Die Mathematik ist einfach: Je näher ein Fahrer an der möglichen Punkteausbeute eine Saison ist, desto größer die Chance auf den Titel - Das sind die 10 Bestmarken
Lando Norris hat es geschafft: Der McLaren-Pilot ist Formel-1-Weltmeister 2025. Der Brite holte dabei 423 von 648 möglichen Punkten - also 65,28 Prozent. Damit liegt er unter allen Weltmeister-Saisons auf Platz 48 der größten Ausbeute. In unserer Fotostrecke wollen wir uns einmal den Top 10 dieser Liste widmen.
Wie immer ist in der Formel 1 wenig vergleichbar. Durch Streichresultate und andere Punktesysteme haben es Fahrer in manchen Epochen einfacher als in anderen. Unsere Regel für diese Fotostrecke: Es zählt, was ein Fahrer im Bestfall am Ende auf dem Konto hätte haben können - und was er hatte. Und: Nur ein Eintrag pro Fahrer!
10. Giuseppe Farina 1950 - 83,33 Prozent: Was das heißt, sehen wir gleich am ersten Beispiel. In der Debütsaison der Formel 1 zählten nur die vier besten Ergebnisse eines Fahrers aus sieben Rennen. Somit hätte Farina bei acht Punkten für einen Sieg plus Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde maximal 36 Zähler haben können - statt 63.
Mit drei Siegen holte der Italiener genau so viele wie Konkurrent Juan Manuel Fangio. Doch weil Fangio sonst nur Ausfälle hatte und Farina noch einen vierten Platz, wurde der Italiener der erste Weltmeister. Zusammen mit drei schnellsten Rennrunden, kam er auf 30 Punkte - von eben 36 maximal möglichen.
9. Sebastian Vettel 2013 - 83,58 Prozent: Neun Siege in Folge am Saisonende brachten Vettel auf diese beeindruckende Biland. Der Deutsche ist übrigens einer von nur drei Fahrern, der ohne die Hilfe von Streichresultaten in dieser Liste steht.
397 von 475 möglichen Punkten holte der Red-Bull-Pilot, der in Indien vorzeitig seinen vierten WM-Titel in Folge feiern konnte. Insgesamt gelangen ihm in dem Jahr 13 Siege in 19 Rennen.
8. Michael Schumacher 2002 - 84,71 Prozent: Ähnlich dominant wie Vettel & Red Bull war Anfang der 200er-Jahre das Gespann aus Michael Schumacher und Ferrari. 2002 fuhr der Deutsche in allen 17 Saisonrennen auf das Podest und gewann elf davon.
Mit dem F2002 (und seinem Vorgänger zu Beginn) sammelte er 144 der 170 möglichen Punkte ein und holte seinen fünften WM-Titel - den dritten mit Ferrari. Ähnlich dominant war sein letzter WM-Titel 2004. Da holte er jedoch "nur" 82,22 Prozent der verfügbaren Zähler.
7. Ayrton Senna 1988 - 90,91 Prozent: Wer an Dominanz denkt, der denkt an McLaren 1988. Ayrton Senna und Alain Prost gewannen alle bis auf ein Saisonrennen und machten den Titelkampf unter sich aus. Allerdings nahmen sie sich dabei natürlich auch gegenseitig eine Menge Punkte weg.
Weil aber nur die besten elf Ergebnisse in die Wertung kamen, steht Senna mit acht Siegen und drei zweiten Plätzen sehr weit oben in dieser Liste (90 von 99 möglichen Punkten). Übrigens: Alain Prost ist in dieser Wertung abgeschlagen. Sein Bestwert als Weltmeister sind 76,77 Prozent aus der Saison 1989.
6. Max Verstappen 2023 - 92,74 Prozent: Auch Red Bull fehlte 2023 nur ein einziger Sieg zur Perfektion. Max Verstappen ist die Nummer 1 der modernen Fahrer und hält den Bestwert eines Fahrers, bei dem die ganze Saison zählt.
Seine Bilanz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Verstappen holte 575 von 620 möglichen Punkten und ließ damit nur 45 Zähler liegen - und das in einer Saison mit 22 Rennen, sechs Sprints und einem Bonuspunkt für die schnellste Runde, auf die er häufig keinen Einfluss hatte, weil andere kurz vor Schluss in die Box kommen konnten.
5. Jack Brabham 1966 - 93,33 Prozent: Ohne Streichergebnisse wäre "Black Jack" weiter hinten anzusiedeln, doch das damals vorhandene System nutzte der Australier fast perfekt aus. 45 Punkte hätte er holen können - und die holte er auch. Doch ein vierter Platz wurde gestrichen, sodass "nur" 42 von 45 Punkten in der Wertung waren.
Mit vier Siegen und einem zweiten Platz hätte seine Konkurrenz schon die perfekte Ausbeute liefern müssen, um ihn zu besiegen. Übrigens: Auch seine Saison 1960 wäre in der Liste gewesen, denn mit 43 von 48 möglichen Punkten (89,58 Prozent) war die nur marginal unter Senna 1988 anzusiedeln.
4. Graham Hill 1962 - 93,33 Prozent: Exakt auf die gleiche Bilanz kommt auch der Vater von Weltmeister Damon Hill - vier Siege und ein zweiter Platz, also 42 von 45 möglichen Punkten. Bei ihm mussten aber noch ein paar Ergebnisse mehr gestrichen werden, unter anderem ein weiterer zweiter Platz.
Somit hatte Hill eigentlich 52 Zähler über die gesamte Saison gesammelt, am Ende blieb es aber bei den offiziellen 42, womit er an der Maximalausbeute vorbeischrammte. Übrigens: Sein zweiter Titel 1968 gehörte mit 53,33 Prozent Ausbeute zu den statistisch schlechtesten der Formel-1-Geschichte.
3. Juan Manuel Fangio 1954 - 93,33 Prozent: Natürlich darf ER nicht in der Liste fehlen. Der Dominator der 50er-Jahre wäre gleich mit vier seiner fünf WM-Titel vor Michael Schumacher gewesen - auch ein Grund, warum wir uns auf einen Eintrag pro Fahrer beschränkt haben.
Natürlich profitiert auch er von Streichergebnissen, doch bei ihm musste 1954 selbst ein Sieg gestrichen werden! Warum er trotzdem "nur" auf die 42 von 45 möglichen Punkte kommt: Bei nur zwei seiner sechs Siege holte er auch die schnellste Rennrunde, weswegen ihm drei Punkte zur perfekten Saison fehlen.
2. Alberto Ascari 1953 - 100 Prozent: Besser geht es nicht! Nachdem er den Saisonauftakt in der Schweiz ausgelassen hatte, um am Indy 500 teilzunehmen, gewann Ascari die sechs verbliebenen Saisonrennen alle und holte auch jedes Mal die schnellste Rennrunde. Bei fünf zu wertenden Rennen hätte er keine bessere Punktebilanz haben können.
Auch sein zweiter WM-Titel ein Jahr später hätte sich noch vor Fangio eingereiht, denn dort hatte er am Ende 34,5 auf dem Konto stehen - 36 hätte er haben können (95,83 Prozent). Warum er trotzdem bei uns nur Zweiter ist, hat einen ganz einfachen Grund ...
1. Jim Clark 1963 & 1965 - 100 Prozent: Denn Jim Clark schaffte das Kunststück der perfekten Punkteausbeute sogar bei beiden seiner WM-Titel. 1963 sollten die besten sechs von zehn WM-Rennen gewertet werden - Clark gewann sieben.
Zwei Jahre später hatte er die Ausbeute von 100 Prozent schon nach seinem sechsten WM-Start erreicht, weil er alle Rennen gewann. Die Ergebnisse in den verbliebenen drei Läufen waren für ihn damit schon egal. Und fast alle sind sich einig: Wäre er 1968 in Hockenheim nicht tödlich verunglückt, er hätte wohl noch weitere Titel eingefahren.
Die Mathematik ist einfach: Je näher ein Fahrer an der möglichen Punkteausbeute eine Saison ist, desto größer die Chance auf den Titel - Das sind die 10 Bestmarken