Valentino Rossi hofft auf Renneinsätze im BMW M Hybrid V8, aber ...

MotoGP-Legende Valentino Rossi hegt den Traum von Renneinsätzen in der Hypercar-Klasse der WEC, räumt aber ein, dass die Chance, zumindest kurzfristig, gering ist

(Motorsport-Total.com) - Valentino Rossi macht keinen Hehl aus seinem Wunsch, in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) am Steuer eines Prototypen anzutreten. Er glaubt, dass die Autos in der Hypercar-Klasse besser zu seinem Fahrstil passen als die GT3-Autos, die er seit seinem Rücktritt aus dem Motorradrennsport (nach Ende der MotoGP-Saison 2021) in unterschiedlichen Rennserien gefahren hat.

Titel-Bild zur News: Valentino Rossi

Valentino Rossi braucht zunächst einen neuen BMW-Vertrag, bevor ... Zoom

Beim WEC-Rookie-Test im November 2024 in Bahrain bekam Rossi die Gelegenheit, den BMW M Hybrid V8 zu testen. Dabei war der siebenmalige MotoGP-Weltmeister nur eine Zehntelsekunde langsamer als die Bestzeit an jenem Tag, aufgestellt von Arthur Leclerc, dem jüngeren Bruder von Formel-1-Pilot Charles Leclerc, in einem Ferrari 499P.

Dieser vielversprechende Auftritt führte für Rossi jedoch nicht zu weiteren Chancen in der WEC-Topklasse. So blieb er 2025 für eine zweite Saison in der LMGT3-Klasse. Jetzt verrät der 46-jährige Italiener, dass er das ganze Jahr über an einem möglichen Hypercar-Programm für 2026 gearbeitet hat. Gleichzeitig räumt er jedoch ein, dass es nichts Konkretes zu vermelden gibt. Und das bedauert er.

Rossi im Hypercar? "Ich weiß nicht, ob es klappen wird"

"Das Hypercar ist einem Motorrad ähnlicher [als ein GT3-Auto]. Das gefällt mir", sagt Rossi im Gespräch für die englischsprachige Ausgabe von Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.

"Seit diesem Moment (Bahrain-Test 2024; Anm. d.. Red.) haben wir versucht, für dieses Jahr Hypercar zu fahren, aber es war nicht möglich. Während der gesamten Saison haben wir dann versucht, für nächstes Jahr Hypercar zu fahren, aber leider war das nicht möglich. Es sieht so aus, als wäre es schwierig, im Hypercar zu fahren. Ich weiß nicht, ob es klappen wird. Das ist schade", so Rossi.

Valentino Rossi im BMW M Hybrid V8 beim WEC-Rookie-Test im November 2024 in Bahrain

Beim Bahrain-Test 2024 fuhr Rossi den BMW M Hybrid V8 und kam gut zurecht Zoom

Auf Nachfrage, ob es für ihn möglich wäre, ausgewählte Rennen in der Hypercar-Klasse zu bestreiten, wenn denn eine komplette Saison nicht in Frage kommt, antwortet der Italiener: "Das könnte eine gute Idee sein. Aber ich weiß nicht, ob es möglich ist. Normalerweise fährt man mit einem Hypercar die volle Saison."

"BMW hat viele Fahrer, viele jüngere Fahrer. Und das ist schade, denn ich fühle mich wohl mit dem Auto, und es könnte interessant sein, damit Rennen zu fahren. Aber ich weiß nicht, ob das nächstes Jahr passieren wird. Wie auch immer, ich bin auch offen für ausgewählte Rennen", so Rossi.

GTP-Einsätze in der IMSA denkbar, 24h Daytona 2026 aber nicht

Seit seinem Vollzeitwechsel von zwei auf vier Räder ist Rossi ausschließlich für WRT, das Team von Vincent Vosse, gefahren. Der Rennstall aus Belgien ist bereits Werkspartner von BMW in der Hypercar-Klasse der WEC. Für 2026 wird die Zusammenarbeit auf Nordamerika ausgeweitet.

Rossi sagt, dass ihm dies die Tür öffnen könnte, um an ausgewählten IMSA-Rennen teilzunehmen, insbesondere an den Langstreckenrennen, für die zusätzliche Fahrer benötigt werden. "Das könnte eine Chance sein, denn WRT wird nächstes Jahr auch das IMSA-Programm übernehmen. Also könnte es vielleicht möglich sein. Ich weiß es nicht, aber ich hoffe es", so die MotoGP-Legende.

BMW M Hybrid V8

Der BMW M Hybrid V8 wird 2026 von WRT sowohl in WEC als auch IMSA eingesetzt Zoom

Einen Start beim IMSA-Saisonauftakt 2026, den 24h Daytona, schließt Rossi aber aus. "Daytona steht auch auf der Liste, weil es ein großartiges 24-Stunden-Rennen ist. Aber ich denke, für nächstes Jahr wird es schwierig, weil ja der Januar schon kurz bevorsteht", sagt er und fügt hinzu: "Vielleicht in Zukunft."

Entscheidung über Programm für 2026 im Dezember

In der WEC ist Rossi für BMW am Start, seit zu Beginn der Saison 2024 die LMGT3-Klasse ins Leben gerufen wurde. Nachdem er im ersten Jahr noch ein Doppelprogramm, bestehend aus WEC-Rennen und Rennen in der GT-World-Challenge (GTWC) bestritt, konzentriert er sich seit Anfang 2025 ganz auf die Langstrecken-WM.

Valentino Rossi und seine Teamkollegen wurden am Ende nur Zweite

Mit dem BMW M4 GT3 fuhr Rossi viermal auf das Podium in der LMGT3-Klasse Zoom

In den 16 WEC-Rennen, an denen er in zwei vollen Saisons teilgenommen hat, erzielte Rossi mit dem BMW M4 GT3 mit der Startnummer 46 zusammengerechnet vier Podiumsplatzierungen in seiner Klasse. Bei den 6h Imola im April 2025 stand er zusammen Kelvin van der Linde und Ahmad Al Harthy kurz vor dem Klassensieg.

Rossis Dreijahresvertrag als BMW-Werksfahrer läuft Ende 2025 aus. Zwar wird eine Vertragsverlängerung erwartet, aber derzeit ist noch unklar, in welcher Rennserie der MotoGP-Superstar im Jahr 2026 antreten wird. Eine Entscheidung soll im Dezember getroffen werden.

"Wir wissen noch nicht, welche Meisterschaft es werden wird. Die WEC kann sicherlich eine Option sein. Wir werden im nächsten Monat mit BMW sprechen und werden versuchen, das beste Programm zu finden", sagt Rossi.