Wir sind am Ende dieses "Super-Samstags" angekommen. Der Sonntag beginnt für euch dann mit unserer großen Videoanalyse zu Sprint und Qualifying ab 10:00 Uhr MEZ auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.
Danach sind wir hier mit einer neuen Tickerausgabe am Start und das Rennen in Brasilien beginnt dann um 18:00 Uhr MEZ. Schlaft jetzt erst einmal gut und bis dann!
GP Brasilien
Brasilien-Samstag in der Analyse: Verstappen-Debakel nach Piastri-Crash
F1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Kompletter Norris-Triumph: Sprintsieg und Pole +++ Piastri crasht im Sprint ... +++ ... und Verstappen erlebt Debakel im Qualifying +++
Feierabend
Die komplette Pole-Runde ...
... von Lando Norris gibt es hier zum Abschluss des Tages noch einmal im Video:
Stella: Piastri wird schnell lernen
Hatte Oscar Piastri heute wieder Probleme, weil es nur wenig Grip gab? Diese Bedingungen scheinen dem Australier nicht zu liegen. Teamchef Andrea Stella erklärt, dass Piastri noch immer daran arbeite, sich daran anzupassen.
Teamkollege Lando Norris könne auch bei wenig Grip "etwas natürlicher" fahren, doch Piastri falle das noch schwer, so Stella. "Für Oscar selbst ist das ein kleiner Lernprozess", erklärt der Teamchef.
"Aber wir wissen, dass Oscar blitzschnell lernt, und ich gehe davon aus, dass wir morgen ein sehr starkes Rennen von Oscar sehen werden", betont Stella. Wir sind gespannt.
"Überraschung": Beide Racing Bulls in Top 10
Keine Punkte im Sprint, dafür beide Autos in Q3. "Es war heute gar nicht so einfach, das Auto auf der Strecke zu halten, daher ist dieser fünfte Platz eine kleine Überraschung und ein großartiges Ergebnis für uns als Team", jubelt Isack Hadjar.
"Morgen starten wir aus einer sehr interessanten Position und haben definitiv eine große Chance, wichtige Punkte für die Konstrukteurswertung zu holen", betont er. Denn aktuell sitzen den Racing Bulls auf P6 noch mehrere Verfolger im Nacken.
Teamkollege Liam Lawson wurde Siebter und peilt ebenfalls die Punkte an. Der Neuseeländer ärgert sich allerdings darüber, dass das Auto im entscheidenden Run in Kurve 1 plötzlich instabil gewesen sei.
"Das hatten wir während der Qualifikation vorher nicht wirklich. Es ist wirklich frustrierend, wir haben dort viel Zeit verloren. Das hat uns einige Positionen gekostet", glaubt er.
Ein oder zwei Stopps im Rennen?
Da ist man sich bei Pirelli noch nicht ganz sicher. Mario Isola erklärt: "Wieder einmal stehen wir vor einem Wochenende, an dem es keinen großen Zeitunterschied zwischen einer Einstopp- und einer Zweistoppstrategie geben wird."
"Wenn man sich für eine Einstoppstrategie entscheidet, scheint die beste Wahl Soft und Medium zu sein", so Isola, denn: "Die niedrigen Streckentemperaturen machen es schwieriger, den harten Reifen auf die richtige Temperatur zu bringen."
Auch bei einem Zweistopper wären demnach die Mischungen Soft und Medium zu bevorzugen. Isola rechnet hier mit Soft-Medium-Soft oder Soft-Medium-Medium. Hängt natürlich auch davon ab, welche Reifen die Fahrer noch übrig haben.
Alonso hoffte auf P3 im Sprint
Der Spanier wurde im Sprint Sechster und verrät: "Als ich sah, dass alle mit den weichen Reifen starteten, dachte ich, dass P3 im Sprint vielleicht möglich wäre, da die Mediums für uns definitiv stärker waren."
Doch die rote Flagge machte ihm einen Strich durch die Rechnung, denn danach musste man selbst die weichen Pneus verwenden, weil man keine gelben Reifen mehr hatte, erklärt er.
Die Fahrer, die auf den Softs gestartet waren, konnten dagegen auf die wohl besseren Mediums wechseln. "Ich denke also, ohne diese rote Flagge hätte es noch besser laufen können. Aber drei Punkte sind drei Punkte", so Alonso.
Im Qualifying verpasste er Q3 als Elfter dann ganz knapp. Damit sei man aber nur einen Platz von den Punkten weg, erinnert er und erklärt: "Mit einem guten Start und einer guten Strategie ist alles möglich."
Williams: Sind einfach zu langsam
Williams schaffte es an diesem Wochenende bislang noch in keiner relevanten Session in die Top 10. Teamchef James Vowles erklärt: "Kurz gesagt sind wir hier nicht konkurrenzfähig genug. Das haben wir an zwei Tagen und in zwei Qualifyings gesehen."
"Wir haben verschiedene Set-up-Varianten für die beiden Autos ausprobiert, aber ich glaube, wir haben noch nicht die optimale Einstellung gefunden", so Vowles. Alexander Albon hatte zudem auch noch Pech.
Weil sein Auto beim Bortoleto-Crash im Sprint beschädigt wurde, musste er im Qualifying mit einem älteren Unterboden fahren, "was uns meiner Meinung nach etwas Leistung gekostet hat", so Albon.
Für Teamkollege Carlos Sainz lief bislang auch nicht viel zusammen, doch er betont: "Ich bin immer optimistischer, wenn es um den Sonntag geht, also werden wir bis zum Schluss kämpfen."
Piastri: Hätte nicht auf den Randstein fahren sollen
Der Australier hat auch noch einmal über seinen Sprint-Crash gesprochen und erklärt: "Ich habe [den Randstein] in der Runde zuvor ein wenig benutzt und hatte keine Probleme damit."
"Rückblickend haben ihn auch ein paar Fahrer vor mir benutzt und möglicherweise etwas mehr Wasser dorthin gebracht, wo ich gefahren bin. Ich hätte wahrscheinlich sowieso nicht auf dem Randstein fahren sollen", gesteht er.
"Aber die Strecke war auch in einem anderen Zustand als in der Runde zuvor, und ich war eindeutig nicht der Einzige, der davon überrascht wurde. Es war also eine Kombination aus mehreren Faktoren", so Piastri.
Zudem erklärt er kämpferisch: "Ich glaube immer noch daran, dass ich Rennen gewinnen und die Meisterschaft holen kann. Aber offensichtlich läuft es im Moment nicht so leicht, wie ich es mir wünschen würde."
Bortoleto erklärt seinen Crash
Am Qualifying konnte der Lokalmatador nach seinem heftigen Crash im Sprint nicht teilnehmen. Über den sagt er: "Ich habe wahrscheinlich etwas auf den nassen Stellen gebremst und schließlich ist das Auto komplett nach links in die Mauer gerutscht."
"Danach war ich nur noch Passagier. Man hat keine Kontrolle mehr, es ist einfach schrecklich", berichtet er und betont, dass er "sehr viel Glück" gehabt habe, dass ihm nichts passiert sei.
Letztendlich nimmt er den Fehler klar auf seine Kappe. Er sei nur froh, dass er Alexander Albon nicht auch noch abgeräumt habe. Denn auch da fehlte nicht viel.
Bearman: Was war in Q3 los?
Der Brite betont, er sei "happy" mit P8 im Qualifying. Klar ist aber auch, dass er in Q1 noch Dritter und in Q2 sogar Zweiter war. Das wirft zwangsläufig die Frage auf, ob da nicht noch mehr möglich gewesen wäre.
"Für mich war die größte Schwierigkeit, dass ich mich in Q1 und Q2 sehr gut gefühlt habe, aber im dritten Qualifying einfach nicht ganz so gut. Ich habe gesehen, dass viele Fahrer Probleme mit dem weichen Reifen hatten."
"Diese Reifen schienen heute schwierig zu sein", bestätigt auch er und erklärt, seine Q3-Runden hätten sich eigentlich sehr gut angefühlt. Faktisch war er dabei aber langsamer als zuvor in Q2.
"Es war also wirklich seltsam", grübelt er. Trotzdem sei es "ein großartiges Ergebnis", es in Q3 geschafft zu haben. Mal schauen, was morgen noch geht.
Wo kam die Alpine-Pace her?
Im Sprint holte Pierre Gasly als Achter endlich wieder einen Punkt für Alpine, im Qualifying schaffte er es ebenfalls in die Top 10. "Es war ein sehr, sehr guter Tag für uns", sagt der Franzose zufrieden.
Man müsse aber selbst erst einmal "verstehen", warum es so gut gelaufen sei. "Von der ersten Runde an fühlte es sich wie ein völlig anderes Auto an, eher so, wie ich es dieses Jahr in Bahrain oder auf dieser Art von Strecke erlebt habe, als das Auto am besten lief", so Gasly.
Man habe einige "Ideen", warum das so sei, eine klare Begründung gebe es aber noch nicht. "Ich denke, dass die Streckencharakteristik eine ziemlich große Rolle spielt, aber ich kann nicht glauben, dass es nur daran liegt", grübelt Gasly.
Russell: Mediums machten keinen Unterschied
Der Brite war am Ende so verzweifelt, dass er seinen letzten Q3-Run auf Medium-Reifen fuhr. Er sagt dazu: "Ich glaube nicht, dass ich auf den weichen Reifen besser abgeschnitten hätte."
"Ich wollte etwas anderes ausprobieren. Es war insgesamt einfach eine sehr seltsame Session. Wahrscheinlich die seltsamste des Jahres, in der sich jede einzelne Runde schlecht anfühlte", so Russell.
Letztendlich sei P6 "fast Schadensbegrenzung" gewesen.
Reifen sorgen für große Fragezeichen
Die Reifen waren heute im Qualifying das große Thema. Nicht nur Max Verstappen klagte über null Grip, auch George Russell erklärt bei Sky: "Ich hatte einfach keinen Grip. Ich war definitiv nicht der Einzige, der sich darüber beschwerte."
"Man sah, dass Max in Q1 ausgeschieden war, Lewis [in Q2] ausgeschieden war, Bearman an der Spitze lag, während sein Teamkollege am Ende war", erinnert Russell. Es scheine also ein generelles Problem gewesen zu sein.
"Ich konnte [die Reifen] nicht zum Funktionieren bringen, ich fand einfach nicht den 'Sweetspot' und rutschte nur herum", so der Mercedes-Pilot, der daher erklärt: "Ich denke, wir haben das Beste aus einer schlechten Situation gemacht."
"Kimi hat das ganze Wochenende über großartige Arbeit geleistet, das muss man ihm lassen, aber es war eine sehr seltsame Session", grübelt Russell.
Und Lewis Hamilton berichtet nach seinem Q2-Aus ganz ähnlich: "Das Set-up ist in Ordnung, nur die Reifen haben nicht funktioniert."
Norris: Habe den Druck gespürt
Der McLaren-Pilot setzte seinen ersten Q3-Run in den Sand - und fuhr im zweiten dann trotzdem noch auf Pole. "Ich stand etwas unter Druck, weil ich in meiner ersten Runde die Vorderreifen blockiert hatte", gesteht er.
"Der Druck war also etwas größer, als mir lieb war, aber ich blieb ruhig und habe es im entscheidenden Moment zusammengebracht", sagt er zufrieden und betont, dass er "sehr happy" sei.
Die Bedingungen seien "rutschig" und nicht leicht gewesen. Doch das bekam er eben erneut besser hin als seine beiden WM-Rivalen.
Piastri: "Das Ergebnis ist etwas enttäuschend"
Oscar Piastri landete derweil auf P4, damit aber eben auch wieder drei Plätze hinter seinem Teamkollegen und WM-Rivalen. Bei Sky erklärt er, er habe am Ende von Q3 einfach nicht mehr zulegen können.
"Die Bedingungen waren einfach ganz anders als gestern, und heute fühlte sich alles viel schwieriger an", berichtet er und ergänzt: "Das Ergebnis ist etwas enttäuschend, aber das Auto sah dieses Wochenende schnell aus, insbesondere über eine längere Distanz."
Daher hofft er, morgen noch etwas nach vorne zu kommen. "Letztendlich werde ich versuchen, alle sich bietenden Chancen zu nutzen, und wenn ich Fortschritte machen und Druck ausüben kann, werde ich das tun", kündigt er an.
Verstappen: Meisterschaft ist gelaufen
In seiner Medienrunde hat Max Verstappen selbst auch noch einmal über sein Q1-Aus gesprochen und erklärt: "Wir müssen zunächst einmal verstehen, wo unsere Probleme liegen. Es läuft einfach nicht gut. Es scheint, als würden wir nicht wirklich verstehen, warum es so läuft."
"Irgendetwas funktioniert bei uns eindeutig nicht. Selbst mit den Änderungen am Set-up würde man normalerweise eine Reaktion spüren, aber das ist nicht der Fall. Irgendetwas stimmt hier also wirklich nicht", grübelt er.
Und darauf angesprochen, was das für die WM bedeute, antwortet er unmissverständlich: "Die kann ich vergessen."
