In Brasilien ist der Abend inzwischen auch schon angebrochen, und damit ziehen wir einen Strich unter unseren heutigen Ticker. Morgen erwartet uns dann der "Super-Samstag" mit Sprint und Qualifying für das Hauptrennen.
Für euch geht es um 10:00 Uhr MEZ bereits los mit unserer Analyse zum Sprint-Qualifying auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de. Der Sprint selbst beginnt dann um 15:00 Uhr, das Qualifying um 19:00 Uhr.
Ein vollgepackter Samstag also. Schlaft jetzt erst einmal gut und bis dann!
GP Brasilien
Brasilien-Freitag in der Analyse: Norris auf Pole, Untersuchung gegen Hamilton
Formel-1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Lando Norris holt die Pole für den Sprint +++ Verwarnung für Lewis Hamilton +++ Alpine bestätigt Colapinto für 2026 +++
Feierabend
Verwarnung für Hamilton
Das Urteil ist endlich da und Lewis Hamilton kommt mit einer Verwarnung davon. Hier die komplette Begründung der Rennkommissare im Wortlaut:
"Gegen Ende von Q2 drehte sich Fahrzeug 16 (LEC) am Ausgang von Kurve 10, wodurch doppelt geschwenkte gelbe Flaggen ausgelöst wurden. Kurz darauf näherte sich Fahrzeug 44 (HAM) derselben Kurve und bog gerade ein, als auf der linken Seite der Strecke die doppelten gelben Lichtsignale aktiviert wurden."
"Während der Anhörung erklärte HAM, dass er das Lichtsignal nicht gesehen habe. Die Onboard-Aufnahmen bestätigen, dass das Signal nur für einen Bruchteil einer Sekunde aufleuchtete, bevor HAM daran vorbeifuhr. Da der Fokus des Fahrers offensichtlich auf dem Einlenkpunkt lag und er somit nach rechts blickte, halten die Kommissare es für glaubwürdig, dass er das Signal tatsächlich nicht wahrgenommen hat."
"Allerdings räumte HAM während der Anhörung ein, dass er Fahrzeug 16 (LEC) stillstehend am Streckenrand gesehen habe und ein grünes Lichtsignal dahinter wahrnehmen konnte. Er musste daher erkennen, dass er sich mindestens in einem gelben Sektor befand und folglich seine Geschwindigkeit deutlich hätte reduzieren müssen."
"Die Telemetriedaten zeigten, dass der Fahrer zwar kurz zögerte, als er das Gaspedal betätigte, jedoch nicht die erforderliche Geschwindigkeitsreduktion vornahm."
"In vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit hielten es die Kommissare für angemessen, eine Verwarnung auszusprechen, anstatt die in den Richtlinien vorgesehene Fünf-Startplätze-Strafe zu verhängen."
"Im Sinne der Konsistenz erachten die Kommissare auch in diesem Fall eine Verwarnung als ausreichend."
Hülkenberg: Mehr war nicht drin
Der Deutsche schaffte es ohnehin nur mit etwas Glück in SQ3, weil sich am Ende von SQ2 wegen der gelben Flagge niemand mehr verbessern konnte. Dort wurde er dann Zehnter und Letzter, "aber ich denke, dass nicht viel mehr drin war", betont er.
Auch im Sprint werde es nicht leicht werden, noch in die Punkte zu fahren, denn im Mittelfeld sehen laut Hülkenberg vor allem die Aston-Martin-Piloten "schnell" aus. Die landeten heute auf P5 und P7.
Fernando Alonso selbst erklärt: "Es scheint also definitiv so, als hätten wir das Wochenende im optimalen Betriebsfenster des Autos begonnen. Und dann, mit nur einem Freien Training, wird natürlich alles einfacher, wenn man auf dem richtigen Fuß startet."
Morgen könne sich aber noch alles ändern. "Wir erwarten einen regnerischen Samstag. Also kann morgen alles passieren", warnt der Spanier.
Antonelli: Pole wäre drin gewesen
Der Rookie überraschte heute mit einem starken zweiten Platz und erklärt: "Das heutige Sprint-Qualifying lief wirklich gut. SQ1 war etwas stressiger als erwartet, da wir es nur auf dem 15. Platz abschlossen."
"Aber das Auto fühlte sich gut an und ich war zuversichtlich, dass meine Runde gut genug sein würde, um weiterzukommen. Darauf konnte ich aufbauen und einen guten Rhythmus für SQ2 und SQ3 finden."
"Meine erste schnelle Runde im SQ3 sah wirklich stark aus, doch ein Fehler in Kurve 10 hat mich vermutlich die Poleposition für den morgigen Sprint gekostet", ärgert sich der Italiener.
Teamkollege George Russell wurde Vierter und Andrew Shovlin erklärt: "George machte in seiner ersten Push-Runde einen Fehler in Kurve sechs, wodurch sich die Reifen stark aufheizten."
"Das führte schließlich zu einem Rutscher in Kurve 10 und kostete ihn die Chance auf die erste Startreihe", so Shovlin.
Formel 1 bereitet sich auf Unwetter vor
Rennleiter Rui Marques hat eben ein Schreiben veröffentlicht, in dem es heißt: "Aufgrund der zu erwartenden widrigen Wetterbedingungen dürfen alle Teams ihre Garagentore schließen."
Man bereitet sich im Fahrerlager also bereits auf das Unwetter in den kommenden Stunden vor. Noch wissen wir nicht, welchen Einfluss das morgen auf Sprint und Qualifying für das Hauptrennen haben wird.
Behaltet unseren Ticker also auf jeden Fall auch morgen im Blick, denn sollte es zu wirklich schweren Unwettern kommen, könnte sich der ganze Zeitplan am Samstag verschieben.
Hamilton: "Waren einfach nicht schnell genug"
Unabhängig von der Untersuchung schied der Rekordweltmeister als Elfter sowieso in SQ2 aus. Er gesteht: "Wir waren einfach nicht schnell genug." Eigentlich war die Scuderia davon ausgegangen, deutlich besser dazustehen.
Teamkollege Charles Leclerc kam auch nicht über P8 hinaus und erklärt: "Das Qualifying war heute für uns schwierig, von SQ1 bis SQ3. Das Auto fühlte sich gut an, aber wir hatten nicht die nötige Leistung, sodass wir noch einiges zu tun haben."
"Ich glaube nicht, dass wir in Bezug auf das Set-up falsch liegen, also werden wir sehen, wie es weitergeht. Wir werden für den Sprint zurückkommen und versuchen, morgen das Blatt zu wenden", kündigt er an.
Was war bei Tsunoda los?
Wir bleiben gleich einmal bei den Bullen. Yuki Tsunoda crashte zunächst im Training und schied dann in SQ1 aus. Marko dazu im ORF: "Wenn das Auto schwieriger zu fahren ist, dann haben wir immer gesehen, dass der Abstand zu Max entsprechend anwächst."
Tsunoda selbst kann sich sein frühes Aus derweil nicht so ganz erklären. Denn FT1 sei nach seinem Crash eigentlich noch "ziemlich gut" gelaufen, betont er und erklärt, er habe "genug" Shortruns absolviert.
An fehlender Vorbereitungszeit habe es also nicht gelegen, und seine Runde im Qualifying sei eigentlich auch "ganz okay" gewesen, sagt er selbst. Ihm habe einfach insgesamt Grip gefehlt, berichtet er.
Das machte sich offenbar noch einmal deutlich stärker bemerkbar als beim Teamkollegen.
Marko schreibt Sprint schon ab
Helmut Marko erklärt nach P6 von Verstappen im ORF: "Wir sind in Sektor 1 und in Sektor 3 bis auf Hundertstel dabei. In Sektor 2, wo auch die meisten Kurven sind, fehlt uns einfach die nötige Downforce, der nötige Grip."
"Also für das Sprintrennen sehe ich da keinerlei Möglichkeiten, außer es regnet vielleicht", sagt er. "Aber das Entscheidende ist, dass wir die Daten aus dem Sprint entsprechend auswerten", betont er auch.
Denn: "Das Wichtigste ist das Hauptrennen und da hoffen wir aufgrund der Daten dann noch eine entsprechende Adaption, die auch zeitmäßig den Rückstand aufholen lässt, [vorzunehmen]."
Den Sprint selbst schreibt er aber quasi schon ab.
Timing-Problem bei vielen Fahrern
Die Zeit ist im Sprint-Qualifying immer knapp, weil alle Qualifyingsegmente verkürzt sind. Gleich mehrere Piloten hat das heute erwischt. Liam Lawson berichtet zum Beispiel: "Wir kamen für den zweiten Run aus der Garage und alle wurden am Boxenausgang langsamer. Mir ging die Zeit aus."
Ein ähnliches Bild auch bei Williams. Carlos Sainz verrät: "Der erste Run war ziemlich chaotisch, mit viel Verkehr und Problemen, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Aber dann, im zweiten Lauf, haben wir es geschafft, uns das Leben noch schwerer zu machen."
Auch Esteban Ocon macht "eine falsche Position auf der Strecke" für sein Q1-Aus verantwortlich. Da stellt man sich schon langsam die Frage, warum die Teams es an jedem Wochenende aufs Neue wieder nicht hinbekommen ...
Verstappen: "Klar, dass uns etwas fehlt"
Der Niederländer wurde nur Sechster und erklärt, er habe "viele Vibrationen" im Auto gespürt. Während des Qualifyings funkte er ja sogar einmal, dass das Auto "komplett kaputt" und "unfahrbar" sei.
"Außerdem glaube ich, dass wir einfach nicht genug Grip haben. Der mittlere Sektor ist furchtbar, sodass ich das Auto einfach nicht zum Einlenken bringen kann. Gleichzeitig kann ich mich aber auch nicht wirklich auf das Heck verlassen."
"Für uns ist es einfach ziemlich schlecht gelaufen", so der Weltmeister, der betont: "Es ist ganz klar, dass uns etwas fehlt." Daran werde sich auch nichts ändern, falls es morgen regnen sollte.
Piastri: Fühlte sich besser an als zuletzt
"Nur" P3 heute, doch der Australier betont: "Der Soft war etwas anders als ich erwartet hatte. In meiner ersten Runde gab es ein paar kritische Momente, was nicht ideal war. Das war etwas schade, aber letztendlich war ich heute viel zufriedener als in den letzten Wochen."
Er sei daher "ziemlich happy" damit, wie der Tag gelaufen sei. "Ich hätte mir ein bisschen mehr gewünscht, aber wir können definitiv mit dem kämpfen, was wir haben, und am Sonntag gibt es natürlich noch viel mehr Punkte zu holen", erinnert er.
Andrea Stella betont bei Sky ebenfalls, dass Piastri seine Form wiedergefunden habe. "Oscar ist dabei, und ich bin mir sicher, dass es dieses Wochenende ein sehr interessanter Wettbewerb werden wird", so der Teamchef.
Was macht das Wetter?
Hamilton-Untersuchung
Der Brite muss um 20:45 Uhr MEZ, also in wenigen Minuten, zu den Rennkommissaren. Hintergrund ist, dass er in SQ2 die gelbe Flagge missachtet haben soll, die ausgerechnet sein Teamkollege auslöste.
Sollte es dafür noch eine Strafe geben, erfahrt ihr das im Laufe des Abends natürlich hier bei uns.
Norris: Schwieriger als in Mexiko
Der Brite erklärt nach seiner Pole: "Es war etwas schwieriger, als ich es mir gewünscht hätte. Viele Autos lagen dicht beieinander. Mercedes war auf den weichen Reifen schnell." Aber letztendlich habe man den Job erledigt.
Es sei "schwieriger als in Mexiko" gewesen, betont er und erklärt: "Ich habe mich nicht ganz so wohl gefühlt, aber deshalb ist es ein großartiges Ergebnis." Die Pole für den Sprint sei "ein guter Start" ins Wochenende.
Im Hinblick auf den Sprint erklärt er, dass es morgen in Brasilien regnen soll. "Aber es macht keinen Sinn, sich jetzt schon Gedanken zu machen. Ich bin zufrieden mit dem heutigen Tag", betont er.
"Es war eine gute Leistung. Ich habe alles zusammengebracht. Jetzt werde ich mich auf morgen konzentrieren", so Norris.
