Formel-1-Newsticker

Formel-1-Liveticker: FIA-Präsident Sulayem will zwölftes Team aus China

Der Formel-1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Vasseur findet Funkausbruch von Leclerc okay +++ Zwölftes Team aus China? +++ Piastri respektiert Norris' Art und Weise +++

Sulayem: Zwölftes Team aus China?

2026 stößt Cadillac zum Formel-1-Feld dazu, FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem öffnet nun schon die Tür für ein weiteres Team aus China - zumindest potenziell. "Wir haben ein elftes Team. Ich denke, wir sollten uns die Performance dieses elften Teams anschauen und dann - wenn es ein chinesisches [Gebot] gibt, und ich spreche jetzt im Namen der FOM hier - werden sie dem zustimmen, weil es darum geht, das Geschäft aufrechtzuerhalten", sagt er.

Einen akuten Bedarf für ein zwölftes Team gebe es nicht, aber angesichts des rasant wachsenden Erfolgs der Formel 1 würde ein weiteres Team im Starterfeld, insbesondere eines aus China, die Attraktivität in dem größten Wirtschaftsmarkt der Welt jedoch weiter steigern.

"Wenn es ein Team aus China gäbe, und die FOM es genehmigt, und ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass sie es genehmigen würden: Würde es nicht mehr Geld bringen, wenn China einsteigt? Ich glaube, ja", sagt er. "Müssen wir das Starterfeld mit einem zwölften Team auffüllen, nur um es aufzufüllen? Nein. Es muss das richtige Team sein."

"Die Zeit wird kommen, in der wir es für richtig halten, einen neuen Expression of Interest zu öffnen", so Sulayem. "Wir sind nicht hier, um die anderen Teams zu verärgern, aber es wird nicht einfach nur aus Prinzip passieren. Es muss sich lohnen."

Feierabend

Damit soll es das an dieser Stelle gewesen sein. Morgen meldet sich dann mein Kollege Kevin Scheuren mit einer neuen Ausgabe des Livetickers wieder. Norman Fischer verabschiedet sich und wünscht einen angenehmen Resttag. Ciao!


Giovinazzi bleibt Ferrari-Reservist

Antonio Giovinazzi bleibt weiterhin Ersatzfahrer von Ferrari. Der Italiener, der 62 Rennen für Sauber/Alfa Romeo in der Formel 1 fuhr, hat seinen Vertrag mit der Scuderia verlängert. Die Laufzeit ist unbekannt, Ferrari teilt lediglich mit, man habe den mehrjährigen Vertrag erneuert.

Hauptsächlich wird Giovinazzi weiterhin für Ferrari in der WEC fahren, wo er 2023 den Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans feiern konnte. Nebenbei erfüllt er die Rolle als Ersatzpilot hinter Lewis Hamilton und Charles Leclerc in der Formel 1.

"Vor acht Jahren begann mein Abenteuer mit Ferrari - ein Team, das für mich viel mehr ist: eine Familie. Die heutige Vertragsverlängerung bedeutet, dass ich eine Herausforderung fortsetzen darf, die mich jeden Tag antreibt - in einem Umfeld, in dem Menschen, Teamarbeit und Ehrgeiz zählen", sagt er.

"Offizieller Fahrer in der WEC und Ersatzfahrer in der Formel 1 zu sein, ist eine Aufgabe, die ich mit Stolz und Begeisterung wahrnehme. Ich danke Ferrari für das anhaltende Vertrauen. In diesen Farben zu wachsen, ist wirklich etwas Besonderes. Ich freue mich auf die nächsten Kapitel dieser Geschichte, die ich mit dem Einsatz, der Leidenschaft und dem Hunger nach Ergebnissen angehen werde, die mich schon immer auszeichnen."


Ein Blick auf die Strafpunkte

Max Verstappen ist seit Silverstone nicht mehr unmittelbar von einer Sperre bedroht, wenn er sich keinen dicken Bock leistet, mit 9 Punkten führt er die Tabelle aber immer noch an. Dahinter hat sich aber ein neuer Fahrer aufgemacht, dem Niederländer Konkurrenz zu machen.

Für seinen Abflug im dritten Training unter roter Flagge erhielt Haas-Pilot Oliver Bearman vier (!) Punkte und steht jetzt bei acht. Damit muss auch der Brite aufpassen, der nur noch weitere vier Punkte von einer Sperre entfernt ist, denn seine ersten Punkte erlöschen erst Anfang November.

Sollte er gesperrt werden, wäre das schon ein kurioser Zufall, denn Bearman durfte in Baku 2024 für Kevin Magnussen einspringen, als der die zwölf Zähler vollgemacht hatte.

Mit seinen zwei Punkten aus Silverstone hat übrigens auch WM-Leader Oscar Piastri jetzt sechs Punkte und liegt zusammen mit Liam Lawson auf Rang drei.

Hier findet ihr eine genaue Übersicht.

Oliver Bearman Haas Haas F1 ~Oliver Bearman (Haas) ~

Vowles über FW14B-Erlebnis: "Ich saß noch zehn Minuten im Auto"

James Vowles hat sich einen Kindheitstraum erfüllt: Der Williams-Teamchef durfte kürzlich den legendären FW14B pilotieren - jenes Auto, mit dem Nigel Mansell 1992 den WM-Titel einfuhr. "Sie haben mich am Ende gefragt, ob ich noch einen Moment brauche - und ich bin einfach zehn Minuten sitzen geblieben und habe es genossen", schildert Vowles das emotionale Erlebnis.

Der Bolide, den er fuhr, ist exakt das Chassis, mit dem Mansell den Titel in Budapest sicherte. "Das ist eine Gelegenheit, die man nur einmal im Leben bekommt", so Vowles. "Vor 30 Jahren habe ich das Auto im Fernsehen gesehen - und hätte nie gedacht, dass ich es jemals auch nur aus der Nähe sehen würde, geschweige denn fahren."

Platzprobleme hatte der großgewachsene Brite im schmalen Oldtimer nicht - zumindest fast. "Danke, dass du nicht gefragt hast, ob ich zu breit bin", scherzt Vowles. "Ich habe letztes Jahr ein bisschen abgenommen, um reinzupassen. Das größte Problem sind meine Füße - ich glaube, Nigels Füße sind kleiner als meine."


Bearman: "Niemand erkennt mich - und das ist wunderbar"

Während britische Formel-1-Fans am Wochenende vor allem Lewis Hamilton - und mit Abstrichen Lando Norris - zujubelten, war der Applaus für Oliver Bearman trotz des Heimspiels verhalten. Der Haas-Pilot genießt noch nicht das Standing seiner Fahrerkollegen, was für ihn zuletzt auch bei der Filmpremiere in New York offensichtlich wurde.

Dort lief er zusammen mit seinen Kollegen über den roten Teppich. "Das ist nicht das, wovon ich als Kind geträumt habe, als ich F1-Fahrer werden wollte - aber ich werde mich nicht beschweren", lacht er. Besonders schön sei gewesen, dass er den Moment mit seiner Freundin teilen konnte: "Solche Erlebnisse sind verrückt, aber auch unvergesslich."

Trotz wachsender Bekanntheit bleibt Bearman bislang vom ganz großen Rummel verschont. "Ich kann noch ohne Probleme durch die Straßen laufen", erklärt der 19-Jährige. "Ehrlich gesagt, erkennt mich kaum jemand - und das ist wunderbar."


Horner: Wäre "peinlich" für Mercedes, wenn Red Bull 2026 vor ihnen liegt

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hat mit Blick auf das Formel-1-Reglement 2026 klare Erwartungen formuliert - und gleichzeitig eine Spitze gegen die Konkurrenz verteilt: "Sollten wir als neuer Motorenhersteller sofort vor Mercedes liegen, wäre das ehrlich gesagt peinlich für sie", sagt er. Horner betont dabei jedoch, dass die Herausforderung enorm sei und man den Einstieg in die Motorenwelt mit großem Respekt angehe.

"Wir haben ein sehr fähiges Team, eine starke Kultur und massiv investiert", erklärt Horner. Das Ziel sei, langfristig konkurrenzfähig zu sein - auch wenn 2026 womöglich noch ein Übergangsjahr werde. "Vielleicht zahlen sich unsere Bemühungen erst 2027 oder 2028 aus. Aber für Red Bull ist es langfristig der absolut richtige Schritt", so Horner weiter.

Mit dem Verweis auf frühere Umbrüche in der Formel 1 erinnerte Horner an den Weggang von Sebastian Vettel 2014 nach dem Beginn der Hybridära: "Damals hat uns die neue Motorengeneration schwer getroffen, und Sebastian bekam ein Traumangebot von Ferrari." Entscheidend sei in solchen Phasen, das Team neu auszurichten - ähnlich wie jetzt, da Red Bull erstmals als eigener Motorenhersteller auftritt.

Ein großer Vorteil sei laut Horner die enge Verzahnung von Chassis- und Motorenentwicklung in der hauseigenen Powertrains-Abteilung: "Wenn Ingenieure aus beiden Bereichen im selben Gebäude sitzen, sich beim Kaffee austauschen - das ist unbezahlbar. Das zahlt sich aus, vielleicht nicht sofort, aber mittelfristig auf jeden Fall."


Tribut für Eddie Jordan

Das Formel-1-Rennwochenende in Silverstone 2025 stand im Zeichen des Gedenkens an den verstorbenen Eddie Jordan: Frühere Jordan-Fahrer wie Heinz-Harald Frentzen, Damon Hill und Johnny Herbert gingen gemeinsam mit der Familie auf die Bühne, um vor Publikum Abschied zu nehmen vom ehemaligen Formel-1-Teamchef - und auf der Rennstrecke drehten frühere Jordan-Rennautos einige Demorunden.

Jordan verstarb am 20. März 2025 nach einem Kampf mit einer aggressiven Form von Prostata- und Blasenkrebs.

Wie der Ex-Teamchef gewürdigt wurde, könnt ihr hier lesen.

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Mercedes in Goodwood

Auch Mercedes wird am Wochenende beim legendären Goodwood Festival of Speed zu Gast sein und seine beiden Testfahrer Valtteri Bottas und Fredrik Vesti hinschicken. Beide werden in einem W13 die Fahrt den Hügel hinauf absolvieren, Vesti am Freitag und Sonntag, Bottas am Samstag.


Die letzten Sauber-Fahrer auf dem Podest

Sauber musste lange auf den ersten Podestplatz warten. Über zehn Jahre lang stand kein Fahrer des Schweizer Rennstalls auf dem Podium. Mein Kollege Stefan Ehlen hat mal die letzten zehn Podeste zusammengetragen und musste dafür recht weit zurückgehen ...


Fotostrecke: Die letzten 10 Podestplätze von Sauber in der Formel 1


YouTuber in Silverstone festgenommen

In Silverstone ist YouTuber Morgan Burtwistle ("AngryGinge") gemeinsam mit seinen Kollegen Charlie Clark ("Chazza") und Samuel Imie ("SamHam") vorläufig festgenommen worden. Den dreien wird vorgeworfen, ein klassisches F1-Auto von Racing Point auf dem Veranstaltungsgelände beschädigt zu haben. Laut Polizei entstand dabei ein Schaden von mehreren Tausend Pfund. Alle drei bestreiten die Vorwürfe.

"Am Freitag, dem 4. Juli, erhielt die Polizei einen Hinweis, dass ein klassisches F1-Fahrzeug auf dem Silverstone Circuit beschädigt worden sei, nachdem Personen die Ausstellungsplattform betreten und in das Auto gestiegen seien", erklärte ein Polizeisprecher.

Die Männer im Alter von 23, 25 und 27 Jahren wurden wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung festgenommen, später aber ohne weitere Maßnahmen wieder freigelassen. In einem Vlog beklagte Burtwistle, man habe sie "wegen Sitzens in einem Auto" 15 Stunden in Gewahrsam gehalten.

Am selben Tag kam es zu einem weiteren Vorfall: Ein Lenkrad wurde von einem weiteren Ausstellungsfahrzeug entfernt und gestohlen. Das klassische F1-Auto war Teil einer Hommage an Ex-Teamchef Eddie Jordan. Die Polizei veröffentlichte daraufhin ein Überwachungsfoto eines Mannes, der in Zusammenhang mit dem Diebstahl stehen könnte.


V8-Motoren schon 2029?

Die Pläne für ein zwölftes Team sind aber nicht die einzigen, die Sulayem hat. Jetzt bringt er V8-Motoren auf den Tisch, obwohl erst zuletzt bei einem Motorengipfel in Bahrain beschlossen wurde, bei den neuen Antrieben ab 2026 zu bleiben. Doch der FIA-Präsident plant für 2029 schon etwas anderes ...

"Die aktuellen Antriebe sind so kompliziert und teuer. Wenn wir dagegen auf einen einfachen V8-Motor umsteigen ... - viele Hersteller bauen V8-Motoren in ihre Autos ein, also ist das aus kommerzieller Sicht richtig", sagte bin Sulayem laut Reuters am Rande des Formel-1-Rennwochenendes in Silverstone.

Er will das möglichst "bald", betont der FIA-Präsident. Er erklärt: "Man braucht drei Jahre, also hoffen wir, dass wir bis 2029 etwas haben."

Mehr dazu lest ihr hier.

Mohammed bin Sulayem  ~Mohammed bin Sulayem ~

Piastri: Webber hat meine Fehler schon für mich begangen

Spürt man bei diesem Vorgehen auch den Einfluss seines Managers Mark Webber? Der Australier hatte es bei Red Bull nicht immer einfach und musste sich gegen Ziehkind Sebastian Vettel behaupten, der im Team äußerst beliebt war und die Nummer 1 zu sein schien.

"Was das Kämpfen für meine Position betrifft, war das für mich sehr, sehr wertvoll", sagt Piastri über Webbers Einfluss. "Nicht, dass er sich in diesem Umfeld besonders stark hätte durchsetzen müssen. Aber allein durch die Erfahrungen, die er in seiner eigenen Karriere gemacht hat - in einem Weltmeisterteam zu sein, um eine Meisterschaft zu kämpfen – da gibt es sehr viele Erkenntnisse im Nachhinein, die für mich sehr wertvoll sind."

"Manche Lektionen muss man selbst lernen. Aber ich habe definitiv das Gefühl, dass ich vielen [negativen] Lektionen entgangen bin, weil Mark diese Erfahrungen gemacht hat", so der McLaren-Pilot.

"Er hilft mir, potenzielle Stolperfallen zu vermeiden. Er denkt an Fragen, die er mir stellt - oder meinen Ingenieuren oder dem Team - bevor sie mir überhaupt einfallen würden. Ich habe das Gefühl, dass das in den ersten Jahren meiner Karriere unglaublich wertvoll war und mich schneller dahin gebracht hat, wo ich heute bin."


Piastri: Respektiere Norris' andere Art

Der eine wirkt stoisch und nüchtern, der andere zeigt sich hingegen deutlich offener und verletzbarer. Oscar Piastri und Lando Norris sind bei McLaren zwei völlig unterschiedliche Charaktere - aber das ist für den WM-Führenden auch okay: "Lando ist eine sehr offene Person - ehrlich gesagt manchmal zu seinem eigenen Nachteil", sagt Piastri gegenüber The Telegraph.

"Aber gleichzeitig ist das eine gute Eigenschaft. Wir sind unterschiedliche Menschen, aber ich respektiere die Art, wie er damit umgeht", so Piastri.

Das heißt aber nicht, dass er seinen Teamkollegen etwas sanfter anfasst, nur weil dieser so fair und freundlich scheint: "Ich bin der Meinung, man darf niemandem einen Zentimeter schenken, ganz egal, wer es ist", betont er. "Ich verstehe mich mit Lando. Aber sobald der Helm auf ist - für uns alle 20 - gibt es keine Freunde mehr."


McLaren verliert Formel-E-Team

McLarens Flotte muss sich in diesem Monat von einem Rennteam verabschieden. Während Formel 1 und IndyCar weitergeführt werden, zieht sich McLaren nach dem Rennen in London aus der Formel E zurück.

McLaren hatte nach einem Käufer für das Team gesucht, der weiter an der Formel E teilnehmen könnte, hat laut Informationen von i#The Race#i aber keinen gefunden. Damit stehen die Mitarbeiter des Teams ohne Job da - außer sie werden von McLaren in anderen Bereichen eingesetzt.

Auch die beiden Fahrer Taylor Barnard und Sam Bird müssen sich nach Alternativen umsehen.

Der Startplatz fällt zurück an die Formel E, und das Feld sinkt erst einmal von 22 auf 20 Autos.

Taylor Barnard McLaren Neom McLaren Formula E Team Formel E ~Taylor Barnard ~

So gelang Hülkenberg das Podium

Strategie spielte am Wochenende in Silverstone eine wichtige Rolle. Unser Datenexperte Kevin Hermann hat sich einmal angeschaut, wie Sauber mit zwei perfekt getimten Entscheidungen Nico Hülkenberg von P19 auf P3 brachte.

Aber keine Sorge, es gibt nicht nur Hülkenberg als Thema: Auch Ferraris Regenkrise, das Strategie-Fiasko von Mercedes und Red Bulls Pace-Rätsel trotz Poleposition stehen im Fokus.

Zu sehen gibt es das auch auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.


Die Noten in Silverstone

Wie nach jedem Rennen haben wir auch nach Silverstone die Leistungen aller Piloten bewertet. Ich glaube, es ist wenig überraschend, dass sich Nico Hülkenberg bei euch Lesern, bei uns in der Redaktion und bei Experte Marc Surer am Ende durchgesetzt hat!

Wie es sonst so aussieht, könnt ihr hier lesen. Unten seht ihr noch die Begründungen von Surer und der Redaktion zu ihren Noten.


Fotostrecke: Silverstone: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion