Siege alleine reichen in der Formel 1 manchmal nicht für den WM-Titel - Diese Fahrer siegten in einer Saison mindestens sechsmal, wurden aber nicht Weltmeister
Alain Prost (1984): Der "Professor" ist vor mehr als 40 Jahren der erste Formel-1-Pilot, der zwar sieben Saisonrennen gewinnt, den Titel aber verpasst. Besonders bitter: McLaren-Teamkollege Niki Lauda hat am Ende des Jahres lediglich einen halben Punkt mehr auf dem Konto. Bis heute die engste WM-Entscheidung in der Formel-1-Geschichte.
Nigel Mansell (1987): Drei Jahre nach Prost holt der Brite für Williams sechs Siege - aber ebenfalls nicht den WM-Pokal. Nelson Piquet gewinnt zwar lediglich drei Rennen, also gerade einmal halb so viele, steht dafür aber deutlich konstanter auf dem Podium. Zu viele Ausfälle und eine Verletzung am Saisonende verhindern Mansells Titel.
Alain Prost (1988): Nur eine Saison später ereilt Prost das gleiche Schicksal wie vier Jahre zuvor. Sieben Siege reichen erneut nicht zum Titel, weil der McLaren-Teamkollege wieder minimal besser ist. Dieses Mal bezwingt ihn Ayrton Senna mit gerade einmal drei Pünktchen Vorsprung.
Ayrton Senna (1989): Ein Jahr später wendet sich das Blatt. Prost wird nach der legendären Kollision mit Teamkollege Senna in Suzuka Weltmeister. Der Brasilianer gewinnt zwar sechs Rennen und damit sogar zwei mehr als Prost. Auch hier entscheidet am Ende aber wieder die Konstanz, und die ist beim Franzosen dieses Mal besser.
Damon Hill (1994): Bei seinen sechs Siegen im Jahr 1994 profitiert Damon Hill unter anderem davon, dass WM-Rivale Michael Schumacher im Laufe der Saison gleich zweimal disqualifiziert und sogar einmal für zwei Rennen gesperrt wird. Am Ende des Jahres gewinnt "Schumi" trotzdem seinen ersten Titel - mit einem Punkt Vorsprung.
Michael Schumacher (1998): Vier Jahre später ist es der Deutsche selbst, der sechs Rennen gewinnt, am Ende aber nur Vizeweltmeister wird. McLaren-Pilot Mika Häkkinen siegt sogar achtmal und macht den Titel beim Saisonfinale in Suzuka perfekt. Schumacher muss noch zwei Jahre auf seinen ersten Ferrari-Titel warten.
Kimi Räikkönen (2005): Der Finne holt wie Weltmeister Fernando Alonso im Renault sieben Saisonsiege. Auch hier entscheidet am Ende die Konstanz, denn Alonso steht noch acht weitere Male auf dem Podium, McLaren-Pilot Räikkönen lediglich fünfmal. Alonso gewinnt den Titel bereits zwei Rennen vor Schluss.
Michael Schumacher (2006): Auch ein Jahr später wird Alonso wieder Weltmeister, obwohl "Schumi" in seiner Abschiedssaison mit Ferrari insgesamt sieben Siege holt - wie der Spanier. Die Vorentscheidung fällt beim vorletzten Rennen, als Schumacher mit einem Motorschaden ausfällt. Beim Finale in Brasilien macht Alonso den Titel perfekt.
Felipe Massa (2008): Während alle anderen Fahrer in unserer Liste vorher oder nachher doch noch mindestens einmal Weltmeister werden, verpasst der Brasilianer seine einzige Chance 2008. Er holt sechs Siege und damit einen mehr als Lewis Hamilton, der bei einem dramatischen Finale in Brasilien mit einem Punkt Vorsprung den Titel gewinnt.
Nico Rosberg (2015): Auch der Deutsche scheitert sieben Jahre später an Hamilton. Sechs Saisonsiege reichen nicht, weil sein Mercedes-Teamkollege satte zehn Rennen gewinnt. Den Titel sichert sich Hamilton bereits drei Rennen vor Schluss in Austin.
Lewis Hamilton (2016): Ein Jahr später schlägt Rosberg zurück. Hamilton gewinnt erneut zehnmal, doch Rosberg reichen auf der anderen Seite neun Siege zum Titel. Nach dem Finale in Abu Dhabi liegt der Deutsche fünf Punkte vorne. Hamilton stellt mit zehn Saisonsiegen ohne Titelgewinn den bis heute gültigen Rekord in der Formel 1 auf.
Lewis Hamilton (2021): Fünf Jahre später ist es erneut der Brite, der mehr als fünf Siege in einem Jahr holt, ohne Weltmeister zu werden. Acht Siege sind es am Ende, während Rivale Max Verstappen zehnmal triumphiert. Beim kontroversen Finale in Abu Dhabi gewinnt der Niederländer seinen ersten WM-Titel.
Oscar Piastri und Max Verstappen (2025): Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 holen gleich zwei Fahrer in einem Jahr mindestens sechs Siege, aber nicht den Titel. Piastri gewinnt sieben Rennen, Verstappen sogar acht. Die Weltmeisterschaft geht am Ende allerdings an Lando Norris - der ebenfalls siebenmal triumphiert.
Siege alleine reichen in der Formel 1 manchmal nicht für den WM-Titel - Diese Fahrer siegten in einer Saison mindestens sechsmal, wurden aber nicht Weltmeister