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Alonso: Hamilton als Teamkollege "wäre jetzt ganz anders"

Nach den McLaren-Reibereien 2007 würde Fernando Alonso neun Jahre später Lewis Hamilton erneut als Teamkollegen akzeptieren - "Wir sind jetzt erwachsener"

(Motorsport-Total.com) - Die Saison 2007 schrieb viele verrückte Geschichten und endete mit einem der spannendsten WM-Entscheidungen im letzten Rennen. Kimi Räikkönen konnte sich den Titel um einen Punkt Vorsprung vor den McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Fernando Alonso sichern. Durch Reibereien in einem der härtesten teaminternen Duelle der Gegenwart zwischen dem damaligen Rookie Hamilton und dem amtierenden Weltmeister Alonso beim britischen Traditionsteam behinderten sich beide Fahrer im WM-Kampf gegenseitig. Neun Jahre später würde Alonso seine Garage erneut mit Hamilton teilen, allerdings wäre der Ausgang laut dem Spanier ein anderer.

Fernando Alonso, Lewis Hamilton

2007: Fernando Alonso und Lewis Hamilton verpassen den Titel knapp Zoom

"Ich denke, es wäre nun anders", schildert der nunmehr zu McLaren zurückgekehrte Spanier bei 'ESPN'. "Wir sind jetzt beide erwachsener. Die Teams sind nun außerdem besser vorbereitet auf solche Situationen. Wären Lewis und ich eines Tages wieder Teamkollegen, wäre es sehr anders, weil wir viel gelernt haben", glaubt Alonso. Während er in seiner 15. Formel-1-Saison immer noch bei zwei Titeln hält, konnte sich Hamilton in seinen zehn Jahren Königsklasse mittlerweile dreimal die WM-Krone aufsetzen.

"Wir haben nicht mehr diesen Stress, unbedingt gewinnen zu müssen, weil wir uns sehr respektieren. Wir würden so schnell fahren, wie wir nur können, aber mit einer anderen Portion Respekt", schätzt der 35-Jährige. Obwohl die Konstellation Alonso-Hamilton in naher Zukunft unwahrscheinlich erscheint, da der Spanier noch bis 2017 an McLaren gebunden ist und Hamilton bis mindestens 2018 bei Mercedes fährt, stellt Alonso dieses Gedankenspiel an: "Jeder würde es lieben, aber nur in einem konkurrenzfähigen Team."


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Denn sonst wäre es die gleiche Situation, in der sich nun Alonso und Jenson Button befinden. "Wenn das Auto nicht konkurrenzfähig ist, dann gehst du am Wochenende etwas unter. Du kannst ganz unbeachtet ein tolles Qualifying fahren oder einen Fehler machen und in Q1 ausscheiden", spricht der Asturier aus eigener Erfahrung.

Fernando Alonso, Lewis Hamilton

Ungarn 2007: Das McLaren-Duell eskaliert, als Alonso Hamilton in der Box blockiert Zoom

"Jeder in der Formel 1 möchte die großen Namen, die Weltmeister, um Siege kämpfen sehen, aber das ist möglicherweise aufgrund der DNS des Sports nicht möglich, denn es kann immer nur ein Team gewinnen." Derzeit ist der aktuelle Weltmeister Lewis Hamilton in ein bereits seit 2013 andauerndes Teamduell mit Nico Rosberg verwickelt. Dahinter mühen sich die Ex-Weltmeister Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen ab, mit Mercedes mitzuhalten.

Im kommenden Jahr könnte Alonso mit dem Belgier Stoffel Vandoorne erneut einen Rookie an die Seite gesetzt bekommen. Davor fürchtet er sich jedoch nicht, denn die Vorkommnisse von 2007 seinen einzigartig gewesen: "Lewis wurde von McLaren seit jungen Jahren beschützt. Er war Teil des Programms und sehr schnell. Wir hatten ein konkurrenzfähiges Auto, daher konnten wir um die Weltmeisterschaft kämpfen. Und er war Brite. Stoffel ist kein Brite, das ist schon genügend Unterschied", glaubt Alonso.