Formel-1-Newsticker

Formel-1-Liveticker: Christian Horner "hat sich anders verhalten"

Der Formel-1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Ralf: Was Horner falsch gemacht hat +++ Bottas absolviert Test im Mercedes +++ Marko: Mekies die logische Wahl +++

Ralf: Horner hatte sich verändert

Ist Christian Horner seine Macht zu Kopf gestiegen? Das glaubt Experte Ralf Schumacher, wie er in einem Video auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de sagt. Für den Deutschen hat vor allem der Tod von Oberbulle Dietrich Mateschitz eine Rolle gespielt. "Ich finde, mit dem Tod von Dietrich Mateschitz ist da irgendwie alles anders geworden", sagt er.

Und vor allem habe sich Horner deutlich verändert. "Er hat auf einmal viel mehr Macht gehabt und hat sich auch dementsprechend, finde ich, anders verhalten als die Jahre zuvor", sagt Schumacher. "Und das ist jetzt halt in die Hose gegangen."

Wenige hätte es überrascht, wenn Horner nach den Vorwürfen rund um seine Person im vergangenen Jahr hätte gehen müssen. Das ist nicht passiert, doch Schumacher ist der Meinung, dass Horner die Reißleine von sich aus hätte ziehen müssen, "weil das so viel Lärm gemacht hat, weil der Fokus vom Team weg war und nur auf ihn war. Und er natürlich in der Zeit auch nicht optimal arbeiten konnte."

"Ich finde, da hat er auch nicht verantwortungsvoll gehandelt", kritisiert er. Horner hätte eine Zeit lang weggehen und sich um seine privaten Angelegenheiten kümmern sollen "und dann irgendwann wiederkommen können, wenn es geklärt gewesen wäre".

Alle Aussagen von ihm zu Horner findet ihr in unserem exklusiven Video.

Feierabend

Das war es vom heutigen Tag im Ticker. Ich hoffe, dass man viele von euch heute Abend im Stammtisch mit Britta Roeske sieht - ein wirklich seltener Gast, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Morgen ist an dieser Stelle wieder Ruben Zimmermann für euch da. Norman Fischer verabschiedet sich und wünscht einen angenehmen Resttag. Ciao!


Heute Abend: Formel-1-Stammtisch mit Britta Roeske

Die virtuellen Mitgliederstammtische auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de sind inzwischen eine feste Institution. Und ermöglichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die einzigartige Möglichkeit, in einem Zoom-Meeting mit prominenten Persönlichkeiten aus der Formel 1 zu sprechen.

Heute Abend kommt, auf vielfachen Wunsch der Kanalmitglieder, Britta Roeske an den Stammtisch, um über ihren Job an der Seite von Sebastian Vettel zu sprechen. Der Live-Event beginnt mit einem Interview durch Christian Nimmervoll, und anschließend stellen die Kanalmitglieder die Fragen selbst.

Wenn ihr noch nie bei einem Stammtisch dabei wart, probiert's mal aus! Alle Infos dazu, wie das geht, findet ihr hier.


Colapinto bleibt auf Bewährung

Franco Colapintos Wechsel zu Alpine hat bislang nicht gezündet: In sechs Rennen holte der Argentinier keine Punkte, der Alpine A525 bleibt schwer zu durchschauen. "Wir wissen, wo unsere Schwächen liegen. Das Auto ist schnell, wenn es im Fenster ist – aber sobald es rausfällt, wird es schwierig zu fahren", sagt Colapinto.

Teamkollege Pierre Gasly holte in Silverstone mit Rang sechs immerhin ein kleines Highlight, doch auch er klagt über die Unberechenbarkeit des Boliden: "Das Auto ist offensichtlich sehr tricky und fehleranfällig. In der Quali kriege ich noch etwas raus, aber im Rennen, wenn der Reifenabbau kommt, sind wir nicht konkurrenzfähig." Dennoch scheint Gasly die Situation besser zu managen – Colapinto fehlt im Vergleich die Erfahrung.

Zwar wird Colapinto laut Berichten aus Argentinien die Saison sicher beenden – doch tatsächlich fährt er nur auf Bewährung. Der Druck von Teamchef Flavio Briatore wächst, auch ein Tausch mit Ersatzfahrer Paul Aron steht im Raum. Colapinto bleibt kämpferisch: "Ich bin nicht allzu besorgt. Ich muss einfach weiterarbeiten und versuchen, dem Team zu helfen." Doch mit dem Fokus auf 2026 und stagnierender Entwicklung bleibt fraglich, wie viele Chancen er noch bekommt.


Champagnerdurst

Nico Hülkenberg ist einen ungeliebten Rekord seit Silverstone los: Dank Rang drei ist nun Adrian Sutil der Fahrer mit den meisten Rennen ohne Podest. Dafür führt Hülkenberg jetzt die Liste der Fahrer an, die am längsten auf das erste Podium warten mussten. Er löst hier einen anderen aktiven Fahrer ab.

Welcher das ist? Ratet und dann klickt euch rein!


Fotostrecke: Die Fahrer mit den meisten Rennen bis zum ersten Podium


Test für Guanyu Zhou

Nicht nur Valtteri Bottas ist in diesen Tagen mit einem alten Auto unterwegs, auch Ex-Sauber-Pilot Guanyu Zhou fährt aktuell mit einem früheren Boliden: Der Chinese sitzt in einem Ferrari SF-23 aus der Saison 2023 und ist im italienischen Mugello unterwegs.


Jenson Button: Halbe Rente

Ex-Weltmeister Jenson Button macht Schluss - zumindest so halb. Der Formel-1-Champion von 2009 hat angekündigt, ab sofort kürzertreten zu wollen: "Das Leben ist mit so vielen verschiedenen Dingen einfach zu voll geworden - mein Terminkalender ist sehr voll", sagt Button. "Es ist an der Zeit, etwas mehr über die Zukunft nachzudenken, und ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen."

Derzeit ist Button in der WEC mit dem Jota-Team unterwegs, hat aber eine Verlängerung des Vertrages abgelehnt: "Es ist auch dem Team gegenüber unfair: Ich habe wahrscheinlich nicht genug Zeit, um mich so einzubringen, wie es notwendig wäre - vor allem im nächsten Jahr", betont er.

Button stellt aber klar, dass er auch 2026 Rennen fahren will: "Ich werde nächstes Jahr in irgendeiner Form Rennen fahren, aber keine komplette Saison."

Der frühere Formel-1-Pilot ist neben seinen aktiven Tätigkeiten auf der Strecke auch weiterhin in der Königsklasse präsent: Er nimmt die Rolle als TV-Experte bei Sky ein.


George Russell im Mercedes W196

Siebzig Jahre nachdem Sir Stirling Moss als erster Engländer den Großen Preis von Großbritannien gewonnen hat, hat Mercedes dieses berühmte Vermächtnis gewürdigt, indem sie den Mercedes W196 zum ersten Mal seit 1955 zurück nach Aintree gebracht haben, wo damals das Formel-1-Rennen ausgetragen wurde.

George Russell durfte am Steuer dieses legendären Rennwagens Platz nehmen. Die Bilder dazu seht ihr in diesem Video.


Und vor 2000?

Blicken wir noch weiter in die Geschichte zurück, dann ergeben sich auch spannende Dinge: Michael Schumacher hätte acht statt sieben Titel (1997 statt Jacques Villeneuve), Alain Prost würde sogar drei Titel mehr auf seinem Konto haben und ebenfalls bei sieben Titeln stehen.

Große Verlierer wären auch die beiden Brasilianer Ayrton Senna und Nelson Piquet, die jeweils zwei Meisterschaften verlieren und nur einen (!) Titel hätten.

Mike Hawthorn, John Surtees, James Hunt, Keke Rosberg und Jacques Villeneuve würden überhaupt nicht mehr in der Liste der Champions auftauchen, dafür könnten sich Peter Collins, Bruce McLaren, Carlos Reutemann, John Watson und Michele Alboreto über WM-Ehren freuen.

Wobei man vor allem bei älteren Punktesystemen immer aufpassen muss, da Streichergebnisse (zum Teil über einzelne Saisonabschnitte) solche Spielereien immer ein wenig verfälschen.

Die Änderungen bis 2000
1956 Peter Collins (statt Juan Manuel Fangio)
1958 Stirling Moss (statt Mike Hawthorn)
1960 Bruce McLaren (statt Jack Brabham)
1964 Jim Clark (statt John Surtees)
1976 Niki Lauda (statt James Hunt)
1981 Carlos Reutemann (statt Nelson Piquet)
1982 John Watson (statt Keke Rosberg)
1983 Alain Prost (statt Nelson Piquet)
1984 Alain Prost (statt Niki Lauda)
1985 Michele Alboreto (statt Alain Prost)
1988 Alain Prost (statt Ayrton Senna)
1990 Alain Prost (statt Ayrton Senna)
1997 Michael Schumacher (statt Jacques Villeneuve)


Halbzeit: Wie gut stehen die Chancen für Piastris Titel?

Zwölf Rennen sind in der Formel-1-Saison 2025 absolviert, zwölf kommen noch. Das heißt, wir haben Halbzeit und Oscar Piastri ist - in der Bundesliga würde man sagen - Herbstmeister. Doch was heißt das für den Titel?

Blickt man auf die vergangenen Jahre, dann haben nicht alle Halbzeitmeister am Ende auch den Titel gewonnen. Seit 2000 wurde die WM in 25 Jahren noch siebenmal gedreht.

Größter Verlierer ist dabei, man höre und staune, Lewis Hamilton. Denn der Brite würde bereits bei neun Titeln stehen, wenn zur Halbzeit abgerechnet würde. Viermal wurde ihm die Führung dabei noch geklaut: 2007 von Kimi Räikkönen, 2010 von Sebastian Vettel, 2016 von Nico Rosberg und 2021 von Max Verstappen.

Zweimal holte er sich die Führung hingegen selbst noch: 2014 von Rosberg und 2017 von Vettel.

Würde man nur nach Halbzeit gehen, dann hätte Fernando Alonso einen Titel mehr, Verstappen und Vettel jeweils einen weniger und Kimi Räikkönen gar keinen.

b#Das sind die Änderungen im Titelkampf#i
2021 Lewis Hamilton (statt Max Verstappen)
2017 Sebastian Vettel (statt Lewis Hamilton)
2016 Lewis Hamilton (statt Nico Rosberg)
2014 Nico Rosberg (statt Lewis Hamilton)
2012 Fernando Alonso (statt Sebastian Vettel)
2010 Lewis Hamilton (statt Sebastian Vettel)
2007 Lewis Hamilton (statt Kimi Räikkönen)


Verstappens letzte Ausfälle

Spielberg war für Max Verstappen ein Rückschlag, denn nach der Kollision mit Andrea Kimi Antonelli musste er den ersten Ausfall seit 1,5 Jahren hinnehmen - der damals der erste Ausfall seit zwei Jahren war. Das heißt, zwischen Imola 2022 und Kanada 2025 ist Verstappen in dreieinhalb Jahren nur ein einziges Mal ausgefallen.

In unserer Fotostrecke schauen wir einmal auf Verstappens letzte 15 Ausfälle.

Was mich erstaunt hat: Wenn man bei der Fotostrecke am Ende ankommt und sie dann mit Lewis Hamiton vergleicht: Der hatte im gleichen Zeitraum nur sechs (!) Ausfälle - trotz Verstappens Megaserie ...


Fotostrecke: Die letzten 15 Ausfälle von Max Verstappen in der Formel 1


Zeigt sich Piastris wahres Gesicht?

Sehen wir künftig einen anderen Oscar Piastri, wenn sich das Titelrennen 2025 mit McLaren-Teamkollege Lando Norris weiter zuspitzt? Normalerweise wirkt der Australier nüchtern und kühl, doch in Silverstone gab sich der WM-Spitzenreiter nach der 10-Sekunden-Strafe fuchsig. Ein Vorgeschmack?

Eine Analyse des Verhaltens könnt ihr hier nachlesen.

Oscar Piastri McLaren McLaren F1 ~Oscar Piastri (McLaren) ~

Gasly: Gerüchte um Bottas "nur Lärm"

Gibt es bei Alpine nun bald einen Platztausch? Die versprochenen fünf Rennen von Franco Colapinto bei Alpine sind vorbei. Ein deutliches Upgrade zu Jack Doohan war der Argentinier aber nicht, sodass die Gerüchte über einen erneuten Fahrerwechsel nicht abreißen. Zuletzt schien Valtteri Bottas ein Kandidat zu sein, doch für Pierre Gasly sind das nicht mehr als Gerüchte.

"Das ist einfach nur Lärm", sagt er bei formula1.com. Er glaubt nicht, dass Alpine unbedingt einen weiteren erfahrenen Piloten als Referenz braucht: "Ich zeige jedes Wochenende, was wir mit dem Auto machen können, mache samstags einen sehr guten Job und stelle es an Positionen, bei denen wir uns auf dem Papier alle einig sind, dass wir da eigentlich nicht stehen sollten."

"Es ist einfach schwierig - das Mittelfeld ist extrem eng, und wir sind am Ende davon. Es wird immer Gerede geben, vor allem in Anbetracht dessen, was Anfang des Jahres passiert ist. Aber ich denke, am Ende des Tages sollten wir uns einfach auf die Arbeit konzentrieren, die vor uns liegt."


Die aktuellen Teamchefs

Wer bei dem Durcheinander den Überblick verloren hat, der kann sich hier anschauen, wer bei den Teams eigentlich mittlerweile das Sagen hat.


Fotostrecke: Die aktuellen Teamchefs der Formel 1


Marko: Mekies/Permane die logische Wahl

Horner ist Geschichte. Die Zukunft bei Red Bull heißt Laurent Mekies, der in Belgien zum ersten Mal beim A-Team am Kommandostand sitzen wird, nachdem er bisher das Ruder bei den Racing Bulls in der Hand hatte. Er selbst wird dort von Sportdirektor Alan Permane ersetzt. Für Helmut Marko war Permane dabei "die logische Wahl", wie er gegenüber Speedweek sagt.

"Wir wollten niemanden von außerhalb holen. Im Grunde haben wir seine bisherige Aufgabe einfach erweitert", sagt der Österreicher.

Auch Mekies habe sich für den Posten bei Red Bull aus den gleichen Gründen aufgedrängt: Er ist eine interne Lösung und ein Mann mit einer Menge Erfahrung. "Laurent bringt aufgrund seiner vielseitigen Tätigkeiten, auch später bei der FIA und bei Ferrari, alles mit, um ein Spitzenteam mit kundiger Hand zu führen", ist Marko überzeugt.

Racing Bulls Racing Bulls F1 ~~

Bottas beendet Testfahrten

Valtteri Bottas hatte in diesen Tagen ein wenig zu tun. Der Finne durfte für Mercedes einen zweitägigen Test in einem älteren Auto absolvieren - für ihn ganz gut, einmal ein wenig Fahrpraxis zu erhalten, was er als Reservefahrer von Mercedes ja sonst nicht bekommt.

Bottas war dabei auf dem spanischen Kurs von Jerez unterwegs.


Guten Morgen

Wir schreiben jetzt ungefähr Halbzeit zwischen dem vergangenen Formel-1-Wochenende in Silverstone und dem anstehenden Event in Spa-Francorchamps. Das Ungewöhnliche: Es sind bereits 1,5 Wochen vergangen, doch auch an diesem Wochenende gönnt sich die Königsklasse eine kleine Auszeit.

Wir sind aber auch in der Mini-Sommerpause weiter für euch da. Am heutigen Mittwoch meldet sich Norman Fischer aus dem Liveticker. Bei Fragen, Anregungen oder Beschwerden könnt ihr unser Kontaktformular verwenden. Außerdem findet ihr uns auf Facebook, X, Instagram und YouTube.

Hier ist noch der Ticker von gestern zum Nachlesen.