Beim Daytona-Test der IMSA-Serie zeigen sich vier neue oder überarbeitete GT3-Modelle erstmals öffentlich auf der Rennstrecke: Welche Änderungen zu sehen sind
Beim IMSA-Test in Daytona, der am 15. und 16. November stattfindet und den die US-Serie für die BoP-Einstufung für die Saison 2026 nutzt, fällt die Deckung bei vier neuen GT3-Boliden!
Der brandneue Lamborghini Temerario GT3, der den Huracan nach zehn Jahren ersetzt, ist erstmals bei einem offiziellen Test zu sehen: Am Steuer des vom kanadischen Pfaff-Team eingesetzten GT3-Prototypen sind Andrea Caldarelli, Marco Mapelli und Frank Perera.
Optisch unterscheidet sich der Temerario deutlich vom Vorgängerauto: Der Kühlluft-Einlass auf dem Dach, der beim zweiten Huracan-Evopaket sehr auffällig war und im Verkehr für einen Nachteil sorgte, ist verschwunden.
Hier zum Vergleich das finale Evo-Paket des Vorgängers Huracan GT3: Die Luft für den Motor wird über eine Hutze auf dem Dach durch den Restriktor zum V10-Saugmotor geleitet.
Der Temerario verfügt hingegen über einen Vier-Liter-V8-Biturbomotor, der seine Basis im Serienauto hat. Das sollte der größte Vorteil des Autos im Vergleich zum Vorgänger sein, denn der auf dem Audi-Modell basierende Saugmotor des Huracan hat im niedrigen Drehzahlbereich Schwächen.
Aggressive Heckpartie: Der Temerario läuft ohne große Kinderkrankkeiten, was für ein neues Modell nicht selbstverständlich ist. Beim Test in Daytona wird das Auto erstmals mit Michelin-Reifen eingesetzt - bisher waren ausschließlich die Pirellis im Einsatz.
So - oder so ähnlich - sieht das erste Evopaket des Ford Mustang GT3 aus. Der US-amerikanische Frontmotor-Bolide, der beim Test von Multimatic eingesetzt wird, ist noch nicht final homologiert. Im Zentrum der Neuerungen steht die Vorderachse, die zu wenig Abtrieb generiert.
Im Gegensatz zu den bisherigen Tests mit dem Evopaket weist die Front in Daytona nicht nur einen, sondern gleich zwei Flaps - also kleine Flügelchen - auf. Das zeigt, dass man trotz der Nachbesserungen mit dem Abtrieb vorne immer noch nicht zufrieden war.
Hier zum Vergleich das bisher homologierte Auto: Ford verzichtete gänzlich auf Flaps, wodurch das Auto weniger empfindlich bei Kollisionen war.
Die Radhaus-Entlüftung, die über die Louvres über dem Rad durchgeführt wird, sieht beim Evopaket (hier im Bild) sehr ähnlich aus wie beim alten Auto. Sie soll die Ursache dafür sein, dass zu wenig Abtrieb generiert wird. Nun will man angeblich über neue Felgen Luft aus dem Radhaus saugen, damit Unterdruck - und somit Abtrieb - entsteht.
Ebenfalls mit seinem ersten Evo-Paket rückt der Ferrari 296 GT3 aus. Das von AF Corse eingesetzte Auto erweist sich vor allem vorne als deutlich überarbeitet. Flaps und Louvres sind neu, auch die Luftführung beim Frontsplitter wurde leicht verändert. Und es gibt neue NACA-Öffnungen zur Bremsenkühlung und eine neue Heckflügel-Aufhängung.
Hier zum Vergleich das bisherige Auto ohne neues Evopaket. Der Ferrari 296 GT3 galt schon in der Erstversion als aerodynamisch bestes GT3-Auto. Die Bremsenkühlung stellte die Teams aber teilweise vor eine Herausforderung.
Auch das erste Evopaket des 2023 eingeführten Porsche 911 GT3 R der Baureihe 992 war in Daytona erstmals seit der Präsentation bei einem offiziellen Test zu sehen. Und der Teufel liegt beim Auto im Detail.
Offensichtlich sind aber die neuen Louvres auf den Radhäusern an der Vorderachse, die für eine verbesserte Entlüftung sorgen sollen.
Diese Louvres sucht man bei der bisherigen Version des Autos - mit Ausnahme der Nordschleifen-Konfiguration -.vergeblich.
Sonst gibt es zumindest optisch keine großen sichtbaren Änderungen. Der Heckflügel ist beim Evopaket mit einem Gurney-Flap versehen, weil der Unterdruck, der durch die Entlüftung der Radhäuser entsteht, für mehr Abtrieb vorne sorgt. Das muss an der Hinterachse ausgeglichen werden.
Der 911 GT3 R Evo wird beim Test in Daytona vom Manthey-Team eingesetzt - am Steuer sind DTM-Champion Thomas Preining und Ryan Hardwick.
Beim Daytona-Test der IMSA-Serie zeigen sich vier neue oder überarbeitete GT3-Modelle erstmals öffentlich auf der Rennstrecke: Welche Änderungen zu sehen sind