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"Ein neues Kapitel": Warum Cyril Abiteboul nicht mehr Alpine-Teamchef ist

Cyril Abiteboul musste das vormalige Renault-Team nach der Saison 2020 verlassen - Konzernboss Luca de Meo spricht über die Hintergründe der Entscheidung

(Motorsport-Total.com) - In Enstone gab es nach dem Ende der Formel-1-Saison 2020 gleich mehrere Veränderungen. Das ehemalige Renault-Team wurde in Alpine umbenannt, Fernando Alonso wurde als Ersatz für Daniel Ricciardo zurück ins Team geholt und mit Cyril Abiteboul musste der langjährige Teamchef seinen Hut nehmen.

Cyril Abiteboul

Für Cyril Abiteboul ist in der neuen Teamstruktur kein Platz mehr Zoom

Renault-Konzernchef Luca de Meo hat nun die Frage beantwortet, warum Abiteboul gehen musste. Schließlich holte Renault im vergangenen Jahr drei Podestplätze und mehr Punkte als je zuvor seit dem Comeback des Werksteams in der Saison 2016. "Die Frage ist etwas kompliziert", so de Meo, der etwas weiter ausholt.

Mit der Umbenennung in Alpine solle für das Forrmel-1-Team "eine neue Geschichte" beginnen. Und es wäre "schwierig" gewesen, diesen Schritt mit alten Leuten zu machen, die den Rennstall in der Vergangenheit "in eine andere Richtung" geführt hätten. Wie genau meint der Renault-Boss das?

Alpine als Teil eines großen Gesamtbilds

"Wenn sie Unterstützung vom Mutterschiff gebraucht haben, denn sind sie gekommen. Aber ihre Komfortzone war es, sich herauszuhalten", erklärt er. Das passe aber nicht mehr zur "Renaulution", die Anfang des Jahres von de Meo ausgerufen wurde. Dabei handelt es sich um einen neuen Strategieplan des Unternehmens.

"Alpine ist einer von vier Pfeilern der Renaulution", so de Meo. Dazu kommen die Marken Renault, Dacia und Lada. Das Alpine-Team sei "absolut integriert in die Mainstream-Strategie der Renault-Gruppe", erklärt der Boss. Daher habe es im Rennstall auch personell eine Veränderung an der Spitze gebraucht.


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"Man braucht Leute, die Teil einer kleinen, agilen Einheit sind, gleichzeitig aber auch eine Verbindung zur [großen] Sache haben", erklärt de Meo und nennt Laurent Rossi als Beispiel. "Als ich im Juli [zu Renault] kam, haben wir den Plan zur Renaulution gemeinsam ausgearbeitet, weil er für die Strategie verantwortlich war", verrät er.

Der neue Alpine-Geschäftsführer bringe zudem "eine Menge Erfahrung in anderen Unternehmen" mit. "Er ist ein Motoreningenieur. [...] Er ist sehr passioniert. Er mag es, mit den Mechanikern zu arbeiten", erklärt de Meo zudem und ergänzt, dass Rossi sowohl die sportliche als auch die geschäftliche Seite verstehe.

Rossi bringt "etwas anderen Blickwinkel" mit

"Ganz wichtig ist, dass die Alpine-Geschichte nicht nur eine Racing- sondern auch eine Business-Geschichte ist", so de Meo. Wichtig sei eine "Balance" zwischen den einzelnen Einheiten und dem gesamtem Konzern."Wir haben den richtigen Kerl mit der richtigen Einstellung, der die Sache aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet", so de Meo.

Zudem wurde für die Saison 2021 mit Davide Brivio ein neuer Rennleiter verpflichtet, Marcin Budkowski wurde zum geschäftsführenden Direktor "befördert". Einen klassischen Teamchef gibt es nicht mehr. Der Renault-Boss erklärt: "Wir haben gar nicht so viele Dinge verändert. Wir haben versucht, ein neues Set-up zu finden."


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Ziel der Veränderungen sei es zudem gewesen, das System "flacher und direkter" zu machen. "Das haben wir gebraucht", ist sich de Meo sicher. Trotzdem bedankt er sich bei Abiteboul und auch bei Jerome Stoll, der im vergangenen Dezember als Präsident von Renault Sport zurückgetreten ist.

"Sie haben 2016 oder 2017 [mit dem Formel-1-Team] angefangen und sich mit ein paar Podestplätzen verabschiedet. Aber wir müssen nach vorne schauen", betont de Meo und erklärt: "Es war ein guter Start, aber jetzt beginnt ein neues Kapitel." Und in diesem war für Abiteboul kein Platz mehr.

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