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Volvo EX60: Wie der neue "Wing Grip"-Türgriff funktioniert
Wer sich die Bilder des neuen Volvo EX60 angesehen hat, dem sind sicher die eigenartigen Türöffner aufgefallen: Wir erklären, wie sie funktionieren
(Motorsport-Total.com/Motor1) - Eine Frage zum Volvo EX60, die sich wohl viele gestellt haben, ist, wie wohl der Türgriff funktioniert. Statt traditioneller Bügel- oder Muldengriffe oder ausfahrender Türgriffe hat sich Volvo beim EX60 für eine spezielle Lösung entschieden: den sogenannten Wing Grip. Dabei gibt es ein kleines Element in der Form einer Haiflosse direkt unter dem Fenster. Aber wie kriegt man damit die Tür auf?
© InsideEVs Deutschland
Türgriff des Volvo EX60 Zoom
Auf der Rückseite der Haiflosse, also auf der Seite, die dem Fenster gegenüberliegt, gibt es eine gummierte Taste, mit der sich der Türmechanismus bedienen lässt. Am einfachsten ist es, wenn Sie sich das folgende kurze YouTube-Video von Motoreport ansehen:
Wenn man weiß, wie es geht, lässt sich die Tür damit in einer flüssigen Bewegung öffnen, wie US-Kollege Mack von InsideEVs.com bestätigt.
Wie Volvo die revolutionären Türgriffe erklärt
Zum Thema Sicherheit sagte Volvo-Chefentwickler Anders Bell, man bringe die Haiflossen-Türgriffe "mitten in eine laufende Debatte über die Sicherheit von Türgriffen auf den Markt". Bei dem Thema gehe es um Redundanz: "Es geht darum, im Falle eines Unfalls schnell und zuverlässig aus dem Auto herauskommen zu können, aber auch darum, dass einen jemand anderes herausholen kann, wenn man bewusstlos ist", so Bell.
Gemeint ist: Die Tür muss sich auch dann öffnen lassen, wenn das Auto nach einem Unfall stromlos ist. Dazu muss es eine Möglichkeit geben, die Tür auf rein mechanischem Weg zu entriegeln, und zwar von außen wie von innen.
Laut Bell sollen sich die EX60-Türen von außen wie von innen auch dann noch öffnen, wenn ein Unfall die Autobatterie zerstört. Innen betätigt man beide Öffnungsmechanismen mit dem selben Hebel. Wenn man leicht daran zieht, öffnet sich die Tür elektrisch. Im Notfall, wenn man heftig am Türgriff reißt, öffnet sie sich mechanisch. Was das Öffnen von außen angeht, so werden die Türen bei einem Unfall automatisch entriegelt. Wenn jemand am Griff zieht, öffnet sich die Tür dann selbst bei einer komplett leeren oder zerstörten Zwölf-Volt-Batterie.
Strom für die Türgriffe aus der klassischen Batterie
Die Zwölf-Volt-Batterie ist auch bei Elektroautos immer noch an Bord. Der Strom daraus versorgt die Unterhaltungselektronik und bootet das System: Beim Parken ist die Traktionsbatterie aus Sicherheitsgründen komplett abgeschaltet (galvanisch getrennt). Erst wenn man den Startknopf drückt, wird sie aktiv. Mit dem Strom aus der Zwölf-Volt-Batterie werden dann die sogenannten Schütze (eine Art Relais für hohe Spannungen) geschlossen.
Die Zwölf-Volt-Batterie versorgt auch die elektrischen Türöffner. Sie erhält ihre Energie über einen DC-DC-Wandler aus der Traktionsbatterie. Dieser Wandler formt die Spannung von 400 oder 800 Volt aus der Traktionsbatterie in zwölf Volt um. Beim EX60 ist dieses Bauteil aus Sicherheitsgründen redundant ausgelegt. Der EX60 hat also zwei DC-DC-Wandler, jeweils einen auf jeder Seite. Sie befinden sich unter den Rücksitzen, sodass sie nur bei einem extrem schweren Unfall beide zerstört werden. Fällt nur einer aus, bekommt die Zwölf-Volt-Batterie weiterhin Strom.
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Unter dem Strich
Es ist etwas seltsam, dass man erklären muss, wie sich die Türen eines Autos öffnen lassen. Beim Volvo EX60 ist es aber so. Wer zum ersten Mal vor dem verriegelten Wagen steht, wird sich wohl schwertun. Eingeweihte aber öffnen die Tür in einer flüssigen Bewegung - was man von den Türen des Tesla Model 3 nicht unbedingt sagen kann. Bei einem Unfall werden die Türen automatisch entriegelt, sodass man den Gummiknopf an der Rückseite nicht finden muss. Es dürfte aber kaum möglich sein, eine verklemmte Tür von außen mit Gewalt aufzureißen, wie es bei Bügelgriffen möglich ist: Dazu ist einfach die Fläche der Haiflosse zu klein.
Und worin besteht der Zusatznutzen des Wing Grips? Vermutlich darin, dass man eine neue Lösung gefunden hat. Ein Volvo wird in Deutschland wohl vor allem von Individualisten gekauft, alle anderen wählen meist einen Mercedes, BMW oder Audi. Dieser Klientel dürfte die eigenständige Lösung gefallen.
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