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Barrichello spricht über die Probleme des letzten Rennens

Dem Brasilianer bereiten die Probleme mit der Launch-control in den letzten Rennen Sorgen

(Motorsport-Total.com) - Schaut man sich einmal den Stand in der Fahrerwertung an, dann holte Rubens Barrichello im Vorjahr in den bislang dieses Jahr absolvierten neun Grand Prix 36 Punkte, diese Saison jedoch erst 26, wohingegen Teamkollege Michael Schumacher, der letztes Jahr in den gleichen Rennen auf 62 WM-Punkte kam, dieses Jahr schon 68 Zähler vorzuweisen hat.

Ferrari-Pilot Rubens Barrichello in der Box

Rubens Barrichello hatte zuletzt oftmals Probleme mit der Launch-control Zoom

In Montreal und zuletzt auf dem Nürburgring kämpfte "Rubhino" mit technischen Problemen, wodurch er entweder daran gehindert wurde die Zielflagge zu sehen, oder aber nicht in der Lage war seine Startposition zu verbessern. So lautete das kurze und knappe Fazit des Mannes aus Sao Paulo nach dem Großen Preis von Europa dann auch: Als Fünfter losgefahren und als Fünfter ins Ziel gekommen.

"Ich hatte gleich beim Start Probleme. Die Launch-control setzte zwar richtig ein, jedoch arbeitete sie nicht wie gewohnt, sodass ich beim Start im Schneckentempo losfuhr. Das wird besonders offensichtlich, wenn man sich das Fernsehbild aus der Helikopter-Perspektive anschaut. Ich lag nämlich zwischen beiden McLaren, welche mich einkeilten, weshalb ich auch etwas zurückstecken musste. Dadurch verlor ich einen weiteren Platz an Trulli, der sich die Situation zu Nutze machte und innen an mir vorbeischlüpfte", erklärt der 29-Jährige die frühzeitige Entscheidung über seinen Rennverlauf auf dem Nürburgring zurückblickend mit Enttäuschung.

Im Rennen selbst konnte der Brasilianer in den ersten Runden kaum schnelle Rundenzeiten fahren, was an seinem schweren Auto lag, welches bis zur Oberkante des Tanks mit Benzin gefüllt war. Dass darunter das Fahrverhalten etwas leidet, verwundert den Ferrari-Piloten nicht, umso mehr dafür aber die Tatsache, dass sich sein F2001 im Rennen ganz anders anfühlte als noch zuvor im morgendlichen Warm Up: "Ich war auf einer Ein-Stopp-Strategie, weshalb ich natürlich viel Benzin an Bord hatte. Überrascht hat mich aber das Handling meines Autos, welches total anders als noch am Morgen war. Ich weiß nicht wie viele Blasen meine Reifen geworfen hatten, aber Fakt ist, dass ich von Rennbeginn an dadurch gehandikapt wurde. Das Tempo, welches ich noch im Warm Up hatte fahren können, konnte ich im Rennen jedenfalls nicht einmal annähernd gehen. Für einen kurzen Moment hatte ich dann Glück, als ich Häkkinen überholen konnte, der meines Erachtens nach mit ähnlichen Problemen wie ich selbst kämpfte", so die detaillierte Problembeschreibung des in Monaco lebenden Brasilianers, welche zeigt, dass die Bridgestone-Reifen auf dem Nürburgring nicht bei allen Piloten gleich gut funktionierten. Michael Schumacher klagte nach dem 67 Runden langen Rennen jedenfalls nicht über seine Reifen, die bei Einfahrt in den Parc-fermé zudem auch noch sehr neu im Vergleich zu denen seiner Konkurrenten aussahen.

Hatte Barrichello unmittelbar nach dem Rennen noch geäußert, dass die gewählte Strategie nur einen Stopp durchzuführen womöglich nicht richtig war, so revidierte er seine Meinung darüber nun und erklärte diesbezüglich: "Die Ein-Stopp-Strategie war im Nachhinein die bestmögliche Entscheidung. Im Warm Up hatte sich mein Auto ja mit viel Benzin gut angefühlt und auf dem Nürburgring hätte ich die beiden Williams überholen müssen, was auf Grund derer hohen Geschwindigkeit auf der Geraden nicht einfach ist. Unsere Strategie war die, dass ich durch meinen einen Boxenstopp den Anschluss an sie nicht verlieren würde. Leider hat die Launch-control mir beim Start schon einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass wir am Ende unsere geplante Strategie nie in Perfektion sehen konnten."

Wenngleich die Probleme mit der Launch-control vor allem Rubens Barrichello in Kanada und auf dem Nürburgring Probleme bereitete, so wäre es unfair zu verschweigen, dass Michael Schumacher ebenfalls beim letzten Grand Prix Probleme mit der Starthilfe hatte. Eindeutiger Beweis dafür das harte Manöver gegen seinen Bruder Ralf unmittelbar nach dem Start, als er den BMW-Williams-Piloten dicht an die Boxenmauer drängte und am Überholen hinderte.

In Sachen Strategie gehört das Ferrari-Team aber dank Ross Brawn zu den ungekrönten Königen in der Boxengasse. Auch Rubens Barrichello zollt seinem Technischen Direktor diesbezüglich Anerkennung und Respekt: "Wir haben natürlich verschiedene Computerprogramme, welche uns die besten Varianten ausrechnen, aber am Ende kombiniert man die eigenen Erfahrungswerte immer mit den Werten des Computers. Wäre ich im Warm Up zu langsam gewesen, dann hätten wir immer noch die Strategie verändern können", erläutert Barrichello, der seinen Sieg letztes Jahr in Hockenheim auch seiner Entscheidung, nur zwei Mal zu stoppen, auch seiner eigenen Entscheidung zuschreibt.

Zweifelsohne hadert auch ein Top-Team wie Ferrari noch fünf Rennen nach Wiedereinführung der Launch-control mit den Tücken der Technik. Technische Probleme oder Blasenbildungen der Reifen gehören zum nicht vorhersehbaren Risiko in einem jedem Grand Prix, jedoch kann man dem durch intensive Testfahrten, welche Ferrari ja unbestritten par excellence durchführt, vorbeugen. Garantien gibt es in der Formel 1 jedoch nicht und so muss sich auch Rubens Barrichello am Ende des Tages damit abfinden, dass er auf Grund einer anderen Strategie und einer schlechteren Startposition im Rennen geringere Chancen auf den Rennsieg hat als sein eigener Teamkollege.

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