Pilot bei unser Notenvergabe dieses Mal auch nur im Mittelfeld. Mehr dazu hier und in dieser Fotostrecke:
Den Start von Max Verstappen ...
... am Sonntag könnt ihr euch derweil hier noch einmal im Video anschauen. Teamchef Christian Horner sagte dazu ja: "Max' erste Runde steht auf einer Stufe mit Donington 1993, so wie er außenrum in Kurve 3 überholt hat."
Bei allem Respekt vor Verstappen finde ich persönlich diesen Vergleich allerdings etwas überzogen, denn Ayrton Senna überholte damals die absoluten Toppiloten - und Verstappen lediglich Autos am hinteren Ende des Feldes.
Das ändert aber natürlich nichts daran, dass der Weltmeister am Sonntag auch für uns in der Redaktion der mit Abstand beste Fahrer war, wie ihr auch an unseren Noten schon gesehen habt.
Verlorene Siegchance? Frust bei Russell und Norris
Wir bleiben bei unserem kleinen Brasilien-Rückblick und stellen die Frage: Wurden George Russell und Lando Norris beim Rennen am Sonntag unnötig an die Box geholt?
Datenexperte Kevin Hermann analysiert in unserem neuen Video mit der PACETEQ-Strategiesoftware OneTiming die kritische Phase rund um die rote Flagge.
Er erklärt zudem, warum Red Bull in Sao Paulo nach den jüngsten Pleiten so schnell war, während bei Ferrari gar nichts zusammenlief.
Perez auf Abschiedstour?
Drei Rennen sind es noch in der Saison 2024 - und damit womöglich auch nur noch drei Rennen in der Formel-1-Karriere von Sergio Perez. Denn die Gerüchte, dass seine Zeit bei Red Bull spätestens am Ende des Jahres abgelaufen sein wird, halten sich weiter.
Viele Experten sind der Meinung, dass der Mexikaner bei den Bullen 2025 nicht mehr im Auto sitzen wird. Und auch Timo Glock kann sich nicht vorstellen, Perez noch lange im Cockpit neben Max Verstappen zu sehen.
Bei Sky erklärt er nach dem Brasilien-Rennen: "Wir dürfen den Dreher ganz am Anfang des Rennens nicht vergessen. Es sind Fehler, die ihm nicht passieren dürfen. In der jetzigen Situation sowieso nicht."
"Es ist keine gute Visitenkarte und er ist ganz klar angezählt. Am Ende bin ich mir sicher, dass wir ihn nicht mehr lange im Red Bull sehen", so der ehemalige Formel-1-Pilot.
Hamilton im Senna-McLaren
Lewis Hamilton durfte am Sonntag einen Showrun in Ayrton Sennas altem McLaren von 1990 fahren. "Das Rennen war scheiße, aber Sennas Auto zu fahren war die beste Sache überhaupt. Ich bin immer noch glücklich und dankbar, dass ich dazu hier in Interlagos die Gelegenheit hatte", sagte der Rekordweltmeister selbst am Sonntagabend.
Ein längeres Onboard-Video von dem Showrun findet ihr jetzt hier:
Ferrari in Las Vegas wieder stärker?
In Brasilien konnte Ferrari nicht ganz vorne mitmischen. Doch das könnte sich schon beim nächsten Rennen wieder ändern, denn Charles Leclerc erinnert: "Vergangenes Jahr waren wir [in Las Vegas] sehr stark."
Er hoffe daher, dass sich das 2024 wiederhole. "Ich denke, die Streckencharakteristik passt zu uns. Aber was die Reifen angeht, könnte es für uns etwas schwieriger sein", betont Leclerc auch.
Denn bei kühleren Bedingungen sei man in diesem Jahr nicht ganz so stark, und auch in Vegas wird es ja wieder recht kalt werden. Trotzdem sei er "eher optimistisch", stellt der Monegasse klar.
Neben Las Vegas erwartet er Ferrari zudem auch in Abu Dhabi stark. Von den letzten drei Rennen des Jahres sollte seiner Meinung nach lediglich Katar "etwas schwieriger" werden, prophezeit er.
In der Konstrukteurs-WM liegt Ferrari lediglich 36 Zähler hinter McLaren und hat damit noch alle Chancen auf den Titel.
Auszeichnung für Colapinto
Der Rookie hat nach Meinung der Formel-1-Fans für das beste Überholmanöver im Monat Oktober gesorgt. Sein Manöver gegen Fernando Alonso in Austin hat ihm die Auszeichnung "Overtake of the Month" eingebracht.
Da werden sicher einige Stimmen aus Argentinien gekommen sein ;-) Das Überholmanöver gibt es hier noch einmal im Video:
Noch keine WM-Entscheidung in Las Vegas
Max Verstappen kann in Las Vegas bereits Weltmeister werden, darüber haben wir hier im Ticker bereits gesprochen. Noch keine Entscheidung kann es dort dagegen in der Konstrukteurs-WM geben.
Dort liegt Ferrari nämlich wie eben erwähnt nur 36 Punkte hinter McLaren. Selbst bei einem Doppelsieg inklusive schnellster Runde und einer Ferrari-Nullnummer würde McLaren Vegas also mit maximal 80 Zählern Vorsprung verlassen.
In Katar, wo es auch noch einen Sprint gibt, und Abu Dhabi danach sind aber noch insgesamt 103 Punkte zu vergeben. Eine Entscheidung kann es daher frühestens beim vorletzten Saisonrennen in der Wüste geben.
Das Aus von Lance Stroll ...
... am Sonntag gibt es hier noch einmal im Video. "Da kannst du nur den Kopf schütteln", sagt Timo Glock bei Sky und unser Experte Marc Surer findet: "Das ist eine Lachnummer!"
Weitere Aussagen dazu (auch von Stroll) selbst findet ihr hier!
Ferrari: Keine Updates mehr im WM-Kampf
Obwohl Ferrari noch mitten im WM-Kampf steckt, wie wir vorhin bereits festgestellt haben, wird es für das Auto in diesem Jahr keine Updates mehr geben. Das hat Frederic Vasseur ganz offiziell bestätigt.
"Wir fokussieren uns jetzt schon seit Monaten auf das nächstjährige Projekt. Da kommt nichts mehr", so der Ferrari-Teamchef. Eine große Überraschung ist das bei nur noch drei Rennen aber natürlich auch nicht.
Wegen Budgetdeckel und Handicap-System dürften fast alle Teams ihre Entwicklung längst auf 2025 umgestellt haben. Das heißt also keinesfalls, dass Ferrari den WM-Kampf aufgegeben hat.
Man konzentriere sich bereits "seit Monaten" nur von Rennen zu Rennen, betont Vasseur. Und daran werde man auch im WM-Endspurt nichts ändern, denn das sei die beste Herangehensweise.
Die schnellste Runde ...
... von Max Verstappen am Sonntag gibt es hier noch einmal im Video. Fast unglaublich: Gleich neun Runden des Niederländers waren in Brasilien schneller als die schnellste Rundenzeit eines anderen Fahrers.
Selbst wenn man ihm also seine acht schnellsten Rundenzeiten gestrichen hätte, hätte er noch immer den Bonuspunkt bekommen. Das zeigt, wie überlegen der Weltmeister am Ende des Rennens war.
Die Übersichten über die schnellste Rennrunden und Co. findet ihr wie immer auf unserem Schwesterportal Motorsport.com:
Formel 1 2024: Fahrer des Tages
Die schnellsten Rennrunden der Formel 1 2024
Die schnellsten Boxenstopps der Formel 1 2024
Die Qualifying-, Sprint- und Rennduelle der Formel-1-Saison 2024
Längste Durststrecke seit 2020 beendet
Nach zehn Rennen gewann Red Bull in Brasilien erstmals wieder einen Grand Prix. Damit hat Max Verstappen die längste Durststrecke der Bullen seit der Saison 2020 beendet.
Damals war man zwischen Barcelona und dem zweiten Bahrain-Rennen sogar elf Rennen in Folge sieglos geblieben. Die Serie endete damals erst mit dem Sieg von Verstappen beim Saisonfinale in Abu Dhabi (Foto).
Danach blieb Red Bull bis zur jüngsten Durststrecke nie länger als maximal drei Rennen in Folge ohne Sieg. Kann man auch alles in unserer großen Datenbank nachlesen!
© Motorsport Images
Schlägt Ferrari in Las Vegas zu?
Wir haben ja vorhin von Charles Leclerc schon gehört, dass er Ferrari beim nächsten Rennen wieder stärker erwartet. Und auch Teamchef Frederic Vasseur wittert in Las Vegas eine große Chance.
"Wir haben am Wochenende nicht so viele Punkte verloren", resümiert er nach Brasilien und betont: "Natürlich will ich gar keine Punkte verlieren, ich möchte Punkte aufholen."
"Das bedeutet, dass wir ein besseres Wochenende als dieses brauchen. Aber es ist kein Drama", stellt Vasseur bei weiterhin nur 36 Punkten Rückstand auf McLaren klar.
"Beim nächsten Rennen in Vegas werden wir wahrscheinlich ein viel besseres Wochenende haben, und dort müssen wir die großen Punkte holen", betont er.
In der Tat verlor die Scuderia in Brasilien lediglich sieben Zähler auf McLaren. Das hätte deutlich schlimmer laufen können.
Herbert wehrt sich gegen Vorwürfe
Max Verstappen ärgerte sich jüngst über einige Aussagen von Rennkommissar und Ex-Formel-1-Fahrer Johnny Herbert auf diversen Casinoseiten. Nun hat Herbert darauf reagiert - erneut auf einer Wettseite.
Gegenüber SafestBettingSites.co.uk erklärt er: "Wie ich schon immer gesagt habe, bin ich an einem Rennwochenende Johnny Herbert, der Steward und der Profi, und zu anderen Zeiten Johnny Herbert, der Experte, der seine Meinung kundtut."
"Wenn ich Steward bin, äußere ich keine Meinung", stellt er klar und erklärt: "Jeder hat eine Meinung. Martin Brundle hat eine Meinung. Warum sollte ich keine haben, wenn ich nicht an der Rennstrecke bin? Die Rennstrecke ist seit 50 Jahren meine Welt."
"Wenn ich mit dem, was ich auf der Rennstrecke sehe, nicht ganz einverstanden bin, dann sage ich das auch. Das gilt nicht nur für Max. Ich kritisiere jeden, wenn ich das Gefühl habe, dass es gerechtfertigt ist", so Herbert.
Er habe jedenfalls nichts gegen Max Verstappen. Das betonte zuletzt ja auch schon Damon Hill.