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Reiseblog aus Saudi-Arabien: Das Land abseits der großen Rallye Dakar
Abseits der Rallye Dakar offenbart Saudi-Arabien seine stillen Schätze - Zwischen alten Karawanenrouten, Felsgräbern und herzlicher Gastfreundschaft
Liebe Leser,
© Florent Gooden / DPPI / Red Bull Content Pool
Auch abseits der Rallye Dakar gibt es in Saudi-Arabien viel zu entdecken Zoom
die Rallye Dakar 2026 war bis zur letzten Minute ein echter Thriller. In der Motorradwertung entschieden am Ende zwei Sekunden über den Sieg - nach fast 50 Stunden gewerteter Fahrzeit! Unglaublich, wie eng dieses Duell zwischen Luciano Benavides und Ricky Brabec war.
Glückwunsch an Benavides und KTM, die sich nach einem packenden Finale durchgesetzt haben. Brabec fuhr bis zu seinem entscheidenden Fehler wie ein zweifacher Dakar-Champion. Es war ein Duell auf höchstem Niveau.
Auch bei den Autos zeigte sich einmal mehr die Klasse von Nasser Al-Attiyah. Mit seiner Erfahrung und dem perfekten Sinn für Terrain und Tempo legte er eine makellose Rallye hin. Kein echter Ausrutscher, keine Hektik - einfach Routine auf Weltklasse-Niveau.
Das Duell Dacia gegen Ford verspricht auch in Zukunft spannend zu bleiben. Dazu kommen Toyota, Century und X-raid Mini. Die Ultimate-Klasse boomt. Sie hat sich zu einer der spannendsten Motorsport-Kategorien entwickelt.
Die Rallye gastierte nun schon zum siebten Mal in Saudi-Arabien. Ich selbst durfte das Land in der ersten Woche bereits zum dritten Mal besuchen. Meine Eindrücke bestätigen sich jedes Mal: Die Menschen sind unglaublich freundlich, offen und neugierig auf Besucher.
Abseits der Rallye nutzten wir als kleine Reisegruppe die Gelegenheit, das Land besser kennenzulernen. Noch ist Saudi-Arabien kein Touristen-Hotspot - zum Glück. So lässt sich das Land unverstellt erleben, mit seiner Geschichte, Kultur und Lebensweise.
Yanbu: Hafenstadt mit 2.500 Jahren Geschichte
Start- und Zielort der Rallye war Yanbu, eine Hafenstadt am Roten Meer mit rund 350.000 Einwohnern. Ihre Geschichte reicht über 2.500 Jahre zurück: einst wichtiger Stützpunkt auf der Gewürzroute Richtung Mittelmeer, später Zwischenstation von Lawrence von Arabien.
Heute ist Yanbu nach Dschidda der zweitwichtigste Hafen des Landes. Die Altstadt mit ihren historischen Gebäuden und dem traditionellen Markt erzählt bis heute von dieser bewegten Vergangenheit.
Auch abseits der Stadt begegnet man Geschichte auf Schritt und Tritt: Wir stießen auf die Reste eines alten Karawanenmarkts - ein Ort, der früher pulsierte und heute still von vergangenen Tagen erzählt.
Und ja, die Kamele gehören hier tatsächlich zum Straßenbild. Entlang der Schnellstraßen warnen Schilder vor kreuzenden Tieren, und oft sieht man ganze Herden durchs Wüstenland ziehen. Ein beeindruckender Anblick für uns Europäer.
Von Yanbu aus ging es weiter nach Al-‘Ula. Wer sich fragt, wie viel ein Liter Benzin in Saudi-Arabien kostet: etwa 53 Cent. Mit der Fahrt nach Norden änderte sich auch das Klima - am Roten Meer drückende 30 Grad, in Al-‘Ula angenehme 20, nachts sogar kühle 8 Grad.
Al-‘Ula: Felsgräber und UNESCO-Welterbe
Al-‘Ula erzählt Geschichte auf spektakuläre Weise. Die Felsgräber von Hegra, Teil des UNESCO-Welterbes, und der berühmte Elephant Rock sind beeindruckende Zeugnisse vergangener Jahrtausende.
Zwischen den alten Lehmbauten der Altstadt lädt heute eine Flaniermeile mit Cafes und kleinen Läden zum Verweilen ein. Es ist ein charmender Ort, eingerahmt von monumentalen Felsen und somit einer beeindruckenden Kulisse.
Auf dem Weg zur nächsten Etappe erreichten wir Ha'il, eine Oasenstadt von rund 450.000 Einwohnern, die in den letzten Jahren rasant gewachsen ist. Hoch über der Stadt thront das A'arif Fort aus dem 17. Jahrhundert. Es ist aus Lehm erbaut und erst kürzlich für Besucher geöffnet.
Die Bauweise wirkt im Vergleich zu europäischen Burgen schlicht, aber faszinierend. Sehr zu empfehlen ist das Alsroor-Museum, ein lebendiges Freilichtmuseum, das den traditionellen Lebensstil der Region authentisch zeigt.
Hier kann man erleben, wie Handwerk, Kochen und Gemeinschaft das saudische Leben über Generationen geprägt haben. Auch die Kulinarik kam nicht zu kurz. Datteln gibt es natürlich überall. Mein Highlight war ein traditionelles Reisgericht mit Kamelfleisch.
Der Norden Saudi-Arabiens lädt zum Besuch ein. In dieser Fotostrecke habe ich einige Eindrücke festgehalten. Ein Abstecher in die Hauptstadt Riad beschränkte sich diesmal auf den Flughafen. Die moderne Metropole mit einigen Wolkenkratzern ist ein Gegenstück zum Rest des Landes.
Für mich bleibt nicht nur die Erinnerung an spannende Wettkämpfe, sondern auch an intensive Begegnungen mit einem Land im Wandel. Saudi-Arabien überrascht mit seiner Vielfalt, seinen Menschen und Momenten, die bleiben.
Genau das macht die Dakar für mich jedes Jahr aufs Neue so besonders.
Euer


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