• 16.12.2025 08:08

  • von Stefan Leichsenring

Deutschland ist derzeit der größte Elektroauto-Markt in Europa

Die E-Mobilität verteilt sich ungleich: Nordische Staaten führen, Deutschland, UK und Frankreich liegen in der Mitte, Süd- und Osteuropa zockeln hinterher

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Deutschland und das Vereinigte Königreich liegen schon seit Längerem Kopf an Kopf als größte Elektroauto-Märkte in Europa; derzeit hat Schland die Nase vorne. Auch in Frankreich ist die Nachfrage groß. Dagegen werden in großen europäischen Ländern wie Italien und Spanien weniger reine Elektroautos (BEVs) verkauft als im winzigen Dänemark. Das geht aus einer Auswertung der Finanzanalyse-Plattform TradingPedia auf Basis von Daten des europäischen Herstellerverbands ACEA hervor.

Titel-Bild zur News: Europäische Länder mit dem größten Elektroauto-Absatz

Europäische Länder mit dem größten Elektroauto-Absatz Zoom

Allgemein ist die Elektromobilität in Europa nach wie vor auf dem Vormarsch. Der Absatz steigt und die Regierungen investieren stark in die Ladeinfrastruktur. Doch je nach Land sind die Erfolge sehr unterschiedlich. Während sich Norwegen und Schweden schon fast vollständig von den Verbrennern verabschiedet haben, liegt der Elektro-Anteil an den Neuwagenverkäufen in vielen Ländern Süd- und Osteuropas noch immer unter 10 Prozent. In vielen Ländern spielen auch Plug-in-Hybride (PHEVs) noch eine große Rolle, wie unser Titelbild zeigt.

Europaweit die größte Anzahl an E-Fahrzeugen (BEVs und PHEVs zusammen) wurde 2025 wie gesagt in Deutschland verkauft: 599.962 Fahrzeuge wurden bis Ende September 2025 gekauft, was gleich 47 Prozent mehr waren als 2024. Doch während der Anteil von BEVs und PHEVs hierzulande noch bei etwa 28 Prozent liegt, entfallen in Norwegen schon 97 Prozent der Neuzulassungen auf diese zwei Antriebsformen. Dänemark folgt mit 69 Prozent, Schweden mit 62 Prozent und Finnland mit 57 Prozent:

Kleinere Märkte verzeichneten 2025 die deutlichsten Zuwächse beim BEV- und PHEV-Absatz. In Lettland (englisch Latvia), Litauen (Lithuania) und Polen (Poland) haben sich die Verkäufe gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt, wenn auch ausgehend von einem niedrigen Niveau. Auch in Spanien und Island verdoppelte sich der Absatz fast:

TradingPedia hat auch eine Grafik zu den Länder mit den meisten Neuzulassungen von BEVs und PHEVs pro 100.000 Einwohner erstellt. Hier führt Norwegen mit 1.914 Verkäufen vor dem reichen Luxemburg und diversen nordischen Ländern:

Europäische Länder, in denen der Absatz von BEVs und PHEVs am meisten wuchs

Europäische Länder, in denen der Absatz von BEVs und PHEVs am meisten wuchs Zoom

Hier zeigt sich, dass die Ladeinfrastruktur und das Einkommensniveau eine große Rolle bei der E-Auto-Akzeptanz spielt. Viele ost- und südeuropäische Länder liegen noch zurück, während nordische Staaten vorne sind. In den wohlhabendsten Ländern Europas - Norwegen, Luxemburg, Dänemark, der Schweiz und Belgien - dominieren E-Fahrzeuge mittlerweile den Markt. Das ist auf hohe Einkommen, großzügige Förderprogramme und ein dichtes Ladenetz zurückzuführen, so TradingPedia.

Märkte mit hohem PHEV-Anteil wie Irland, Spanien und Italien sind dagegen noch im Übergang. Die schlechtere Ladeinfrastruktur und die Zurückhaltung der Kundschaft gegenüber reinen Elektroautos machen sich hier deutlicher bemerkbar.

Was die meistverkauften Modelle angeht, so liegt das Tesla Model Y europaweit weiter vorne, obwohl die Marke im Abwärtstrend ist. Mit fast 117.000 Neuzulassungen zwischen Januar und Oktober war das Elektro-SUV das meistverkaufte E-Fahrzeug Europas.

Außerdem zählen vier Modelle des VW-Konzerns - der Skoda Elroq, der VW ID.4, der VW ID.3 und der Skoda Enyaq - zu den zehn meistverkauften E-Fahrzeugen Europas. Aber auch Modelle wie der Renault 5, Kia EV3, Cupra Born und VW ID.3 schaffen es in die Top 10 und zeigen die steigende Nachfrage nach kleineren Elektroautos.

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Unter dem Strich

Deutschland bei der Elektromobilität ganz vorn? Nun ja, schön wärs. Bei den Verkaufszahlen liegen wir derzeit vor den britischen Freunden. Aber im Vergleich zu Norwegen ist der BEV-Anteil hierzulande fast schon verschwindend gering. Und "Leitmarkt Elektromobilität" wurde nicht Deutschland, wie von der hiesigen Politik gefordert, sondern China. Also, kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Aber immerhin, zum Jahreswechsel scheint es wieder aufwärtszugehen mit den Elektroautos. Ein zuversichtlicher Blick auf 2026 ist wohl angebracht.

Quelle: TradingPedia (per E-Mail), TradingPedia-Report