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"Hat nicht funktioniert": Ist bei Laurens Vanthoor die DTM-Rückkehr ein Thema?
Wie Porsche-Werksfahrer Laurens Vanthoor zu einer DTM-Rückkehr steht, wieso er die Serie lange kritisch sah und warum sein Bruder in der DTM nicht glücklich wurde
(Motorsport-Total.com) - Porsche-Werksfahrer Laurens Vanthoor hat in seiner Karriere alle großen Langstrecken-Klassiker gewonnen - und 2024 wurde er im Porsche-Hypercar auch noch Langstrecken-Weltmeister. Nur in der DTM blieb der 34-Jährige 2022 klar hinter den Erwartungen: Ein vierter Platz war im SSR-Porsche sein Highlight, in der Meisterschaft wurde er enttäuschter 18.
© DTM
Laurens Vanthoor und die DTM: Das SSR-Jahr 2022 war keine Liebesbeziehung Zoom
Würde es ihn reizen, die offene Rechnung zu begleichen? "Nein", sagt er im Podcast Over the Limit, den er mit seinem jüngeren Bruder Dries Vanthoor betreibt. "Natürlich ist es einfach, Nein zu sagen, aber es hat nicht nur mit der DTM zu tun."
Das liege daran, dass ihm heute die Langstrecke mehr zusage als Sprintrennen, erklärt Vanthoor. 2022 sei das zwar noch anders gewesen, "aber die ganze Geschichte hat für mich nicht funktioniert", gibt er zu. Aber warum kam Vanthoor in der DTM nicht klar?
Vanthoor stets DTM-kritisch: "Nie davon geträumt"
2022 war die erste Saison, in der Porsche in der DTM am Start war. Nach einem schwierigen Saisonstart gelang Thomas Preining mit dem Team von Timo Bernhard auf dem Norisring der erste Sieg für die Sportwagen-Marke. Das kam überraschend, denn viele hatten das im ADAC GT Masters so starke SSR-Performance-Team favorisiert.
In der zweiten Saisonhälfte kam auch die damals von Manthey unterstützte SSR-Truppe besser in Fahrt und feierte in Spa mit Dennis Olsen den ersten Sieg, nur bei Vanthoor lief es bis zum Ende nicht rund. Und das, obwohl er mit Kai Störling jenen Renningenieur hatte, mit dem Preining 2023 bei Manthey Meister wurde.
© Motorsport Images
Erfolgreiche Karriere: Laurens Vanthoor wird auch 2026 im Porsche-Hypercar sitzen Zoom
"Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihm und habe es immer noch, aber es hat einfach nicht funktioniert", sagt er heute. "Das kommt manchmal vor."
"Class-1-Ära war wirklich politisch"
Vanthoor gibt zu, dass er die DTM schon davor kritisch gesehen hatte. "Als ich Formel 3 fuhr und dann zu Audi und in den GT-Sport wechselte, um weiterzukommen, habe ich nie von der DTM geträumt", sagt er. "Ich habe mich nie darum bemüht, ein Teil davon zu sein."
Das habe damit zu tun gehabt, "dass es in der Class-1-Ära wirklich politisch war", so Vanthoor. Damit bläst er ins gleiche Horn wie Ex-BMW-Werksfahrer Antonio Felix da Costa, der sich auch wegen seiner Herkunft gegenüber anderen Piloten im Nachteil wähnte.
"Möchte nicht überheblich sein": Vanthoors offene DTM-Rechnung
"Heute ist das eine andere Ära. Es ist nicht mehr so politisch wie damals", ist Vanthoor aber überzeugt. Das sei ihm bewusst gewesen, als die DTM 2022 in ihr zweites GT3-Jahr ging, er sei aber "sensibel" gewesen, "was meine Umgebung angeht. In so einer Umgebung zu arbeiten, hätte mir nicht zugesagt. Deswegen wollte ich das nie machen."
Eine Rückkehr schließt Vanthoor nicht komplett aus, sie stehe aber "definitiv nicht ganz oben auf meiner Liste", sagt er. Er wolle "nicht überheblich sein, aber jede Meisterschaft, an der ich seit meinem GT-Einstieg teilgenommen habe, habe ich letztendlich auch gewonnen, außer der DTM."
Dadurch gäbe es noch eine offene Rechnung, "aber ich werde es wohl dabei belassen und versuchen, andere zu gewinnen", sagt der Porsche-Werksfahrer.
Bruder über DTM-Gastspiel: "Würde es nicht mehr machen"
© Markus Toppmöller
Dries Vanthoor bei seinem kurzfristigen Schubert-Einsatz 2023 in Zandvoort Zoom
Auch sein Bruder Dries Vanthoor kam übrigens einmal zu DTM-Ehren - als er 2023 in Zandvoort für Rene Rast beim BMW-Team Schubert einsprang, der wegen der Formel E verhindert war. Doch auch das war keine Liebe auf den ersten Blick: Der 27-Jährige kam über die Startplätze 16 und 14 nicht hinaus, im Rennen blieb neben einem Ausfall ein neunter Platz.
"Ich würde es nicht mehr machen", sagt er im Podcast. "Ich kannte das Auto nicht so gut, war gerade neu bei BMW." Wenn er aber heute ein Angebot erhalten würde, bei einem guten Team eine komplette Saison zu absolvieren, "dann hätte ich vielleicht Interesse, es zu machen, denn dann wüsste ich, dass ich ein gutes Umfeld habe", schließt er eine DTM-Rückkehr ebenfalls nicht aus.

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