Vor Ort in Abu Dhabi bewegen wir uns bereits auf Mitternacht zu, und damit sich wir auch am Ende unseres letzten Samstagstickers in diesem Jahr angekommen.
Rennstart auf dem Yas Marina Circuit ist morgen bereits um 14:00 Uhr MEZ, wir sind also rechtzeitig wieder mit einer neuen Ausgabe für euch am Start.
Viel Spaß noch mit unserer großen Videoanalyse, schlaft nachher gut und bis dann!
GP Abu Dhabi
Abu-Dhabi-Samstag in der Analyse: Verstappen auf Pole, Norris auf WM-Kurs
Formel-1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Max Verstappen holt die Pole fürs Finale +++ Lando Norris mit P2 weiter auf WM-Kurs +++ Lewis Hamilton wieder in Q1 raus +++
Feierabend
Den Verlauf des WM-Kampfes ...
Alpine wieder ganz hinten
Irgendwie passt es zu dieser Saison, dass die beiden Alpine-Piloten morgen von P19 und P20 ins Rennen gehen. "Wir haben über Nacht großartige Arbeit geleistet, um das Auto zu verbessern, und es fühlte sich an, als hätten wir gegenüber gestern einen großen Schritt nach vorne gemacht", sagt Pierre Gasly zwar.
"Ich war mit meiner letzten Runde sehr zufrieden, alle Kurven haben geklappt", berichtet er. Doch selbst das reichte nicht aus, um nach vorne zu kommen. Teamkollege Franco Colapinto ergänzt: "Die Schwierigkeiten von gestern haben sich leider auf heute übertragen."
"Ich glaube, Pierre hat mehr Tempo gefunden und einen besseren Job gemacht als ich. Wir haben einige Änderungen vorgenommen, die einen Unterschied gemacht haben, aber ich habe mich trotzdem nicht ganz wohl gefühlt", so der Argentinier nach P20.
Weiße Weste
Nach dem letzten Qualifying des Jahres können wir Bilanz ziehen - und stellen fest, dass es zwei Fahrer im Feld gibt, die bei allen 24 Saisonrennen in der Qualifikation vor dem jeweiligen Teamkollegen gelandet sind.
Max Verstappen und Fernando Alonso haben ihr teaminternes Duell jeweils mit 24:0 gewonnen. Einziger Wermutstropfen: Im Sprint-Qualifying haben beide jeweils einmal verloren, womit es insgesamt also "nur" 29:1 steht.
Die komplette Liste findet ihr hier.
Leclerc: Entweder Mauer oder Q3
Wirklich happy ist der Monegasse mit P5 heute nicht. "Es tut schon weh, mit einem fünften Platz zufrieden zu sein, aber das ist einfach die Situation, in der wir uns befinden", sagt er nach dem Abu-Dhabi-Qualifying.
"Das Einzige, was ich mitnehmen kann, ist das bisschen Freude darüber, unser Paket maximiert zu haben. Genau das ist uns heute gelungen", sagt Leclerc und erklärt: "Ich fahre das Auto gut, kann aber spüren wie knifflig es ist."
"Man muss es einfach mit vollem Einsatz fahren. Das führt einen entweder in die Mauer oder aber aus Q1 heraus. Und dann muss man in Q2 das Gleiche machen, und dann in Q3 nochmals", betont er.
Seine kompletten Aussagen findet ihr hier.
Wie langsam macht Verstappen?
Wenn Max Verstappen das Feld morgen wirklich einbremsen will, wie langsam kann er dann fahren? George Russell erklärt: "Ich denke, dass es zum Beispiel auf einem Stadtkurs ganz normal ist, das Feld zu bremsen."
"In Singapur kontrolliert man das Tempo und versucht dann, den Abstand bei den Boxenstopps zu vergrößern. Dazu muss man nicht wie ein Rowdy fahren oder gefährlich fahren", betont er.
Dort könnte man "drei oder vier Zehntel" herausnehmen und trotzdem vorne bleiben. "Auf manchen Strecken kann man an bestimmten Stellen leicht eine halbe oder eine ganze Sekunde herausholen, ohne gefährlich zu fahren", so Russell.
Ob es in Abu Dhabi ganz so langsam geht, ist die andere Frage. Aber Russell erwartet auf jeden Fall, "dass er das tut", wenn Verstappen beim Start morgen vor Norris bleiben sollte.
Bortoleto: Beste Runde seiner Karriere?
Während für Nico Hülkenberg bereits in Q1 Feierabend war, schaffte es sein Teamkollege in Q3 und wurde starker Siebter. Für ihn sei es "eine sehr große Überraschung" gewesen, dass auch für ihn fast in Q1 schon Feierabend war.
Da kam er als 14. ebenfalls nur mit Mühe durch. Es sei "sehr befriedigend", es dann doch noch in die Top 10 geschafft zu geben. "In Q2 war es eine der besten Runden, die ich wahrscheinlich in meiner Karriere gefahren bin", betont er.
"Es war eine mega Runde", jubelt der Rookie, und auch Q3 sei wieder "eine gute Runde" gewesen, sagt er zufrieden. Da war er allerdings minimal langsamer als zuvor in Q2.
P7 ist für den Sonntag eine gute Ausgangslage, denn noch hat Sauber Chancen, den vorletzten WM-Platz zu verlassen. Lediglich fünf Zähler liegt man vor dem letzten Saisonrennen hinter Haas.
Antonelli: In Q2 langsamer als in Q1
Der Rookie wirkte nach seinem Q2-Aus etwas ratlos und berichtet nun: "Das Qualifying begann in Q1 gut. Ich war mit der Balance des Autos zufrieden und konnte eine ordentliche Rundenzeit fahren."
"Leider war das im Q2 nicht der Fall und wir schieden in einer sehr engen Session aus. Das war schade, denn ich glaube, wir hatten das Potenzial, um morgen unter den ersten Sechs zu starten", ärgert er sich.
Andrew Shovlin ergänzt: "Kimi schaffte es mit seiner zweiten schnellen Runde [in Q1] auf Platz drei. Für ihn begann die Session im Q2 jedoch zu entgleisen. Obwohl wir unsere Herangehensweise nicht geändert hatten, brach sein Auto plötzlich aus."
"Dies führte zu höheren Temperaturen und verschlimmerte die Probleme. Leider konnte er seine Pace aus Q1 nicht wiederholen und beendete die Session auf Platz 14", so Shovlin.
Morgen hat er nun etwas Arbeit vor sich, um noch in die Punkte zu fahren.
Livestream
Ein Hinweis noch einmal in eigener Sache: Um 20:00 Uhr melden sich Kevin Scheuren und Kevin Hermann live auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de mit der großen Videoanalyse zum heutigen Qualifying.
Die beiden analysieren den spannenden Dreikampf an der Spitze, warum George Russell nicht dazwischenstechen konnte und ob der Start morgen für Oscar Piastri die letzte echte Chance auf den Titel sein wird.
Dazu gibt es einen Blick ins Mittelfeld zu Gabriel Bortoleto und Esteban Ocon, sowie auf den erneut enttäuschenden Lewis Hamilton, der wieder in Q1 ausgeschieden ist.
Lawson ärgert sich: "Zu konservativ"
Auch Liam Lawson ärgert sich über die Reifenstrategie. "Das Auto fühlte sich im Qualifying schnell an, daher ist es frustrierend, in Q2 ausgeschieden zu sein. Wir sind heute zu konservativ vorgegangen", erklärt er.
Man habe in Q3 gleich drei Reifensätze verbraucht, "was nicht nötig gewesen wäre", so Lawson, der dadurch wie Bearman nur noch einen neuen Satz für Q2 hatte und schließlich als 13. ausschied.
Teamkollege Isack Hadjar wurde derweil Neunter und berichtet: "Heute war ein guter Tag. Im Vergleich zu gestern bin ich sehr zufrieden, denn ich habe mich beim Fahren deutlich verbessert, wodurch wir etwas Besonderes erreichen und es in Q3 schaffen konnten."
"In Q2 habe ich alles gegeben und eine sehr gute Runde hingelegt, die ich leider im Q3 nicht wiederholen konnte, da ich nicht mehr Grip gefunden habe", so Hadjar, der in Q3 etwas langsamer als zuvor in Q2 war.
Trotzdem ist er zufrieden, denn P9 sei heute das Maximum gewesen "auf einer Strecke, die unserem Auto nicht so gut liegt wie die in Katar."
Warum verpasste Bearman Q3?
Der Haas-Pilot war im Training stark unterwegs, wurde in Q2 aber nur Elfter - und verpasste den Cut um 0,007 Sekunden. Er selbst führt das darauf zurück, dass er nur noch einen frischen Satz weiche Reifen hatte.
"Das Auto hat die Pace, aber ich habe die Runde einfach nicht ganz zusammenbekommen", gesteht er. Denn nachdem er seinen ersten Run auf einem gebrauchten Soft absolvierte, sei der Sprung auf den neuen danach zu groß gewesen.
Esteban Ocon schaffte es dafür in Q3 und wurde Achter. "Ich bin super happy", betont er und erklärt: "Wir waren [gestern] verloren und haben über Nacht alles am Auto verändert." Das habe sich heute dann viel besser angefühlt.
Ocon schaffte es erstmals seit Monaco vor mehr als einem halben Jahr wieder in Q3.
Stella: Kein Problem mit Tsunoda-Windschatten
Der McLaren-Teamchef hat kein Problem damit, dass Max Verstappen in Q3 einen Windschatten von seinem Teamkollegen bekommen hat. "Ich finde das nicht unfair", stellt Stella klar.
Der Vorteil sei nicht so groß gewesen - und Verstappens zweite Runde ohne Windschatten sogar schneller. "Ich denke, er war heute der Schnellste und hat sich die Poleposition verdient", so der Teamchef.
"Wir sind immer noch in einer guten Position für das Rennen, also liegt alles noch in unseren Händen", erinnert Stella, der auch im Rennen keine unfairen Aktionen von Red Bull erwartet.
"Ich denke, wir werden interessantes Racing sehen, aber ich bin mir sicher, dass all dies im Rahmen der Sportlichkeit und Fairness stattfinden wird", betont der Teamchef, der auch mit einer Verstappen-Blockade kein Problem hätte.
"Wenn man zu langsam wird, läuft man Gefahr, durch Undercuts attackiert zu werden. Man setzt sich der Gefahr aus, überholt zu werden. Daher finde ich es auf jeden Fall gut, dass wir mit zwei Autos vorne sind", erklärt er.
Williams verpasst Top 10
In Katar war man noch überraschend auf dem Podium, aber damit wird es an diesem Wochenende nichts werden. Carlos Sainz wurde heute nur Zwölfter, Alexander Albon schied sogar schon in Q1 aus.
"Schwierige Session. Wir konnten die Reifen nicht in den richtigen Temperaturbereich bringen und gerieten im letzten Sektor der Runde in den Verkehr", berichtet Albon nach P17 in Q1.
"Es gab ein paar kleine Details, die ich nicht ganz hinbekommen habe, und bei einem so engen Feld zählt jede Millisekunde", weiß er. Teamkollege Sainz ist trotz Q2-Aus "relativ happy" mit dem Qualifying.
"Wir haben gegenüber den Trainings einen guten Schritt gemacht", betont er und erinnert daran, dass ihm in Q2 lediglich 0,008 Sekunden zum Weiterkommen fehlten, was "unglücklich" sei.
Er sei aber "zuversichtlich", dass er es am Sonntag zumindest noch in die Punkte schaffen werde.
Mit einem Stopp geht's am schnellsten
Pirelli hatte bereits gestern angekündigt, dass eine Einstoppstrategie am Sonntag wohl die beste sein wird. An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert. "Die beiden schnellsten Strategien für morgen sind Einstopper", erklärt Mario Isola.
Möglich sei die Variante Medium-Hard oder Hard-Soft, wenn man einen langen ersten Stint fahren will. "Eine Zweistoppstrategie scheint etwas weniger wettbewerbsfähig zu sein, insbesondere angesichts der Schwierigkeit, hier zu überholen", so Isola.
Schauen wir mal, wie sich das Rennen entwickelt - und wie sich eine mögliche Verstappen-Blockade auch auf die Strategie auswirken könnte.
Vasseur nimmt Hamilton in Schutz
Nach dem erneuten Q1-Aus von Lewis Hamilton erklärt Teamchef Frederic Vasseur: "Für Lewis war es schwierig, weil er im ersten Training nicht gefahren ist, da er seinen Platz an Arthur [Leclerc] abgegeben hatte."
Dazu habe er dann in FT3 noch seinen Unfall gehabt. "In einer Situation, in der nur zwei Zehntelsekunden zwischen P4 und P18 liegen, ist es zu schwer, einen solchen Rückstand aufzuholen, wenn man so viel Trainingszeit verpasst", erklärt er.
"Man kann nicht allein auf der Grundlage des zweiten Trainings eine Leistung erzielen", so Vasseur. Was Hamilton selbst sagt, das könnt ihr hier noch einmal nachlesen.
Finales Ergebnis
Kleine Randnotiz: Die FIA hat vor wenigen Minuten das finale Qualifyingergebnis veröffentlicht. Das bedeutet, dass es keine nachträglichen Strafen mehr geben wird. Es geht also morgen mit dieser Startaufstellung ins Rennen.
