• 05.12.2025 14:38

  • von Stefan Leichsenring

Cupra Tavascan: EU prüft Streichung der China-Zölle

Das in China gefertigte Elektro-SUV könnte von den Strafzöllen ausgenommen werden, wenn die importierte Stückzahl limitiert wird

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Der in China gebaute Cupra Tavascan könnte künftig von den EU-Zöllen ausgenommen werden. Um das zuerreichen hat der VW-Konzern vorgeschlagen, die Zahl der nach Europa importierten Tavascan zu limitieren und einen Mindestpreis zuzusichern.

Titel-Bild zur News: Cupra Tavascan (2025)

Cupra Tavascan (2025) Zoom

Die Europäische Kommission prüft, ob sie die Zölle auf den in Anhui produzierten Cupra Tavascan erlässt. Der Automobilhersteller hofft, dass diese durch die Zusicherung einer Maximalzahl von Importen und einen Mindestpreis ersetzt werden können, berichtet Reuters.

Die EU-Kommission erklärte nach dem Bericht, sie habe einen Vorschlag von Volkswagen Anhui für eine entsprechende Verpflichtungserklärung erhalten. Man werde nun prüfen, ob sie akzeptabel und praktikabel sei. Die Einfuhrzölle wurden im Oktober 2024 eingeführt. Seitdem muss der Importeur zusätzlich zu den normalerweise erhobenen 10 Prozent noch einen Zusatzzoll zahlen, wenn das eingeführte Elektroauto in China hergestellt wird.

Zur Begründung wurden unfaire Subventionen genannt, welche die Hersteller angeblich von staatlichen Stellen erhalten. Ob es sich um einen chinesischen oder europäischen Hersteller handelt, ist dabei bedeutungslos. Das Werk in Anhui gehört einem Joint Venture von Volkswagen mit dem chinesischen JAC-Konzern. Inzwischen gehört es mehrheitlich Volkswagen.


Fotostrecke: Cupra Tavascan Endurance (2025)

Die Höhe des Zolls ist je nach Marke verschieden. Für den Tavascan fallen 20,7 Prozent an. Bereits im Februar hatte der damalige Chef von Seat und Cupra, Wayne Griffith, gesagt, die Zölle seien eine ernsthafte Bedrohung für das Geschäft. Man werde die Produktion drosseln und rund 1.500 Mitarbeiter entlassen, wenn die EU die Zölle nicht senkt, sagte der Vorstandsvorsitzende damals gegenüber Reuters. Der Zoll habe dazu geführt, dass die VW-Tochter im Jahr 2024 ihre Finanzziele verfehlte und werde im Jahr 2025 Hunderte von Millionen Euro kosten.

Die EU hat sich durch die Äußerungen nicht erweichen lassen. Allerdings hatte die EU-Kommission schon im April erklärt, dass sie die Festlegung von Mindestpreisen als Ersatz für Zölle zu prüfen.

Ein Seat-Sprecher bestätigte den Vorgang gegenüber der Nachrichtenagentur. Man habe intensiv daran gearbeitet, sicherzustellen, dass der Vorschlag allen Anforderungen entspricht. Er beinhalte eine jährliche Importquote und einen Mindestimportpreis. Wie hoch die Importquote und der Mindestpreis sind, teilte der Sprecher nicht mit. In Deutschland wird der Tavascan zu Preisen ab 53.350 Euro verkauft.

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Unter dem Strich

Die EU könnte Volkswagen die Zölle auf den Cupra Tavascan erlassen, wenn der Konzern zusichert, nicht mehr als eine bestimmte Zahl von Tavascan zu importieren und dass ein bestimmter Mindestpreis dafür verlangt wird. Wenn das gelingt, dürften sich Tesla und Dacia um ähnliche Regelungen bemühen, denn auch das Model 3 und der Spring werden in China für Europa gebaut. Das gilt für den Mini Cooper und Aceman sowie Smart #1, #3 und #5. Vielleicht versuchen auch die chinesischen Hersteller ihr Glück.

Quelle: Reuters (Dezember), Reuters (Februar, Cupra-Wanung)