Lamborghini glaubt an Temerario-Stärke: Ist Nachteil im Zweikampf endlich weg?

Der Lamborghini Huracan GT3 glänzt in den Kurven, hat im Verkehr aber klare Nachteile: Mit dem neuen Temerario GT3 soll sich das ab 2026 grundlegend ändern

(Motorsport-Total.com) - Der Lamborghini Huracan GT3 gilt als schnelles GT3-Auto, das vor allem in langsamen und langgezogenen Kurven seine Karten ausspielt und stark auf der Bremse ist. Nicht zu den Stärken des Boliden, der die Audi-R8-Plattform nutzt, zählen hingegen schnelle Kurven sowie der Zweikampf. Das soll mit dem neuen Temerario GT3 ab diesem Jahr anders werden, verspricht Lamborghinis Technikvorstand Rouven Mohr.

Titel-Bild zur News: Marco Mapelli

Der neue Temerario soll mit einer Lamborghini-Schwäche endlich aufräumen Zoom

"Das Ziel bestand darin, die Spitzenleistung zu verbessern und die Engpässe des Autos zu beseitigen", erklärt Mohr, der nun wieder den Motorsport-Bereich leitet. "Dabei geht es vor allem um die Raceability und darum, das Arbeitsfenster etwas zu vergrößern."

Was er mit der "Raceability" - auf Deutsch Renntauglichkeit - meint? "Der Huracan hat ein recht gutes Verhältnis zwischen Luftwiderstand und Abtrieb, was auf die kleine Stirnfläche des Basismodells zurückzuführen ist", sagt Mohr. "Deswegen müssen wir bei der BoP normalerweise etwas Topspeed opfern."

Stärke in den Kurven wird bei Huracan meist bestraft

Das habe in der Regel damit zu tun, dass Lamborghinis bisheriges GT3-Auto die Rundenzeit in den Kurven herausholt, was sich bei der Balance of Performance (BoP) meist negativ auf die Motorleistung auswirkt. "Das ist dann nicht gut für die Raceability, denn leider ist es in den Rennen sehr schwierig, in den Kurven zu überholen, selbst wenn man schneller ist. Am Ende überholt man im Windschatten auf der Geraden."


Fotostrecke: Testpremiere für neue GT3-Boliden: So sieht die Generation 2026 aus

Das sei "auch der Grund, warum unser Auto supergut ist, wenn wir nach dem Qualifying vorne sind oder in den ersten Reihen stehen", erklärt er. "Wenn wir von hinten starten, ist es für uns schwierig, weil wir unseren Vorteil in den Kurven nicht nutzen können und nicht überholen können."

Wie sich das beim GT3-Nachfolger, der 2026 in der DTM zum Einsatz kommt, ändern soll? Ein "Gamechanger" soll der neue 4,0-Liter-V8-Turbomotor sein. Der lässt zwar bei vielen Fans Wehmut aufkommen, weil sie den 5,2-Liter-V10-Saugmotor des Huracan mit seinem kreischenden Sound vermissen werden, gilt aber als deutlich weniger anfällig im Verkehr.

"Raceability": Gelingt durch Turbomotor großer Schritt?

"Wenn man im Windschatten fährt, verliert man an Motorleistung, weil man keinen Ram-Air-Effekt hat", verweist Mohr auf das Problem der Saugmotoren. "Dieses Problem wird mit dem Turbomotor gelöst. Man sieht beim Blick auf das GT3-Feld mit den McLarens, dem Ferrari und allen Autos, die heute bereits mit Turbomotor unterwegs sind, dass ihre Raceability in der Regel besser ist, weil sie diesen Effekt nutzen und damit kompensieren können."

Luca Engstler

Die kleine Airbox des Lamborghini Huracan war im Zweikampf ein Nachteil Zoom

Bei der aktuellen Evo-Version des Huracan kam erschwerend dazu, dass die Airbox auf dem Dach wegen der GT3-Vorgaben nicht höher gebaut werden durfte und dadurch im Verkehr zu wenig Luft kriegt.

Wie Lamborghini den GT3-Boliden beim Serienauto mitdachte

Der Temerario nutzt hingegen durch die Aufladung des Turbomotors "nicht die volle Leistung aus der reinen Leistungsabgabe", stellt Mohr klar. "Wir sind dadurch hoffentlich in einer besseren Lage und befinden uns in einem besseren Performance-Fenster in Bezug auf die Renntauglichkeit."

Abgesehen davon soll der Temerario die Stärken des Vorgängers beibehalten. "Unser Auto ist nicht so einfach zu fahren, aber es rotiert wie die Hölle in den Kurven", verweist er auf die starke Vorderachse des Huracan, wodurch das Auto schnell um die Kurven geht.


Fotostrecke: Lamborghini Temerario GT3 enthüllt: So sieht der Huracan-Nachfolger aus

"Und es ist stark auf der Bremse", ergänzt Mohr. "Das wollen wir sogar verbessern, denn wir haben jetzt mehr Steifigkeit durch das Chassis." Das habe man bereits bei der Entwicklung des Serienautos mitbedacht, da man wusste, dass es die Basis für das GT3-Auto darstellen würde. "Einige der kinematischen Entscheidungen bei der Straßenauto-Basis haben wir vorausschauend getroffen, damit wir uns beim Rennauto nicht einschränken."

So soll der Temerario für Amateure zugänglicher werden

Und noch etwas war den Ingenieuren bei der Entwicklung des Temerario wichtig: Das Auto sollte fahrbarer sein als der Huracan, um ihn auch für Amateure zugänglicher zu machen. "Selbst Profis, die superschnell in anderen Autos sind, haben manchmal Probleme, wenn sie das erste Mal den Huracan fahren", erklärt Mohr - und führt das auf das "ziemlich schmale Arbeitsfenster des aktuellen Autos" zurück.

Wenn man das nicht treffe, verliere man viel Zeit, "weil man die Balance und die Vorderachse verliert und dadurch zu viel Untersteuern hat", sagt Mohr. "Dann kommt man nicht schnell genug aus den Kurven, weil die Motorleistung fehlt." Beim neuen Auto habe man Wert darauf gelegt, das Arbeitsfenster zu vergrößern und den Boliden weniger anfällig für Änderungen des Bodenabstands zu machen.

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