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Rallye Dakar 2020: Abbruch der zehnten Etappe, Alonso überschlägt sich

Die zehnte Etappe der Rallye Dakar 2020 musste aufgrund von Wind abgebrochen werden - Zuvor legt Fernando Alonso in seinem Toyota eine Doppelrolle hin

(Motorsport-Total.com) - Die geplante 534 Kilometer lange zehnte Etappe der Rallye Dakar 2020 musste aufgrund heftiger Winde nach 345 Kilometern abgebrochen werden. Die Teilnehmer fuhren direkt vom vierten Checkpoint ins Biwak.

Carlos Sainz sen.

Carlos Sainz hat einen wichtigen Schritt in Richtung Dakar-Sieg 2020 gemacht Zoom

Allerdings hatte der erste Teil der Marathonetappe womöglich vorentscheidenden Charakter, denn Nasser Al-Attiyah (Toyota) verlor durch Navigationspanne mehr als 17 Minuten auf Etappensieger und Gesamtspitzenreiter Carlos Sainz (Mini-Buggy). Gleichzeitig verlor Fernando Alonso (Toyota) mehr als eine Stunde durch eine Doppelrolle.

Etappe 10 ging über insgesamt 608 Kilometer, wovon eigentlich nur 71 Verbindungsetappe hätten sein sollen. Nun wurde fast die Hälfte der Strecke ohne Zeitmessung zurückgelegt. Durch den vorzeitigen Abbruch entging den Teilnehmern eine weitläufige Dünensektion bei der Überfahrt des Ghawar Ölfeldes, dem größten der Welt. Zuvor stand ein Mix aus Sand, festem Untergrund und sogar einem Asphaltstück auf dem Programm.

Glück im Unglück für Alonso

Gleich zu Beginn ereignete sich ein Drama um Fernando Alonso und Marc Coma. Schon auf dem Weg zum ersten Checkpoint legte der Toyota Hilux eine 720-Grad-Drehung um die Längsachse hin. Alonso hatte eine Düne im falschen Winkel und etwas zu schnell angefahren. Sein Glück war, dass der Bolide mit dem Dach kaum den Boden berührte und wieder auf allen Vieren zum Stehen kam.

Der zweimalige Formel-1-Weltmeister und Le-Mans-Sieger fuhr sofort weiter, musste aber wenig später für Reparaturen anhalten. Dabei bauten er und Beifahrer Coma unter anderem die Windschutzscheibe aus. Alonso verlor eine Stunde und 17 Minuten. In der Gesamtwertung ging es von Position zehn auf Rang 14 zurück.

Besonders bitter: Da es sich um eine Marathonetappe handelt, darf sein Team am Abend nicht Hand am Toyota anlegen. Es darf ihn lediglich bei eigenen Reparaturen am Fahrzeug beraten.

Siegchance für Al-Attiyah dahin?

Etwas weniger verlor Al-Attiyah, was aber trotzdem nicht minder ärgerlich war: Durch einen Navigationsfehler kurz vor der Abbruchstelle verloren der Katari und Beifahrer Mathieu Baumel eine Viertelstunde. Gepaart mit den zwei Minuten, die er bis dahin auf Sainz eingebüßt hatte, büßte er damit 17 Minuten auf einer einzigen Etappe ein.

"Wir haben Stephane [Peterhansel] eingeholt und versucht, ihn zu finden. Dann sind wir 20 Kilometer in die falsche Richtung gefahren und erst dann zurückgekehrt. Wir haben viel Zeit auf Carlos verloren und müssen morgen auch noch als 17. starten", sagt er.

Sainz hat damit in der Gesamtwertung nun alle Trümpfe in der Hand und führt mit 18:10 Minuten vor Al-Attiyah, der nun von Stephane Peterhansel (Mini-Buggy) bedrängt wird. Allerdings muss Sainz den zweiten Teil der Marathonetappe, den Rückweg nach Haradh, nun eröffnen.

Und das kann haarig werden: "Das werden die kompliziertesten Dünen der ganzen Rallye. 100 Kilometer davon. wir werden versuchen, einfach nur durchzukommen. Heute hat die Navigation sehr gut geklappt und es hat die anderen erwischt. Morgen könnte es bereits mir passieren."

Der spanische Routiner führte vom Start weg die Etappe an. Al-Attiyah lag zunächst auf der zweiten Position. Nach dessen Navigationsfehler wäre Peterhansel der erste Kandidat gewesen, den zweiten Platz zu übernehmen. Doch der Dakar-Rekordsieger verlor seinerseits knapp zehn Minuten auf dem letzten Teilstück, als er mit Al-Attiyah falsch abbog. Er wurde nur Zehnter der Tageswertung.

Nächster Kandidat wäre Yazeed Al Rajhi (Toyota) gewesen. Doch der Lokalmatador verfehlte den dritten Checkpoint und kam nur als Fünfter im Ziel an. So war es letztlich Kuba Przygonski (Mini), der den zweiten Platz der Tageswertung vor Giniel de Villiers (Toyota) holte. Überraschend Vierter wurde Pierre Lachaume (Peugeot).

Der zweite Teil der Marathoetappe führt am Donnerstag zurück nach Haradh. Sollten es die Bedingungen diesmal zulassen, werden die heute weggefallenen Kilometer in den Dünen für ein Spektakel sorgen. Auf den 379 Wertungskilometern geht es fast ausschließlich auf Sand zur Sache. Gut möglich, dass das Klassement hier noch einmal durcheinander gewürfelt wird.

Ergebnis der 10. Etappe (Top 10):
01. Sainz/Cruz (Mini-Buggy) - 2:03:43 Stunden
02. Przygonski/Gottschalk (Mini) +3:05 Minuten
03. de Villiers/Haro Bravo (Toyota) +4:26
04. Lachaume/Polato (Peugeot) +6:10
05. Al-Rajhi/Schiltsow (Toyota) +6:30
06. ten Brinke/Colsoul (Toyota) +6:40
07. van Loon/Delaunay (Toyota) +7:49
08. Terranova/Graue (Mini) +7:58
09. Han/Liao (Geely) +8:26
10. Peterhansel/Fiuza (Mini-Buggy) +11:48

Gesamtwertung nach 10 von 12 Etappen (Top 10):
01. Sainz/Cruz (Mini-Buggy) - 37:15:37 Stunden
02. Al-Attiyah/Baumel (Toyota) +18:10 Minuten
03. Peterhansel/Fiuza (Mini-Buggy) +18:26
04. Al-Rajhi/Schiltsow (Toyota) +40:46
05. Terranova/Graue (Mini) +57:39
06. de Villiers/Haro Bravo (Toyota) +1:02:23 Stunden
07. ten Brinke/Colsoul (Toyota) +1:15:39
08. Serradori/Lurquin (SRT Buggy) +1:37:21
09. Seaidan/Kuzmich (Mini) +2:49:28
10. Lachaume/Polato (Peugeot) +3:28:16

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