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DTM-Ausfallsorgie am Lausitzring: Wie kam es zu den Reifenschäden?

Abt-Audi-Pilot Ricardo Feller war nicht der einzige, der am Lausitzring wegen eines Reifenschadens aufgab: Wieso Turn 1 so heikel ist und was die Abt-Analyse ergab

(Motorsport-Total.com) - Bei der Ausfallsorgie beim Samstagsrennen der DTM (hier geht's zum Rennbericht) auf dem Lausitzring gab es auffällig viele Reifenschäden: Abt-Audi-Pilot Ricardo Feller, AF-Corse-Ferrari-Pilot Felipe Fraga und Bernhard-Porsche-Fahrer Thomas Preining mussten wegen kaputter Pneus aufgeben.

Ricardo Feller

Ricardo Feller war nicht der einzige, bei dem der rechte Hinterreifen kaputtging Zoom

Und auch Rosberg-Audi-Pilot Nico Müller klagte vor seiner Aufgabe über "immer mehr Vibrationen rechts hinten". Hat das mit der Steilkurve Turn 1 zu tun, die vor allem den rechten Vorder- und Hinterreifen von Michelin ordentlich belastet?

"Zumindest beim BMW ist mir überhaupt nichts aufgefallen", sagt Sieger Sheldon van der Linde auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. Der zweitplatzierte HRT-Mercedes-Pilot Luca Stolz bestätigt: "Klar, der Reifenabbau fühlt sich hier hoch an. Und in Turn 1 beginnt man etwas zu rutschen, aber auch wir hatten keinerlei Schäden."

Reifenprobleme rechts hinten - liegt es an Kurve 1?

Bei Abt-Audi-Pilot Ricardo Feller war es aber am offensichtlichsten, dass der rechte Hinterreifen kaputtging, als er seinen R8 LMS GT3 Evo II in Runde 15 - also acht Runden nach dem Stopp - unter Rauchentwicklung an die Box schleppte. Aber auch bei Fraga, der ebenfalls einen Reifenschaden bestätigte, und bei Müller war das Problem rechts hinten zu finden.

"Wir haben heute bei Feller gesehen, wie schnell es geht, dass du einen Reifenschaden hast", sagt Grasser-Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti auf 'ProSieben'. "Die Last, die hier auf dieser Strecke vor allem auf den rechten Hinterreifen einwirkt, ist durch das Banking und die hohen Geschwindigkeiten extrem hoch." Deshalb habe man bei der Abstimmungsarbeit speziell darauf geachtet.

Ex-Abt-Pilot Mike Rockenfeller hat eine Theorie, warum es seinen Nachfolger Feller erwischte - und führt das darauf zurück, dass das Audi-Team aktuell ans Limit gehen muss. "Wenn du von der Performance nicht ganz nach vorne kannst, ist man immer in Versuchung, noch mehr Sturz draufzupacken und irgendwie was rauszuholen, aber du musst natürlich auch schauen, dass du das Rennen überlebst."

Rockenfeller: "Im Vorjahr sind die Fetzen rausgehangen"

Bei dieser Gratwanderung dürfe man es nicht übertreiben. "Es ist der richtige Weg, auf eine Runde ein bisschen was zu verschenken, aber das Rennen zu beenden." Er wolle niemandem etwas unterstellen, aber "vielleicht ist man bei Feller ein bisschen mehr ans Limit gegangen, vielleicht war es auch eine Berührung oder ein Teil auf der Strecke."

Der Routinier weiß zumindest aus dem Vorjahr, "dass beim Reifen nach dem letzten Stint wirklich die Fetzen rausgehangen sind, weil die Strecke extrem belastend ist." Was wirklich die Ursache war, konnte Abt-Teamchef Thomas Biermaier unmittelbar nach dem Rennen wegen der Parc-Ferme-Regelung noch nicht sagen.

Fellers Reifenschaden: Das ergab die Abt-Analyse

Teamkollege Rene Rast habe aber ebenfalls Schwierigkeiten mit den Reifen gehabt. "Es war klar, dass es knifflig sein kann, wenn man früh stoppt und man dann einen langen Stint über 20 Runden hat. Und aktuell müssen wir einen recht aggressiven Weg gehen, damit wir gegen die anderen konkurrenzfähig sind", gibt Biermaier zu.


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Später zeigte sich aber laut dem Abt-Team bei der Analyse, dass der Reifenschaden weder auf eine Berührung noch auf einen Randstein zurückzuführen war. Zudem habe man bei Feller auf den gleichen Sturz und den gleichen Luftdruck gesetzt wie bei Rast.

Müllers Vibrationen: "Weiß nicht, ob es nur Reifen war"

Wie die Situation bei Rosberg-Audi-Pilot Müller war? "Wir hatten Vibrationen hinten rechts", sagt der Schweizer nach dem Rennen bei 'ProSieben'. "Ich weiß nicht, ob es nur der Reifen war." Später führte man den Schaden auf Kollisionen mit Duellgegnern zurück.

Warum er aufgab? "Da wir in einer aussichtslosen Position waren und dann auch noch das Pit-Window um eine Runde verpasst haben und der Stopp ohnehin nicht mehr gezählt hätte, hätte es keinen Sinn mehr gemacht, noch einen zweiten Reifensatz anzurollen", verweist Müller auf die Reifen-Knappheit in der DTM.

Teamchef Kimmo Liimatainen meinte später, man habe Müller auch aus Sicherheitsgründen hereingeholt. "Wir wollten in der ultraschnellen ersten Kurve keinen Einschlag riskieren", so der Finne.

Bei Bernhard-Porsche-Pilot Thomas Preining führt man den Reifenschaden übrigens am ehesten auf Wrackteile zurück. "Wahrscheinlich haben wir uns irgendwo einen Fremdkörper eingefahren", so Teamchef Timo Bernhard.

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