Mazda erklärt, warum Knöpfe verschwinden: Die Kunden wollen es so
Mazda erklärt Motor1 mit, dass der Innenraum des neuen CX-5 aufgrund von Kunden-Feedback fast vollständig auf Tasten und Drehregler verzichtet
(Motorsport-Total.com/Motor1) - "Never change a winning team", heißt es ja so schön. Der CX-5 hat sich seit seiner Einführung im Jahr 2012 genau 4.761.329-mal verkauft und ist damit Mazdas erfolgreichstes Fahrzeug im aktuellen Sortiment. Diese Woche hat man nun die dritte Generation vorgestellt. Äußerlich ist sie eine relativ subtile Weiterentwicklung des Vorgängers. Der Innenraum hingegen ist nichts weniger als eine Revolution.
© Motor1.com Deutschland
Mazda CX-5 (2025) Zoom
Den Kommentaren zum Debüt-Artikel unserer US-Kollegen nach zu urteilen, kommt das minimalistische Armaturenbrett nicht wirklich gut an: "Keine Knöpfe und Tasten, kein Kauf! Ergonomie ist mir wichtig;" "Ich werde auf keinen Fall ohne Tasten auskommen;" "Was mir nicht gefällt, ist das Entfernen der Tasten und des Drehreglers;" "Klimaanlage, Heizung, Heckscheibenheizung und Temperaturregelung sollten bitte mit physischen Tasten bedient werden." Und so weiter und so fort.
Darauf hin haben die Kollegen bei Mazda nachgebohrt, warum die meisten herkömmlichen Schalter entfernt wurden. Und überraschenderweise ist - im krassen Gegensatz zu diesen Kommentaren - ein fast tastenloses Design anscheinend das, was die Leute wollen. Tamara Mlynarczyk, Managerin für Öffentlichkeitsarbeit bei Mazda North American Operations, sagte Motor1, dass die Entscheidung, die meisten traditionellen Bedienelemente zu entfernen, auf einer internen Studie basiert, die zeigte, dass Kunden ein großes Infotainmentsystem bevorzugen:
"Basierend auf Kundenfeedback haben wir eine neue Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) entwickelt, die Benutzerfreundlichkeit priorisiert und gleichzeitig Mazdas Philosophie des sicheren Fahrens beibehält. Der neue CX-5 wechselt von einem Commander zu einem Touchscreen-Zentraldisplay, was die geeignetste Methode ist, um die 'Hände‘ vom Lenkrad fernzuhalten und dabei folgendes umzusetzen:
- Fortschrittliche Spracherkennung, die es dem Fahrer ermöglicht, Fahrzeugfunktionen wie die Klimaanlage, das Audiosystem und das Navigationssystem zu bedienen;
- Menschzentrierte Lenkradschalter, die es dem Fahrer ermöglichen, die Bedienelemente zu bedienen, ohne die menschlichen Aufmerksamkeitsressourcen zu belasten."
Da haben Sie es. Klingt freilich nach etwas hölzernem PR-Sprech, aber die Leute haben gesprochen. Anscheinend. Irgendwie fühlen wir uns plötzlich in der Minderheit, weil wir ein analogeres Layout bevorzugen. Tasten für häufig verwendete Funktionen zu haben, wird für uns immer ein entscheidendes Thema sein.
Dies markiert einen Paradigmenwechsel für die "Zoom-Zoom"-Marke, die sich bis dato eigentlich gegen eine übermäßige Abhängigkeit von Touchscreens gewehrt hat. Schauen Sie mal, was Matthew Valbuena, Mazdas leitender Ingenieur für HMI und Infotainment in Nordamerika, im Jahr 2019 sagte, als der Mazda3 herauskam:
"Bei unserer Forschung haben wir festgestellt, dass ein Fahrer, der zu einer Touchscreen-Oberfläche in einem Fahrzeug greift, unabsichtlich ein Drehmoment auf das Lenkrad ausüben und das Fahrzeug aus seiner Spur bringen würde. Und natürlich muss man bei einem Touchscreen auf den Bildschirm schauen, während man ihn berührt ... aus diesem Grund waren wir mit der Entfernung der Touchscreen-Funktionalität einverstanden."
Nun ist diese Einstellung offenbar Geschichte, denn der CX-5 nicht das erste Mazda-Modell, das diese Richtung einschlägt. Die neue Elektro-Limousine, die in China als EZ-6 und in anderen Märkten wie bei uns als 6e verkauft wird, verfügt ebenfalls über ein weitgehend knopfloses Armaturenbrett, das sich um einen großen Touchscreen dreht.
Der elektrische Crossover EZ-60, der noch nicht für internationale Märkte bestätigt wurde, hat ein noch größeres Display. Beide Elektrofahrzeuge basieren auf chinesischen Modellen, die von Mazdas Joint-Venture-Partner Changan verkauft werden. Der neue CX-5 hingegen ist eine reine Mazda-Entwicklung und ein globales Modell.
Diese Fahrzeuge verabschieden sich auch vom BMW-ähnlichen Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole. BMW selbst hat das Feature bei einigen Modellen ja leider auch schon entfernt. Alle Fronttriebler-Modelle aus München sind ohne unterwegs und die kommenden Neue Klasse-Fahrzeuge werden auch darauf verzichten.
Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Trend auf zukünftige Mazda-Modelle übertragen wird. Hoffentlich macht man zumindest beim nächsten MX-5 und dem kommenden Wankel-Sportwagen eine Ausnahme.
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