Zur Saison 2026 bekommt die Formel 1 ein komplett neues Reglement - Wir blicken zurück auf die Ground-Effect-Ära der Königsklasse zwischen 2022 und 2025
Das Maß aller Dinge - Insgesamt fanden in den vier Jahren der Ground-Effect-Ära 92 Grand-Prix-Rennen statt, bei denen Max Verstappen 51-mal siegreich war. Er allein gewann damit also mehr als die Hälfte (55 Prozent) aller Rennen. Zweiterfolgreichster Fahrer war Lando Norris, der gerade einmal auf 11 Erfolge kommt.
Bäumchen wechsel dich - 31 Fahrer haben im Laufe der Ground-Effect-Ära mindestens einen GP absolviert. Nur sechs sind dabei in allen vier Jahren für das gleiche Team gefahren: Lance Stroll (Aston Martin), Charles Leclerc (Ferrari), Lando Norris (McLaren), George Russell (Mercedes), Max Verstappen (Red Bull) und Alexander Albon (Williams).
Die meisten unterschiedlichen Arbeitgeber hatte in diesem Zeitraum übrigens Nico Hülkenberg. Er fuhr 2022 zunächst zwei Rennen als Ersatzpilot für Aston Martin, 2023 und 2024 für Haas und schließlich 2025 für Sauber.
Erfolgreicher "Zero-Pod" - Das Konzept von Mercedes aus dem ersten Ground-Effect-Jahr 2022 gilt rückblickend als Reinfall. Tatsächlich holten die Silberpfeile mit dem Auto aber 515 WM-Zähler - womit der W13 punktemäßig der erfolgreichste Mercedes der gesamten Ära ist. In allen anderen Jahren blieb man unter der 500-Punkte-Grenze.
Williams-Comeback - Kein Team verbesserte sich im Laufe der Ära so stark wie Williams. Dem zehnten und letzten WM-Platz im Jahr 2022 stehen P5 in der WM und 137 Zähler 2025 entgegen. Macht in Sachen WM-Punkten eine Steigerung um mehr als 1.600 Prozent! Das schaffte nicht einmal McLaren, wo die Steigerung "nur" bei 424 Prozent lag.
Den größten Absturz erlebte derweil Alpine. Von P4 im ersten Ground-Effect-Jahr 2022 ging es auf den letzten Platz 2025 zurück. Auch bei den WM-Punkten ging es von 173 auf gerade einmal 22 Zähler zurück. Satte 87 Prozent der Punkte aus dem ersten Jahr gingen also verloren. Autsch ...
Das schlechteste Auto - Obwohl Alpine 2025 WM-Letzter wurde, war der A525 mit 22 Zählern bei weitem nicht der schlechteste Bolide der Ära. Tatsächlich gab es gleich fünf Autos, die seit 2022 noch weniger Punkte holten. Das schlechteste Fahrzeug war in dieser Hinsicht der Sauber C44 aus der Saison 2024 mit gerade einmal vier Pünktchen.
Das erfolgreichste Auto war derweil wenig überraschend der Red Bull RB19 aus der Saison 2023. Max Verstappen und Sergio Perez holten in dem Boliden zusammen 860 Punkte und gewannen 21 der 22 Saisonrennen. Beide Werte sind auch insgesamt Rekord in der Formel 1.
Der größte und der kleinste Vorsprung - Kurios: Die Ground-Effect-Ära hat uns den größten und gleichzeitig auch den kleinsten Vorsprung eines Weltmeisters in der Geschichte der Königsklasse beschert. Die Saison 2023 beendete Max Verstappen 290 Zähler vor seinem Teamkollegen Sergio Perez und stellte damit einen neuen Rekord auf.
Zwei Jahre später fehlten Verstappen lediglich zwei Punkte auf Weltmeister Lando Norris. In absoluten Zahlen gab es zwar noch engere WM-Entscheidungen in der Formel-1-Geschichte. Prozentual gesehen trennten Norris und Verstappen bei 423:421 Punkten aber lediglich 0,473 Prozent - und enger war es bisher noch nie.
Einsamer Doohan - Von den 31 Piloten, die in der Ground-Effect-Ära mindestens ein Rennen absolviert haben, hat lediglich Jack Doohan keinen einzigen Zähler geholt. Logan Sargeant (1 Punkt), Nicholas Latifi, Nyck de Vries (je 2) und Franco Colapinto (5) sind diesem Schicksal knapp entkommen.
Keine Chance für Außenseiter - Alle 92 Grand-Prix-Siege gingen in der Ground-Effect-Ära an die vier Topteams Red Bull (55 Siege), McLaren (20), Ferrari (10) und Mercedes (7). 2021 hatte Alpine noch ein Rennen gewonnen und 2020 AlphaTauri und Racing Point. Solche Überraschungen gab es in den Ground-Effect-Jahren nie.
Haas außen vor - Siege gab es zwar nur für die Topteams, dafür standen neun der zehn Rennställe in der Ground-Effect-Ära mindestens einmal auf dem Podium. Einzige Ausnahme ist Haas. Das US-Team wartet weiter auf seinen ersten Podestplatz in der Formel 1 überhaupt.
Ausfall-Albon - Kein Fahrer ist in der Ground-Effect-Ära so oft ausgefallen wie der Williams-Pilot. Satte 18-mal musste er vorzeitig die Segel streichen. Zum Vergleich: Fernando Alonso liegt mit 13 Ausfällen und damit einem deutlichen Abstand auf P2 in dieser Liste.
Trauriger Renault-Abschied - Die Franzosen sind der einzige Motorenhersteller, der in der Ground-Effect-Ära keinen Grand Prix gewonnen hat. Maß aller Dinge ist hier Honda mit 55 Siegen. Mercedes brachte es immerhin auf 27 Triumphe, Ferrari auf 10. Ein trauriger Abschied für das Renault-Motorenprogramm, das Ende 2025 eingestellt wurde.
Punktegarant Hamilton - Obwohl Lewis Hamilton in der Ground-Effect-Ära einen sportlichen Absturz erlebte, punktete der Rekordchampion im Verlauf der vier Jahre an 85 der 92 Wochenenden. Noch häufiger schaffte es nur Max Verstappen (88-mal) in die Punkte. Die Sprints sind in dieser Rechnung übrigens mit berücksichtigt.
Disqualifiziert - In nur vier Jahren Ground-Effect-Ära gab es satte zehn Disqualifikationen - und damit so viele wie in den zwölf Saisons zwischen 2010 und 2021 zuvor. Im Schnitt hat sich die Zahl der Disqualifikationen also verdreifacht. Häufigster Grund waren - passend zum Reglement - zu dünne Skids am Unterboden.
Gefeuert - Gleich sechs Piloten wurden von ihren Teams in der Ground-Effect-Ära während der laufenden Saison vor die Tür gesetzt. Den Anfang machte 2023 AlphaTauri, wo Nyck de Vries nach nur zehn Rennen schon wieder gehen musste. 2024 warf zunächst Williams Logan Sargeant raus ...
... und später musste auch Daniel Ricciardo bei den Racing Bulls vorzeitig gehen. Zudem verließ Esteban Ocon Alpine bereits vor dem Finale in Abu Dhabi. Dessen Nachfolger Jack Doohan musste 2025 ebenfalls nach gerade einmal sechs Rennen gehen, und Red Bull schickte Liam Lawson sogar nach nur zwei Rennen zurück zu den Racing Bulls.
Zur Saison 2026 bekommt die Formel 1 ein komplett neues Reglement - Wir blicken zurück auf die Ground-Effect-Ära der Königsklasse zwischen 2022 und 2025